Relotius Abschlussbericht des Spiegel: Suizid oder Selbstgeißelung?

Der Spiegel präsentiert nach Monaten seinen Abschlussbericht einer hausinternen Wahrheitskommission. Darin finden sich weitere Autoren, denen „Verfälschungen“ vorgeworfen werden: Darunter die Edelfedern Alexander Smoltczyk und Dirk Kurbjuweit.

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Ergänzte Fassung: (25.5. 2019, 15.20) Auf der Straße ist längst eindrucksvoll belegt, dass der Spiegel-Skandal um den Schummelautor Relotius für die Menschen eine noch viel größere Dimension hat als jener um die Hitlertagebücher, die den Stern so nachhaltig beschädigt haben. Dann nämlich, wenn der Name Relotius zum dauerhaften Synonym geworden ist für journalistische Betrügereien, für die Erzeugung von Fake-News nicht nur aus Eitelkeit oder Geldquelle, sondern auch bewusst ideologisch eingesetzt, um dem politischen Gegner zu schaden.

Jetzt, mehr als fünf Monate nach der Selbstanzeige des Spiegel, damals, als möglicherweise schon die Gefahr bestand, dass der Skandal von außen publik gemacht werden könnte, folgt in der aktuellen Ausgabe ab Seite 130 ein Schlussbericht über mehr als ein dutzend Seiten: „Der Fall Relotius – Abschlussbericht der Aufklärungskommission“.

Ein Dokumentar verließ das Haus, ebenso wie zwei ehemalige Vorgesetze von Relotius abgetreten sind, der eine als Ressortleiter, der andere als Chefredakteur. Bauernopfer? Der Spiegel gesteht jedenfalls einen gewaltigen Imageschaden ein, der nicht nur den Spiegel selbst, sondern den „Qualitätsjournalismus“ insgesamt betreffen soll.

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Im Wortlaut heißt es da: „Wir haben dem Qualitätsjournalismus in Deutschland mit dem Fall Relotius einen gewaltigen Imageschaden zugefügt, das ist uns bewusst.“ Das allerdings ist schon deshalb skurril, weil es einen hohen qualitativen Zustand der Medien vor dem Fall Relotius behauptet. Und wer den Begriff „Imageschaden“ verwendet, der sagt doch im Grunde genommen: Eigentlich alles OK, aber ein falscher Eindruck ist entstanden.

Der linksliberale Blogger Stefan Niggemeier, der einst selbst etwas länger als ein Jahr seinen Teil zum „Qualitätsjournalismus“ beigetragen hat, fasst es auf Twitter nach Lektüre des Abschlussberichtes folgendermaßen zusammen:

Über den Fall Relotius hinaus spricht der Spiegel noch von weiteren Betrügereien, die strenggenommen keine seien, sondern nur „unsauber gearbeitet“. Hier allerdings hat die intern zusammengestellte Aufklärungsmission ein System der Schlamperei entdeckt, das verharmlosend so erzählt wird:

Es wurde „nicht betrogen, aber unsauber gearbeitet (…): indem Geschichten durch eine sehr großzügige Auslegung von Abläufen oder Fakten eine künstliche Dramaturgie eingepflanzt wurde. Dergleichen war bis zuletzt auch in anderen Redaktionen durchaus üblich, macht die Masche aber nicht legitimer – und wird bei uns nicht länger toleriert.“ Gemeint sind hier auch führende Journalisten des Hauses, die sich beteiligt haben, wie im Weiteren noch zu erzählen ist.

Eine Erklärung, die keine ist
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Das muss man sich vorstellen: Da wird verharmlost und gleichzeitig werden Mitbewerber auf Verdacht gleich mit in das sinkende Boot gezerrt. Bedenkt man dabei allerdings, wie großspurig die Kollegen von Relotius immer noch auftreten, wenn beispielsweise Melanie Amann schon kurz nach dem Fall Strache mit dem Finger auf die angeblich zu schweigsamen alternativen Medien zeigt, dann darf man, was seit dem Fall Relotius im Spiegel vorgeht, einen Tanz auf dem Vulkan nennen oder so was wie Relotiusprosa: einen letzten wilden Walzer im sturmreif geschossenen Bunker vor dem Untergang.

