„Focus“ fragt, ob sie Rassistin sei: Polizeikommissarin Kambouri will Straftäter abschieben

Die Polizistin und Besteller-Autorin Tania Kambouri („Blaulicht – Notruf einer Polizistin“) berichtet im Interview über die wachsende Gewaltbereitschaft gegen die Polizei. Und wird dafür von Focus-Online gefragt, ob sie Rassistin sei.

imago Images/Jürgen Heinrich

Eine der traurigen Wahrheiten, die man fünf Jahre nach Erscheinen des Spiegel-Bestellers (Platz 1), „Blaulicht – Notruf einer Polizistin“, sagen muss, ist wohl, dass der damals viel diskutierte Weckruf der Polizistin Tania Kambouri weithin verhallt ist. Das von der Bochumer Autorin schon zu Beginn der Massenzuwanderung 2015 beklagte Verhalten von Migranten gegenüber der Polizei ist nicht nur schlimmer geworden, die Polizei selbst wird mittlerweile von Politik und Medien mit Rassismus-Unterstellungen angegriffen, so es jemand wagt, diese Problematik auf die Tagesordnung zu setzen.

Klar scheint: Der Bestseller von Kambouri hätte heute so nicht mehr folgenlos für die Beamtin von dieser veröffentlicht werden können. Wahrscheinlich muss man schon dankbar sein, dass dieses Zeitzeugnis einer Betroffenen überhaupt das Licht der Welt erblickt hat.

Aber die Polizeioberkommissarin leistet dennoch keine Abbitte. Im Gegenteil: Aktuell erneuert sie ihre Erfahrungen und Bilanzen und warnt im Interview bei Focus Online, dass sich Krawalle wie in Stuttgart auch in NRW-Städten wiederholen könnten. Die Polizei könne der wachsenden Gewaltbereitschaft immer weniger Einhalt gebieten.

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Die Rassismus-Unterstellung der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken Richtung Polizei nennt Kambouri „schwer zu ertragende Vorwürfe.“ Der Generalverdacht mache sie „wütend“. Sie versteht nicht, wie man einer gesamten staatlichen Institution Rassismus unterstellen könne. Die Parteivorsitzende reagiere reflexartig und klischeehaft. Das einem Einsatz vorausgehende Fehlverhalten von Delinquenten sei im übrigen auf Videos selten zu sehen, wird sogar „suggestiv ausgespart“. Hier sei Esken der Komplexität des Geschehens einfach nicht gewachsen.

Noch einmal betont Kambouri, was sie schon in ihrem Bestseller geschrieben hat: Kontrollen von Personen nach einem Gesamtbild des Auftretens kämen nun Mal nicht von ungefähr. Verdächtiges Verhalten sei der Schlüssel zu Kontrollen, nicht Hautfarbe oder Herkunft.

Nun gut, das beißt sich etwas mit der polizeilichen Bezeichnung „Nafri“ (Nordafrikanischer Intensivtäter) für Straftäter, aber wir schreiben das Jahr 2020 nach George Floyd. Also schlägt sich das auch hier nieder. Mut ja, aber die Wahrheit in Gänze frei zu äußern, erfordert heute mitunter mehr als nur Mut.

Auch auf die kriminellen Familienclans in NRW wird Kambouri angesprochen. Hier insbesondere auf die Frage, ob es bei der Polizei zu wenige Beamte mit Migrationshintergrund gäbe, die sich ja schon sprachlich besser im Zuwanderermilieu zu Recht fänden. Dieser Forderung erteilt die Polizisten eine klare Absage:

„Wir leben hier in Deutschland. Ich muss nicht die türkische Sprache oder das traditionelle Clandenken verstehen, um in diesen Milieus einzuschreiten. Es herrschen deutsche Gesetze, an die sich alle halten müssen. Er wäre der falsche Weg, wenn sich die Polizei hier anpassen würde.“

Die Szenen in Stuttgart und Frankfurt könnten sich auch in Städten in Nordrhein-Westfalen wiederholen: „Die Polizei kann der wachsenden Gewaltbereitschaft immer weniger Einhalt gebieten. Angriffe auf Polizeibeamte haben ein erschreckendes Maß erreicht“, sagt Kambouri 2020. Es ist also noch schlimmer geworden, als schon 2015, das Jahr, in dem ihr Buch als eine Art Aufschrei erschien. Kollegen, die früher 25-30 Jahre auf der Straße Streifendienst machten, wären heute nach einem viel kürzeren Zeitraum verschlissen und könnten diese Arbeit nicht mehr machen.

