Ampel-Liebe bei Illner: Postenschacher is in the air

SPD und Grüne buhlen um die FDP - nur Peter Altmaier macht nicht mit. Er führt den Grabenkampf gegen Armin Laschet mittlerweile ganz offen. Politik als Karikatur.

Screenshot ZDF: Maybrit Illner

Es ist ein ernüchterndes Wahlergebnis. Dramen wie das in Berlin machen es schwer, das einfach so zu akzeptieren, aber nun sei es drum. Jetzt beginnen erstmal die viel größeren Dramen, nämlich die Koalitionsverhandlungen. Zwischen Lindner und Habeck wird nun eine Männerfreundschaft deutlich, die ich persönlich schon kommen sehe, seit die beiden bei Illner saßen. „Nein Christian, so geht das nicht“, „Aber Robäääärt“ – damals dachte man noch, sie sollen sich ein Zimmer nehmen, doch dass sie schon so weit sind, an Regierungsplanung zu denken, konnte man nicht erwarten. Jetzt sitzt Deutschland auf heißen Kohlen, denn es hängt von der FDP und den Grünen ab, wer Kanzler wird.

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Genau darum sollte es auch in der gestrigen Illner-Sendung gehen, die den Titel „Scholz oder Laschet – wen machen Grüne und FDP zum Kanzler?“ trug. Eigentlich hätte man die Sendung auch ganz umbenennen können in so etwas wie „Opportunisten in freier Wildbahn | Experiment 4567.0“. Denn wenn man mal einen ganz großen Schritt zurück macht und ignoriert, dass die eigene Zukunft gerade auf dem Spiel steht, ist das Verhalten der Politiker im Wahlkampf im Vergleich zu ihrem Verhalten nun nach der Wahl wirklich eine gute Möglichkeit, um menschliches Verhalten zu studieren.

Da wäre zum Beispiel Peter Altmaier, der größte Wirtschaftsminister aller Zeiten. „Deutschland steht stärker da als zuvor, der Wohlstand ist gewachsen“, sagt er und wird dabei nicht mal rot. Wirklich bewundernswert eigentlich. Aber mindestens so fragwürdig wie Altmaier hier die wirtschaftliche Lage Deutschlands verharmlost, finde ich seinen Umgang mit seinem Partei-Kollegen Laschet. Im Grunde sagt er immer wieder zwischen den Zeilen, dass Laschet schon längst verloren hat. Das scheint gerade Mode in der CDU zu sein. Aber er hat ja leicht reden, schließlich hat er jahrelang auf einem schönen Posten den Sessel warm gehalten – und nach ihm die Sintflut.

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Die siechende Union klammert sich an den Strohhalm „Jamaica“
„Würden Sie sagen, am Ende hat nicht Rezo die CDU zerstört, sondern Laschet?“, fragt Illner einen ihrer Gäste. Ist es zu viel verlangt, zu erwarten, dass Altmaier da eingreift? Schließlich geht es da auch um seine Partei. Aber klar, denn dann müsste die CDU-Fraktion sich ja eingestehen, dass sie eine Mitschuld – wenn nicht sogar die Alleinschuld – an dem Misserfolg ihrer Partei trägt und Laschet nur ein Sündenbock ist. Markus Feldenkirchen vom Spiegel sagt zurecht: Die CDU/CSU mache es sich zu einfach, wenn sie die Schuld einfach nur auf Laschet schiebt.

Aber nicht nur der Umgang mit der CDU ist wirklich interessant zu beobachten. Auch der mit der FDP ist echt spannend. Jetzt wo die FDP ja Best Friends for Life mit den Grünen ist, scheint sie irgendwie gleich auch in ihrem Schutz zu stehen. Die linken Journalisten und Politiker lassen sie jetzt nicht nur in Frieden, nachdem die FDP zwischenzeitlich ja als rechts verschrien war, sie nehmen sie regelrecht in Schutz. Jetzt tun plötzlich alle so, als hätten sie die FDP ja schon immer für gute Klimaschützer gehalten.

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Der Vertreter der SPD in der Sendung, Hubertus Heil, schmiert den Vertretern der beiden Königsmacher – in dieser Sendung Katrin Göring-Eckardt und Johannes Vogel – an einer Stelle so viel Honig ums Maul, dass es die Bildschirme der Zuschauer verklebte. Er fände es ja angeblich so bewundernswert, wie die beiden Parteien ja besonders junge Leute begeistern konnten. Hätte man ihn vor der Wahl gefragt, hätte er wohl noch den Standpunkt vertreten, die FDP würde ausschließlich von Ärzten und Anwälten gewählt werden. Katrin Göring-Eckardt gab übrigens zu Protokoll, dass sie ja über den Posten des Bundespräsidenten im Moment noch gar nicht nachgedacht habe, weil sie jetzt erstmal über Inhalte reden wolle.

Auf eine Art erinnert mich die Sendung von gestern an meine Zeit in der Schule. Da wollten auch einige unbedingt Schülersprecher werden und haben genauso billige „Intrigen“ abgezogen wie die Großen hier. Erst bekämpfen sie sich bis aufs Blut, dann sind sie plötzlich beste Freunde, nachdem sie darin den größeren Vorteil sahen. Dann fallen sie ihren eigenen Freunden und Kollegen in den Rücken, um sich nach dem Wind zu drehen. Und dann tun sie so, als müsste man sie zu dem Amt, auf das sie so lange hingearbeitet haben, zwingen, denn schließlich haben sie ja nur das Beste für die Schule im Sinn, um Titel und Posten geht es ihnen selbstverständlich nicht.