„Wir überarbeiten unsere Recherche-, Dokumentations- und Erzählstandards.“ verspricht der Spiegel. Aber was soll das bitte bringen, wenn doch das Personal das Gleiche geblieben ist? Wenn diese Form des Journalismus seine Qualität doch weiterhin zuerst aus der richtigen Haltung bezieht und nicht aus dem Wert der Nachricht an sich oder etwa der verlorenen gegangenen Maxime des Blattes: „Sagen, was ist“?

Geschäftsführer und Chefredakteur haben da eine Idee: Sie wollen den Fall Relotius als heilsamen Schock verkaufen, der das Blatt besser machen kann. Ach Gott, das ist nun fast halbseiden. Ja, lesen die beiden denn ihr eigenes Magazin nicht mehr? Haben sie sich etwa gleich als erste enttäuscht abgewandt? Was hat sich konkret ein dutzend Ausgaben nach Relotius zum Positiven hin verändert?

Am Rande interessant, dass Relotius zunächst über Jahre freiberuflich für den Spiegel arbeitete und sich erst 2017 eine festen Platz verdienen konnte. Wir wissen heute, auf welche Weise. Wäre er als ehrliche Haut mit einem ausgewiesenen Berufsethos heute immer noch freischaffend für den Spiegel tätig oder längst gar nicht mehr?

„Im Nachhinein geben allerdings Dirk Kurbjuweit und Klaus Brinkbäumer an,
bei einzelnen Texten leise Zweifel gehabt zu haben.“ Ach herrje, das sind so neue Spiegelsätze, von denselben Spiegelleuten, die auf eine Weise Sarkasmus erbetteln, dass man sie still an sich vorüberziehen lassen sollte.

Auch ein Spiegel-Märchen
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Spannend an dieser nun vorliegenden internen Aufarbeitung ist vor allem der Versuch des Blattes, ihren Claas Relotius als eine moderne Version des Hauptmanns von Köpenick darzustellen, wenn seitenweise berichtet wird, wie sich der charmante und freundliche Kollege in eigener Sache durch die Ressorts geschleimt hat, von der Dokumentation bis zur Leserbrief-Redaktion. Sätze dieser sogenannten Aufarbeitung beginnen so: „Die Kommission ist …“, fast so, als wären da wie seit Jahren bei Schummel-Volkswagen unabhängige Überwacher am Werke, ausgestattet mit den höchsten Kompetenzen.

Immerhin befindet die Spiegel-Kommission, dass es neben uneindeutigen Warnhinweisen im Vorfeld eine Reihe von „Deutliche(n) Warnungen“ gegeben hätte, drei Stück an der Zahl, die jede für sich den Betrüger zu Fall hätten bringen müssen, wenn … ja, wenn was eigentlich? Wenn überhaupt jemand bis in die höchsten Etagen bereit dazu gewesen wäre, was nicht der Fall war? Schlimmer: Trotz mittlerweile massivster Zweifel wurde dem als Betrüger verdächtigten Kollegen noch die Ehre zuteil, u.a. eine Titelgeschichte veröffentlichen zu dürfen.

In diesem als Abschlussbericht tituliertem 17-Seitenwerk ist wiederum über Seiten eine Chronologie der Ereignisse eingewoben, die bereits in der Vergangenheit breit auserzählt ist, hier aber aus dramaturgischen Gründen erneut eingefügt wurde – ebenso könnte man, so man Katholik wäre, versuchen, bei der Beichte zu punkten, in dem man seine Sünden in Reimform vorträgt.

