Gerald Grosz hat wieder zugeschlagen. Österreichs populärster Polit-Kolumnist legt ein neues Buch vor. Es ist ein doppelter Espresso zum Lesen, gewohnt spitz und eine brillante Argumentationshilfe gegen all die linken Anti-Patrioten.
Ahmed al-Sharaa ist kürzlich in Berlin mit diplomatischen Ehren empfangen worden. Nicht nur Kanzler Friedrich Merz, sondern auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schüttelten dem Mann die Hand: also einem Vorzeige-Terroristen, dessen Milizen tausende unschuldige Zivilisten ermordet und gezielt Massaker an Frauen und Minderheiten verübt haben.
Gerald Grosz konnte das nicht wissen, als er sein Buch schrieb. Es heißt „Ab nach Hause“. Aber die schändlichen Szenen vom Besuch des syrischen Machthabers in Deutschlands Hauptstadt geben den 180 Seiten des österreichischen Star-Autors noch einmal eine ganz besondere Wucht.
Streit um des Kaisers Wort
Grosz schreibt über Remigration. In eigenen Gedanken und durch Interviews mit prominenten Politikern und Publizisten legt er die wirkliche Substanz des Begriffs frei. Das ist natürlich eine völlig andere als jene, die von der linken Gesinnungsblase im deutschen Sprachraum kurzerhand erfunden wurde.
Auch wenn es einem nicht gefallen mag: Die als Schreibstube getarnte Aktivisten-NGO „Correctiv“ hat es geschafft, in Zusammenhang mit dem Treffen konservativer Kreise in Potsdam den Debatten-Zug völlig zum Entgleisen zu bringen. Die Diskussion wurde in ein Thema getrieben, das bestenfalls nebensächlich ist. Die wichtige Frage ist nicht, was wir mit Menschen machen, die unsere Gesellschaft ablehnen und ihr mitunter gewalttätig feindlich gegenüberstehen – die wir aber schon eingebürgert haben.
Die wichtige Frage ist: Was machen wir mit den Millionen anderen, die sich nicht integrieren und die noch nicht eingebürgert sind?
Diese Frage ist nicht verfassungsfeindlich – ganz egal, von welcher Seite aus man sie stellt. Herbert Kickl will das Wort „Remigration“ deshalb nicht den Linken überlassen. Der Chef der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ (FPÖ) formt den Begriff offensiv selbst – und liefert eine Definition, die er immer und überall wiederholt:
„Rückkehr von Flüchtlingen in die Heimat nach Wegfall des Fluchtgrundes nach der Genfer Flüchtlingskonvention; freiwillige Ausreise oder Abschiebung rechtskräftig negativ beschiedener Asylwerber; Abschiebung straffällig gewordener Ausländer.“
Die Rechte, schreibt Grosz, muss dem linken Zerrbild von „Remigration“ eine eigene Idee entgegenstellen.
Der Pass als Waffe
Spanien bürgert gerade Hunderttausende Menschen im Eiltempo ein. Deutschland macht das schon länger – und macht damit wohl auch noch länger weiter. Für Grosz ist das der zentrale Hebel für jede Änderung der Migrationspolitik. Das faktische Verramschen der Staatsbürgerschaft müsse so schnell wie nur irgend möglich gestoppt werden.
Genauso eindeutig lehnt der Österreicher alle Ideen ab, eine einmal vollzogene Einbürgerung von Ausländern nachträglich anzutasten.
„Wir können nicht jene Menschen abschieben bzw. ihren Aufenthalt in Frage stellen, die sich bestens integriert haben, ja vielleicht sogar assimiliert haben, nur weil sie Migrationshintergrund besitzen. Das wäre tatsächlich rassistisch.“
Die Staatsbürgerschaft nennt er ein „heiliges Recht“. Wer sie „in Frage stellt; sie, wenn sie unter welchen Umständen auch immer verliehen wurde, relativiert: Der relativiert auch über kurz oder lang die eigene Staatsbürgerschaft“. Denn:
„Es gibt Forderungen vor allem von linker und linksliberaler Seite, politisch unbequemen Personen die Staatsbürgerschaft zu entziehen, sie zu Staatenlosen zu degradieren.“
Deshalb darf für Grosz kein Patriot den Pass jemals als politische Waffe missbrauchen. Denn das funktioniere dann in alle Richtungen – auch gegen einen selbst.
