Sie kürzen nicht bei sich, nicht beim Apparat, nicht bei der Ideologie. Also pressen sie den Steuerzahler aus bis auf den letzten Tropfen. Weil Berlin nicht sparen will, soll der Bürger nun für Staatsversagen und Reformfeigheit bluten.
picture alliance / photowerkstatt | Mike Schmidt
Steuererhöhungen lassen sich im Prinzip simpel an den Mann bringen. Zunächst wird die Haushaltslage überdramatisiert, dann eine groteske Steuererhöhung vorgeschlagen, die letztlich in ihrer Schärfe deutlich zurückgenommen wird. So erzielt der Staat höhere Einnahmen. Und der Bürger kann aufatmen – noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.
Die Bundesregierung hat sich für einen anderen Weg entschieden. Finanzminister Lars Klingbeil brachte zu Beginn der Woche eine Mehrwertsteuererhöhung um zwei Prozentpunkte ins Spiel.
Um die erwartbare Empörung unmittelbar einzufangen, flankierte der Minister seinen Vorstoß mit der Idee, die Mehrwertsteuer bei lebensnotwendigen Gütern von sieben auf null Prozent zu senken. Das klingt gut, das klingt nach Bürgernähe. Und dennoch bleiben unterm Strich mit jeder Erhöhung der regulären Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt bis zu 15 Milliarden Euro zusätzlich beim Fiskus hängen – der Blutzoll, der nun fällig wird, um die Bundesregierung von ihrem Reformdruck zu befreien.
Jetzt muss es der Steuerzahler wieder richten, denn die Bundesregierung gerät haushaltspolitisch immer stärker unter Druck. Dabei schließt sie Haushaltskürzungen kategorisch aus, während Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer aufgrund des dramatischen wirtschaftlichen Verfalls massiv rückläufig sind. Das wirtschaftliche Geschehen in Deutschland spiegelt die aggressive Transformationspolitik und die nicht enden wollende Energiekrise angesichts der Eskalation in der Straße von Hormus unverblümt wider.
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung warnt daher völlig zu Recht vor einer Explosion der Zinskosten angesichts des anhaltenden Abverkaufs deutscher Staatsanleihen sowie des drastischen Anstiegs der Staatsverschuldung.
Man rechnet mittelfristig mit einem Anstieg der Zinskosten auf 150 Milliarden Euro im Jahr. Das wären über drei Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung, ein Horrorwert, der den politischen Spielraum Berlins zusätzlich einschränkte. Da passt es ins Bild, dass, wie wir nun wissen, über 95 Prozent des sogenannten Sondervermögens, also des nicht bilanzierten Teils der Neuverschuldung, ausschließlich der fiskalpolitischen Feuerwehrarbeit dienten.
Die Zahlen wirken zunächst abstrakt, doch in ihrer Konsequenz beschreiben sie die ganze Dramatik der Unwucht des deutschen Sozialsystems. Es werden Schulden aufgenommen, um die Verpflichtungen des Sozialstaates zu erfüllen. Ein fiskalpolitischer Sündenfall.
Während das Finanzministerium die Bevölkerung mit langem Vorlauf auf Steuererhöhungen vorbereitet, verharren andere Krisenbereiche – wie die deutsche Sozialversicherung – in einer Dauerschleife zäher Kommissionsarbeit.
Die Zahl der von der Bundesregierung eingerichteten Fachkommissionen spricht Bände. In Berlin weiß man nur zu gut, dass es so nicht weitergehen kann. Die aufklaffenden fiskalischen Defizite betreffen den gesamten Staatsapparat und verlangen dringend nach politischen Lösungen. Strukturelle Änderungen im Gesamtgefüge des Sozialstaats sind unvermeidlich.
Es ist also nicht nur das Finanzministerium, das mit diversen Beratergremien an der Quadratur des Kreises arbeitet: Steuern für mittlere Einkommensgruppen sollen – geht es nach dem Willen des Finanzministers – gesenkt werden, um im Superwahljahr etwas Raumgewinn beim Wähler zu erzielen. Gleichzeitig soll deutlich an der Steuerschraube gedreht werden. Für 2027 fehlen wohl 20 Milliarden Euro im Bundeshaushalt; im Folgejahr dürfte das zusätzliche Defizit zum bereits bestehenden Defizit um weitere 60 Milliarden Euro anwachsen. Das sind dramatische Zahlen.
Die vielfach diskutierte Ausweitung der Erbschaftsteuer, die Anhebung des Spitzensteuersatzes und die nun erwogene Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 Prozent sind die logische Konsequenz einer Politik, die den Reformdruck systematisch auf den Steuerzahler abwälzt.
