Mit Rassismus gegen Rassismus: Keine Selbstkritik beim Kinderkanal

In einer brandenburgischen Kleinstadt quälten 2023 drei syrische Mädchen eine Mitschülerin und schnitten ihr die Haare ab. Der Kinderkanal des ÖRR thematisiert so etwas nicht: Hier gibt es Rassismus nur in eine Richtung. Damit erreicht er das Gegenteil dessen, was er sich zum Ziel setzt.

Screenprint: ARD / KiKA / Moooment!

Stellen Sie sich vor, jemand greift Ihnen ungefragt in die Haare, weil er Ihre Haarstruktur als faszinierend empfindet.

Ist das übergriffig? Ja. Falls es öfter vorkommt, nervtötend? Bestimmt. Ist es deshalb rassistisch?

Die Kinder-Comedy-Serie Moooment!, die im öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehen ausgestrahlt, mittlerweile aber aufgrund von Kritik in den sozialen Netzwerken aus der Mediathek gelöscht wurde, vermittelt Kindern, dass es für derlei Verhalten nur eine Lesart gebe: Wer so handelt, handelt „rassistisch“. Der Betreffende verwandelt sich in eine Mücke, die dem Kind mit dem „Afrohaar“ durch dieses Verhalten gleichsam Stiche zufügt. Um sich zu wehren, bekommt das Mädchen Mückenspray und eine Fliegenklatsche in die Hand gedrückt.

Das soll witzig sein. Aber der Subtext ist: Mücken darf man töten.

Nun sollte man einen solchen Subtext nicht überstrapazieren, um in den Empörungsmodus zu schalten. Comedy und Satire überziehen. Sie sollen das, sie dürfen das, und in einer funktionierenden Gesellschaft müsste sich niemand darüber Sorgen machen, dass solche Sketche als Gewaltaufrufe missverstanden würden.

Doch mittlerweile werden auf deutschen Schulhöfen deutsche Kinder beschimpft, gedemütigt und angegriffen. Der Rassismus in Deutschland hat die Seiten gewechselt. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist das nicht angekommen. Er operiert mit dem Mindset der 1990er.

Schweigen im Walde

2023 quälten in der brandenburgischen Kleinstadt Gransee drei syrische Mädchen eine achtjährige Mitschülerin. Sie beschimpften sie als hässliche Deutsche, drohten ihr, ihr eine Schere in den Rücken zu stoßen oder sie die Treppe hinabzuwerfen. Sie lauerten ihr auf, hielten ihr Mund und Augen zu und schnitten ihr eine dicke Strähne des hüftlangen Haares direkt über dem Scheitel heraus. Auch Morddrohungen gegen Großmutter und Vater wurden geäußert.

„Immer wieder gibt es mittlerweile Berichte über rassistische Übergriffe und Beschimpfungen gegen Schulkinder, weil sie blond/weiß/deutsch sind. Bilden Sie auch solche Situationen ab?“, hat Tichys Einblick den Kinderkanal gefragt.

KiKA beantwortet weder diese noch sechs weitere Fragen, die TE an den Sender gerichtet hat. Die Antwortmail enthält lediglich Textbausteine, die auf die fachliche Expertise hinter der Sendung verweisen und sich zu Diversität bekennen.

Der Kinderkanal betrachtet es also als skandalös, wenn einem dunkelhäutigen Mädchen in die Haare gegriffen wird. Schneiden migrantische Mädchen einem deutschen Kind die Haare ab: Schweigen im Eichenwald.

ÖRR als Brandstifter

Unbeantwortet bleibt so auch, ob die einseitige Darstellung Deutscher als Rassisten Feindseligkeit gegen Deutsche nicht befördern könne. Oder auch, warum die Sendung Moooment! Deutsche stereotyp darstellt: als nervig, dumm, unverschämt oder rassistisch.

Denn laut der eigenen Diversitätscheckliste ist der Anspruch des Senders, „Stereotype und Klischees“ zu vermeiden. Das scheint für alle zu gelten – außer für Deutsche.

Screenprint: KiKA

Rassismus humorvoll thematisieren? Ja bitte!

Rassismus zu thematisieren, ist wichtig. Umso besser, wenn es humorvoll geschieht.

Aber vor dem Hintergrund der sich verschiebenden Verhältnisse im Land müsste ein Fernsehsender, der von der Öffentlichkeit finanziert wird, heute einer immer größeren Anzahl von Kindern mit Migrationshintergrund Toleranz vermitteln.