Schuld sind immer die anderen
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Die „Kommission fasst zusammen, was Schuld war am Desaster: die Stilform der Reportage ebenso, wie die besondere Konstruktion des Ressorts beim Spiegel aber auch ein Versagen der Dokumentation und der interne „Umgang mit Fehlern“. Der Bericht zeigt, dass mindestens an diesem letzten Punkt weiterhin massiver Nachbesserungsbedarf beim Spiegel besteht. Und wenn es um die Reportage geht, wagt sich der Spiegel sogar soweit vor, den Fehler bei den Dozenten der Journalistenschulen zu suchen, die hätte „Reportage“ eben so erklärt: „ Ist Schwindeln und Erfinden erlaubt? – die Frage sei von Dozenten keineswegs klar und kurz mit „Nein“ beantwortet worden.“

Der Spiegel will jetzt verstanden haben, dass die Welt Wahrhaftigkeit brauche. Die Zeit, in der man Menschen packen, anrühren und emotional abholen wollte, sei vergangen. Der Thesenjournalismus hätte viel verbrannte Erde hinterlassen. Aber wer hat da zuvor gewohnt in diesem verspiegelten Pommerland? Wie viele Geschichten solcher Spiegel-Thesenjournalisten wie Georg Diez einer war, haben eigentlich Journalisten und Blogger der alternativen Medien diffamiert, denunziert und diskreditiert? Georg Diez ist heute nicht mehr beim Spiegel. Aber warum musste er gehen? Auch dazu gibt es bisher keine weiteren Informationen.

Reporterpreis mit vernebeltem Blick
Die Spiegel-Affäre: Ist der Reporter Claas Relotius nur Bauernopfer?
Weiter geht es beispielsweise mit dem speziellen Ressort, für das Relotius tätig war. Das muss, wenn man den Spiegel richtig liest, so etwas wie ein Irrenhaus im Irrenhaus gewesen sein, wenn es da tatsächlich heißt, seit zehn Jahren schon hätten sich „verschiedene Chefredaktionen“ daran versucht, diese „Struktur zu ändern.“ Passiert ist indes nichts. Das ist alles so katholisch, dass man sich fragt, warum beispielsweise Matthias Matussek den Laden jemals verlassen hat. Aber das alles muss selbst dem Erzkatholiken zu katholisch gewesen sein, zu sehr Vatikan, zu viele Zimmer und zu viel schmutzige Wichtigkeit unter den oberflächlich glitzernden Talaren (Red.: Relotius-Prosa).

Auch die Zusammenarbeit der Redaktionen mit der Dokumentation muss beim Spiegel phasenweise eine Katastrophe gewesen sein, wenn ein Dokumentar der Kommission berichtet, »dass „nicht selten“ kurz vor Druck Fakten vom Dokumentar so hingebogen werden sollen, dass ein Text „gerade eben nicht mehr falsch ist“, um eine These zu retten, die in einer Konferenz vorgestellt wurde.«

Wahrhaftig bzw. unbestritten wahr ist beim Spiegel also tatsächlich nur, was an Vorurteilen über die schlampige Arbeit kursiert, wenn diese nur ein Ziel haben soll: Die schwiemelige linke Ideologie des Hause ins Blatt zu peitschen.

Und es bleibt religiös, wenn im Bericht Sätze folgen, die klingen wie Peitschenhiebe bei einer mittelalterlichen Selbstgeißelung (Relotius-Sound) wie dieser hier:

„Zunächst die gute Nachricht: Die Kommission hat beim Spiegel keinen weiteren Claas Relotius gefunden. Das bedeutet aber leider nicht, dass es keine anderen Fälschungen gab.“

Aua. Und ein anhaltendes Aua, wenn es da weiter heißt, die Kommission hätte „bislang“ keine weiteren Fälle gefunden, weil man aber auch nicht wirklich nach solchen gesucht hätte. Man hätte sich „vorrangig“ um Relotius gekümmert. Aber doch, da gäbe es Hinweise zu Texten aus den Fünfzigerjahren, denen noch nachgegangen werde. Ja, das Blatt hat hier die Lacher ganz auf seiner Seite.

