Merkels treuester Ministerpräsident verlässt das sinkende Schiff

Nur zwei Tage nachdem der saarländische Ministerpräsident noch vehement den Oster-Lockdown verteidigte, marschiert das Saarland jetzt an der Spitze der Öffner. Die Sache hat einen entscheidenden Haken, aber das Signal ist eindeutig.

IMAGO / BeckerBredel

Es ist sicherlich eine Kehrtwende der besonders drastischen Art und Weise. Das kleine Saarland ist jetzt „Modellregion“. Nach Ostern soll durch regelmäßige Tests das öffentliche Leben hochgefahren werden – im Prinzip so, wie es Tübingen vormacht. Tobias Hans beschreitet neue Wege. Ausgerechnet Tobias Hans! Der Treueste der Treuen unter den Ministerpräsidenten. In jeder zweiten Talkshow saß Hans mit seinen goldigen Augen und besorgter Mine und predigte den Lockdown in windigen Phrasen, wie von der Größten gelernt.

Noch vor wenigen Tagen verteidigte er Merkels Osterruhe, warb für eine „gesamtgesellschaftliche solidarische Kraftanstrengung“ der Menschen. Nur so sei das exponentielle Wachstum zu stoppen. Er war selbst gegen den vor wenigen Wochen beschlossenen Stufenplan. Er immer knallhart: Schon Ende letzten Jahres brachte er Ausgangssperren ins Spiel und wollte den Weihnachtslockdown noch verschärfen. Seine Parole: „Jetzt bloß kein Risiko eingehen“.

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Jens Spahn mit seinen Masken-Geschäften und fragwürdigen PR-Aktionen
Dass ausgerechnet Hans jetzt den bundesweiten Lockdown im Stich lässt und gegen breite Kritik eine Lockerungsidee entwickelt, zeigt wohl, wie rasant Merkels Abstieg verläuft. Nicht mal den hat sie mehr im Griff. Während sie in Berlin kämpft und kämpft, sind alle Politiker, die noch etwas vorhaben mit ihrer politischen Karriere, geradezu zum Verselbstständigen gezwungen. Man kann der CDU beim Untergehen zusehen: Meter um Meter senkt sich der Bug in die Wellen. Erst 35, dann 30, dann 28 jetzt nur noch 26 Prozent. Aktuell sind nur noch 30 Prozent mit dem Regierungshandeln zufrieden, 62 Prozent sehen es kritisch.

Und so muss Merkel erleben, dass eine Garde von Ja-Sagern nicht gerade krisenfest und nur loyal ist, solange es sich rentiert. Die Surfer auf Merkels Lockdownwelle prügeln sich um die Rettungsbote – Frauen und Kinder zuletzt. Wie auch immer: Im Saarland wird gelockert.

Nur einen Haken hat die Geschichte. Mut stellt sich nicht über Nacht ein. Das Projekt hat eine Beschränkung von einer 7-Tages-Inzidenz von 100. Aktuell liegt das Saarland knapp über 70 – Tendenz steigend. Testet man jetzt noch deutlich mehr und beseitigt die Dunkelziffer, könnte der magische Schwellenwert sehr schnell erreicht und der saarländische Sonderweg allein ein PR-Gag sein. Es sei, denn Hans lässt auch gesondert rechnen.

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Kommentare ( 89 )

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Karsten Maltinger
1 Jahr her

Kann man bitte den Gebrauch des Begriffes „Inzidenz“ im C-Zusammenhang unter Strafe stellen ?

maier300
1 Jahr her
Antworten an  Karsten Maltinger

Söder sprach ja sogar mal von „Inzidenzien“. Und wer als Volljurist für die Merkelsche Osterruhe war, der hat sein Examen wohl im Lotto gewonnen…

a.bayer
1 Jahr her

Es spannend sein zu beobachten, wie die Medien, vor allem der ÖRR, den Putsch des Jungen gegen Ihre Heiligkeit begleiten werden. Ich fürchte, dass die Merkelianerinnen dort nach wie vor den Ton angeben und das „Experiment“ in Grund und Boden quaken, bevor es überhaupt begonnen hat.

horrex
1 Jahr her

Ja ja, „die Sache mit dem Rechnen“, die Sache mit der Datengrundlage/der zweifelhaften Grundgesamtheit, wurde ja nun endlich auch hier mal hier deutlich erklärt. – Das k ö n n t e der „Haken“ sein. Muss aber nicht zwangsläufig!!! Man stelle sich vor, in einem zweiten Schritt macht Hans – sozusagen regierungsamtlich – deutlich, dass die so viel zitierte „Inzidenz“, so wie sie „berlin-treu“ gerechnet wird, ein Mumpitz, eine regelrechte „Verars…“ ist. Und lässt „seine Inzidenz „richtig rechnen“. (Siehe Streek!!!) Das wäre „another brick in the wall“ of Madame. Eine gewaltiger „brick“!!! – Immerhin, man darf – wenigstens noch –… Mehr

Korner
1 Jahr her

Dieser „Mann“ zeigt erneut, dass der Föderalismus nur zur Beschaffung von Posten für Gleichgeschaltete dient. Dieser aufgeblähte Politiker und Beamtenapparat ist völlig aus der Zeit gefallen.