Woher der gegenüber 2015 noch einmal gesteigerte Wahnsinn auf deutschen Straßen käme, weiß sie auch:

„Diese Klientel lernt schnell, dass sie nahezu tun und lassen kann, was sie will, weil keine ausreichenden oder zeitlich nur sehr verzögerte Sanktionen erfolgen. Wenn diese Leute nach Angriffen auf Polizeibeamte, Raubzügen und sexuellen Übergriffen keine Eingrenzung und Konsequenzen erfahren, ist es doch nur logisch, dass sie ihr Verhalten fortsetzen.“

Und da spricht ja nicht irgendwer. Die Frau ist erfahrene Polizistin und äußert Befürchtungen, die ernst zu nehmen sind: Auch in NRW könne es zu solchen Krawallen und de facto rechtsfreien Räumen in bestimmten Vierteln kommen. Ihr Fazit dazu: Wir müssen uns „über eine Spaltung der Gesellschaft und ein Wachstum rechtspopulistischer Parteien nicht wundern.“ Es gäbe bereits Orte, die der Normalbürger in NRW meiden würde. Sie nennt als Beispiel Dortmund-Nordstadt.

Focus verweist im Interview dann etwas irritiert auf die Kriminalstatistik. Und da wird es noch interessanter. Denn auch der Focus hat ja selbstverständlich die offiziell vorgegebene Lesart besagter Statistik quasi aus der Presserklärung heraus seinen Lesern präsentiert. Also berichtet, dass die Kriminalität so niedrig sei, wie seit 1992 nicht mehr. Hätten die Redakteure die hunderte Seiten dicke Arbeit aber tatsächlich einmal gründlich gelesen, wären sie schon früher zu einem ganz anderen Ergebnis gekommen. Nun muss die Polizistin im Interview die Irritationen der Journalisten mit echtem Wissen bereinigen: Die Statistik würde sich in weiten Teilen nicht mit dem täglichen Erleben decken. Viele Bedrohungen würden gar schlicht nicht erscheinen in dieser Statistik.

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Und weil der Focus auf diese Weise bei einer Schlechtleistung ertappt wurde, machen die Kollegen, was sie meinen, dann eben machen zu müssen: Sie stellen die wohl perfideste Frage, die man hier stellen kann, sie gehen zum Angriff über und fragen Tania Kambouri, ob sie Rassistin sei, sie würde ja die ganze Zeit auf dem Migrationshintergrund herumhacken.

Wir wissen nicht, wie die Polizistin in Echtzeit reagiert hat, aber ihre Antwort ist so abgebildet:

„Nein, warum? Der Migrationshintergrund ist ein wichtiger Faktor und sollte bei Straftaten erfasst werden. Erst wenn wir die Probleme benennen und gewichten können, sind wir in der Lage, sie zu analysieren und Lösungen (zu) finden. (…) Wir brauchen schnellere Urteile. Ich denke da an beschleunigte Verfahren.“

Während der Wartezeiten hätten „viele Delinquenten bereits neue Straftaten begangen.“ Sie fordert: „Straftäter ohne Bleiberecht müssten das Land verlassen. Abschiebehindernisse müssen heruntergefahren werden, denn diese Menschen gefährden die Ordnung uns Sicherheit in unserem Lande.“

Eine solche couragierte Beamtin mit der Frage „Sind sie also auch eine Rassistin?“ zu beleidigen, ist ein Tiefpunkt des Journalismus. Pfui, Focus, pfui.

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Kommentare ( 204 )

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204 Kommentare auf "„Focus“ fragt, ob sie Rassistin sei: Polizeikommissarin Kambouri will Straftäter abschieben"

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SIE als Journalist dürfen ruhig „Pfui“ sagen – aber bei uns Lesern reicht das nicht mehr aus. Für uns sollte gelten: Man lässt diese gleichgeschalteten „Leit“-Medien nur verschwinden, indem man sie nicht mehr kauft und auch nicht mehr ANKLICKT. Je geringer die Zahl der Klicks, umso niedriger sind die Werbeeinnahmen. Je niedriger die Werbeeinnahmen, umso höher sind (relativ) die fixen Kosten und umso geringer das, was hinten übrig bleibt. Solche Medien muss man aushungern, man muss ihnen zeigen, dass sie KEINE Berechtigung haben, sich womöglich auch noch mit Steuermitteln weiter unberechtigt am Markt zu halten. Danach werden dann Medien kommen,… Mehr
Eine mutige und für die Gesellschaft wichtige Frau. Leider ist ein Einsehen, wohin diese hirnlose Politik führt, nicht zu erwarten, da gerade diese Leute der Anarchie, die die autochthone Gesellschaft auflösen, verschwinden lassen will, am Ruder, d. h. in der Regierung und in den Medien. Ein Schwarzer oder Brauner kann kriminell sein, wie er will, auch wenn er Allahu Akb. dabei ruft, dann ist doch das einzige, was ihm widerfahren kann, seine attestierte Verantwortungsunfähigkeit. Ein paar Jahre in einer Anstalt bei bester Behandlung und er ist wieder frei und gilt als geheilt. Die dt. Hybris steckt in der selbstverständlichen Annahme,… Mehr

Das verrückte ist, wir wissen – die Regierenden -, dass in anderen Gesellschaften Gewaltausübung gegen Mitmenschen, Frauen und Andersgläubige ein Zeichen von Stärke ist, zum Tagesgeschehen wie das eigene Frühstück gehört und für die eigene gesellschaftliche Position auf der Hack- und Rangordnung entscheidend ist. Die Bundeswehr, deutsche Soldaten, sind seit vielen Jahren in gewaltaffinen Gesellschaften / Ländern (z.B. Afghanistan, Mali) engagiert. Unsere verantwortlichen Politiker bräuchten nur mal deren Erfahrungsberichte lesen, mit ihnen reden und zuhören, dann wüßten sie was von Migranten aus diesen Ländern zu erwarten ist, mit welchem ungeheuren Gewaltpotentual wir täglich unser Land „bereichern“.