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Kommentare ( 31 )

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Waehler 21
13 Tage her

Die CDU hat kein Profil mehr, niemand weiß wofür sie steht. Merkel hat es sich einfach gemacht, sie ist zu einem Chamäleon geworden, oder sie war es schon immer.
Auf jeden Fall wird Nachahmung des politischen Gegners zur Bedeutungslosigkeit führen, warum soll man nicht gleich das Original wählen.

Wilhelm Roepke
15 Tage her

Hm, als ich ein Jugendlicher war, gab es keine Tafel und mit Sparen konnte man sich als Arbeitnehmer ein Eigenheim (klein, aber fein) aufbauen. Mehr Wohlstand?

GG-Sympathisant
15 Tage her

Besonders grotesk ist es, wenn HinterbänklerINNEN aus der Union Laschet für den Verlust ihrer (deutlich überbezahlten) Parlamentssitze verantwortlich machen. Wer in den letzten 16 Jahren die Merkel-Politik unreflektiert, selbst bei schlimmsten Beschädigungen des Grundgesetzes, durchgesunkene hat, ist dafür zu 100% selbst schuld. Mit Laschet hat das wirklich nichts zu tun.

Edu
15 Tage her

Schon die alten Juden schickten einen Hammel mit den ganzen Sünden des Volkes beladen in die Wüste. Nun ist Laschet der Sündnbock der Union und bockt nur noch etwas -trotz heftiger Fußtritte – in die politische Wüste zu verschwinden. Wird aber.

GG-Sympathisant
15 Tage her

Die Union wird, nein HAT genauso wie die SPD das Amt des Parteivorsitzenden derart beschädigt, dass nur Suizidale und Extrem- Narzissten vom Schlage Söder künftig dieses Amt anstreben. Auch das ist ein wichtiger Schritt Richtung Bedeutungslosigkeit. Diese Partei braucht keiner mehr.

Last edited 15 Tage her by GG-Sympathisant
Peter Pascht
15 Tage her

Gesinnungjournalismus mit selektiertem Seilschaften Personal = ÖRR Kritik = Feindschaft Feindschaft muss bekämft werden, mit Diffamierung und Beleidigungen, als „friedliche Mittel“ des poltischen Kampfes = SED, DDR Was nun erfolgen muss ein Reinemachen im Merkel ÖRR, um diese unsägliche Personenkult Ära zu beenden. Selbst heute noch nach den Wahlen immer noch Merkel Personenkult und Merkel Propaganda überall in den ÖRR. Auch gestern Abend ein gewisser Herr Politologe Münkler mit Lobhuldigung zu einer gewissen Person Merkel: „Ihre Stärke war der Kompromis“ Kompromis ist keine Stärke sondern die Bestärigung der Unfähigkeit und Niederlage der eigenen Position. Dazu gehört aber eine eigene Position… Mehr

F.Peter
15 Tage her

Ausgerechnet Altmeyer der Minderleister einer deutschenfeindlichen Regierung, der sein Direktmandat gegen einen noch schlechterleistenden verloren hat, maßt sich an, über die Leistung oder Nichtleistung anderer zu urteilen. Dass er einer derjenigen war, der die Pizzakonektion mitbegründet hat und damit die Grünen hoffähig machte, der nie einen eigenen Standpunkt hatte sondern immer nur die anderer vertrat – erst Merkel jetzt Söder – soll wohl in vergessenheit geraten! Im Wahlkampf ließ er plakatieren “ Für uns in Berlin“ – was offenbar viele Wähler nicht so sahen. Und das Maasmännchen, im gleichen Wahlkreis angetreten hat dann mit der Platitüte „Dahemm“ gewonnen! Mehr intellektueller… Mehr

monsalvat
15 Tage her

Egal wer das Rennen macht, es wird alles noch viel schlimmer werden! Auf uns rollt ein gewaltiger Tsunami zu. Auch die FDP wird den Untergang nicht aufhalten, gewollt oder ungewollt.

Last edited 15 Tage her by monsalvat
Georg J
15 Tage her

Altmaier, ausgerechnet Altmaier. In 16 Jahren Merkel hatte er immer Machtpositionen in denen er etwas Positives bewirken hätte können. Hat er nicht, er hat nur geschwätzt, nichts, aber auch garnichts gebacken bekommen. Seinen eigenen Wahlkreis konnte er in dieser Wahl nicht gewinnen, die Wähler gaben ihm kein Vertrauen mehr. Aber abwählen können wir Bürger Politiker wie ihn nicht, egal wie wir wählen. Wahlen sind deswegen so überflüssig wie ein Kropf. Man könnte die Parteien auch ohne Wahl entscheiden lassen wen sie „mitspielen“ lassen wollen, es würde keinen Unterschied machen.

Peter Pascht
15 Tage her

Vielleicht erfahren die Menschen noch, dass sie schon seit 16 Jahren von SED-Seilschafte im ÖRR belogen und indoktriniert werden, dass seit 16 Jahren SED-Seilschaften ihnen Poltik vorlügt.
Sonst erfahren die Menschen dann doch irgendwann, wie es möglich ist, dass diese Frau schon seit 14 Jahren eine Talk Sendung machen darf, wobei es doch im öffentlichen Bereich gilt, zur Auftagsvergabe Angebote einzuholen.
Sonst erfahren die Menschen noch über die Merkel-Seilschaften in den ÖRR.
Als aller erstes gehört jetzt mal auch in den ÖRR die Merkel Ära beendet, durch Personalbereinigung.