Herbert Diess macht Pause – E-Auto Markt verliert Dynamik

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat die Kanzlerin der Auto-Industrie beim letzten Autogipfel ein saftiges Abschiedsgeschenk hinterlassen. Der Markt für Elektromobilität jedoch zeigt seit langem wieder leichte Schwächeerscheinungen.

imago images / Jan Huebner
Herbert Diess, Vorstandschef des VW-Konzerns

In der Diskussion um Absatzhemmnisse für Elektro-Autos wegen unzureichender Tankinfrastruktur hat sich Anfang August VW Chef Herbert Diess mit einem persönlichen Erfahrungsbericht kritisch zu Wort gemeldet. Auf dem Weg zum Gardasee pausierte er mit seinem elektrischen ID.3 im italienischen Trento und meldete über ein soziales Netzwerk: „Kein WC, kein Kaffee, eine Säule außer Betrieb/defekt, traurige Angelegenheit“. 

Nach sicheren internen Information aus VW-Kreisen ist das aber nicht der Grund, weshalb der VW-Konzern vor 2022 keine Bestellungen für den Hoffnungsträger ID.3 mehr annimmt. Teile fehlen! 

Das ist der Gipfel

Ein Vergleich mit den Zuständen in Deutschland lag nahe und wurde beim – im Wortsinn – letzten Autogipfel bei und mit Bundeskanzlerin Merkel auch thematisiert.

Zeit zum Lesen
"Tichys Einblick" - so kommt das gedruckte Magazin zu Ihnen
Gleichwohl verlief der letzte Autogipfel der Ära Merkel sehr harmonisch und für die Autoindustrie und Gewerkschaften durchaus „einträglich“. Die Stimmung war gut, weil die Bundeskanzlerin der Branche ein Milliardenschweres Abschiedsgeschenk machte: Eine Milliarde Euro fließen dem Autosektor bis 2025 zu, um Ausbau und Infrastruktur der Elektromobiliät in Deutschland zu fördern sowie Beschäftigungs-Kollateralschäden durch den Ersatz des Verbrennungsmotors durch den Elektroantrieb regional wie direkt unternehmensbezogen abzufedern. Offensichtlich beginnen die Gewerkschaften allmählich den Ökonomen zu glauben, dass durch die politisch gewollte Ablösung von Verbrennertechnik durch Elektroantriebe erhebliche Arbeitsplatzverluste vorprogrammiert sind.

Der für den Wandel der Autobranche zu E-Autos eingerichtete „Zukunftsfonds“ sei jetzt „startklar“ bekräftigte Finanzminister Olaf Scholz. „Unser Ziel ist es, dass die deutsche Autoindustrie die klimafreundlichsten Autos der Zukunft baut, neue Arbeitsplätze entstehen und Wertschöpfung erhalten bleibt.“ 

Allein mir fehlt der Glaube… Wenn 60 Prozent der Wertschöpfung eines Batterie-Elektro-Autos auf die Batterien entfallen, die weitgehend roboterisiert hergestellt und auf absehbare Zeit noch aus dem Ausland bezogen werden. Genau aus diesem Grund warnte VDA-Chefin Hildegard Müller (Verbands der Autoindustrie) erneut vor dem faktischen Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035 durch die drohende Verschärfung der Flottengrenzwerte durch die EU-Kommision. Dies sei „unnötig und unklug“. 

Die Tanknetz-Gebetsmühle

Und Verkehrsminister Andreas Scheuer („Andi, wie lange dauert das noch?“ O-Ton Kanzlerin Merkel) bekräftigt einmal mehr, den Bau von 50.000 zusätzlichen Ladepunkten bis 2025 mit 500 Millionen Fördergelder zu beschleunigen. „Laden muss das neue Tanken werden“ so Minister Scheuer. 

Muss es auch, wenn die Pläne der Regierung, bereits 2030 etwa 14 Millionen Pkw, also rd. ein Drittel des Pkw-Bestandes, elektrisch fahren zu lassen. Eine realistische Chance haben sollen. Vier von fünf Neuzulassungen sollen bis 2030 als Strom-Fahrzeuge auf die Straße kommen. 

