Offener Antisemitismus: Fridays for Future solidarisiert sich mit palästinensischen „Märtyrern“

Erneut sorgt der internationale Fridays for Future Account für Aufregung: In einem langen Posting nimmt man ausgiebig Stellung zur Situation in Israel – mit antisemitischen Mythen und offener Legitimierung des Terrors gegen Israel.

IMAGO / Nicolo Campo

Erneut wurden auf den internationalen Accounts von Fridays for Future antisemitische Postings verbreitet. In einer längeren Stellungnahme „Why a Climate Justice Group Is Posting About Palestine“ ist so ziemlich alles dabei: Von antiisraelischer Geschichtsklitterung bis zum Aufruf, die vom deutschen Bundestag als antisemitisch eingestufte BDS-Bewegung zu unterstützen – und nicht zuletzt nähert man sich rhetorisch sogar der Hamas an. Während Israel „Kolonialismus“ und „Imperialismus“ vorgeworfen wird, wird die Gewalt der Hamas nicht verurteilt. Man zitiert sogar den Schriftsteller Ghassan Kanafani, den früheren Sprecher der Terrororganisation PFLP, die bei einer Flugzeugentführung in Entebbe jüdische von nicht-jüdischen Geiseln separierte.

Ein zweites Zitat einer indischen Schriftstellerin legetimiert dann ganz offen den Terror gegen Israel: „Können die Hungrigen einen Hunger-Streik machen? Gewaltlosigkeit ist Theater. Man braucht ein Publikum. Was kann man tun, wenn man kein Publikum hat? Menschen haben das Recht sich ihrer Vernichtung zu widersetzen“. Fridays for Future bekräftigt das noch einmal in eigenen Worten: „Palästinenser sind vielleicht nicht immer so privilegiert Gewaltlosigkeit als eine vernünftige Option zu haben“. Wenn Gewaltlosigkeit keine vernünftige Option ist, ist Gewalt wohl die einzige – und worauf soll das anspielen, wenn nicht auf den Terror der Hamas gegen Israel?

Und schließlich schreibt man: „Wir sind mit dem Herzen bei den Märtyrern und Verstorbenen. Die Gewalt und die verlorenen Leben sind eine Tragödie, und ihr Blut wird nicht vergessen werden. Möge die Erinnerung an sie ein Segen sein und eine Revolution.“

Die Stellungnahme endet mit dem Aufruf die Internetseite der BDS-Bewegung zu besuchen – zu der nimmt man wie folgt Stellung:
Man setze sich zwar gegen Antisemitismus in jeder Form ein und möglicherweise wären manche BDS-Bewegung kooptiert bzw. ihrem beabsichtigten Zweck entzogen worden. Aber: „Da wir in vielen Ländern der Welt ansässig sind, hören wir in erster Linie den kolonisierten und unterdrückten Menschen (in diesem Fall insbesondere den Palästinensern) zu, welche gewaltfreie zivile Ungehorsamsaktionen vom Rest der Welt fordern.“

Der deutsche Verband distanzierte sich auf Twitter, bezeichnete Inhalte des Posts sogar als antisemitisch.

Doch damit ist es nicht aus der Welt. Bereits vor zwei Wochen zeigte TE die vielfältigen problematischen Verstrickungen auch der deutschen FFF-Organisation auf – postete Greta Thunberg einen israelfeindlichen Post und der internationale Account verbreitete bereits BDS-Propaganda. Dieser neue FFF-Beitrag enthält keine einzelne Entgleisung oder einen einzelnen undurchdachten Satz. Das hat System. Mindestens ist die internationale Bewegung von antisemitischen Ressentiments durchzogen – eine kleine Distanzierung von einem einzelnen Posting durch den deutschen Verband reicht nicht aus.

