Während Deutschlands Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk mit Propaganda-Elementen und Fake-News für Skandale sorgt, hebt der österreichische ORF die Selbstbeschädigung auf eine ganz neue Ebene: Eine Mitarbeiterin der Medienanstalt veröffentlichte nun die Love- und Sex-Chats des eben zurückgetretenen Generaldirektors.
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Die dramatische Kamikaze-Performance des österreichischen Rundfunks ist wie ein schwerer Autounfall: Niemand will zusehen, doch das Wegsehen fällt schwer. Zu schrill, zu peinlich sind die Details der Vorwürfe gegen den eben verabschiedeten Generaldirektor Roland Weißmann (450.000 Euro Jahresgehalt).
Sieben Jahre alte und nun vor einer weiteren möglichen Amtszeit Weißmanns thematisierte Sex-Chats sowie angeblich von ihm an eine Mitarbeiterin verschickte Fotos liefern ein wesentliches Teilstück des Skandals, der Österreichs größtes Medienunternehmen erschüttert.
Chat-Details, die niemand wissen wollte
Ein Wiener Wochenblatt brachte dazu nun Details aus den WhatsApp-Texten und zu den vom Ex-Generaldirektor verschickten Bildern – es sind Details, die eigentlich niemand wissen wollte. Die Zielsetzung ist aber klar: Der unter Druck zweier Aufsichtsräte zurückgetretene ORF-Boss soll keine Chance haben, bei einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht in Wien wieder zu seinem Job zu kommen.
Der zweite Teil des aktuellen Wahnsinns im österreichischen Rundfunk: Ungustiöse Intrigen der im ORF-Aufsichtsrat (Stiftungsrat) vertretenen politischen Parteien – Sozialdemokraten, Konservative, Freiheitliche und sogar Grüne inszenieren in der ORF-Zentrale ein Game-of-Thrones in der Ösi-Edition.
Zusatz-Pensionsregelungen von grünen ORF-Managern in Millionenhöhe werden geleakt, Nebenjobs der ORF-Aufsichtsräte an willfährig in der Schlammgrube mitschwimmende Medien verraten. Sogar ein aufgedeckter angeblicher Kokain-Skandal im Staatsfunk darf bei der Selbstbeschädigung nicht fehlen.
Der gewaltige Kollateralschaden: nichts weniger als die Zerstörung des ORF und Existenzgefährdung für 3200 Mitarbeiter. Miese Sex-Chats und die nun noch deutlicher erwiesene politische Einflussnahme der Regierungsparteien auf den gebührenfinanzierten Staatsfunk sind jetzt weitere Argumente dafür, dass jede Form des alimentierten Fernsehens im Jahr 2026 beendet werden soll.
Ex-RTL-Boss Helmut Thoma, der im Vorjahr verstorben ist, meinte zu den Öffentlich-Rechtlichen: „Das ist doch so, wie wenn wir noch immer Lebensmittelkarten abholen müssten, um im Supermarkt einkaufen zu dürfen. Das System des gebührenfinanzierten Rundfunks ist überholt und muss abgeschafft werden.“
Politik will auch eine Skandal-TV-Bude halten
Doch trotz aller Skandale, trotz der Kritik wird der ORF nicht abgeschafft werden – zu groß sind die politischen Interessen der Regierungsmitglieder von ÖVP und SPÖ, einen Staatsfunk zu erhalten, der ihre zweifelhaften Botschaften, ihre durchschaubaren Spins und ihre Ablenkungs-Blendraketen recht unkritisch veröffentlicht.
Ebenso wollen die Landeshauptleute von Österreichs neun Bundesländern kein Aus ihres Haus- und Hof-Senders mit seinen teuren Landesstudios: Wer würde denn sonst minutenlang von der alljährlich wiederkehrenden Eröffnung der Gastgarten-Saison in Wien durch den Bürgermeister berichten? Oder von der Kindergarten-Eröffnung mit der Landeshauptfrau von Niederösterreich in Loidesthal (614 Einwohner)?
