Die Bundesregierung schaltet in den Hyper-Modus zur Verteidigung der grünen Günstlingswirtschaft. Zur Finanzierung werden Erben, Leistungsträger und Sparer herangezogen. Das Ende des ökosozialistischen Albtraums wird konvulsiv und chaotisch.
picture alliance/dpa/dpa-Pool | Michael Kappeler
Am Freitag einigte sich das Bundeskabinett auf die Einführung einer neuen E-Auto-Prämie. In den kommenden Jahren sollen durch diesen Kanal rund drei Milliarden Euro in die Subventionierung des blutleeren Marktsegments fließen – ein Kleckerbetrag, bedenkt man, mit welchen Summen die grüne Günstlingswirtschaft grosso modo künstlich am Leben gehalten wird. Doch es ist ein Signal.
Negative geneigte Lernkurve
Die Entscheidung reiht sich ein in die Liste politischer Fehlzündungen der vergangenen Monate – eine Liste, die mit der Einführung des subventionierten Industriestrompreises, der Förderung von Wärmepumpen und der Anschlussfinanzierung von Windkraftanlagen längst nicht abgeschlossen sein dürfte. Der Staat hat schlicht zu viel Geld in der Hand, um zur Aufgabe seines verschwenderischen und zerstörerischen Werks gezwungen zu werden.
Söder trat damit einmal mehr den Beweis an, dass auch seine persönliche Lernkurve in eine leicht negativ geneigte Gerade übergegangen zu sein scheint – eine Beobachtung, die für die europäische Politik im Allgemeinen Geltung hat.
Schuldenunion und Profi-Manipulatoren
Deutschlands E-Auto-Prämie steht pars pro toto für den europäischen Gesamtkontext. In nahezu allen Staaten der Europäischen Union explodieren die Staatsschulden. Die Bundesrepublik wird im kommenden Jahr mit einer Netto-Neuverschuldung gemessen am BIP von etwa 5,6 Prozent eine der Spitzenpositionen unter den Schuldenmachern einnehmen.
Ähnlich trübe sieht es derzeit in Frankreich und Großbritannien aus. Und selbst der einstige Musterschüler Finnland taumelt einer Gesamtverschuldung von 90 Prozent entgegen mit einem ähnlich hohen Defizit. Es ist nicht länger zu leugnen: Der alte Kontinent befindet sich in einer Schuldenspirale.
Schäuble und die Troika
Wie sich die Zeiten geändert haben. Der eine oder andere mag sich noch an die pathetisch inszenierten Reisen des ehemaligen Finanzministers Wolfgang Schäuble und der Troika erinnern, die mit maximaler medialer Wucht die Staatsschuldenkrise jener Jahre den Griechen in die Bilanz schrieben.
Der Bürger sollte nicht sehen, was heute immer deutlicher zutage tritt: Die EU ist zu einem Schuldenclub degeneriert, der versucht, seine ideologischen Großprojekte wie die grüne Transformation mit der Kreditpumpe umzusetzen, wobei die Kosten für diesen Wahnsinn über Steuern und Inflation auf die Bürger abgewälzt werden.
Es wird vor allem Erben, Vermögensbesitzern, Kleinunternehmern und den Leistungsträgern finanziell an den Kragen gehen. Die sozial aufgeheizte Debatte um die Erbschaftssteuer und die vorgeschobene Frage der Gerechtigkeit zeigen, dass die Politik längst mit dem Raub der gesparten und investierten wirtschaftlichen Substanz ihrer Bürger kalkuliert.
Inflation als versteckte Abgabe
Die Antwort auf die Dauerkrise wird unvermeidlich auf einen wachsenden Staatsapparat herauslaufen, ein schuldenfinanzierter Leviathan, der mit jeder ökonomischen Intervention an der Inflationsspirale dreht. Niemand darf sehen, wie schnell sich das Geld in diesem Umfeld entwertet. Die Seigniorage, den versteckten Gewinn, kassiert der größte Schuldner – und das ist der Staat.
