„Funk“ macht sich mit einer Polizei-Satire selbst lächerlich

Als ob der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk sich in jüngster Vergangenheit nicht oft genug mit hilflosen Satire-Versuchen blamiert hätte: Nun glaubt der Jugendsender "Funk", der Polizei mit einem Feuerwerk an Klischees und Boshaftigkeit eins auswischen zu müssen. Ein neuer Tiefpunkt.

Screenprint: Twitter

Zuweilen schießt „Satire“ wie Giftpilze aus dem Boden. Nach der umwelt- und nazisauenden WDR-Oma und den lustbetonten müllbelasteten Ausdünstungen einer Hengameh Yaghoobifarah in der Taz, kommt immer wieder einer des Weges, der noch einen draufsatteln muss. Auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kauft man offenbar gern Leute ein, damit sie ein totes Pferd weiter reiten. 

Überraschung! Einmal mehr ist unsere angeblich „rassistische Polizei“ am medienwirksamen Pranger. Diesmal im öffentlich-rechtlichen Kanal „Funk“, der sich besonders an junge Menschen richtet. Der betreffende TV-Komiker Aurel Mertz möchte diese selbstverständlich nicht unter Generalverdacht stellen. Nein natürlich nicht, aber aufgrund dieses ständigen „Racial Profiling“ muss der lustige Wandersmann seine Finger in die nationale Kollektivwunde legen. Das tut er dann auch eilfertig, macht ja sonst keiner.

Absehbare Kritiker werden schon einmal in vorweggenommenen Gegenangriffen damit abgefertigt, dass diese zwar Lisa Eckhart verteidigen würden, jedoch wenn’s gegen die Polizei geht, könne das nur Hetze sein. Nun gut, ein ernsthaft gemeinter Vergleich zwischen der smarten Österreicherin und unserer noch schöneren Polizei kann nur Satire sein. Schauen wir uns das Meisterwerk des komischen Witzemachers etwas genauer an:

Eine Person mit offensichtlichem Migrationshintergrund – dargestellt vom Autor Aurel Mertz höchst persönlich – fummelt an der Sicherung seines Fahrrades herum. Zwei Polizisten betreten die Szenerie. Einer greift beim Anblick des vermeintlichen Fahrraddiebes sofort zu seiner Waffe am Holster, sein Kollege verhindert (noch), dass diese zum Einsatz kommt. Ist ja unter Deutschlands Polizisten schließlich auch völlig normal, das erst geschossen und dann gefragt wird. Erstaunlicherweise sind beide Polizeibeamten der Sprache mächtig und halten inne, „Hier stimmt was nicht!“, Verstärkung wird angefordert. „Notfall, ein Ausländer!“, höchste Alarmstufe, Hektik macht sich breit, die nur noch durch die „üblichen rassistischen Vorurteile“ zu strukturieren ist. Man hat ja nichts anderes auf der Pfanne, bei dieser sauschlechten Ausbildung. 

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Anschließend sinnieren beide Polizeibeamte darüber, ob er vielleicht doch ein Deutscher oder „nur“ ein Ausländer ist. Nun wird beraten, ob er für einen Schwarzen nicht vielleicht doch zu hell sei, das sei er auf alle Fälle für einen Drogendealer. Aha, nun ist guter Rat teuer, aber für einen Fahrraddieb ist er glücklicherweise noch schwarz genug. Eifrig wird der Tatort erst einmal präventiv mit Flatterband abgesperrt, man weiß ja nie bei diesen Leuten… 

Ein neues Problem türmt sich auf, einer der einfältigen Beamten im gehobenen Dienst hat schon einmal etwas von einen Albinoschwarzen gehört, die sind ganz doch weiß. Ratlosigkeit macht sich breit. Als die ominöse Person am Fahrrad plötzlich mitteilt, „Ihr wisst, dass ich euch verstehen kann!“, kommt endlich, welch himmlische Erlösung, ein zusätzlicher Scharfschütze zum Tatort des grauslichen Geschehens. Martialische Bilder einer schweren Bewaffnung überfluten den Bildschirm. Ein Magazin wird krachend in eine Langwaffe eingeführt, der Ladehebel durchgezogen, die Waffe entsichert, der vermeintliche Schwerverbrecher ins Visier genommen. 

Plötzlich spricht der Verdächtige, „Hey hey, das ist mein Fahrrad, ich habe auch einen Fahrradpass“. Als er diesen am Körper sucht und danach greifen will, erfolgt die standrechtliche Exekution durch den Scharfschützen aus wenigen Metern Entfernung. Blut läuft aus dem Mund, der junge Mann verstirbt, ein Arzt wird nicht hinzugezogen.

Na klar doch, alles nur Spaß gewesen aber so läuft das nun einmal hierzulande üblicherweise jeden Tag mehrfach ab – so verstehe ich die Botschaft.