Zur Wahrheit bitte
Versuchte Abschaffung der Wirklichkeit: Reschke, Relotius, Menasse
Aber es kommt noch viel dicker und wird haariger, wenn die Kommission berichtet, sie hätte im Lauf der vergangenen Monate etliche Hinweise erhalten (von außen und aus dem Kollegenkreis), dass manche Spiegel-Kollegen in ihren Texten nicht immer journalistisch korrekt arbeiten. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um Fälschungen, sondern in der Regel um „Verfälschungen“. Mal davon abgesehen, dass man hier mal ausnahmsweise jedes Wort glaubt, scheint also nun beim Spiegel auch eine Kollegendenunziationsmaschine angeworfen worden zu sein, es ist haarsträubend.

„Die Kommission hat bei ihren vielen Gesprächen mit Redakteuren, Dokumentaren und Justiziaren den Eindruck gewonnen, dass es sich hier nicht nur um gelegentliche Ausreißer handelt, sondern zum Teil um unterschiedliche Auffassungen davon, was in einem journalistischen Text noch zulässig ist und was nicht.“

Aber klar, die Kommission stellt ausdrücklich fest, dass das kein reines Spiegel-Problem wäre, andere Redaktionen würden es ebenso machen. Behauptet man einfach mal, aber man nennt keine Namen. Aus dem Lügenspiegel macht der Spiegel also zur Selbstverteidigung die Lügenpresse.

Aber was ist das nun für eine desaströse Verteidigungsstrategie? Unter den so als eine Art halber Relotius Vorgeführten ist beispielsweise ein Text der Spiegeledelfeder Alexander Smoltczyk, und ja sogar noch einer von Dirk Kurbjuweit selbst. Vor der Denunziation also planmäßig nur eine angedeutete Selbstzerfleischung? Aber die beiden sind nicht alleine, auch folgende Damen und Herren erwischt es im Bericht in der Rubrik „Verfälschungen“: „Melanie Amann, Laura Backes, Tobias Becker, Fiona Ehlers, Markus Feldenkirchen, Moritz Gerlach, Ann-Katrin Müller, Tobias Rapp, Katja Thimm und Claudia Voigt“ stehen als Autoren unter dem Bericht. Es ist die Masche, die der SPIEGEL perfektioniert hat: Das Zusammenschreiben von Beiträgen durch eine Vielzahl von Autoren. Umso schwerer wird es, Verfälschungen zu entdecken und zuzuweisen – das schreiberische Kollektiv verdeckt die Verantwortlichkeit.

Präzisierung der Vorwürfe durch den SPIEGEL

Nach Veröffentlichung bittet die Leitung der Abteilung „Kommunikation und Marketing beim Spiegel“   TE  um eine „unverzügliche Klarstellung“, dass von dem Autoren-Kollektiv ausschließlich die Autorin Fiona Ehlers im Artikel verfälscht hätte und nicht die anderen  Autoren. „Wir bitten Sie um entsprechende unverzügliche Klarstellung, wir müssten sonst zum Schutz der betreffenden Kollegen formal Unterlassungs- und Richtigstellungsansprüche geltend machen.“

Dem so energisch vorgetragenen Wunsch und der mitgelieferten Präzisierung kommen wir gerne nach: Tatsächlich kommen die Namen nicht im Abschlussbericht der Wahrheitskommission vor, ebenso wenig, wie die Spiegel-Autoren von drei weiteren von der Kommission als „verfälscht“ deklarierten Artikel genannt werden. DER SPIEGEL benennt die Artikel, aber nicht die Autoren.