Von der Leyen, Merz, Macron und Co. setzen bei der Errichtung eines ökosozialistischen Kontrollregimes konsequent auf diesen Effekt und hoffen, dass die Mehrheit der Wähler Eins und Eins nicht zu addieren und den Raubzug durch sanften Abgabendruck und gezielte Entwertung ihres Erparten zu hinterfragen beginnt.
Staat gegen wirtschaftliche Ratio
Der intellektuelle Niederbruch der Politik offenbart sich genau in diesem Moment des Schuldenfiaskos. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass keiner der politischen Repräsentanten jemals ein Buch zur Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts zur Hand genommen hätte. Hätten sie den Blick in die Geschichte Europas gewagt, wüssten sie, dass ihr Versuch, sich aus einer tiefen Produktivitätskrise mit kreditfinanzierter Staatsnachfrage herauszukatapultieren, zum Scheitern verurteilt ist.
Doch genau darauf baut alles auf: Das, was wir uns als Sozialstaat leisten, von Bildung über Transferleistungen bis hin zur großzügigen Migrationspolitik, setzt voraus, dass die deutsche Wirtschaft real um mindestens 2,5 Prozent im Jahr wächst. Die Stabilitätsillusion befindet sich im freien Fall, der Glaube der Bürger an den omnipotenten Staat schrumpft mit jedem Monat, in dem sich die Rezession hartnäckig festsetzt und das dringend erforderliche Wachstum ausbleibt.
Die 90-Prozent-Demarkierung
Wer erklärt den Bürgern in der Zukunft, dass die pathetisch vorgetragene Klimaerzählung ausschließlich dem Zweck diente, ein neues sozialistisches Regime anstelle des bisherigen Rahmenwerks einer Sozialen Marktwirtschaft zu errichten? Wer wird ihnen darlegen, dass Maßnahmen zur Kontrolle digitaler Kommunikationsplattformen und ihrer privaten Kommunikation ausschließlich die Kritik an diesem zivilisatorischen Bruch ersticken sollten?
Merz und sein Finanzminister Lars Klingbeil führen Deutschland nun nach einer Neuverschuldung im laufenden Jahr von 4,2 Prozent und im kommenden Jahr von 5,6 Prozent auf die kritische Marke von 90 Prozent Staatsverschuldung zu, die das Land voraussichtlich im Jahr 2030 durchstoßen dürfte.
Die 90-Prozent-Verschuldungsgrenze gilt seit einer bahnbrechenden Studie der Ökonomen Carmen Reinhardt und Kenneth Rogoff aus dem Jahr 2013 als eine Art ökonomischer Kipppunkt. Oberhalb der Demarkierung betreibt der öffentliche Sektor eine immer aggressivere, parasitäre Politik, die zu einem Crowding-Out privatwirtschaftlicher Investitionen führt.
Kurz gesagt: Der Staat nimmt für Schuldendienst, Bürokratie und seinen zunehmenden Interventionismus wachsende Anteile des produktiven Sektors für sich in Anspruch und verdrängt damit Wachstumspotenziale und Wohlstand seiner Bürger.
Kritik folgte der Staatslogik
Wie zu erwarten, geriet diese Betrachtung von Beginn an unter schweren Beschuss keynesianischer Ökonomen und staatlicher Medien. Sie fiel in eine Zeit, in der nach den großen Schuldenkrisen von 2008 und 2009 längst klar war, dass die Politik zur Heilung des systemischen Schadens die Gelegenheit beim Schopfe ergriff und die Dosis der verheerenden Medizin der Staatswirtschaft erhöhte.
Eine paradigmatische Korrektur, die Rückkehr zur Marktwirtschaft, gehört damit (vorläufig) zur Geschichte.
Denn keine Ordnung begrenzt politische Macht wirksamer als der freie Markt. Das weiß man in Brüssel, Berlin, Paris und London nur zu genau, weshalb seine Apologeten systematisch ridikülisiert werden.