Schnell beschließen die Polizeibeamten von ihrer Notwehr zu berichten, schließlich hat der Fahrradpass scharfe Kanten. Vergleiche zu Messerangriffen auf Polizeibeamte aus nächster Nähe ergeben sich ganz bestimmt rein zufällig.

Was der Film verschweigt: Nach alter deutscher Polizei-Tradition werden die Leichen der Erschossenen über die Straße geschleift und abgelegt, wenn sich dort der Verantwortungsbereich eines benachbarten Polizeireviers befindet. Danach nichts wie weg. Vorsicht Satire, bitte keine Kritik. 

Als Polizeibeamter, so unterstellt der Funk-Komödiant, braucht man in Deutschland keine Rechtskenntnisse oder anderes kurioses Wissen, dafür muss man ein guter Märchenerzähler sein und braucht das nur zu Protokoll bringen. Das hier verkündete Märchen heißt „Notwehr durch Kommissar Fritz und Franz gegen Mohammed“. Holla die Waldfee, „sehr lustig“ diese neue „Satire!

Aber die Peinlichkeit der Satire-Simulation ist noch nicht vorbei. Der Hammer folgt auf dem Fuße, als sich herausstellt: Das Opfer war deutscher Staatsangehöriger. Die verräterischen weißen Socken in den teutonischen Sandalen identifizieren den Getöteten als „einen ‚Bruder‘ von uns“. Wie konnte das passieren, Verzweiflung über die eigenen bösen Vorurteile bricht aus. Ein Kommissar reißt sich die Mütze vom Schädel und siehe da, was für ein Heidenspaß, ein Naziglatzkopf in Uniform! Man hatte es bereits geahnt. Während des großen Katzenjammers klaut im Hintergrund ein weißer, mutmaßlich deutscher Mann das Fahrrad des „auf offener Straße“ (ok es war ein Hinterhof) hingerichteten Irrtums vom Dienst. 

Ein bemerkenswertes populistisches Eigenwerbefilmchen, ohne jeglichen Humor durchgezogen auf Kosten unserer Polizei. Der unlustige Autor und Hauptdarsteller hat leider nur ein Problem damit, dass der Zuschauer seine „Satire“ bewerten und man stelle sich das vor, kritisieren darf. Vielleicht hätte er sich einmal darüber informieren sollen (gut gegen Vorurteile), dass nicht der Absender, sondern der Empfänger den Inhalt einer Nachricht bestimmt. Natürlich kann man diese Binsenweisheit außer Kraft setzen, indem das Publikum abgeschafft und Kritik verboten wird. Eine Alternative wäre den Beitrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abzuschmelzen. Dr. Hans Georg Maaßen sprach von einem Euro.

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Kommentare ( 71 )

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71 Kommentare auf "„Funk“ macht sich mit einer Polizei-Satire selbst lächerlich"

Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Sehr geehrter Herr Mertz, hätten wir es nur mit vereinzelten kriminellen Akten von Zuwanderern zu tun, könnte man Ihren Film noch als Satire durchgehen lassen. Leider ist das aber nicht so. Party-Randale, vor-den-Zug-Schubsen, Auto-Attentate und viele gar nicht erst aktenkundig gewordene Übergriffe auf Deutsche sind zum Randgruppen-Volkssport geworden. Angesichts der Masse an Angriffen kann man das jedoch nicht mehr als witzig ansehen, was sie da produziert haben. Es geht um genommene Menschenleben, es geht um zerstörte Wirtschaftsgüter. Es geht um No-Go-Areas mitten in Deutschland. Ginge die Polizei so vor wie geschildert – wir hätten diese Probleme nicht. Polizeigewalt? Hmm, wäre… Mehr

Dieses Video ist übelster und primitivster Rassismus. Mit jedem Video dieser Art wachsen mein Sebstbewußtsein und mein Selbstwertgefühl als weißer derutscher Mann ebenso wie meine abgrundtiefe Verachtung für die Hersteller solcher primitiven Videos.