Denn wir sehen: Niemand will die Politik der offenen Grenzen beenden. Und es gibt weit und breit keine Kräfte jenseits der Brandmauer, die den Mut aufbrächten, ein politisches Opfer zu bringen und den deutschen Sozialstaat an die neuen ökonomischen Gegebenheiten anzupassen. Von einer Abkehr vom grünen Transformationschaos, das die Gesellschaft in die Armut treibt, kann keine Rede sein.
So erlebt die Öffentlichkeit eine regelrechte Prozession von Kommissionen bei ihrer letztlich wirkungslosen Arbeit: die Alterssicherungskommission, die Kommission zur Reform der Schuldenbremse, jene zur Reform der sozialen Pflegeversicherung sowie eine weitere, die sich mit der Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung befassen soll. Auch das Problem der gesetzlichen Rentenversicherung wurde in die Hände sogenannter Fachleute gelegt.
Es ist eine gängige Praxis in der Politik, Fachkompetenz vorzugaukeln, nachdem man inhaltlich und koalitionstaktisch bereits gegen die Wand gelaufen ist. Fachkommissionen dienen in erster Linie dem Zweck der Distraktion und der Kausalitätsverwirrung. Im Falle von Steuererhöhungen wird der berechtigte Zorn der Bevölkerung auf gesichtslose Technokraten abgeleitet. Sie forderten schließlich die Steuererhöhung – die Politik folgt nur dem Expertenrat.
Follow the Science – Sie erinnern sich bestimmt.
Gleichzeitig gewinnt die Politik Zeit und verschafft sich scheinwissenschaftliche Unterstützung, um weiteren Reformanstrengungen zu entgehen.
Denn unterm Strich dürfte jedem im Deutschland des Jahres 2026 klar sein: Die wirtschaftliche Lage wird sich weiter verschlechtern. Die Politik hält an ihren ideologischen, ökosozialistischen Dogmen fest und verteidigt diese um jeden Preis.
Anders formuliert: Solange es möglich ist, den Mittelstand und den Steuerzahler ausbluten zu lassen und Kapital von den produktiven Sektoren in die grünen Förderkulturen umzuleiten, wird der gegenwärtige Kurs fortgesetzt. Und so geht es – ungebremst von Kommission zu Kommission – immer weiter bergab, in einem Land, dessen Politik Regulierungen und Aktenberge mit tatsächlicher Reformarbeit verwechselt.

Sie müssenangemeldet sein um einen Kommentar oder eine Antwort schreiben zu können
Bitte loggen Sie sich ein
Erst hat der schöne Lars uns eingeredet, wie müssen jetzt unbedingt eine starke Bundeswehr aufbauen und das geht nicht ohne Sonderschulden und dann wurde das Geld einfach verpulvert und verschenkt, das können deutsche Politiker am Besten. 500 Milliarden Euro später hat die Bundeswehr nicht einmal genug Munition für einen Tag Krieg, die Milliarden teuren Patriot Systeme sind der Ukraine geschenkt worden und den selben Weg der „Gamechanger“ Leopard II Panzer gegangen, von Putins Truppen zu Staub verwandelt worden.. Die zuvor schon kaputt gesparte Bundeswehr steht nun völlig nackt da, außer die schwangeren Soldatenden, für die hat ja Flinten Uschi Umstands… Mehr
Ich habe heute mit einem jungen Mann Anfang 20 zusammen gearbeitet, er zahlt Unterhalt für ein Kind, hat eine 1 Zimmerwohnung und einen uralten Opel Astra. Bei 2600€ netto konnte er sich heute kein Mittagessen leisten, weil Betriebskostennachzahlungen abzustottern sind. Und gleichzeitig sehe ich meine Bürgergeld empfangenden ukrainischen Nachbarn mit ihrem BMW SUV mit dicken Einkaufstüten vom Rewe kommen, bewohnen eine 1500€ Wohnung, sind seit bald 4 Jahren hier und keiner geht arbeiten und außer Guten Tag spricht auch keiner Deutsch. Bei aller Menschenliebe aber ich möchte vorrangig für mich und für unsere Gesellschaft arbeiten gehen und nicht um die… Mehr
Ich gehe davon aus, dass Sie dem jungen Mann ein Mittagessen spendiert haben.
