Nach öffentlichem Druck: Kanzlerin trifft Angehörige der Opfer vom Breitscheidplatz

Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben. Angela Merkel kommt mit ihrem Gespräch mit den Angehörigen der Opfer vom Breitscheidplatz zu spät, viel zu spät.

@ Sean Gallup/Getty Images

Was für eine hässliche Gemengelage rund um den Umgang mit den Hinterbliebenen der Opfer vom Breitscheidplatz. Die Kanzlerin ist zu zögerlich, der Opferbeauftragte Kurt Beck diskutiert quasi öffentlich die Höhe der Auszahlungen aus dem Härtefonds für Angehörige, die im europäischen Vergleich blamabel ist und die Grünen fordern in seltener Einigkeit mit der FDP einen Untersuchungsausschuss, der klären soll, welche Versäumnisse die Behörden in Prävention und Nachsorge begangen haben. Dabei ist schon jetzt klar: Es waren haarsträubende Versäumnisse. Die Überwachung des Täters erfolgte nur bis Freitag, 17.00 Uhr. Danach kehrt in der Berliner Sicherheitsbehörde Feiertagsruhe ein.

Die Opfer bleiben allein

Dokumentation Offener Brief
Berliner Terroropfer-Familien von Frau Merkel allein gelassen
Nun bleiben die zwölf ermordeten Menschen, sechs Frauen und sechs Männer, für immer tot. Sieben Deutsche und Opfer aus Israel, der Ukraine, Polen, Italien und Tschechien. Die Angehörigen werden ihren Schmerz ein Leben lang mit sich herumtragen müssen. Im Moment des intensivsten Schmerzes allerdings fühlten sie sich kollektiv von der Regierung alleine gelassen. Und dieses Gefühl hielt auch im Folgejahr an. Übrigens auch bei den Angehörigen der siebzig Verletzten und Schwerverletzten, die ihre traumatisierten Verwandten in so etwas wie ein normales Leben zurückhelfen müssen.

Schon als es wenige Tage nach dem Anschlag darum ging, im Bundestag der Opfer zu gedenken, führte erst öffentlicher Druck zu einem konkreten Termin. Der damals amtierende Bundestagspräsident Norbert Lammert erklärte dann am 19. Januar 2017 im Deutschen Bundestag, es gehöre „zu den kaum vermeidbaren, aber schwer erträglichen Mechanismen der Wahrnehmung solcher Ereignisse durch die Medien und die Öffentlichkeit, dass dem Täter regelmäßig weit größere Aufmerksamkeit geschenkt wird, als denen, die er in den Tod riss.“

Lammert machte also schon wenige Wochen nach dem Attentat klar, wer jetzt einer besonderen Zuwendung bedarf. Es geschah indes kaum etwas. Die Geduld der Menschen währte lange. Erst ein Jahr später ging sie dann doch einmal zu Ende. In einem erschütternden Brief warfen Angehörige aller zwölf Mordopfer der Bundeskanzlerin Versagen vor. Einige von ihnen wurden selbst verletzt oder waren Helfer der ersten Minuten und Stunden auf dem Breitscheidplatz. Bemängelt wird in dem Schreiben nicht nur der Umgang mit ihnen selbst, sondern auch die Anti-Terror-Arbeit der Bundesregierung. „Frau Bundeskanzlerin, der Anschlag am Breitscheidplatz ist auch eine tragische Folge der politischen Untätigkeit Ihrer Bundesregierung.“

Ignoranz dem Leid gegenüber

Was die Öffentlichkeit hier zum ersten Mal erfährt, ist, dass die Bundeskanzlerin es ein ganzes Jahr lang versäumt oder nicht einmal für nötig erachtet hatte den Angehörigen persönlich zu kondolieren. Nein, schlimmer, sie tat es nicht einmal schriftlich: „In Bezug auf den Umgang mit uns Hinterbliebenen müssen wir zur Kenntnis nehmen, Frau Bundeskanzlerin, dass Sie uns auch fast ein Jahr nach dem Anschlag weder persönlich noch schriftlich kondoliert haben. Wir sind der Auffassung, dass Sie damit Ihrem Amt nicht gerecht werden.“ Das erste offizielle Schreiben deutscher Behörden kam 22 Tage nach dem Anschlag von Bundesjustizminister Heiko Maas nur an einen Teil der Familienangehörigen. Der Täter, ein Flüchtling der längst als Gefährder galt, vom Drogenhandel lebte und sein Morden angekündigt hatte, der Täter störte die Inszenierung der Bundesregierung. Mehr noch störten die Angehörigen der Opfer. „Die Angehörigen irrten noch durch Spitäler und Polizeistationen auf der Suche nach ihren Liebsten, da wurden die Toten offiziell schon in schnellstmöglicher Art und Weise geradezu verscharrt. Nur schnell weg damit aus der sichtbaren Öffentlichkeit! Es sollte kein Schatten auf die Willkommenskultur fallen. Merkel als Engel der Entrechteten weltweit sollte nicht befleckt werden mit dem Blut derer, die den Preis für die Inszenierung zahlen. Das ist Zynismus pur“. 

