Als die staatlich mitfinanzierte Plattform 2024 mit Falschbehauptungen eine gewaltige Kampagne lostrat, übernahmen viele Redaktionen die Desinformation blindlings. Aber eben nicht alle: ein Hinweis in eigener Sache.
picture alliance / dpa | Britta Pedersen, dts - Collage: TE
Nach dem finalen Kollaps der „Correctiv“-Potsdam-Konstruktion vor dem Landgericht Berlin, das dem „Medienhaus“ nicht nur zentrale Behauptungen des Textes „Geheimplan gegen Deutschland“ verbot, sondern den Verantwortlichen auch Manipulation und bewusste Täuschung der Öffentlichkeit bescheinigte, herrscht bei vielen Medien zunächst verbissenes Schweigen. Wer 2024 die lautesten Beiträge zu der politisch-medialen Kampagne beisteuerte, ließ jetzt, 2026, mehrere Tage lang keinen Mucks verlauten. Das gilt vor allem für die Öffentlich-Rechtlichen, also jene Anstalten, die sich das Siegel „Qualitätsjournalismus“ bei jeder Gelegenheit selbst verleihen. Als das Hamburger Landgericht 2025 Klagen gegen „Correctiv“ in bestimmten Punkten ablehnte, machte die ARD umgehend eine Meldung daraus.
Jetzt, nachdem Richter in Berlin einen vorläufigen Schlusspunkt hinter die ausgedachte Geschichte von einem angeblich in Potsdam ausgeheckten „Masterplan“ zur massenhaften Vertreibung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund setzten, herrschte erst einmal Funkstille. Und dann mit Zeitverzug: ein merkwürdiger Beitrag, in dem das ARD-Hauptstadt-Studio aus der Urteilsbegründung des Berliner Gerichts zitiert, wobei es wesentliche Passagen weglässt, etwa die Feststellung, die Behauptung des „Masterplans“ zur Vertreibung von Staatsbürgern sei „aus der Luft gegriffen“.
Dafür lässt die ARD einen Vertreter von „Correctiv“ umfangreich zu Wort kommen, der sein „Unverständnis“ über die Gerichtsentscheidung zu Protokoll geben darf. Aus der Pressemitteilung der Anwaltskanzlei Höcker, die das Urteil erstritt, zitiert der Sender dagegen kein einziges Wort. Ganz am Schluss des ARD-Beitrags steht der Hinweis: „Anmerkung der Redaktion tagesschau.de hatte 2024 ebenso wie viele andere Medien über die ‚Correctiv‘-Recherche zum Treffen in Potsdam sowie über die Reaktionen darauf berichtet.“
Abgesehen einmal davon, dass es eben nie eine „Correctiv-Recherche“ gab, sondern nur ein Potpourri von irreführenden und faktisch falschen Formulierungen, lässt die ARD in der Fußnote den entscheidenden Punkt weg: Die Tagesschau „berichtete“ damals eben nicht einfach, sondern übernahm die „Correctiv“-Darstellung ohne jede Nachprüfung. Mehr noch: Was „Correctiv“ nur geschickt suggerierte, verkaufte die Tagesschau ihrem Publikum als harte Fakten.
Die jetzt als Erfindung enttarnte Mär vom Vertreibungs-Masterplan kolportierten damals viele Medien. Der SPIEGEL etwa bezeichnete das Treffen von etwa zwei Dutzend Leuten ohne staatliche Ämter, also einflusslosen Leuten allen Ernstes als „Deportationsgipfel“. „Correctiv“-Anwälte trugen schon 2025 vor dem Landgericht Hamburg eine bemerkenswerte Aussage vor: Man habe ja nie einen Masterplan zur Vertreibung deutscher Staatsbürger als Faktum behauptet, die entsprechende Formulierung stelle lediglich einen Kommentar der Autoren dar, also eine Meinung. Wer den „Correctiv“-Text anders verstanden habe, hätte ihn eben nicht richtig gelesen.
Genau diese Strategie endete vor dem Landgericht Berlin: Laut Urteilsbegründung sei die Passage als Tatsachenbehauptung falsch, aber auch als Meinung rechtswidrig – weil es keine Fakten gebe, auf die sie sich stützen kann.
Nicht alle Medien ließen sich 2024 und danach von dem suggestiven und raunenden „Correctiv“-Text beeindrucken. Der WELT- und Politico-Herausgeber Ulf Poschardt schrieb am Sonntag: „Leider war es ausschließlich Sache einzelner, überwiegend dem bürgerlichen oder konservativen Spektrum zugeordneter Stimmen, Zweifel zu formulieren.“ Nur: Um welche Stimmen es sich handelte, erfahren die Leser leider nicht. Deshalb muss TE hier selbst in die Bresche springen und auf seine eigenen Texte hinweisen. Denn die nahmen schon 2024 vorweg, was das Landgericht Berlin jetzt feststellte. Außerdem warf dieses Medium auch die Frage auf, wer hinter der Inszenierung steckte – und förderte dazu auch manche Erkenntnisse zu Tage.