Änderung der PHEV Förderkulisse

Um den eindringlichen Forderungen des Weltklimarates nach größeren Anstrengungen des Verkehrssektors zur Reduktion der Treibhausgaseimissionen zu entsprechen, hat die Bundesregierung die Förderkulisse für beliebten Plug-In´s (PHEV) verschärft. Liegt der Nettolistenpreis eines entsprechenden Plug-In-Hybrid-Basismodells unter 40.000 Euro, steuert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 4500 Euro dazu, sofern der Hersteller seinerseits 2250 Euro nachlässt. Kostet der Basis-PHEV netto zwischen 40.000 und 65.000 Euro, reduziert sich der Zuschuss auf 3750 (BAFA) und 1875 Euro (Herstelleranteil).

Bislang mussten Plug-In-Hybride 40 Kilometer rein elektrisch schaffen oder im kombinierten Verbrauch unter 50 Gramm CO₂ je Kilometer bleiben, damit es für sie eine Kaufprämie gibt. Ab Januar 2022 ändert sich zumindest die erste Vorgabe. Dann müssen Plug-In-Hybride mindestens 60 km schaffen, um weiterhin gefördert zu werden, ab 2025 sogar 80 km. Entscheidend ist die Erstzulassung. Wer jetzt bestellt und Anfang des Jahres sein neues Auto bekommt, sollte genau hinsehen, ob die künftigen Förderrichtlinien eingehalten werden.

Für Plug-In-Hybride ändern sich ab Januar 2022 die Förderbedingungen. Greifen Hersteller nicht ein, gibt es für einige Modelle keinen BAFA-Zuschuss mehr. Es gibt eine ganze Reihe von Modellen, die – Stand 17. August 2021 – ab Januar 2022 nicht mehr gefördert werden, weil sie entweder zu viel verbrauchen oder rein elektrisch nicht weit genug fahren. 

In den meisten Fällen ist davon auszugehen, dass die Autohersteller die E-Reichweite mit leicht vergrößerten Batterien über die erforderliche Marke von 60 km hieven. Das verteuert allerdings die Batterien (Fausregel: 1 kw = 1000 Euro) und erhöht die Anschaffungskosten.

Siegeszug von Hybrid-Autos setzt sich fort

Die jüngsten zahlen vom Markt sind wenig erfreulich für die Branche: Der deutsche Gesamtmarkt schwächte sich im Juli unerwartet deutlich ab, in Summe wurden 24,9 Prozent oder 78.500 Pkw weniger Neuwagen zugelassen als im Vorjahresmonat. Dieser Rückgang traf insbesondere die reinen Verbrenner (- 104.000 Pkw).

Autos mit elektrifiziertem Antrieb  zeigten dagegen in Summe weiterhin eine positive Entwicklung, wobei Batterie-E-Autos und Plug-In Hybride (BHEV) an Dynamik einbüssten.  

  • 69.795 E-Autos  (+ 33 Prozent) wurden mit Hybridantrieb zugelassen und erreichten inzwischen sogar einen Anteil von fast einem Drittel der Gesamtzulassungen ( 29,5 vH). 
  • 30.154 Autos waren Plug-in-Hybride (PHEV)  und  einem Zuwachs von +57,7 Prozent. Der Marktanteil übertraf mit 12,8 vH die Werte der beiden Vormonate zwar leicht. Seit dem sehr dynamischen Wachstum im zweiten Halbjahr 2020 mit dem bisherigen Höchststand von 12,6 Prozent im Dezember, zeigt der Marktanteil im bisherigen Jahresverlauf aber eine eher seitwärts gerichtete Entwicklung.

Bei den Plug-in-Hybriden war Mercedes im vergangenen Monat die Nummer eins (Marktanteil: 19,1 vH). 

Die Top 15 PHEV-Modelle machten im Juli 56 Prozent der Zulassungen aus. Insgesamt verteilten sich die Neuzulassungen auf 79 Modelle. Unter den Top 15 PHEV-Modellen sind zehn Modelle deutscher Marken.

  • Reine Batterie-Elektro-Pkw (BEV) erreichten mit 25.464 Pkw einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von +51,6 Prozent und einen Gesamtmarkt-Anteil von 10,8 vH. 