Keine Zeit für die Betroffenen

Erst zwei Monate später lud der Bundespräsident ins Schloss Bellevue. Anwesend war dabei auch der Bundesinnenminister. Noch einmal einen Monat später wurde Kurt Beck zum Beauftragten der Bundesregierung für die Opfer und Hinterbliebenen. Angela Merkel selbst nahm aber weiterhin Abstand von einem direkten Kontakt. In der Zwischenzeit veranstaltete sie dutzende Wahlkampfaufritte in der Öffentlichkeit und trat mehrfach im Fernsehen auf. Ihre originäre Aufgabe übernahmen dann Männer wie der Berliner Anwalt Roland Weber als ehrenamtlicher Opferbeauftragter. „Er versuchte vor allem in den entscheidenden ersten Wochen nach dem Anschlag, die Familien so gut es ging zu unterstützen und benötigte Informationen zusammenzustellen.“, schreiben die Angehörigen in ihrem Brief an Angela Merkel.

Der ehemalige französische Präsident Hollande enthüllte wenige Wochen vor dem Attentat am Berliner Breitscheidplatz am Stade de France eine Gedenktafel mit allen 130 Namen der Opfer islamistischer Attentate in Frankreich. Überall im Land wurden Schweigeminuten abgehalten und die Namen der Opfer verlesen. So schrecklich es klingen mag, aber die Bundesregierung hätte hier ihre passende Blaupause gehabt. Stattdessen muss, wer den Opfern ein Gesicht geben will, wer wissen will, wie die Menschen hießen, die in Berlin ermordet wurden, auf die Recherchearbeit einer Facebookerin zurückgreifen (ohne Gewähr).

Politik- und Medienversagen
Terror-Opfer-Verachtung
Am 19.12.2016 wurden demnach von einen islamischen Attentäter ermordert: Sebastian Berlin, 32 Jahre, Lukasz Urban, 37 Jahre, Peter Volker, 72 Jahre, Nada Cizmarovka, 34 Jahre, Fabrizia Di Lorenzo, 31 Jahre, Dalia Elyakim, 60 Jahre, Gregoriy und Anna Bagratuni aus der Ukraine, Klaus Jacob, 66 Jahre, Dorit Krebs, 53 Jahre, Angelika Klösters aus Neuss, 65 Jahre und Dr. Christoph Herrlich, 40 Jahre. Geht es nach dem offiziellen Berlin, so haben die Opfer kein Gesicht. Datenschutz wird vorgeschoben, um die Erinnerung klein zu halten, wenn sie nicht auszulöschen ist. Namenlose Opfer werden schneller vergessen, denn hinter jedem Namen und jedem Gesicht wird der Mensch sichtbar, der stört. Denn Opfer darf es nicht geben beim Ruhm der Kanzlerin als Retterin der Bedrückten. Kollateralschäden, unvermeidliche Opfer Unbeteiligter, stören jede Siegesmeldung.

Spätes Gedenken: Ein Riß zwischen Volk und Regierung

Zwischenzeitlich wurde dann doch noch eine Gedenkstätte ausgeschrieben, entworfen und bewilligt, die zum Jahrestag des Attentates offiziell eröffnet werden soll: „Ein Riss, der den Boden am Breitscheidplatz durchschneidet, soll mit einer goldfarbenen Legierung aufgefüllt werden, und an der Vorderseite der Stufen vor der Kirche werden Namen und Herkunftsländer der zwölf Opfer eingesetzt.“

Der tiefe Riss zwischen den Hinterbliebenen und der Bundeskanzlerin will Angela Merkel nun ein Jahr später nach massivem öffentlichem Druck endlich versuchen zu kitten. Ihren Regierungssprecher ließ sie im Vorfeld als Reaktion auf den Brief der Angehörigen erklären, die Kanzlerin wolle nun „zuhören und genau wissen, was es ist, das den Angehörigen eine ungeheuer schwere Zeit möglicherweise unnötig noch schwerer gemacht hat.“ Endlich. Zu spät?