Feigheit vor dem Volk
Für unsere Funktionseliten hat Grosz – der selbst einmal im österreichischen Parlament saß – nur offene Verachtung übrig. Er nennt sie „die politische Linke, die Progressiven und Linksliberalen im Gleichklang mit den mutlosen Scheinkonservativen und in Tateinheit mit etablierten Medien“.
Die Linken sind feige, weil sie den Leuten nicht sagen wollen, dass sie es insgeheim ganz gut finden, wenn Fremde unsere Gesellschaft dekonstruieren. Weil die Linken Deutschland in Wahrheit ja selbst „zum Kotzen“ finden.
Die Rechten sind feige, weil sie die Tatsachen verleugnen: Kriminalität, Islamisierung, Kollaps der Sozialsysteme. Und weil sie weder den Bürgern noch sich selbst eingestehen wollen, dass sie selbst es waren, die in Person von Angela Merkel das ganze Drama nicht nur zugelassen, sondern nach Kräften befördert haben.
Grosz fragt:
„Brauchen wir größtenteils unqualifizierte Zuwanderung aus Syrien, Afghanistan, Irak und afrikanischen Ländern, deren Bildungssysteme mit dem unsrigen nicht kompatibel sind? Macht die Masse der nach Europa gelockten Menschen tatsächlich das neue Wirtschaftswunder aus, auf das wir seit Jahren wie auf einen Bissen Brot warten?“
Es sind rhetorische Fragen.
Alptraum und Vorbild
Der israelische Komiker Yohay Sponder erzählt in seinem neuesten Bühnenprogramm diese kleine Geschichte:
„In Israel kann man auf dem Gymnasium eine dritte Fremdsprache wählen. Alle meine Klassenkameraden haben Französisch genommen, weil sie nach der Schule und dem Wehrdienst nach Paris wollten. Ich war der Einzige, der Arabisch gewählt hat. Und heute bin ich der Einzige, der sich in Paris verständigen kann.“
Frankreich ist für Gerald Grosz das abschreckendste Beispiel für eine misslungene Migrationspolitik.
Ungarn ist sein Vorbild. Ministerpräsident Viktor Orbán lässt seine Grenze absolut sichern – „nicht zur Abschottung, sondern als Teil eines Regelwerks zur Ordnung von Migrationspolitik“. Anders als von linken Propagandisten immer wieder behauptet, sei das Land weder eine Festung noch eine Diktatur geworden.
„Ungarn ist heute ein freieres Land, als es Deutschland oder Österreich in den letzten Jahren waren.“
Grosz geht es letztlich nicht um Begriffe, sondern um konkrete Politik – ganz gleich, „ob dies Remigration, Abschiebung, Ausschaffung, Rückführung oder ‚Ab nach Hause‘ für jene heißt, die weder integrationswillig noch integrationsfähig sind“.
Leitkultur
Das Gedankengebäude von Gerald Grosz kondensiert in diesem Satz:
„Europa ist der Glaube Israels, die Philosophie Griechenlands und das Recht Roms.“
Um nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen und um größtmögliche Toleranz zu zeigen, verleugnen wir unsere religiösen und geistesgeschichtlichen Wurzeln. Die aber bestehen eben nicht nur aus einem Bekenntnis zur Demokratie, zu europäischen Menschenrechten und zum säkularen Staatssystem. Sie gehen viel tiefer.
Deshalb müsse man den inhaltlich entkernten Begriff „Leitkultur“ wieder mit Leben füllen. Wenn man schon glaubt, man befinde sich in einem Kulturkrieg, sollte man die rhetorischen Waffen wenigstens mit Munition ausstatten.
It’s the religion, stupid.
„Dem Glauben Israels werden wir durch diese Migrationspolitik nicht gerecht, wenn christliche Grundwerte, die ursprünglich auf dem Judentum basieren, verschwinden. Der Philosophie Griechenlands werden wir nicht gerecht, wenn wir zu einem Volk der entwurzelten Dummen, geistig und ökonomisch Unselbstständigen werden. Und das römische Recht schänden wir, indem wir in Masse einem anderen Rechtsverständnis den Teppich ausrollen, das als geistig implementierte Mentalität im Rucksack der Zuwanderer unbestreitbar mitgekommen ist.“
Es sind Absätze wie dieser, die das Buch von Grosz absolut lesenswert machen.
Gerald Grosz. Ab nach Hause. Leopold Stocker Verlag, Hardcover, 190 Seiten, Preis 22,00 €





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