Bemerkenswert ist, dass nach dem Rekordmarktanteil von 14 vH im Dezember 2020 war der Marktanteil der reinen E-Mobile in den darauffolgenden Monaten deutlich gefallen ist. Im Juli bedeuteten 25.464 Neuzulassungen eine Marktdurchdringung von 10,8 Prozent, nach 12,2 Prozent im Vormonat. 

Innerhalb der BEV Gruppe war VW im Juli mit einem Marktanteil von 22,8 vH die dominierende Marke. Hyundai folgte mit großem Abstand und 9,3 vH auf dem zweiten Platz, vor Renault (7,1 vH), Opel (6,4 vH) und Skoda mit 5,7 vH

Sorgen in der deutschen Auto-Industrie
China: Automarkt im Rückwärtsgang

Das erfolgreichste E-Mobil im Juli war die Elektroversion des VW Up mit 2.556 Neuzulassungen. Dieses Modell wird auch als Benziner angeboten, die Elektroversion macht aber 60 Prozent aller Neuzulassungen aus. Auf Platz zwei lag der VW ID.3 (2.180 Neuzulassungen) vor dem Renault Zoe mit 1.320 Neuzulassungen. Beide Modelle werden ausschließlich als Stromer zugelassen.

  • Die fünf erfolgreichsten E-Mobile kamen vergangenen Monat auf 34 Prozent aller Elektrozulassungen, die Top 15 auf 67 Prozent. Dies zeigt, wie konzentriert auf wenige Modelle dieser Markt weiterhin noch ist. Mit aktuell nur 53 Modellen ist das Angebot bei den E-Autos laut KBA-Statistik noch deutlich kleiner als bei Verbrennern. Allerdings sind in diesem Jahr bereits neun neue Modelle auf den Markt gekommen. 
  • Die deutschen Marken sind aktuell mit 26 Modellen vertreten und machten im Juli 55 Prozent aller E-Auto Zulassungen aus.
  • Tesla konnte im Juli lediglich mit 489 E-Autos nur halb so viele Neuzulassungen wie Smart (1.263) verbuchen, wies aber einen hohen Zuwachs zum Vorjahr (+140,9 Prozent) auf. Der Tesla Anteil an den Gesamtzulassungen lag im Juli  bei 0,2 vH (per Juli 0,9 vH), vergleichbar mit Alfa Romeo  (0,1vH) und Toyota Lexus (0,1 vH)
  • Nach den Erhebungen des KBA ging der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller Neuzulassungen weiter um -15,1 Prozent zurück und betrug 122,7 g/km
Zusammenfassung

In Summe erreichten die alternativen Antriebe im Sommer einen neuen Höchstwert bei den Marktanteilen. Allerdings setzten nur die normalen Hybride ihren Siegeszug fort. Bei den Plug-in-Hybriden und reinen Batterie- E-Autos zeigte sich eine eher verhaltene Entwicklung. Dies dürfte zum Teil allerdings auch an dem Mangel an Speicherchips liegen.

Die deutschen Hersteller sind am E- Markt qualitativ sehr gut positioniert. Quantitativ ist noch Luft nach oben. Doch weder das eine noch das andere für sich genommen bestimmt die Wettbewerbsstärke eines Unternehmens. Die deutschen Hersteller weisen die Eigenart auf, dass sie beide Antriebsspielarten der Elektromobilität:  BEV und PHEV inzwischen auf hohem Niveau beherrschen. 

Anzeige
Unterstützung
oder

Kommentare ( 74 )

Liebe Leser!

Wir sind dankbar für Ihre Kommentare und schätzen Ihre aktive Beteiligung sehr. Ihre Zuschriften können auch als eigene Beiträge auf der Site erscheinen oder in unserer Monatszeitschrift „Tichys Einblick“.
Bitte entwerten Sie Ihre Argumente nicht durch Unterstellungen, Verunglimpfungen oder inakzeptable Worte und Links. Solche Texte schalten wir nicht frei. Ihre Kommentare werden moderiert, da die juristische Verantwortung bei TE liegt. Bitte verstehen Sie, dass die Moderation zwischen Mitternacht und morgens Pause macht und es, je nach Aufkommen, zu zeitlichen Verzögerungen kommen kann. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Hinweis

74 Comments
neuste
älteste beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare ansehen
A. Loeffler
1 Monat her

Tanken, auf dem Weg zum Gardasee? Es gibt Produkte aus dem Haus dieses Herrn, die zeigen bei vollem Tank leicht eine Reichweite von über 1.100 km an (Passat Diesel). Schon bald wird man diesen Manager-Trottel dafür verfluchen, dass er solche Produkte, die weltweit ihresgleichen suchten, auf dem Altar der Klima-Kirche und ihrer durchgeknallten Hohepriesterin geopfert hat.