Schon am 21. Januar 2024, also elf Tage nach der „Correctiv“-Publikation, die alles auslöste, veröffentlichte TE einen Text unter dem Titel „Der Moralputsch der Wohlgesinnten“, der den „Correctiv“-Beitrag erstens einer Analyse mit dem Ergebnis unterzog, dass er für die zentrale Behauptung des Vertreibungs-Masterplans keinerlei Belege enthielt. Stattdessen fabrizierte „Correctiv“ mit dem Hinweis auf die räumliche Nähe des Hotels in Potsdam zum Ort der Wannseekonferenz einen suggestiven, aber völlig abstrusen Bedeutungsrahmen.
Pseudodokumentarische Einsprengsel wie „Schnee auf den Autodächern“ täuschten dort eine Recherche vor, wo sie keine Rolle spielt, während die Autoren bei allen gewichtigen Punkten die Belege schuldig blieben. Zweitens beschäftigt sich der TE-Text mit dem schnellen und gerade generalstabsmäßigen Aufbau der Kampagne, der vermuten ließ, dass eine ganze Reihe von Medienleuten und Politikern schon vorab Bescheid wussten. Die Sache roch also für den distanzierten Beobachter von Anfang an nach einer sorgfältig geplanten Operation.
In einem weiteren TE-Text vom August 2024 ging es genau darum: Wer wusste wann und aus welchen Quellen Bescheid? Wie konnte es sein, dass sich der „Correctiv“-Mitarbeiter Jean Peters zu einem Zeitpunkt in das Hotel einmietete, als die schriftlichen Einladungen an die Teilnehmer noch gar nicht in der Post waren? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz? Was besprach die Geschäftsführerin von „Correctiv“ vor der Veröffentlichung mit dem Kanzler? „Correctiv“ ließ die Frage des Autors, ob und wem sie vorab Informationen gaben, unbeantwortet. Der Verfassungsschutz erklärte auch auf Fragen von Bundestagsabgeordneten, er äußere sich nicht zu seiner eventuellen Beteiligung. Auf die Anfrage an den Bundeskanzler antwortete ein Regierungssprecher: „Wir haben Ihre Bitte zur Kenntnis genommen und weisen darauf hin, dass der presserechtliche Auskunftsanspruch kein direktes Fragerecht an einzelne Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter bzw. den Behördenleiter vermittelt.“
Das mutet außerordentlich seltsam an – schließlich handelt es sich beim Bundeskabinett um keine Behörde. Außerdem: Scholz hätte einfach antworten können, er habe von der Geschichte am 10. Januar 2024 durch die Lektüre des „Correctiv“-Textes und/oder Meldungen anderer Medien erfahren – wenn das tatsächlich zutreffen sollte. Genau das antwortete übrigens die damalige Innenministerin Nancy Faeser auf die entsprechende Anfrage. Und Scholz eben nicht. Die Beteilung des Nachrichtendienstes und des Regierungschefs sind bis heute nicht aufgeklärt. Andererseits: Keine Antwort ist auch eine Antwort.
In der „Correctiv“-Affäre – der größten politisch-medialen Täuschungsoperation, die es je in der Bundesrepublik gab – stehen die Öffentlich-Rechtlichen bis auf die Knochen blamiert da, dazu eine lange Reihe anderer Haltungsmedien, außerdem Institutionen, die „Correctiv“ für ihr manipulatives Werk mit Preisen überschütteten, etwa die Carlo-Schmidt-Stiftung, die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig und der Verein „Netzwerk Recherche“.
TE berichtete auch über alle Klagen von Beteiligten an dem Potsdam-Treffen gegen „Correctiv“ und Kolportagemedien. Nach und nach brachen diese Prozesse einen Stein nach dem anderem aus dem Schwindelgebäude der staatlich mitfinanzierten Plattform und ihrer willigen Unterstützer.
Wann immer künftig ÖRR-Intendanten oder Politiker wie Daniel Günther von „Qualitätsmedien“ sprechen, gibt es in Zukunft eine Wiedervorlage der Affäre „Correctiv“ & Helfer. Gerade deshalb, weil die Beteiligten am liebsten alles mit Schweigen zudecken würden.


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Ein Bekannter hat ARD und ZDF weitgehend gute Nacht gesagt. Sein Leib-und Magensender ist jetzt N T V ! Er ärgert sich über die 18,60€ die monatlich abgebucht werden .
Mal ganz nüchtern aus internationaler Sicht von außen gesehen: In Deutschland gibt es ein vom Staat finanziell unterstütztes Propagandamedium namens Correctiv, das Skandalgeschichten über die einzige echte Oppositionspartei im Land erfindet, um diese zu diskreditieren. Der komplette staatliche Medianapparat und die großen Privatsender übernehmen den vermeintlichen Skandal ungeprüft und in schnellem Gleichschritt, und innerhalb kürzester Zeit gibt es orchestrierte „Massendemonstrationen“ gegen die größte Oppositionspartei.