Drei der verfälschten Artikel wurden von Einzelautoren geschrieben, einer von der genannten Autorengruppe. Wir haben in einem Folgebericht bereits die verfälschten Artikel den Verfälschern beim Spiegel ordentlich zugeordnet  :

Verfälscht wurde im Spiegel 43/2012 der Artikel „ Asadullahs Spiel“ https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-89234392.html
Autor: Guido Mingels

Verfälscht wurde im Spiegel 27/2014 der Artikel „Ich bin Tatunca. Punkt“ https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-127862088.html
Autor: Alexander Smoltczyk

Verfälscht wurde im Spiegel 29/2017 der Artikel „Lasst es krachen“ https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-152163672.html
Autoren: Melanie Amann, Laura Backes, Tobias Becker, Fiona Ehlers, Markus Feldenkirchen, Moritz Gerlach, Ann-Katrin Müller, Tobias Rapp, Katja Thimm und Claudia Voigt

Verfälscht wurde im Spiegel 42/2004 der Artikel „Schlangen und Gespenster“ https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-32428341.html
Autor: Dirk Kurbjuweit

Es braucht hier allerdings nur einen Recherche-Klick, um die Autoren den genannten Artikeln zuzuordnen. So bittet uns die Leitung der Kommunikation und Marketing des Spiegels auch gar nicht darum, nicht mehr zu behaupten, dass Guido Mingels, Alexander Smoltczyk oder Dirk Kurbjuweit Verfälscher wären. Sie sind hiermit zumindest indirekt als Verfälscher bestätigt.

Der Spiegel bittet um Richtigstellung nur an der Stelle, wo zehn Autoren an einem Artikel geschrieben haben. Nun also aus dem Hause Spiegel die Zusatzinformation an TE, das ausschließlich die Autorin Fiona Ehlers im Artikel verfälscht hätte und eben nicht die anderen neun Autoren. Warum nun allerdings im Abschlussbericht die Rede von „der Autor“ ist, müsste die Wahrheitskommission noch klären, die es so aufgeschrieben hatte. Weiterhin möchten wir aber darauf hinweisen, dass die Artikel der Spiegelautoren Guido Mingels, Alexander Smoltczyk und Dirk Kurbjuweit laut Abschlussbericht der Wahrheitskommission verfälscht sind. Ebenso ein Artikel, der von zehn Autoren geschrieben wurde, dessen verfälschte Teile aber laut Spiegel nur aus der Feder von „der Autor“ Fiona Ehlers stammen. Doch ist diese Aussonderung von Fiona Ehlers wirklich fair? Immerhin paßte ihr verfälschter Teil-Beitrag perfekt in das Gesamtbild des Beitrags, war eine wesentliche Bestätigung der Grundthese. Wer trägt nun die Verantwortung für dieses Gesamtbild? Einer der Autoren oder die Chefredaktion? Auf die vermeintliche Klarstellung folgen weitere Fragen.

Nun sind vier Artikel nicht nur vier verfälschte Artikel. Die Genannten wurden von der Wahrheitskommission nur exemplarisch ausgewählt, wenn es da weiter heißt:

„Die Kommission hat bei ihren vielen Gesprächen mit Redakteuren, Dokumentaren und Justiziaren den Eindruck gewonnen, dass es sich hier nicht nur um gelegentliche Ausreißer handelt …“

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Kommentare ( 86 )

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86 Kommentare auf "Relotius Abschlussbericht des Spiegel: Suizid oder Selbstgeißelung?"