JamesBond
1 Monat her

Schlimm ist auch, das diese E-KISTEN pro Seifenkiste mit tausenden Euro Steuergelder gefördert werden und die wahren Umweltschützer wie Imker, Landwirte, Vogelschützer etc. Seit Jahrzenten leer ausgehen.
Das Böse Erwachen kommt, denn Batterien machen weder satt noch glücklich.

JamesBond
1 Monat her

Manche Chefs großer Automobilhersteller scheinen nix zu kapieren. IHRE E-KISTEN sind für die meisten Menschen ungeeignet. Wer will schon im Winter frieren und nach 300 km eine Stunde Ladepause einlegen.
Dieses, es ist Diesel angesagt und sonst nix.

Peterson82
1 Monat her
Antworten an  JamesBond

Also im E-Auto friert niemand. Sie steigen im Gegensatz zum Diesel schon ein warmes Auto ein. Und nach 300km stehen sie auch keine Stunde sondern vielleicht 20Minuten, Tendenz massiv fallend wie sie beim neuen Hyundai Ioniq schon sehen können, der lädt von 10 auf 80% in 15Minuten. Bei durchschnittlichen 30-50km Tagesstrecke eines Normalbürgers sind insbesondere E-Autos für nahezu JEDEN geeignet. Das geplante Deutschland-Ladenetz sieht einen HPC Lader in max. 10Minuten Entfernung vor, dementsprechend würde es für einen „Nicht-Heimlader“ auch kein Problem mehr darstellen 1-2x die Woche von der Arbeit dort kurz anzuhalten und in 15 Minuten aufzuladen.

Michael M.
30 Tage her
Antworten an  Peterson82

Ja wenn das Ladenetz schon geplant ist dann kann ja im „besten Deutschland aller Zeiten“ eh nichts mehr schief gehen!
Dieser ganze Irrsinn muss dann lediglich noch bezahlt, umgesetzt und elektrisch versorgt werden, aber mit so Belanglosigkeiten geben sich die E-Auto-Gläubigen ja nicht ab, gelle …

metron
1 Monat her

Zitat aus ADAC-Studie: „Auch das reine Elektroauto könne seinen Klimavorteil erst spät ausspielen: ‚Im Vergleich zum Benziner nach 127.500 km oder 8,5 Betriebsjahren, im Vergleich zum Diesel nach 219.000 km oder 14,6 Betriebsjahren‘, heißt es.“ Studie: Elektroauto fährt „mit schwerem Klima-Rucksack“ – ecomento.de Hauptgründe: Der große „Klima-Rucksack“ von Elektro-Fzg. wg. aufwendiger und umweltunfreundlicher Batterieproduktion sowie der (realistisch betrachtet noch lange bestehen bleibende) Bezug von Strom, der NICHT aus regenerativen Energiequellen stammt. Was man jetzt noch dazurechnen müßte: Wenn die Ökobilanz eines E-Fzg. erst nach 9-14 Betriebsjahren positiv wird, ist bis dahin die Batterie derart ausgelutscht (Leistungsabfall vorher schon stetig spürbar),… Mehr

Peterson82
1 Monat her
Antworten an  metron

ich empfehle ihnen einmal den aktuellen „Impact-Report“ von Tesla durchzulesen. Da dieser Hersteller im Gegensatz zu vielen anderen weite Teile seine Produktion selbst macht, kann er viele Werte auch mit Daten unterfüttern. Das Model 3 ist bereits ab 5600 Meilen, also etwa 8000-9000km Fahrstrecke klimatechnisch besser als ein normaler Verbrenner. Selbst wenn dieser Wert doppelt so hoch wäre, wäre der Rucksack bereits nach gut einem Jahr abgefahren.