Stattdessen fährt man fort, ethnische Deutsche nicht nur daraufhin zu trainieren, andere nicht grundlos abzuwerten, sondern sie geradezu darauf abzurichten, auch tatsächliches Fehlverhalten tatenlos hinzunehmen, sobald die Täter bestimmte phänotypische Voraussetzungen erfüllen. Der Deutsche muss zum Opfer gemacht werden, schließlich hat er sich geschworen, „nie wieder“ Täter sein zu wollen. Der Opferstatus wird ihm trotzdem nicht zuerkannt, ganz egal, was man ihm antut.

Abgesehen von dieser Verzerrung der realen Zustände stößt ein weiterer Aspekt übel auf.

Wider die Banalisierung

Der Autorin dieser Zeilen wurde als Kind häufig ungefragt in die Haare gegriffen. Und nicht nur das. Ältere Herren forderten sie auf, „in den Busch zurück“ zu gehen. Auf dem Kinderspielplatz wurde sie von Gleichaltrigen beschimpft. Unverschämt wurde es, als man ihr später aufgrund ihrer Hautfarbe unstillbare Libido zuschrieb, oder ihr eröffnete, dass nicht tägliches Training und jahreslanges Studium, sondern ihr Blut ausschlaggebend für ihre musischen Fähigkeiten sei. Auch eher absurde Situationen kamen vor, etwa, als man ihr trotz offensichtlich gegenteiliger Faktenlage erklärte, sie könne schnell rennen, schließlich sei sie schwarz.

Und auch rührende Begegnungen gab es. Etwa, als eine andere Teilnehmerin eines Schülerseminars der KAS ihr zum Abschied einen kleinen Brief übermittelte: „Als ich dich kennenlernte, sind alle meine Vorurteile verschwunden.“

Rassismus und rassistische Vorurteile sind keine Erfindung. Aber gerade deshalb sollte man sie nicht verharmlosen, indem man sie bis zur Unkenntlichkeit banalisiert.

Der Junge, der immerzu „Wolf“ schrie

Es gibt viele Unarten, die nicht auf Rassismus zurückzuführen sind. Sondern auf Ignoranz, Taktlosigkeit, Unachtsamkeit, Unwissen oder auch einfach darauf, dass jemand mit dem falschen Bein zuerst aufgestanden ist.

Auch rote und blonde Lockenköpfe kennen das Phänomen, ungefragt angefasst zu werden. Es ist eine Entscheidung, dies als rassistisches Verhalten zu deuten. Man muss ein paar Minuten länger auf die Bedienung warten? Rassismus. Man wird schief angeschaut? Rassismus. Man wird unwirsch behandelt? Rassismus.

Damit einher geht, dass echter Rassismus in der Mehrheitsgesellschaft abgetan und nicht mehr ernst genommen wird. Wenn immer jemand „Wolf“ ruft, wenn eine Haselmaus vorbeiläuft, wird irgendwann niemand mehr reagieren, wenn wirklich ein Wolf kommt.

Vorurteile und Erfahrungen

Dabei haben die Begleiterscheinungen der Massenmigration durchaus dazu geführt, dass Vorbehalte gegen als fremd wahrgenommene Menschen wieder zunehmen. Mit dem Unterschied, dass diese Vorbehalte eben zunehmend nicht auf Vorurteilen beruhen, sondern auf Erfahrungen. Clankriminalität, Vergewaltigungen, Messermorde: Die Überrepräsentation ausländischer Täter aus bestimmten Kulturkreisen ist Fakt, nicht Fiktion.

Darunter leiden auch völlig unbescholtene Menschen mit Migrationshintergrund, die eigentlich ganz gern rechtschaffen und ungestört integriert und assimiliert leben würden. Sie werden im „Kampf gegen Rechts“ als Kollateralschäden ideologischer Vorgaben betrachtet.

Rassistische Treppenwitze

Zugleich pflegen jene, die mit dem Opferticket hantieren, ein Überlegenheitsgefühl und eine Form von „entitlement“, die schier unerträglich ist.

Spott erntet derzeit eine Grünenabgeordnete aus dem Vereinigten Königreich, die forderte, Großbritannien solle wegen des transatlantischen Sklavenhandels Reparationen in Billionenhöhe zahlen. Allerdings ist diese Politikerin nicht nur Tochter eines nigerianischen Ölbarons, sie stammt mütterlicherseits von einer nigerianischen Königsfamilie ab, die maßgeblich am Sklavenhandel beteiligt war und darauf ihren Reichtum gründete. Laut Daily Mail besaß einer ihrer Vorfahren schlappe 1.400 Sklaven.

Ein Extremfall von Heuchelei und Bigotterie; aber viele erwachsene Afroeuropäer sind keine Nachkommen von Flüchtlingen oder politisch Verfolgten – ihre Eltern kamen zum Studium oder sind Kinder von Diplomaten, häufig aus begüterten oder zumindest angesehenen Familien. Sie können keinesfalls mit Sicherheit davon ausgehen, dass ihre afrikanischen Vorfahren keine Sklavenhalter waren.