Der Status Quo Añte wird gerne von den Regierungen umgeschrieben, um von ihrem Versagen abzulenken oder um Lügen und Angat zu verbreiten, wie beim Klimawandel, wo der GISS Datensatz zum Beweis der Klimaerwärmung durch CO2. Es ist eine Frage der Zeit bis das Kartenhaus der Lügen eingestürzt, deshalb erfindet die Regierung immer neue Lügen, um die Angst und Empörung aufrechtzuerhalten, denn dies hält die Menschen vom selberdenken ab.

Fürwahr,eine sehr engagierte Frau,und diese Dame hat sogar etwas zu sagen,aber das passt dem linken Pöbel nicht!.
Zum Erscheinungsbild des Fokus braucht man eigentlich nur sagen :selbst zum Kamin anzünden ungeeignet,es könnte eine Ideologie Wolke entstehen!!.

Zur Madam Esken habe Ich schon genug gesagt,es erübrigt sich das fort zu setzen!!.

Ich wünsche Frau Kambouri alles gute,und bleiben sie so engagiert wie sie sind!!.

Die unglaubliche Frechheit der Regierung zu behaupten, es wäre hier so sicher wie 1992 ist wohl ohne Beispiel und beleidigt den Verstand jedes gut informierten Bürgers, der zudem noch mit offenen Augen durch das Land geht. Man erinnere sich doch nur an 1992, wie es damals war : KEINE abgesperrten Weihnachtsmärkte , KEINE Security in Behörden , Schwimmbädern, Schulen, vor teuren Juwelieren und Einkaufszentren. KEINE mit Stahlplatten verrammelten Kindergärten. KEINE Waffenverbotszonen. KEINE Massenschlägereien und kaltblütige Morde auf offener Strasse. KEINE Warnungen der Polizei an Joggerinen, doch nicht in den oder den Park laufen zu gehen…

„Hier sei Esken der Komplexität des Geschehens einfach nicht gewachsen.“ Gibt es überhaupt unterkomplexe Geschehen, denen die meisten Linken, Grünlinge und Spezialdemokraten gewachsen sind?

Ach bitte….lächerlich. Heute Morgen Spiegel TV Reportage bei einem privaten Nachrichtensender. Marokkaner kam angeblich mit 12 nach Europa…schlug sich mit 15 nach Deutschland durch…bekam dort alle Unterstützung mit Schule und Ausbildungsplatz….brach ab, wurde schwer kriminell (Raub + Körperverletzung), machte denn im Knast seine Ausbildung weiter, wurde abgeschoben und ist nun wieder da. Was glaubt Frau Kambouri eigentlich?….das die Typen nicht mehr wieder kommen. Die kommen alle wieder, mit neuem Namen und neuem Alter….bis die Behörden denen drauf kommen (evtl. Fingerabdrücke), hat man wieder 2-5 Jahre Stütze kassiert und geht seinen „Neigungen“ nach. Im übrigen könnte man von heute auf Morgen… Mehr

ohne Benennung der wahren Motive dieser Fachkräfte wird man dieser Klientel nicht Herr.
Und Wille zu Arbeitsaufnahme im hiesigen Sinne ist der Nafri Klientel nur in geringem Maße vorzuwerfen. Oder wie kommt sonst deren überdurchschnittliche Repäräsentationl in der PKS zustande ?
Die Einen beuten das System aus und die Anderen lassen es geschehen. Wenn man Kontrolle wie bei den Deutschen bei ach-so-armen-Verfolgten tunlichst vermeiden will, schaut man halt weg und bezichtigt die Kontrolleure des Rassismus.

Gegenfrage an Focus-Online: >WESHALB HASST IHR DIE AUTOCHTHONEN DEUTSCHEN SO SEHR <?

Weil sie zwar einigermaßen schreiben können, aber sonst dumm der Modeerscheinung „Links ist in“ nachrennen. Von Gedankenvielfalt und v. a. Gedankentiefe keine Spur.

Der zuständige Journalist vom Focus – Axel Spilcker – der andere Leute suggestiv als Nazi bezeichnet, die keine Probleme wegheucheln, hat übrigens früher für den WDR gearbeitet. Noch Fragen?

Ein intellektueller Offenbarungseid des Focus. Dieses Blättchen hat wirklich bessere Zeiten gesehen.