metron
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Lieber Herr Tesla-Fahrer, zunächst einmal schenke ich den Studien mehr Vertrauen, die nicht vom Hersteller selbst stammen … Sie wünschen neben der ADAC-Studie eine ‚Unterfütterung‘ mit weiteren Zahlen (aus seriösen Studien)? Bitte sehr, bitte gleich: Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2-Bilanz? (ifo.de) (Studie von Prof. Sinn/Uni München, Physik-Prof. Buchal/Uni Köln und H.-D. Karl/Energieforscher am Ifo-Inst.) Zitat: „Es folgt aus unseren Vergleichsrechnungen für den neuen Tesla Model 3 und den Mercedes C 220 d, dass auch moderne Elektroautos in den nächsten Jahren schwerlich in der Lage sein werden, einen Beitrag zur Minderung der deutschen CO2 -Emissionen zu leisten (…..)… Mehr

Michael M.
30 Tage her
Antworten an  metron

Lassen Sie es gut sein metron, mit realitätsfernen Anhängern der „Tesla-Sekte“ ist jede Diskussion verlorene Lebenszeit.
Was Elon Musk sagt stimmt in deren Augen immer und daher braucht dann auch keiner mehr selbstständig Denken, noch dazu ist das selbständige Denken der Feind einer jeden Ideologie und damit völlig kontraproduktiv …

Olaf W1
1 Monat her

Thema Plug-In-Hybrid. Ich durfte, während mein Auto in der Werkstatt war, einen Werkstatt-Ersatzwagen im Außendienst fahren, der dieses Plug-In-Zeugs hatte. Solange der extern zu ladende Akku voll ist, ist das ein Antrieb, der sehr leistungsstark ist. Ist die Batterie aber leer, was nach viel E-Fahrten in München der Fall war, war der Verbrenner auf dem Heimweg mit leerem Akku schon recht zäh. Man hatte immer das Gefühl, einen voll ausgeladenen Anhänger zu ziehen. Also wurde für die längere Autobahnetappe heimwärts der Tempomat auf 120 gestellt um ohne viel abbremsen und wieder beschleunigen den Karren am rollen zu halten. Das macht… Mehr

Whound75
1 Monat her

>Siegeszug von Hybrid-Autos setzt sich fort
Mir wurde mal gesagt, dass hauptsächlich Firmen Hybridautos kaufen um die Prämien mitzunehmen und danach immer noch mit Benzin/Diesel zu fahren. Stimmt das?

Last edited 1 Monat her by Whound75
Ben Goldstein
1 Monat her
Antworten an  Whound75

Mich würde auch wundern, wenn es hierzulande noch eine genuine Wirtschaftsentwicklung gäbe. Wahrscheinlich ist auch das Marktverzerrung.

Backlog
1 Monat her

Ich verstehe überhaupt nicht die Skepsis gegenüber E-Mobilität 😉 Seit 2 Jahren fahren wir (zumindest mit dem Drittwagen) elektrisch. Ich verpasse keine Gelegenheit zu erwähnen, wie toll alles ist, dass unser Nutzungsspektrum nahezu voll abgedeckt ist und welch wertvollen Beitrag wir für die Umwelt leisten. Seitdem sind wir beliebt und werden bewundert wie nie. Nicht selten werden wir als „Experten“ zu Rate gezogen. Wildfremde Menschen rufen uns an. Insofern haben wir das Ziel „gesellschaftliche Anerkennung“ mehr als erreicht. Was gibts sonst noch zu erwähnen? Wir benutzen die Kiste praktisch nur noch im ortsnahen Verkehr, da sie für mehr kaum zu… Mehr

Peterson82
1 Monat her
Antworten an  Backlog

Also ich war in diesem Sommer mit meinem E-Fahrzeug in Italien. Ich habe das Reiseziel eingetippt, bin losgefahren und wurde von Supercharger zu Supercharger geleitet. Durchschnittliche Haltezeit ca. 20Minuten. Ich brauchte keine Karte, keine Registrierung, keine Apps sondern habe einfach eingesteckt wenn ich laden wollte. Während ich bei hohen Temperaturen irgendwo was essen war, habe ich den Wagen auf angenehme 24C° durchklimatisierien lassen. Es gab keine Reichweitenangst, da Supercharger genug vorhanden waren und alle 300km mal für 20Minuten Pause zu machen war spätestens nach 900km eine angenehme Sache. Ich habe nichts vermisst, im Gegeteil, der Tesla Autopilot ist auf der… Mehr