HavemannmitMerkelBesuch
1 Jahr her

https://de.wikipedia.org/wiki/Tobias_Hans Hahahha…. das sind unsere neuen „Eliten“! Die Frage bei all den Laberwissenschaftlern mit erstunkenen Titeln und ohne Abschlüsse die dieses Land zu führen beanspruchen ist doch nur noch, wann werden sie es wirklich in die Bürgerkriege die kommen werden, ruiniert haben. Es schmerzt wirklich das tendenziell wohl an der sachlichen und fachlichen Qualifikation von sämtlichen Verantwortungsträgern gezweifelt werden muß, außer sich mit Phrasen und Speichellecken hochzuschleimen ist da erkennbar überhaupt keinerlei Substanz. Ich fordere jeden Hartz4 Hiwi auf in die Jugendorganisationen der Parteien einzutreten und sich hochzuschlafen – in einem so verkommenen Land, das al seine Kultur, Wissenschaften und… Mehr

taliscas
1 Jahr her

Wenn ich das Foto sehe, frage ich mich, was der Bub denn machen will, wenn er groß ist.

eswird
1 Jahr her

18 Semester Studium ohne Abschluss, eigentlich die Qualifikation für die Partei „Die Grünen“, 9 Jahre studiert und wozu? Glaube doch niemand, dass Saarländer ab dem 6. April besser als der Rest der Republik dran sein werden. Im Saarland gibt es vermehrt Stimmen, welche daran erinnern, dass Köln auch ohne den üppigen Verwaltungsapparat des Saarlandes funktioniert. (etwa gleiche Bevölkerungszahl) Die unsinnigen und erwiesenermaßen sinnlosen Tests werden den von der Kanzlerin geliebten Inzidenzwert explodieren lassen und schon gibt es neue Munition für die Fortsetzung und Verschärfung der Maßnahmen. Wer es jetzt noch nicht verstanden hat, es geht nicht um die Gesundheit der… Mehr

Thorsten
1 Jahr her
Antworten an  eswird

Die Frage ist doch eher, wer einen solchen Mann wählt. Ich meine damit zuerst die Saar-CDU …

Franz O
1 Jahr her

Da ist eine weitere Kamera im Bild. Diese befindet sich kurz vor der Kamera des Photographen. Man kann das als schwarzen Umriss erkennen. Die Kamera des Photographen fokussiert die Person weiter hinten im Bild und verunschärft das nahe Objekt, also die andere Kamera. Der rote Punkt ist lediglich die „An“-Leuchte der anderen Kamera, durch die Verunschärfung scheint dies hervorgehoben. Das häuft sich auf Bildern von Politikern, weil sich üblicherweise bei irgendeiner Pressekonferenz am Ende ein Dutzend Photographen vor dem Podium hinknien und da rumhampeln um ein Foto zu erhaschen. PS: Ich habe tatsächlich keine Ahnung davon. Fragen Sie einen Photographen.… Mehr

Peter Mueller
1 Jahr her

Ich verstehe nicht, wie man so borniert sein kann, immer noch dem Pandemie-Narrativ zu fröhnen. Wir alle wissen seit langem: Die Letalität von C-19 befindet sich laut WHO mit 0,23% auf Influenza-Niveau, die „Wellen“ sind nachweislich mit wöchentlich millionenfach betrügerischen PCR-Tests herbeigetestet, von denen selbst der Hersteller TIB Molbiol zugibt, daß 50% der positiven Ergebnisse falschpositiv sind und die WHO bestätigt, daß sie nicht zur Diagnose taugen – schon gar nicht bei Symptomlosen! Es gab nie eine epidemische Notlage nationaler Tragweite, wie gerichtsfest bewiesen wurde.

Also wie kann man Hans dafür loben, daß er die betrügerische Testnummer weiter ausbaut?

Oliver Koenig
1 Jahr her

Der ist doch gar nicht gewählt worden, sondern wurde als Nachfolger von AKK einfach ernannt.