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@SPON: Tja, lieber Spiegel -knapp 20 Jahre lang hatte ich Dich wöchentlich gelesen. Aber nach der Ära Augstein bist Du mir ins Märchenlager abgedriftet, hast das „sagen, was ist“ gegen eine „schreiben, was gern sein soll“ und ein „verschweigen, was ist“ ersetzt. Und das war’s dann mit uns beiden.. -Die Essenz des Falles Relotius habt Ihr bis heute augenscheinlich immer noch nicht verstanden: Ihr wurdet betrogen, weil Ihr betrogen werden _wolltet_! Wenn eine Geschichte zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist sie eben genau das: nicht wahr. Wer journalistischen Grundsätzen verhaftet wäre, würde dies objektiv überprüfen; wer aber… Mehr

Besonders der untere Teil des Artikels gefällt mir. Da kann ich Herrn Wallasch nur zurufen: „You made my day!“

Jetzt, wo beim Spiegel alle geläutert sind und gebeichtet haben wäre es doch nur logisch, nicht nur weiterzumachen wie bisher sondern auch den Kollegen Relotius wieder an Bord zu holen – oder? Die todessehnsüchtige SPD macht vor, wie’s geht. Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich die unten verlinkte Meldung las. Realität schlägt Phantasie wieder mal um Längen:
https://www.focus.de/politik/deutschland/er-hat-nichts-mehr-zu-verlieren-spd-vorstandswahl-saegt-ein-alter-bekannter-an-andrea-nahles-stuhl_id_10761453.html

So so, Spiegel liest TE, ist Hopfen und Malz wohl doch noch nicht restlos verloren. Oder schaun die sich schon, ähnlich wie Gabriel, zwecks Anschlussverwertung um.
YOU ARE NOT WELCOME, keep your fairy tales in Hamburg ! 😀

Das muss hart für die Spiegel-Leute sein, die ehemaligen Leser hier in den Kommentarspalten wiederzufinden.
Hallo Spiegel, wir sind nicht weg, wir sind nur woanders!

Anscheinend flüchten immer mehr vor medialer Armut, Wanderunswillige der besonderen Art. Abwarten ob’s hierzu auch bald einen Rechtsanspruch auf Asyl geben könnte 🙂

Ein Abo reicht völlig aus, da brauchen wir kein Asylrecht.
Und nochmal: Hallo Spiegel. Ich bin hier nicht nur Abonnent, ich habe auch Geld gespendet für den Prozess, den Herr Tichy gegen dieses ominöse Netzwerk führen muss. So fanatisch habe ich auch mal den Spiegel gelesen.

Nach dreimaligem Lesen dieses Artikels und dem Aufruf der Erinnerungen an die eigene Zeit als Spiegel-Leser (Beginn: Schleyer-Entführung – da war ich noch Kind – Ende Printausgabe 2008, endgültiges Ende Spiegelonline 2011 mit Fukushima) komme ich zu folgendem Ergebnis: Wenn die etwas ändern, können sie das Blatt einstellen. Der Spiegel, den ich kannte, lebte von drei Stärken. Stärke 1: Aktualität In den 80ern arbeiteten ARD und ZDF in der Woche auf, was montags im Spiegel gestanden hatte. Der Lustgewinn des Spiegel-Lesers lag darin, anderen seinen Informationsvorsprung mit präsenter, jedoch unaufdringlicher Lässigkeit vorzuführen. Vergleichbar wäre folgende Situation: Eine Gruppe schaut zusammen… Mehr

Was ist denn unverständiger Gebrauch von Adjektiven?
Nur weil Hemingway jedes Adjektiv erschießen wollte… Es ist eine Frage der Mode. Zur Jahrhundertwende war guter Stil blumig, ab den Zwanzigern kurz und knapp. Ich mag beides.