Man sollte die Rundfunkgebühren nur noch zahlen müssen, wenn man es möchte, so wie für Netflix, Youtube oder sonstwas. Dann ist das Angebot eben gut für eine Klientel, die das so möchte, und die anderen (mich eingeschlossen), können auf das Thema eben verzichten, ohne dass ich etwas vermissen würde. Ich habe keine Lust, einen Staatsfunk zu finanzieren. Alternativ könnte man eine Überweisung an SOS-Kinderdörfer oder ähnliches anbieten. Traut euch einfach. … ach ihr traut Euch doch nicht…

Mhh, mir ist natürlich bewußt das die Menschen auch einen unterschiedlichen Humor haben und jeder etwas anders für witzig hält. Doch mit Blick auf das Fernsehen und all die dortigen Sender vom ARD/ZDF Staatsfunk über RTL bis hin zu Pro7 u. Co mal ehrlich: Wenn man sich zB mal durch all die Sender und Vormittagsprogramme zappt und einen Blick rein in die Satiresendungen, Komödien und so wirft, WAS soll da noch lustig, witzig und zum lachen sein?? Da stehen dann zB nacheinander irgendwelche Komiker(für mich wirkl nur Clowns) auf der Bühne und veesuchen witzig zu sein indem sie irgendwelchen langweiligen,… Mehr

Die Filmemacher halten sich und das Werk sicherlich für „mutig und engagiert“.

Wenn Dummheit weh täte …

Ich befürchte „Funk“ wird mit dieser Satire reichlich Anerkennung von den GrünEn, Linken, SPD erhalten, ist doch alles so fürchterlich lustig. Man fragt sich täglich neu, was ist los in diesem Land, wie konnte es soweit kommen. Übrigens, von Merkel hört man erneut sicher: nichts.

Lieber Herr Meltzer, Ihre Filmwiedergabe durchaus satireverdächtig und echt zum Lachen! „Überraschung! Erstaunlicherweise sind beide Polizisten der Sprache mächtig … Nach alter deutscher Polizei-Tradition werden die Leichen Erschossener über die Straße geschleift … usw.“ „Holla die Waldfee“ … Wie wärs mit einer kleinen Gegen-Satire von Ihnen? Zum Beispiel zwei grünlinke Rundfunk-Komiker mitten in einer „friedlichen“ Sommer-Party im Herzen bunter Großstädte – ein bisschen Glas geht zu Bruch, was soll’s – Plünderungen steigern die gute Laune, den Schaden haben andere – fantasievolle Wurfgeschosse zeugen von großer Kreativität – Frauen versagen leider hin und wieder bei der Abstands-Regel, selber schuld … Am… Mehr
Liebe Frau Schneider, keine schlechte Idee. Wir benötigen dann nur mehrere Darsteller, einige Requisiten, grüne Haare und Rastalocken, zwei Kamerateams, Damen die unbekannte junge Männer anspringen, kiffende alternative Polizeibeamte die total friedlich sind und Sozialarbeiter*INNEN die aus der Hüfte eine Sommerpartie des Eventpublikums befrieden können. Evtl. nehmen wir dazu als ausgewiesenen Spezialisten den Frankfurter OB mit dazu. Die Strategie und Taktik zur Bewältigung der Einsatzlagen, (einschließlich Etappen und Varianten, Reserven nicht vergessen) lautet: viel Liebe und bunte Luftballons (alle Menschen sind gleich), Händchenhalten, Kölner Armbändchen mit „Respect“-Aufschrift, die inzwischen weltberühmte Armlänge Abstand. Zur Lösung eine Arbeitsgruppe um einen Stuhlkreis wird… Mehr

Zeltlazarett ist gut, lieber Herr Meltzer. Und nicht zu vergessen die vielen Psychologen, welche die traumatisierten, psychisch schwer geschädigten Täter in ihre liebe- und verständnisvolle Obhut nehmen … Satire-Stoff ohne Ende. Seltsam, dass das bisher weder in einem Kabarett noch in einer Fasnachtssitzung aufgegriffen wurde …

Aurel Mertz ist jemand, der den Blödmann nicht einmal spielen muss.

Der Linke Hass und Kampf gegen den Rechtsstaat wird seit über 50 Jahren stellvertretend gegen die Polizei geführt – weil ohne Hüter geltenden Rechts – die Linken Terror-Truppen die diktatorische Macht über den Staat an sich reissen können! Im gewaltsam erzeugten Chaos von Rechtlosigkeit und Lebens-Bedrohung durch ANTIFA/Schwarzer Block (Hamburg) ist die Masse der Bürger gelähmt und wehrlos – während Politiker/Beamte bereit sind alles zu akzeptieren, um sich und ihre Vorteile zu retten! Ab 1968 wurde die Polizei vom Linken Terror mit Steinen und Gewalt bekämpft – heute soll die Polizei in den Medien durch Hetze und moralische Abwertung gelähmt… Mehr

Man sollte nie! nie! vergessen, dass solche Machwerke bei den jungen Zuschauern subtil den Respekt vor den Polizisten und deren Aufgaben untergraben – und damit das Recht in diesem Land ad absurdum führen! Denn wo niemand mehr ernst genommen wird, der Recht durchzusetzen hat, dort gilt das Recht auch nicht mehr!
Die Macher solcher hirnlosen Machwerke gehören gefeuert und wegen öffentlicher Beleidigung und Ehrabschneidung rechtlich belangt!