Vielleicht ist ja in dieser Sache kein Platz für Vorwürfe und böse Worte über dieses staatliche wie persönliche Versagen der Bundesregierung und Angela Merkels.  Zu persönlich, zu schmerzhaft der gesamte Vorgang. Der Moment gehört nun den Angehörigen, die uns im Anschluss an das Gespräch möglicherweise berichten werden, wie Angela Merkel ihnen und Ihrem Schmerz begegnet ist.

Die Bundesvorsitzende der Opferhilfsorganisation Weißer Ring, Roswitha Müller-Piepenkötte, forderte mehr Unterstützung für Betroffene: „Der Staat muss eine Krisenkoordinationsstelle einrichten.“ Und weiter: „Terroropfer brauchen einen Rechtsanspruch auf Schmerzensgeld gegenüber dem Staat.“ Sicher eine berechtigte Forderung, abzuleiten aus den genannten Versäumnissen.

Aber eben auch ein Vorhaben, das heute schon die Attentate der Zukunft verwalten will und muss. Das Versagen der Verfolgungsbehörden wird hier mit einkalkuliert. Beim nächsten Mal wird Angela Merkel oder ihr Nachfolger im Amt sicher schneller bei den Angehörigen sein. Den Opfern allerdings wird es auch in den zukünftigen islamistischen Mordanschlägen nicht mehr helfen.

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Merkels erbärmliche Anteilsbekundung bei FaceBook, dieses entsetzliche Gestammel und pietätlose Gestottere, unerträglich für jeden Zuhörer, ein Schlag ins Gesicht für jeden Betroffenen…
Man stelle sich nur mal vor, ein Deutscher hätte 12 „Flüchtlinge“ mit einem LKW vor einer Asylunterkunft überfahren… Lichterketten vom Bodensee bis Kiel, ein mal quer durch Deutschland. Rund um die Uhr hätten Merkels normopathische Hofberichterstatter nach einem Feiertag im Gedenken an die Opfer verlangt u. geschrien…
aber nein, in dem Fall nicht, falscher Täter, falsche Opfer.

Nicht vergessen: Mit dem Imam der Dresdner Fatih-Camii-Moschee, dem und dessen Familie bei einem dilettantisch durchgeführten Sprengstoffanschlag nicht einmal ein Härchen angesengt worden war, traf sich Merkel im Herbst 2016 schon eine Woche nach dem Anschlag. Da hatte sie ein Gespür für das im ÖR-TV ungewöhnlich breit berichtete Geschehen und ein dazu angemessenesVerhalten. Am Breitscheidplatz, obwohl viele Terror-Hausnummern schrecklicher, verließ sie das Gespür wieder. Weil es nur ein Platz einheimischen Brauchtums war?

Wenn man nun noch bedenkt, dass diese Moschee Anders- und Nichtgläubigen gegenüber extrem feindselige Aussagen gemacht hat und so an der Schaffung eines Klimas, in dem manche Muslime dachten sich gegen „die Ungläubigen“ „verteidigen“ zu müssen nicht ganz unschuldig war….

Wann tritt Frau Merkel endlich zurück? Wie lange wird diese verantwortungslose Politik noch weiter gehen?

Nach meiner Einschätzung, wenn sie irre so alt geworden ist wie Adenauer oder wenn Erdogan ihr Nachfolger werden kann.

Jeder Tag beginnt mit dieser Frage.
Sofort nach dem Erwachen.

Wie wahr. Wie wahr.
Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

…aber sie stirbt!

Wer gerne gibt, gibt doppelt. 😉

Unvergessen sind schon die zwei Monate, die der Bürgermeister brauchte, während die Gerichtsmedizin die Rechnungen für die Leichenschau schon nach drei Tagen an die Hinterbliebenen verschickte. Nach 12 Monaten jetzt also auch Eure Heiligkeit. Respekt.

http://www.focus.de/politik/deutschland/zwei-monate-nach-terroranschlag-in-berlin-charite-bedauert-gebuehrenschein-fuer-angehoerige-der-terroropfer_id_6681414.html

Das macht uns kein Land auf der Erde nach. Deshalb: Danke. Deutschland – ein Land in dem wir gut und gerne leben.

