Bei Illner: Masken? Sind aus. Tests: Hamwa nicht.

Anscheinend zeigt die Zahl der an Corona interessierten Zuschauer ein exponentielles Wachstum, deshalb spielt auch Maybrit Illner immer wieder dieselben Platten ab.

Screenpriint: ZDF/maybrit illner

Doktor Helge Braun gehört offensichtlich zu den Spezialisten seiner Zunft – er ist Anästhesist – die einen auch ohne jedes Hilfsmittel (Propofol) ganz langsam in den Schlaf versetzen können. Wie aus weiter Ferne hörten wir noch den gleichmäßigen Klang seiner Stimme „Wenn das Virus erst mal im Altenpflegeheim ist, dann wird’s gefährlich“… „Beruhigung des öffentlichen Lebens um Risikogruppen zu schützen“…“differenzierte Betrachtungsweise“… „Ideenwettbewerb“… „Industrie arbeitet mit Hochdruck und auch langfristig“…

Wenn jetzt noch Peter Altmaier seine Plattitüden-Sammlung in seinem ranschmeißerischen Kumpelton verbreitet hätte, wäre diese Illner-Sendung zweifellos die härteste der letzten Jahre gewesen. Aber auch ohne Altmaier war es schlimm genug. Es ist ja nicht die Schuld der Virologin Professor Melanie Brinkmann (nicht Schwarzwald, sondern Braunschweig), dass es definitiv nichts Neues gibt. Tests fehlen, Schutzmaterial fehlt, alles wie gehabt. Gut, dass ganz viele Ansätze probiert werden, um einen Impfschutz zu finden, sagt einem schon der ökonomische Menschenverstand. Apropos: Jens Spahn kauft anscheinend schon mal „Avigan“, beziehungsweise Favipiravir, und Blaues Hufeisen kauft Fujifilm, wenn Sie verstehen, was ich meine, lieber Leser.

Also: Avigan und viele Ansätze – die Kanzlerin setzt wohl weiterhin auf Weißwein mit Kirschen, schließlich wurde sie schon dreimal negativ getestet. Ansonsten empfahl Melanie Brinkmann, die Masken richtig anzulegen, wenn Sie eine haben, und wir empfehlen hierzu dieses berühmte Schulungsvideo mit Armin Laschet – der weiß, wie’s geht.

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Der Dezernent für Soziales und Gesundheit, Michael Ziemons, berichtete aus seiner Diözese, der Städteregion Aachen, dass die Straßen und Plätze leer seien, weil jeder einen Infizierten kenne. Immerhin kommen bei ihm auf 500.000 Einwohner 100.000 Infizierte und 30 Tote, wenn wir ihn richtig verstanden haben, andererseits haben die da, wo Armin Laschet herkommt, niemals 100.000 Leute getestet, aber Zahlen haben viele Schatten in diesen Zeiten.

Das bestätigt auch der Physiker und Leiter der Forschungsgruppe „Epidemiologische Modellierung von Infektionskrankheiten“ am Robert Koch-Institut, Dirk Brockmann, mithin noch ein Professor, der uns nicht weiterbringt – no offense! Weil halt die Daten fehlen und noch lange fehlen werden, sind seine Einschätzungen so wertvoll wie die der Klimawandler.

Auch Christiane Woopen ist Professorin, für Ethik und Theorie der Medizin, außerdem Vorsitzende des Europäischen Ethikrates. Bei Europäischer Ethikrat wurden wir zugegebenermaßen noch nervöser, denn die gesamten EU-Bonzen von Kommission bis Parlament spielen sich ja seit vielen Jahren hauptsächlich als ein riesiger Ethikrat auf.

Ja, es gelte abzuwägen: Freiheit oder Sozialis… äh Gesundheit. Wenn wir nichts tun, so habe sie in „Nature“ gelesen, würden 40 Millionen Menschen sterben. Also wenn wir in D. nichts tun, sterben 40 Mio in der Welt? Klingt auch nach Klimawandler. Dann hatte sie noch Alt gegen Jung, häusliche Gewalt und Kindesmissbrauch. Das wichtigste aber sei, wie kommen wir aus dem Freiheitsentzug wieder raus? Leider bringt der Ethikrat seine Strategie der Lockerung erst morgen. Pech für Illner.

Zwischendurch hatte uns, wie gesagt, ja Dr. Braun immer wieder sediert, aber wir sind fast sicher, dass Christiane Woopen über die Quarantäne sagte: „Wenn ich unbedingt das Risiko eingehen will zu sterben, dann ist das auch ein Recht auf Selbstbestimmung.“ Aber weil niemand drauf einging, ist es gut möglich, dass wir uns verhört haben.