Es geht um ihren sinnvollen Gebrauch, Monsieur de Tocqueville. Stellen wir uns vor, ich würde schreiben: „Der hochbetagte Wolf Schneider ist der Nestor der deutschen Journalisten.“ Das Adjektiv „deutschen“ ist richtig, weil Schneiders Wirkungskreis sich auf Deutschland beschränkt hat. Doch was ist mit „hochbetagt“? Schneider ist 94, also ist er hochbetagt. Die Verwendung wirkt zunächst sinnvoll. Andererseits drückt „Nestor“ das Greisenalter bereits aus. Vermutlich hätte Schneider einem Schüler in der Journalistenschule das Adjektiv um die Ohren gehauen: „Ein Nestor ist immer hochbetagt! Keine Tautologien bilden, junger Mann!“ Aber: Weil ein Großteil der jungen Leser weder die Ilias noch die Odyssee… Mehr

So ähnlich wollte ich das Hauptargument auch gerade zu Protokoll geben. Den einen (kleineren?) Teil der Leser, die sich die von Ihnen beschriebenen Qualitätsanforderungen wünschen, haben SZ und Spiegel doch längst verloren. Selbst wenn es gelänge, das Ruder wieder herum zu reißen (so in Richtung früherer Newsweek; aber mit diesem Personal?), würden diese Publikation auch noch den größeren Teil der Leserschaft verlieren. Für Journalismus, der vorgekaute Meinungen fabriziert für Leser, die sich nie fragen: Stimmt das überhaupt? wird es m. E. immer einen Markt geben.

Richtig. Deshalb sind wir ja auch hier. Hier bekommt man ein von Holger Douglas geführtes Interview mit Horst-Joachim Lüdecke mit dem Titel „Von Treibhäusern und Decarbonisierung“ – nicht bei der SZ und auch nicht beim SPIEGEL. Deshalb sind wir hier und werden auch so schnell nicht mehr gehen.

Kaum spricht man vom Meister, macht man aus Ehrfurcht Fehler. Es muss natürlich heißen: „Die Sprache eines Karl Kraus ist wie ein Schuh, der so groß ist, dass jeder mühelos hineinschlüpfen k a n n, mit dem ob seiner Größe aber kaum jemand zu laufen vermag.“

Für alle diejenigen, die das Spieglein nicht mehr lesen oder nicht verstehen, warum man ihn noch liest. Den letzten richtig guten Spiegel-Artikel las ich in 2014 zu hundert Jahren 1. Weltkrieg inklusive geo-politischer Vergleich zu heute. Das war nochmal wie früher, als sie nicht gestorben sind und heute noch leben. Aber mal ganz im Ernst und Hand auf’s Herz, werte Tichys-Leser….. Spieglein lesen ist die einfachste Art der Feindaufklärung und ohne Aufklärung geht man schlecht ins verbale Gefecht.

Viel hat der Spiegel wohl nicht gelernt. In the sog. Strache-Ibiza-Affaire sind die Herrschaften wohl auf ein paar kriminelle Figuren der Wiener Halbwelt reingefallen: einen halbseidenen Anwalt , einen wg. Drogenhandels vorbestraften „Detektiv“ und eine „Oligarchentocher-Dartstellerin“ aus dem Wiener Escort Milieu. Na toll- Spiegel – und das wird dann als hochwichtige Enthuellungen zur „Stuetzung der Demokratie“ in Europe kurz vor den Europawahlen verpackt und die gesamte Schwarz-links-gruene Politklasse der Republik benutzt diesen Schrott zur Hetze gegen die AfD. Zum Erbrechen !
Die krassen Hintergruende dieses Schmierentheaters sind hier zu finden :
http://www.eu-infothek.com/ibiza-connection-detektiv-war-2014-2015-in-grosse-industrie-spionage-affaere-verwickelt/

Na ja, die Oligarchentochterdarstellerin wird inzwischen scheinbar von ihrem „Vater“ gejagt…😁👍

Werner Hank von det FAZ war Mitglied der Jury, welche Relotius mehrere Preise verliehen hat.

Hab den Spiegel seit 25 Jahren abbestellt und das war gut so

Wenn „Ungenauigkeiten“ und „unsauberes Arbeiten“ immer nur in eine Richtung laufen, dann ist das kein Zufall sondern Vorsatz.

„Ja wir haben Fake-News produziert“ (..und tun es immer noch). Das hätte gereicht und wäre die Wahrheit gewesen.