Dafür, dass sie einem Kind mit Migrationshintergrund Fragen stellt, stürzt eine „deutsche Oma“ in einen braunen Fluss – das ist der Inhalt eines Spiels in der Sendung „Moooment!“ des Kinderkanals KiKA, eines Tochterunternehmens von ARD und ZDF.
Screenprint: KiKA / Moooment!
Bei „Almaniac – The Game“ handelt es sich um einen kurzen Comedy-Sketch aus der KiKA-Sendung MOOOMENT!. Das soll eine Comedyserie sein, die Rassismus auf „lustige/fantasievolle Weise“ (Zitat KiKA) thematisiert. Der noch immer auf dem Kinderkanal zu sehende Inhalt: Adaolisa, eine der Hauptfiguren, testet ein neues Videospiel namens „Almaniac – The Game“. Darin muss sie beweisen, „wie deutsch“ sie ist. Der Sketch zeigt das angeblich auf satirische Weise, und KiKA möchte damit Rassismus thematisieren.
In dem „Spiel“, das in der vom Gebührenzahler zwangsweise finanzierten Sendung gezeigt wird, will eine „deutsche Oma“ überprüfen, „wie deutsch“ das Mädchen sei, bombardiert sie unter anderem mit „komplizierten“ Worten, an denen ein ausländisches Kind scheitern würde, oder will den Namen des Kindes – Adaolisa – in eine deutsche Kurzform – Lisa – bringen. Die Spielerin siegt, und die Seniorin, die auf einer Holzbrücke steht, wird von den KiKA-Machern in einen Fluss mit schmutzig braunem Wasser gestürzt. Das alles ist noch immer auf der KiKA-Homepage zu sehen.
ÖRR will gegen Rassismus kämpfen
Die KiKA-Sendereihe MOOOMENT! dreht sich um eine Gruppe von Jugendlichen mit unterschiedlichem Hintergrund, die mit dem „Moooment!“-Effekt die Zeit anhalten, um Situationen zu besprechen, in denen sich Rassismus äußern soll. Der Almaniac-Sketch passt thematisch zu „Migra-Kids“-Diskussionen: Kinder mit Migrationshintergrund gegen „Alman“-Stereotypen – Rassismus bekämpfen durch Rassismus?
Auf den Social-Media-Plattformen wird bereits Kritik an dem neuen Clip laut: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk betreibe eine Indoktrinierung der Kleinsten und stelle deutsche Senioren als rassistisch dar, schreibt etwa „Critical Cat“. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird diesen KiKA-Beitrag wohl erklären müssen.
KiKA wird über den Rundfunkbeitrag finanziert, der Sitz des 177-Mitarbeiter-Teilunternehmens ist Erfurt (Thüringen). Der MDR, eine ARD-Anstalt also, ist für den technischen Betrieb verantwortlich. Der Programmverantwortliche/Programmdirektor wird von ARD und ZDF gemeinsam bestimmt. Aktuell besetzt diese Position Roman Twork.

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