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Ja, die Apps, und dieses Internet. Da hat Illner die dollsten Sachen aus China, Singapur und Taiwan gehört. Ob das auch bei uns…? Jens-wir-sind-gut-vorbereitet-Spahn sagte, eingeblendet, „Diese Debatte muss geführt werden“, und Dr. Braun behauptete, Merkel würde sich eine solche App sofort herunterladen (einfach mal die NSA fragen, Angie). Jedenfalls arbeiten sie dran in der Regierung und zwar rund um die Uhr, Tag und Nacht, und anonym soll der Bewegungsmelder auch noch sein. Deshalb wird dann der Ertappte, der mit einem Corona-Infizierten Kontakt hatte, nicht angerufen oder gewarnt, sondern er muss selber beim Gesundheitsamt anrufen. „Da muss dann aber auch einer ans Telefon gehen“, forderte der Mann aus Aachen.

Im Homeland NRW setzt man noch aufs gute alte Telefon. Ein Professor will jetzt 1.000 Repräsentative in Heinsberg (Hochrisikobezirk) befragen, und auch in Aachen sitzen 140 Mann am Telefon.

Die gute Idee von Masken für Alle aus Österreich wurde angesprochen, da doch auch das RKI inzwischen meint, Masken wären gar nicht so schlecht. Erzwingen würde Professor Brinkmann das jedoch nicht, „vor allem weil keine Masken da sind“. Genauso verhält es sich mit Tests für Alle, wo der Verband der Laborärzte sagt: Moment!

Also Antikörpertests. Da waren alle dafür, leider gibts die auch nicht. So können wir als überzeugte Europäer mit dem Ethikrat am Ende zur europäischen Solidarität aufrufen, dann schaffen wir das schon, sagte Christiane Woopen. Wobei einige von uns dann wahrscheinlich bankrott sind, der Ethikrat aber natürlich nicht.

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Kommentare ( 126 )

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Medienfluechtling
6 Monate her

Ja es ist ein Ruck durchs Land gegangen. Damals als Herzog dazu aufgerufen hatte gab es wahrscheinlich noch geschulte Menschen und ausreichend Material um eine Krise wie heute mit Koordination zu meistern…

Karl Heinz Muttersohn
6 Monate her

Wieso war KGE nicht in dieser Runde? Nur sie hat die richtigen Vorschläge, wie wir aus dieser Krise kommen: Pandemiewirtschft einführen, AKWs abschalten, Globoli fressen.

Amerikaner
6 Monate her

Glücklich das Land, das sich solche Vollpfosten in Verantwortung leisten kann.

J. Werner
6 Monate her

Unterhosen tun es auch! Unglaublich, aber wahr, am besten taugen dazu Bermudas, das zeigte eine Dame im Auslandsjournal gestern eindrucksvoll. Ich konnte es danach kopieren – supergute Maske,vielleicht besser als eine Profimaske, weil auch die Haare und der Backenbart (Infektionsherde) bedeckt werden. Nichts nähen, nichts mühsam zusammenbasteln, einfach innerhalb von 10 Sekunden effektiv angelegt. Nur vor Gebrauch bitte waschen – und über eine Ersatzunterhose sollte man auch noch verfügen. Jedenfalls, wenn man einen Schottenrock anziehen will!

Karli
6 Monate her

Helge Braun ist mir zu glatt poliert, keine Ecken und Kanten, man könnte auch sagen, kein Profil.

RHU
6 Monate her

Bei Illner und dem Rest der Gurkentruppe sollte es wohl eher heißen:
Hirn? Hamwa nich und kommt ooch nich wiedää!

Gerhard Doering
6 Monate her

Das ist aber eine schöne Posse.Sehr geeignet sich daraus ein absurdes Theaterstück zu gestalten.Ich sah das vor meinem geistigen Auge ablaufen. Ich glaube die zuschauenden Amöben hätten wohl auch nichts bemerkt wenn Maybrit Illner etwa folgende Fragen gestellt hätte: Würde es für Jack the Ripper was gebracht haben öfter seine Maske zu wechseln? Wie viele Morde hat Jack the Ripper begangen? War es ein Deutscher? Woran starb er? Will mich nicht lustig machen,aber wenn es hier Kommentare gibt die allen ernstes behaupten das es keine oder kaum mehr Sterbefälle durch Corona gibt,sondern Corona nur (oder meist) Vorerkrankte sterben lässt sollte… Mehr

Boudicca
6 Monate her

Mit Masken ist es genau wie mit dem Fisch zu Zeiten der SED-Regierung.

Peter Pascht
6 Monate her

„da doch auch das RKI inzwischen meint, Masken wären gar nicht so schlecht“
Die WHO meinte noch Vorgestern Masken bringen nichts.
Und so irren sie alle die „Kompetenten“ und „Mächtigen“ im Nirwana ihres Unwissens und ihrer eigenen Unfähigkeit herum. Mal „hü“ mal „hott“ und dann wieder im Kreis herum, denn (herum) Tanzen ist ja so schön.

herbert b.
6 Monate her

Immer wieder…donnerstags: Wenn du denkst, da geht nichts
mehr – dann hast du die Rechnung ohne Frau Illner gemacht.
Schon gut, das reimt sich zwar nicht, ist dafür aber Wahrheit,
nichts als die Wahrheit – und eine bitterböse dazu. Vorfahrt.