Die österreichischen Zwangsgebührenzahler kosten die 3200 ORF-Mitarbeiter und die Dutzenden Sender mehr als 740 Millionen Euro pro Jahr. Und selbst die schlimmste Schlammschlacht in der Führungsetage des alten Staatsfunks wird nichts daran ändern, dass weiter bezahlt werden muss – selbst wenn diesem ORF schon lange nicht mehr zugesehen und zugehört wird.

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Endlich mal ein wichtiges Thema bei TE (Sarkasmus aus). Ich probiers mal mit dem m.E. wichtigsten Thema derzeit: „Man muss den Russen ja nicht zustimmen, aber man muss zumindest die Möglichkeit haben, deren Argumente zu erfahren. Aber deutsche Medien wie der Spiegel verschweigen sie konsequent. Die Menschen in Deutschland sollen unwissend bleiben. Und im Falle einer militärischen Eskalation werden sie vollkommen überrascht sein über die „unprovozierte russische Aggression“. Wüssten die Menschen in Deutschland die ganze Wahrheit, würde das so nicht mehr funktionieren.“ >>>Aber deutsche Medien wie der Spiegel verschweigen sie konsequent.<<< Leider nicht nur der SPIEGEL, leider nicht nur die… Mehr
überall dort wo man für Geld nicht hart arbeiten muß sondern die Anwesenheit ein auskömmliches Kriterium für unanständige Einkommen sind hat man halt solche Zustände. Der Mensch ist halt empfänglich und nicht fehlerfrei. Da ist Österreich keine Ausnahme. Bei uns schweigt man solche Vorgänge, sollten sie sich zutragen, eben tot. Der Bürger wird aus seiner Lethargie erst dann aufwachen wenn von den Verantwortlichen die anstehenden Probleme nur noch durch immer mehr Schulden „gelöst“ werden können. Erst dann wird er merken dass auch dies keine Lösung ist. In unserem Zwangsgebührensystem werden ca. 60% nur für die Pensionen und Versorgungender ach so… Mehr
Kann man meiner Ansicht nach nahtlos auf hiesige Verhältnisse übertragen: Der ÖRR ist DER Kanal, wenn es darum geht, partei-, staats-, und elitendienliche Sichtweisen unters Volk zu bringen. Und andere wegzulassen.
Das winzige Burgenland mit 320.000 Einwohnern hat ebenso ein ORF-Landesstudio wie das bevölkerungsreichste Bundesland Wien mit 2 Mill. Einwohnern, obwohl sich in Wien ohnehin die ORF-Zentrale befindet. Ingesamt leistet sich das kleine Österreich mit ca. 9 Mill. Einwohnern einen Staatssender mit 9 eigenen Landesstudios, mehreren Radiosendern und Internetkanal. Das Gesamtbudget liegt bei weit über € 1 Mrd. davon ca € 800 Mill. aus der „Haushaltsabgabe“ von ca. € 19 pro Haushalt. Ein vom Umsatz her vergleichbares privatwirtschaftliches Unternehmen wäre der weltweit agierende oberösterreichische Feuerwehrausstatter Rosenbauer mit ca. 4.200 Mitarbeitern, damit man sich einmal einen Begriff von der Aufblähung dieses Senders… Mehr
> Eine Mitarbeiterin der Medienanstalt veröffentlichte nun die Love- und Sex-Chats des eben zurückgetretenen Generaldirektors
Aha. Nach den Orgien auf gewissen Yachten die nächste Enthüllung dieser Sorte. Man hätte denken können, dass es mitten im Dritten Weltkrieg, beim Ausbleiben des Kerosins und der Düngemittel, angesichts der Great-Reset-Bestrebungen größere Sorgen gibt.
Niemand weiß, wie repräsentativ die nun durchgestochenen Nachrichten des Ex-ORF-Chefs an die Mitarbeiterin sind. Aus den Inhalten, die kursieren, ist aber der Schluss zulässig, dass Weißmann regelrecht krankhaft obsessive und äußerst unangenehme charakterlicher Züge zeigte. Dabei kommt eine Penetranz zutage, für die jeder Grundschüler in den 1960ern noch zumindest eine der berühmten „gesunden Watschen“ bekommen hätte. Wahrscheinlich qualifiziert ihn das sogar für die Führung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunkhauses. Für die Personalführung, für die er auch letztverantwortlich war, aber wohl weniger.