Peter Hahne war jahrzehntelang das Nachrichtengesicht des ZDF. Heute gilt er als einer der einflussreichsten konservativen Influencer. Seine Klartext-Kolumnen sind inzwischen Kult. In seinem neuesten Buch legt er weitere 27 Texte vor.
Wer in diesen Monaten die deutsche Regierungspolitik beobachtet und nur ein wenig Ahnung von Zeitgeschichte hat, fühlt erschreckende Parallelen. Man fragt sich verzweifelt: Soll denn alles wieder kaputt gemacht werden, was unsere Eltern und Großeltern, was Trümmerfrauen und Kriegsversehrte unter Kanzlern wie Adenauer, Erhard, Brandt, Schmidt oder Kohl aufgebaut haben? Soll für unsere Kinder und Enkel gar nichts mehr bleiben? Nicht der Meeresspiegel steigt, unser Lebensstandard sinkt. Und zwar rasant. Die traurige Realität: Früher hat man gehofft, dass alles besser wird. Heute hofft man, dass es nicht noch schlimmer kommt.
Wer die nächste Bundestagswahl gewinnt, ist nicht zu beneiden. Man wird ein völlig zerstörtes Land mit nachkriegsähnlicher Infrastruktur und Megaschulden übernehmen müssen. Leer von Fachkräften, voll von Industriebrachen. Die Nach-Merz-Ära bedarf schon des Formats eines Javier Milei, um das Titanic-Deutschland wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Rechthaberei hin, Selbstdarstellung her: Ich habe es prophezeit und ich habe recht behalten. Punkt. Alles bei 19 diversen Nachrichtenportalen und bei YouTube dokumentiert. Die US-Wahlen werden eben nicht in Hollywood entschieden, sondern auf dem platten Land. Und zu Merz und seiner Union sagte ich bereits im Dezember 2024: Wir erleben den schwächsten Kanzlerkandidaten und bekommen die linkeste Bundesregierung aller Zeiten. Man muss sich eben nur etwas auskennen. Sein Denken nicht hinter Brandmauern verstecken und dem Mainstream-Geschwurbel hinterherlaufen. Alles war abzusehen. Dass es allerdings so schlimm kommen würde: Ich gestehe, das hätte auch ich nicht erwartet.
Milei hat in seinen ersten zwei Amtsjahren sein Land revolutioniert. Und zwar mit Ansage. Er versprach kein goldenes Zeitalter nach dem Merz-Motto: „Vom ersten Tag an reklamiere ich die Richtlinienkompetenz.“ Der Mann mit der Kettensäge schwor sein Volk auf harte Zeiten voller Opfer ein. Zum Gipfel des Wohlstands ginge es durch ein langes tiefes Tal. Und nun blieb selbst der deutschen Links-Presse nichts anderes übrig, als seine knallharte Linie als Erfolgsmodell zu rühmen. „Milei galt als erledigt. Jetzt feiert er ein fulminantes Comeback […]. Seine Bilanz wirkt eindrucksvoll“ („Spiegel“). Er bringt mit, was der Merz-Regierung in allen Umfragen ganz und gar abgesprochen wird: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Kompetenz.
„Deutschland im Ausverkauf“, titelt die „Financial Times“. Alles muss raus! China greift als Erstes zu. Wenn alle „deutschen“ Firmen, die bereits in chinesischem Besitz sind, den Originalnamen tragen würden, wären ganze Städte mittlerweile Chinatown. Marken wie Dürkopp Adler oder MediaMarkt sind längst bloße Kulisse. China verfügt zudem über ein Weltmonopol an wichtigsten Rohstoffen, 92 Prozent allein in den Lieferketten für Seltene Erden. 92 Prozent! Aber Merzens Außenminister glaubt gegenüber China eine dicke Lippe riskieren zu müssen. Annalena lässt grüßen. Aber er will sich ja jetzt in jeder Botschaft aufhängen lassen.
Deutsche Firmen investieren am liebsten im früheren Ostblock oder in Kanada, der Schweiz und den USA. Am Gepäckband auf dem Flughafen von San Francisco sprach mich ein junger Familienvater an. Er war auf dem Weg nach Sacramento, um sich die Genehmigung zur Umsiedlung seiner Firma zu holen. Fort aus dem Rhein-Main-Gebiet, hin nach San Diego. „Ich liebe meine Heimat. Mir blutet das Herz. Aber um der Zukunft meiner Kinder willen geht es nicht anders.“ In Florida und Texas stehen die deutschen Einwanderer Schlange.
Mittelstand und Landwirtschaft haben bei CDU und CSU keinerlei Lobby mehr. Handwerk und Familienbetriebe gehen vor die Hunde, weil jede Eigeninitiative inzwischen für die Katz ist. Schreiner, Köche, Metzger, Bäcker – deutsche Handwerkskunst liegt auf der Intensivstation. Opfer von halbgebildeten Studienabbrechern mit ihrer klimasozialistischen Politik, gepaart mit Kriegsgeschrei und Massenmigration. Auch der Buchhandel ist auf Talfahrt. Nur noch 2980 Buchhandlungen gibt es in Deutschland, tausend weniger als noch vor fünf Jahren. Selbst namhafte Ketten gingen in die Insolvenz.