Und so müssen wir nahezu ohnmächtig mit ansehen, wie libertäre Politiker wie Argentiniens Javier Milei oder die Deregulierungspolitik Donald Trumps in den staatsaffinen Medien reflexhaft diffamiert, verzerrt und herabgewürdigt werden.
Warten auf den Schock
Das Ende der Machbarkeitsillusion und des ökosozialistischen Steuerungssystems kommt in dem Moment, in dem der erste Dominostein der Schuldenkette zu Fall kommt. Wir können nicht genau sagen, wann das der Fall ist. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Frankreich, dieser nicht mehr reformierbare, etatistische Moloch, als erster die rote Karte vom Anleihenmarkt gezeigt bekommt, steigt mit jedem Tag seiner politischen Blockade.
Eine französische Staatspleite könnte auch die Europäische Zentralbank mit massiven Interventionen nicht mehr entscheidend bremsen. Es käme zu einem simultanen Abverkauf europäischer Staatsanleihen, der die Gemeinschaftswährung buchstäblich in Rauch aufgehen ließe.
Friedrich Merz, Lars Klingbeil und Ursula von der Leyen werden dann wahlweise Donald Trump oder Wladimir Putin, möglicherweise aber auch den Chinesen, den Schwarzen Peter zuschieben. Mit den Trümmern dieses neuen sozialistischen Experiments werden sich die Bürger herumschlagen. Sie werden im Zuge der politisch initiierten Migrationskrise in – nennen wir es – heterogenen sozialen Spannungsfeldern, um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen.
Viele werden sich die Frage stellen, ob es das wert war, ihre persönliche Freiheit, Prosperität und die politische Stabilität einem Klimagott zu opfern, der sich als reines politisches Machtkonstrukt, als eine zerstörerische Erzählung entlarvt.
Am Ende der Illusion wartet die Armutsfalle.






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Haben die Überlebenden des Nazi-Regimes eingesehen, was sie angestellt haben? Nein, nur sehr wenige. Wo und wen auch immer außerhalb der Familie – außer einer Medizinerin in den 70er-Jahren – ich in den 60er-Jahren als Kind, dann später als Jugendlicher fragte, erhielt ich wütende Antworten, oder sie wandten sich ab. Im Sportunterricht hieß es bis zur Oberstufe: Augen geradeaus …! Nein, nur die Allerwenigsten sahen ihr Versagen, nicht „Nein“ gesagt zu haben zur rechten Zeit, ein. Und heute denken die wenigsten nach, was hier abläuft und wohin das führt. Sie schimpfen ein wenig, aber sie glauben nicht daran, dass sie… Mehr
Ha!
Das kann ich über:
In den Mauern des Landgerichtes Halle, das den Herrn Höcke für den „bademantelrelevanten“ (tolle Wortschöpfung!) Ausspruch für Deutschland verurteilt hat, genau da steht das auch in die Außenwand eingraviert.
https://www.mz.de/lokal/halle-saale/wegen-hoecke-prozess-in-halle-er-stand-auch-am-kz-aufregung-um-schriftzug-am-landgericht-am-hansering-3831996
Also gar nicht ausschließlich so dröge der Spruch.
Es hängt immer noch davon ab, wer ihn bitteschön ausspricht.
Wie sagt man,
Karma is a bitch!
Die Frage ist nur, warum in der Schuldenunion EU Deutschland dafür zuständig sein soll den Euro zu retten, während andere Länder lustig Schulden machen. Die Richtlinien, welche verhindern sollten, dass ein Land auf Kosten anderer Schulden machen kann wurden immer weiter aufgeweicht, warum soll nun die politische Kaste eines EU-Landes verantwortungsvoll handeln, nur um dann als die Dummen dazustehen die sich von anderen ausnutzen lassen? Auch Deutschland konnte nur so lange an einem stabilen Euro interessiert sein, so lange es eine funktionierende Industrie hatte. Nachdem die nun nachhaltig zerstört wurde kann man nun auch den Euro verramschen. Tatsächlich ist sogar… Mehr
„Am Ende der Illusion wartet die Armutsfalle.“
… und ggf. der Bürgerkrieg, der den Ökosozialisten, per Notverordnungen und Aussetzung freier Wahlen, unbegrenzte Macht verschafft.