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Kommentare ( 58 )

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58 Comments
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Konservativer2
1 Monat her

Ich habe einige Beiträge hier gelesen. Besonders interessant sind diejenigen, die die FFF-Verlautbarungen („Märtyrer“) für vertretbar halten. Da bleibt mir die Luft weg. Auch im IS wimmelt es von Märtyrern. „Märtyrer“ sterben für eine höhere, gerechte Sache durch hinterhältige Meuchelmörder. Damit ist zur Haltung gegenüber Israel alles gesagt. Wegen mir ist es dann halt eben kein Antisemitismus, der sich hier zeigt, sondern eine mittelalterlich-tribalistische Einstellung gegenüber einem modernen, westlich geprägten Staat. Auch nicht besser. Dass so etwas hier Anhänger findet, k…t mich an. Wer heute von Krankenhausdächern aus Sprengkörper nach Israel schießt, sprengt sich morgen in Berlin in die Luft.… Mehr

Last edited 1 Monat her by Konservativer2
Schwabenwilli
1 Monat her

Schulen die in Zukunft ihren Schülern genehmigen eine FFF Demonstration während der Unterrichtszeit zu besuchen machen sich des Antisemitismus schuldig. Der Schulleiter gehört danach verklagt.

country boy
1 Monat her

Zumindest unsere Journalisten vom „öffentlichen“ Rundfunk stehen noch in Treue fest zu den Antisemiten von FFF: Heute Abend geht es bei Illner wohl aus gegebenem Anlass um das brandaktuellste Thema der Woche: „den Klimaschutz“. Müsste das ZDF die Sendung nicht ehrlicherweise von „Mayritt Illner“ in „Wahlwerbung für die Grünen“ umbenennen?

Thomas Grote
1 Monat her

Reicht das jetzt für einen Besuch des Regierungs.. äh Verfassungsschutzes bei Neubauer, Thunberg, den Fatah-Jusos?

ratio substituo habitus
1 Monat her
Antworten an  Thomas Grote

Bestimmt nicht, das sind doch die „Guten“, Merkels und Annalenas Freunde, Lieblinge der Zwangsgebührensender.

Niklot
1 Monat her

Der informierte Leser weiß schon länger, dass Fridays for Future nicht einfach nur eine harmlose Umweltbewegung ist. Hoffentlich öffnen sich auch den anderen die Augen.

Protestwaehler
1 Monat her

„Wir haben zwar mit Antisemitismus nichts am Hut aber solidarisieren uns klar mit der BDS (Kauft nicht bei Juden) Organisation“ hahaha…
Wenn Maaßen ein Antisemit sein soll weil er den Begriff Globalisten benutzt hat, was ist dann Luisa Neubauer erst …???

Maja Schneider
1 Monat her

Um die Zukunft müssen wir uns spätestens jetzt wahrlich ernsthaft Sorgen machen!

Der Ketzer
1 Monat her

Spätestens jetzt sollten Eltern ihren (minderjährigen) Kindern die Teilnahme an FFF-Demos verbieten und gegen Lehrer, die weiterhin zur Teilnahme daran aufrufen, Disziplinarverfahren beantragen.

hoho
1 Monat her

Was für eine Überraschung. Als wären die Klima-Fanatiker und Corona Zeugen nicht vereint mit dem Rest von den linken Wokeistan Angänger. Einzige was noch fehlt ist ein Namen für diese Strömung in der Gesellschaft. Die sind extrem schwer zu bekämpfen weil einerseits haben sie sich als Anlegen ziemlich real existierende Prozessen und Wesen – Rassismus gibt es, die Disskimrinierung gibt es auch, alle die unterschiedliche Formen wie der Mensch eigene Sexualität auslebt sind ein Ergebnis unserer hoch entwickelter Kultur und des Reichtums – das sind alle Woke Angelegenheiten – nur so wie sie diese beschreiben also als alles Umfassende Probleme… Mehr

Octavian
1 Monat her

Hat die Klimagöre Neubauer sich schon dazu erklärt, oder bleibt sie immer noch dabei, dass Maaßen Antisemit sei, weil er mal das Wort Globalist benutzt hat?