Deutschland wird nie wieder so leistungsfähig sein, wie es am 3. Oktober 1990 war. Die Lage ist dramatisch. Keine bezahlbare Energie mehr, keine zukunftsfähige Industrie mehr, Überschuldung, demographisches Desaster, 1,7 Billionen neue Schulden im Grundgesetz, eine schlichtweg geisteskranke Politik, die seit 1998 Schaden gestiftet hat und auch weiter stiften wird. Das alles wird aber nach wie vor gewählt. Aiwanger und Söder schließen Isar 2, sprengen Grafenrheinfeld und Gundremmingen weg, haben kein Gas mehr übrig und werden trotzdem weiter gewählt. Die regierenden Parteien zerstören seit 1998 durch die Energiewende ins Nichts dieses Land und können sich trotzdem an der Macht halten.… Mehr
Es kommt sogar noch besser, wir haben kein Gas aber wir haben Gas in den USA gekauft, das wir der Ukraine geschenkt haben. Das nennt sich „Energiepartnerschaft“, unser Anteil besteht auch bei dieser Partnerschaft wieder darin, die Rechnungen zu bezahlen. Kennen wir schon vom „Ringtausch“, alle Profitieren und Deutschland zahlt.
Deutschland wird nie wieder so leistungsfähig sein, wie es am 3. Oktober 1990 war. So wird die Prophezeiung von Margret Thatcher wahr werden: Alles ist zu Ende, wenn den Deutschen das Geld ausgeht.
Bei all den Vorschlägen (KV, Mwst, Rente, usw.) der letzten Tage, die dicht am Wahnsinn gebaut scheinen, fragt man sich, wie dramatisch die Lage „hinter den Kulissen“ wirklich ist.
Fratzscher kann uns bestimmt erklären, warum all das nur zu unserem Besten ist.
Klingbeil ist der typische Vertreter der Spezialdemokraten.
Keine wirklichen Lösungsansätze für die multiplen Probleme des Landes.
Was neben den Steuern bei der SPD noch wächst, sind die Bäuche der beiden Parteivorsitzenden.
„Denn unterm Strich dürfte jedem im Deutschland des Jahres 2026 klar sein: Die wirtschaftliche Lage wird sich weiter verschlechtern.“ Wenn dies jedem klar wäre, dann ließe sich das Wahlverhalten der Mehrheit nur noch mit suizidalen Absichten erklären. Ausweislich ihres Wahlverhaltens ist es der Mehrheit wohl ziemlich egal, wohin die Reise geht. Man will halt nur wissen, wie weit unten man bereits angekommen ist. Der aktuelle Stand des Fiaskos ist wohl das Einzige, was die apathische Wählermehrheit noch interessiert.
Ihr faulen Säcke ihr sollt mehr arbeiten. Das ist die Meinung die eure „Wohltäter“ über auch haben. Die wollen nur euer Bestes – euer Geld. CDU Schlaumeier Chef will die Wochenarbeitstzeit erhöhen. Also Pflicht Arbeitzeit einführen wie bei Lenin und Stalin. SPD Panflötenspieler Chef möchte die Teilzeit abschaffen. ups? Tarifautonomie? „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“ Zumindest solange bis ihnen „anderer Leute Geld“ ausgeht. Denn je mehr „die Menschen“ arbeitetn desto besser geht es. – sagen sie Wem? „den Unmenschen“? Gemeint ist, je mehr Menschen arbeiten desto mehr Steuer können wir stehlen. „Menschen sollen mehr… Mehr
Sie stellen die richtige Frage, denn bei uns leben zuviele Gaukler von der ordentlichen Arbeit von Menschen, die schon heute rettungslos überfordert sind und die dieser Staat noch mehr ausnehmen will zugunsten jener, die dem lieben Gott die Zeit stehlen.
Zuviele Häuptlinge und zu wenig Indianer.
„Und es gibt weit und breit keine Kräfte jenseits der Brandmauer, die…“. Müsste es nicht heißen „…diesseits…“? Freudsche Fehlleistung? 😉
Ehegattensplitting weg, dazu immer höhere Kosten beide Autos die man braucht weil man auf dem Land wohnt und der Arbeitsweg mit Offis und 3x umsteigen 2 Stunden einfach dauern würde am laufen zu halten, höhere Mehrwertsteuer, wo macht das arbeiten noch sinn wenn man die Autos und vielleicht den Urlaub 1x im Jahr wegrechnet überhaupt zur Arbeit zu gehen. Aber dem Staat fällt nur eines ein, den letzten die sich noch zur Arbeit schleppen alles zu nehmen um es an Leute zu verteilen die niemals eingezahlt haben, durch Entwicklungshilfe in alle Welt zu verschleudern immer mehr Beamte einzustellen, tausende von… Mehr