Es dauert immer etwas bis der vom bösen Kapitalismus erwirtschaftete Wohlstand durch den Sozialismus komplett ruiniert ist.
Die Prämie wird garnichts bringen, weil die meisten auf Hybrid-Leasing abfahren, bis die Sachlage entgültig geklärt ist und damit bleibt der Verleiher, sprich Hersteller auf seinen Fahrzeugen sitzen und kann sie am Ende an die arme Welt verschenken und das alles entspricht vernichtender Sozialistenart, weil die unfähig sind geradeaus zu denken und sich jetzt schon zum Verlierer machen und der Kunde aus dem Obligo ist, wenn er es nicht käuflich erwirbt und somit auf Dauer unfinanzierbar wird, wenn die Resterampe dabei überfordert ist.
Im D.-schland litten wir die letzten Jahre unter sog. „Öko-Sozialismus“ ?
Würde sagen, manch Autoren hier besitzen ein zu klares Feindbild.
Guten Morgen & Gute Woche,
TSR
Ich weiß auch nie, in welcher Blase die Leute leben. Wir sind immer noch massiv langsamer und zögerlicher im Klimaschutz als notwendig ist und das ist schon Ökosozialismus… naja, immerhin macht China jetzt Tempo, zwar unter Zerstörung unserer Industrie und Wohlstandes, aber wir möchten ja lieber wieder auf Technik aus dem 20. Jahrhundert setzen…
Nein, moderne Kernkraftwerke wären prima. Stattdessen sitze ich hier im verspargelten Hunsrück und beim Reisen durchs Land darf ich große Solarfelder bewundern. Die dann, wenn man es braucht, keinen Strom bringen und bei Hellbrise das Stromnetz gefährden.
Ja, schade, dass die Energiekonzerne und deren Aktionäre jetzt nicht mehr die Kohle verdienen, sondern die Landwirte und Gemeinden vor Ort.
Nein, „wir“ möchten lieber auf völlig überholte Technik aus dem 19, Jahrhundert setzen.
Deswegen wird diese uralte, mehrfach als ungeeignet nachgewiesene Technik, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch die wesentlich bessere Verbrennertechnologie abgelöst wurde, ja jetzt wieder subventioniert, weil sie aus sich selbst nie lebensfähig war, nicht ist und nie sein wird.
Es stellt sich für aufmerkdame Beobachter dieses repressionistischen Schmierentheaters längst nicht mehr die Frage ob, sondern wann dieses staatlich und parteipolitische Konkursverschleppungskonstrukt zur Machterhaltung zum Zwecke des finalen Verteilens des Wohlstandes aller an wenige Mitesser und Nassauer und letztlich in die Taschen der Feudalherren ein Ende findet.
„dass die Politik längst mit dem Raub der gesparten und investierten wirtschaftlichen Substanz ihrer Bürger kalkuliert.“ Warum sollten sie nach dem Raub der russischen Auslandsvermögen Skrupel vor der Aneignung der Gelder ihrer Untertanen im Lande haben? Paßt zu den früheren „Eigenheiten“, die dem Adel die „Lehens-Skalverei“ und das Recht „des 1. Mals“ in der Hochzeitsnacht zusprachen. Wer in dem Glauben lebte, Deutschland habe sich inzwischen weiterentwickelt, war wohl nix.
Erstaunlich viel Gelassenheit in den Kommentaren, dabei wäre es doch an der Zeit zu fragen, wo wird der Berliner Nachfolger der „16 Rue de la Croix Faubin“ stehen, oder?
Ich musste es nachsehen, was den in der Rue den la Croix Faubin stand. Das Fallbeil .
Das letzte deutsche steht im Strafrechtsmuseum in Ludwigsburg. Zuletzt verwendet 1946.