Doch mit einer arroganten Selbstgewissheit, die sicher manchen Kolonialherren vor Scham erröten ließe, fordert man Privilegien ein, die nicht auf Verdienst oder Können fußen, sondern allein auf dem Aussehen.

Früher nannte man das: Rassismus.

Migrantischer Chauvinismus und Identitarismus von links

Und genau diesen rassistischen Chauvinismus, der Deutschen vorgeworfen wird, fördern Formate wie Moooment! im Kinderkanal. Sie bestärken Kinder darin, sich aufgrund ihres Aussehens nicht selbst hinterfragen zu müssen, während sie zugleich dazu berechtigt seien, andere aufgrund ihrer Herkunft vorzuverurteilen.

In einer ohnehin zerrissenen Gesellschaft wird behauptet, dass aufgrund von Hautfarbe oder Augenform echte Integration unmöglich sei, dass ein „Wir gegen die“ unvermeidlich und der einzige Modus des Zusammenlebens sei.

Dass das Zusammentreffen von Kulturen und Angehörigen verschiedener Völker nicht nur Konfliktpotenzial und Gefahren birgt, sondern ebenso positive Auswirkungen hat, ist vielfach historisch belegt: Austausch von Technologien, Kulturtechniken und Gedankengut, die Etablierung persönlicher Beziehungen und Freundschaften. Die Unterschlagung dieser konstruktiven und fruchtbaren Aspekte und die hermetische tribalistische Abgrenzung entlang phänotypischer Maßgaben als zwingend notwendiger Schutz ist ein identitäres Narrativ, das auf einem selektiven Blick auf die Geschichte beruht.

Links-woker Identitarismus, wie ihn der Kinderkanal betreibt, befördert diesen selektiven Blick, verstärkt die Fragmentierung der Gesellschaft und sabotiert Integration. Das ist nicht zuletzt verantwortungslos gegenüber den jungen Darstellern in Formaten wie Moooment!, die von Redakteuren und Produzenten benutzt und zugleich selbst dazu angeleitet werden, sich eine einseitig verzerrte Lesart der Realität zu eigen zu machen.

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Kommentare ( 5 )

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Mathias Rudek
44 Minuten her

Diese woke linke Bubble ist wirklich die Ausgeburt an genuiner, wohlstandsverwahrloster Dummheit. In ihr kulminieren Wünsche, Forderungen und Einstellungen bzw. Meinungen, die überhaupt nicht zusammenpassen und das ist für jeden klaren Menschen- oder besser Hausverstand glasklar zu erfassen. Das ist so evident, daß es selbst der Dümmste erkennen müßte. Die Akademiker der inzwischen weitgedehnten und überstrapazierten Geschwätzwissenschaften sind lediglich scheinbar „akademisches“ Prekariat. Kurzum, sie sind Prekariat, aber nicht akademisch. Hier wäre Hans Magnus Enzensberger passend zu zitieren: „Etwas Bornierteres als den Zeitgeist gibt es nicht. Wer nur in der Gegenwart lebt muß verblöden.“

Karl Schmidt
1 Stunde her

Ein Rassist kämpft nicht gegen Rassismus, wenn er andere Gruppen im wahrsten Sinne des Wortes erniedrigt. Daher ist hier auch nicht Rassismus gegen Rassismus am Werk, sondern Rassismus um des eigenen Rassismus willen.

Deutsche
1 Stunde her

Das ist gelebter Rassismus, der besonders bösartigen Art. Die Import Rassisten und Gewalttäter werden von den Steuergeldabgreifern gehegt und den Bürgern Deutschlands wird weiß Gott was an negativen Eigenschaften untergeschoben um sie über die Schuld-Nummer besser ausbeuten zu können.
Da haben sich zwei Ausbeutergruppen gefunden. Dazu kommt dann in Sachen Deutschlandausbeutung noch die Asylindustrie und die politische Kaste.

Tom Schmied
1 Stunde her

In Teilen Afrikas ist es üblich, Kindern die Hand auf den Kopf zu legen. Es ist ein Zeichen des Respekts. War als Kind einige Jahre ein Afrika. Hatte blonde, glatte Haare. Ständig legten mir afrikanische Frauen die Hand auf den Kopf. Erstens aus Respekt und natürlich, weil ich aussah, wie ich aussah. Habe mich irgendwann daran gewöhnt. fand das ok und haben keinerlei Schaden genommen. Was all die woken Spinner treiben, ist spalterischer Affenzirkus.

MeHere
1 Stunde her

Ja mei … die Migrationswaffe der Linken Neosozialisten und ihrer Freunde … bleibt nur AfD wählen und darauf zu hoffen, dass die Perversion und der Putsch bald ein Ende haben …