Handeln, bevor es zu spät ist
Wo wir dringend eine Kettensäge bräuchten, agiert bei uns die Abrissbirne. Man fragt sich: Warum macht ihr uns kaputt? Und an meine Leser die Frage: Wie lange schaut ihr noch zu, wie unsere Zukunft verspielt wird? Die exklusive INSA-Umfrage für dieses Buch ist ein Fanal. Es gilt zu handeln, bevor es zu spät ist. Klar, manches ist nicht mehr rückholbar. Wie die Kühltürme in Bayern. Als Nächstes kommen die Gasleitungen dran. Oder die Volksfeste, die Weihnachtsmärkte, die urige Eckkneipe oder das kleine Café. Stätten von Begegnung und Gemeinschaft. Deutsches Kulturgut. Alles weg!
Kirchensteuer-Kirchen werden woke Wahntempel. Jesus Christus hätte die Zeitgeisthändler längst vertrieben. Die Vier-Männer-Trauung, die „Dekolonialisierung“ der Weihnachtsgeschichte, die Islamisten-Kollekte, die Verfolgung bibelorientierter Pfarrer, die Kriegstreiberei, die tolle „Toleranz und Diversität“, die Millionen Christen wegen falscher Politfärbung gnadenlos ausschließt […] Hauptsache, Gott ist queer. Halleluja!
Und Luxus-Luisa von der Klimasekte darf auf der Kanzel des Berliner Doms ohne Eingreifen eines Bischofs verkünden: „Gott wird uns nicht retten. Das werden wir tun!“ Größer kann Häresie nicht sein. Sport und Show, Kunst und Kultur: alles vom woken Virus befallen. Doch Aufgeben ist keine Option. Selbst Kult-Entertainer schweigen nicht mehr, im Gegenteil: Dieter Bohlen, Thomas Gottschalk, Dieter Hallervorden, Ludger K., Monika Gruber, Harald Schmidt, Uwe Steimle. Leute, die vor Publikum agieren, haben eine Antenne fürs Volk. Anders als der Elfenbeinturm-Journalismus. Deshalb habe ich immer mit Vorträgen und Predigten die Öffentlichkeit gesucht. Es gilt, Gesicht und Haltung zu zeigen. Toxisch ist die pseudoelitäre Parallelgesellschaft hinter der Brandmauer der Selbstgewissheit.
Anpacken, sonst müssen wir einpacken. Therapien zur Heilung finden. Das geht nur mit einer schonungslosen Diagnose. Wahrheit kann wehtun. Doch letztlich ist es die höchste Form von Liebe, seine Mitmenschen vom Abgrund wegzureißen. Frommes Liebesgesäusel ist vielleicht Rosamunde Pilcher, aber nicht Jesus Christus.
Darin trafen sich so unterschiedliche Verlegerpersönlichkeiten wie Rudolf Augstein und Axel Springer: Unsere Leser sollen merken, dass wir sie lieben. Heute herrscht vielfach zynische Verachtung des „dummen Volkes“. Deshalb Schluss mit dem abendlichen Ritual „Hier ist die Tagesschau. Und wir wollen, dass Sie Nachfolgendes glauben …“. Stattdessen: Informationen liefern, die einen in Form bringen. Kritisches Bewusstsein trainieren. Alles hinterfragen. Wachsam sein. Widerstand leisten. Den Stummen eine Stimme verleihen. Orientierung geben. Hoffnung vermitteln in hoffnungsloser Zeit. Gegen das Virus der Zerstörung. Mut machen gegen die Pandemie der Panik.
Sonst werden Historiker dermaleinst die 2020er-Jahre in Deutschland als Paradebeispiel der Weltgeschichte beschreiben, wie man durch Selbstzerstörung die Welt zu retten glaubte. Und damit die Zukunft seiner Kinder zerstört hat. Spätgermanische Dekadenz. Eine Führung in Politik und Gesellschaft, die Verstand durch Ideologie ersetzt hat und Fachkompetenz durch Idiotie.
Schwache Gestalten. Aber sie werden damit nicht durchkommen. Das Volk hat ihr Spiel längst durchschaut und wehrt sich. Immer mehr trauen sich hinter der Gardine hervor und reihen sich ein. Wie sagte einst Gandhi: „Zuerst ignorieren sie dich. Dann lachen sie über dich. Dann bekämpfen sie dich. Und dann gewinnst du.“
Peter Hahne. Warum macht ihr uns kaputt?. Wie wir unsere Zukunft verspielen. LMV, Hardcover, 144 Seiten, 15,00 €





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