Wie nennt man nochmal so ein politisches System? Eine freiheitliche Demokratie ist es jedenfalls nicht.
Gruselig !
Was auch immer das Gericht Correctiv nun verboten hat zu verbreiten das wurde längst verbreitet, in einer Gaslighting-Kampagne bei der „Haltungsjournalisten“ bereitwillig die willkommene Vorlage von Correctiv aufgriffen und sich als Verstärker betätigten. Das Resultat ist längst in den Köpfen der Menschen angelangt, die Assoziation „AfD“ mit „Deportation“ samt Anspielung auf den Nationalsozialismus und Behauptung der Verfassungsfeindlichkeit. Auf der Klaviatur spielen nun Medien und Politik indem sie z.B. von der „verfassungsfeindlichen AfD“ reden ohne die Mitwirkung von Correctiv oder die ganze „Geheimtreffen“-Geschichte überhaupt noch zu erwähnen. Versucht dann jemand diesen Zusammenhang wieder ins Gedächtnis zu rufen, dann wird abgewunken, das… Mehr
Ich empfehle der Redaktion folgenden Selbstversuch:
bitte mal rausgehen aus der Schreibstube und Erika Mustermann und Otto Normalverbraucher, die zufällig vorbeikommen, nach dieser „Blamage“ fragen.
Oder etwas einfacher vielleicht, wenn der Befragte wieder Erwarten das nicht kennt – einfach mal nach Correctiv fragen.
Freue mich schon auf die Auswertung.
In diesem Sinne !
Das ist der Punkt. Zum einem müsste jeder erregte Demonstrant einräumen, dass er ein Lemming ist, unmündig. Zum anderen würde die Schmierpresse einräumen, dass sie nur Stimmung machen wollten, was wäre dann mit den nächten „Aktionen“( Verleumdungen) ?
Das Landhaus-Adlon-Treffen war am 25. November. Correctiv veröffentlichte am 10. Januar. Bereits im Januar kam es, insbesondere in Berlin und Postdam zu Demonstrationen, und unmittelbar darauffolgend bundesweit. In Potsdam waren nach extrem kurzfristiger Terminkoordination der Kanzler, die Aussenministerin und der Oberbürgermeister gemeinsam am Platz. Schon im Januar/Februar hatte man in Süddeutschland, und sonstwo, mittelständische Unternehmer vor der Kamera des ÖRR-TV die “ informiert “ waren und in die Kamera sagten, dass die Ausweisung von gut eingearbeiteten Mitarbeitern mit Migrationshintergund eine Katastrophe für ihr Unternehmen wäre. Die Kurzfristigkeit mit der der Promienten- und Massenprotest bundesweit – trotz Weihnachtspause von ca. Mitte… Mehr
Es ist politpsychologisch völlig “ wurscht“, was eine in diesem Fall funktionierende Rechtsprechung urteilt, unterstellt, die nächste , von “ uns“ bezahlte, Instanz bestätigt das Urteil. Den Tätern und ihren Helfern ist nur auf eine Art wirksam beizukommen. Sie lassen sich weder von Argumenten und Fakten, noch von Urteilen von ihrem Weg abbringen. Man kann Ideologen, Sektenvertreter und missionarisch tätige Abergläubige nur mit bestimmten Mitteln bekämpfen, leider sind es immer wieder solche, welche den “ Betroffenen“ sehr unangenehm sind, was die Täter wissen und zu nutzen pflegen. Ähnliches gilt auch für die Helfer bzw Jünger , ( materiellen )Nutzniesser und… Mehr
Manche Leute sehen im Spiegel ihr Gesicht, andere lange Nasen. Viele waschen ihre dreckige Wäsche in der Waschmaschine, einige brauchen dafür eine grosse.
Wenn ich mich recht erinnere, war es auch Tichys Einblick, der die angebliche „Hetzjagd“ auf Ausländer in Chemnitz 2018 als Fake News entlarvte.
Warum kommt eigentlich dieses überraschende Urteil, obwohl mittlerweile die Justiz der herrschenden Ideologie folgt? Man will die Sache vielleicht möglichst schnell klären und unter den Tisch kehren, ehe ganz andere Dinge herauskommen.
Denn die eigentliche Aktion der Bespitzelung des Treffens mit geheimdienstlichen Methoden (Richtmikrofon o.ä.) wurde in keiner Weise thematisiert. Es wurde nicht geprüft, ob hier gegen Gesetze verstoßen wurde. Auch kann man sich kaum vorstellen, dass die Journalisten von sich aus die nötige Ausrüstung zusammengestellt haben oder ob sie nicht doch vom Verfassungsschutz oder anderen Behörden dabei unterstützt wurden.
Unter Kollaps stelle ich mir , dass man diesem Medium die volle staatliche UNterstützung gestrichen hat , oder ist das passiert ?