Ben Goldstein
1 Monat her

Weiß jemand zufällig um die tatsächliche Energieeffizient von E-Autos? Das Argument ist ja, dass sie weniger Energieverlust hätten als Verbrenner. Aber die Energie muss ja vom meist fossilen Rohstoff, z.B. Braunkohle, erst in Strom umgewandelt werden, bevor sie noch einmal im Auto von Strom in mechanische Energie umgewandelt wird. Was ist der Tatsächliche Energieverlust je nach Stromquelle? Wieviel Extrastrom wird gebraucht, um das alles überhaupt umzusetzen? Was ist ungefähr die Obergrenze von „erneuerbaren“ Energien (Es kann ja nicht JEDE freie Fläche in einen Sonnenkollektor umgewandelt werden.)? Während ich so tippe, merke ich, dass ich grob die Antworten kenne. Eigentlich ist… Mehr

Menkfiedle
1 Monat her
Antworten an  Ben Goldstein

Den Förderern der E-Mobilität geht es nicht um die Effizienz im Vergleich zum Verbrenner, sondern um die Reduzierung der CO2 Emissionen. Beim derzeitigen Strommix ist das E-Auto nach 80.000 km Laufleistung gleich gut (schlecht) in der CO2 Emission, danach besser. Das IFO Institut und auch VW haben hierzu jeweils eine Studie verfasst. Man müsste also dringend den CO2 freien Stromanteil erhöhen. Das geht aber erst mal nicht, da man ja aus der Kernenergie aussteigt. Die Grünen sagen, das wird schon, durch massiven Ausbau von Wind und Sonnenenergie. Dummerweise sind die besten Standorte schon belegt. Wie das gehen soll ist leider… Mehr

Last edited 1 Monat her by Menkfiedle
Ben Goldstein
1 Monat her
Antworten an  Menkfiedle

Danke für die ausführliche Darstellung. Vorweg zu Frau Baerbock: Ich mache mich auch unpopulär, wenn ich sage, dass man sie auch nicht intellektuell unterschätzen darf. Sie ist kein Genie, aber sie ist bauernschlau genug, gefährlich zu werden. Das Wort „Cobalt“ kommt vermutlich ursprünglich von Kobold und Versprecher wie diese sind noch kein Beleg dafür, dass jemand nicht mitdenken kann. In Baerbocks Fall reicht es jedenfalls, um Positionen von intelligenteren Ideologen einigermaßen richtig wiederzugeben. Ähnliches gilt auch für Frau von der Leyen, die auch ihre Böcke schießt („Wir brauchen einen künstliche Intelligenz mit Verantwortung … Die KI-Algorithmen müssen transparent offengelegt werden.“).… Mehr

Menkfiedle
29 Tage her
Antworten an  Ben Goldstein

Ich kann Ihnen nur zustimmen. Was uns ja offeriert wird, ist eine Energiewende, die im Schatten des Fukushima-GAUs getroffen wurde. Der Ausstieg aus der Kernernergie ab 2010 wurde nicht unter Klimaaspekten getroffen – leider. Man könnte – auch heute noch – weil es nie zu spät ist – darüber diskutieren, welches WorstCase-Szenario das Schlimmere ist: 3 SuperGAUs in den nächsten 70 Jahren irgendwo auf der Welt ( beim massiven Ausbau der Kernkraft ) – oder X- 100 – Millionen Tote bei einer Erderwärmung von 5°C? Das sind doch die beiden Extreme, von denen so viele solche Angst haben! Also warum… Mehr