“ … in dem wir gut und gerne lebten“ wäre wohlzutreffender.

Gab es Lichterketten für die Opfer vom Breitscheitplatz???+ Fehlanzeige. Keiner der Mainstreammedien hat dazu aufgerufen.
Aber für den minimal verletzten Bürgermeister aus dem Sauerland oder bei
Taten, die speziell Muslime betreffen, gibt es sofort Sondersendungen und Lichterketten ohne Ende. Nachdem vor der Haustüre eines Imans in Dresden ein Chinaböller gezündet wurde, was zur Schwärzung der Haustüre führte, wurde der Iman von Frau Merkel persönlich besucht.
Noch Fragen?
Man könnte nur noch k……zen.
Es muß unbedingt ein Politikwechsel erfolgen.
Das heißt: Ein neuer Kanzler oder eine Kanzlerin, die das Grundgesetz wieder beachtet.
Politik gerät erst dann wieder in Bewegung, wenn Frau Merkel verschwindet.

Die Politik ist schon in Bewegung, aber dazu bedurfte es des „Wahlerfolges“ der AFD…
Wie soll das noch weitergehen? Ich hoffe die Angehörigen der Terroropfer haben die Kraft einer Einladung unserer Kanzlerin fern zu bleiben, wenn möglich alle. Das wäre ein Zeichen das vielleicht auch dieser Mensch begreift,

„Aus einem peinlichen Versäumnis wird eine Demonstration der Verlogenheit.“

….und genau deswegen ist es keinem Hinterbliebenen zu verübeln, wenn er von einem Gespräch mit Merkel Abstand nehmen möchte, um den Opfern noch einen letzten Rest Würde zu erhalten.

Die Namenlosigkeit der Opfer hat mich auch immer gestört. Es ist doch seltsam, daß man einige Namen der Opfer des sogenannten NSU kennt, aber diese nicht. Wurde nicht nach einem der genannten Opfer sogar eine Straße benannt? Nun, die Angehörigen trauern im einen wie im anderen Fall. Aber im „NSU“-Fall konnte man mit dem Finger auf Rechtsextremisten zeigen, und im anderen Fall hätte ja der Finger auf die Regierung – oder zumindest die Präsidialkanzlerin – gezeigt.
Da haben die Opfer halt „gestört“.

Das gleiche wollte ich auch schreiben. Ich lebe in Grossbritannien und die Berichterstattung nach derartigen Vorfällen fokussiert hier immer auf die Einzelschicksale der Opfer und deren Angehörige mit Namen und Bildern. Zudem gibt es bei Anschlägen dieser Größenordnung immer eine nationale Scheigeminute zum Gedenken der Opfer.

Ich habe eine Liste im Internet gefunden – dafür muss man schon tief buddeln: http://www.journalistenwatch.com/2017/01/31/terroranschlag-breitscheidplatz-den-opfern-einen-namen-geben/

Wer schaut schon gerne seinem Politischen Versagen direkt ins Gesicht. Nun muss Sie es. Jetzt kommen wieder die üblichen Floskeln und das war es. Es ist halt schöner mit Flüchtlingen selfies zu machen.

Ihnen ist offenbar entgangen, daß A. M. ein politisches Versagen NICHT in den Sinn kommt. „Ich wüßte nicht, was ich hätte anders machen sollen.“

Diese Frau ist nur noch peinlich. Das ist nicht mehr meine Kanzlerin. Treten Sie endlich zurück, Fr. Merkel! Dieser Schritt ist überfällig.

Die würde nicht mal zurücktreten, wenn sie das gesamte deutsche Steueraufkommen eines Jahres im Casino verspielt hätte.

Ich glaube, die muss zurückgetreten werden…

Manuela Schwesig hat 104,5 Millionen Euro für ihre „Kampagne gegen Hass“ zur Verfügung gestellt. Da sollte entsprechend auch die Meßlatte für die Entschädigung der Opfer des real existierenden Hasses liegen.

Schwesig meint bestimmt nicht das gleiche wie Sie, wenn von Haß die Rede ist. Sie vergibt BERUHIGUNGSMITTEL an das Volk. Die Regierung sähe UNS gerne als Lämminge, die seelenruhig in den Tod springen.
DA SEI DIE AfD VOR!

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