Ben Goldstein
28 Tage her
Antworten an  Menkfiedle

Ja, und mit 5°C in den nächsten 70 Jahren rechnet auch keiner, weil es unwahrscheinlich ist. Auch der angeblich in seinen letzten Zügen liegende Golfstrom scheint noch locker ein paar Jahrhunderte zu halten. Die Idee ist wohl, dass das Salzgehaltgefälle, das den Strom von der US-Ostküste nach Europa befördert, durch das Gletscherabschmelzen außer Kraft gesetzt wird. Da frag ich mich schon als Laie, wieviel Gletscher von wo in den Ozean abfließen müsste. Müssen wir warten bis der Nordpol und Grönland abgeschmolzen sind? Wäre zu so einem Zeitpunkt der Golfstrom überhaupt noch unsere Sorge?…

JamesBond
1 Monat her
Antworten an  Menkfiedle

CO2 benötigen Pflanzen zum wachsen, mal sehen ob es noch genug grünt nach 4 Jahren Grüner Kommunistischer Regierungsarbeit. In NRW haben diese Grünen zusammem mit der SPD gezeigt was sie können: Nix!

Peterson82
1 Monat her
Antworten an  Ben Goldstein

Jedes E-Auto ist effizienter, selbst mit 100% Braunkohle geladen. Sie haben ca. 2-3% Wandlungsverluste am D/C Wandler wenn sie das Fahrzeug laden, ca. 10% Verlust bei der Fahrt und dem E-Motor. Vielleicht noch 2% Transformationsverluste und Transportverluste. Macht ca. 15% Verlust vom Kraftwerk bis in die Räder. Kohle emittiert ca. 820g CO² pro Kilowattstunde. Ein gutes E-Auto verbraucht ca. 15Kilowattstunden auf 100km. Das macht 12,3KG CO² auf 100KM. Ein Diesel mit 6Liter Verbrauch emittiert auf 100km ca. 16KG CO². Die Raffination, Exploration, Förderung und der ganze Rattenschwanz mal außen vor gelassen. Das würde das wohl auf 20KG bringen. Nun laden… Mehr

Ben Goldstein
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Danke für die Aufstellung. Also man muss das einfach mal durchrechnen und eben die darüber hinaus gehenden Umweltschäden der Technologie mit berücksichtigen. Wie oben gesagt, bin ich v.a. genervt davon, dass man mittlerweile so oft angelogen wurde, dass man tatsächlich alles selbst durchgucken muss. Also: Keine Ahnung. Aber ihre Rechnung ist ein Ausgangspunkt, um es sich weiter anzuschauen.

Menkfiedle
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Das ist nicht richtig. VW und das IFO – Institut sind unabhängig voneinander in Studien unter Berücksichtigung der Vorkettenefekte bei der Produktion von PKWs zum Ergebnis gekommen, dass das E-Auto bis zu einer Laufleistung von 125.000 km in der CO2 Bilanz schlechter abschneidet als ein vergleichbares Diesel-Auto. Erst ab dieser Laufleistung ist die Bilanz besser, wobei die Unterschiede marginal sind. Zugrunde gelegt bei der Berechnung wurde der deutsche Strommix in 2018 ( ca. 45% Anteil erneuerbarer Energie ). Wenn man jedoch berücksichtigt, dass jedes ZUSÄTZLICHE E-Auto im Strommarkt einen zusätzlichen Verbraucher darstellt (weil Sie sich anstatt wie bisher ein Diesel-Auto… Mehr

metron
30 Tage her
Antworten an  Menkfiedle

100% ‚Erneuerbare‘ kann und wird es nie geben, weil in einer Nacht, in der kein Lüftchen weht (weder Solar- noch Windenergie) das ‚Strom-Tal‘ mit konventionellen Energieträgern (Kohle, Gas …) kompensiert werden muß. Das heißt, Kohlekraftwerke müssen stets vorgehalten werden, deren Anfahren und Drosselung für Ausgleiche ist aber sehr kostenintensiv. Auf der anderen Seite kann es Stromspitzen aus ‚Erneuerbaren‘ geben (kräftiger Wind am hellen Tag), für die es keinen Abnehmer (Käufer) gibt. In diesem Fall müssen die teuren Windmühlen abgeschaltet werden …

Menkfiedle
30 Tage her
Antworten an  metron

100% ‚Erneuerbare‘ kann und wird es nie geben…

Kann es geben, wenn man den Umweg über E-Fuels geht.
Dann aber stellt sich die Frage, warum man in die E-Mobilität geht, anstatt die E-Fuels wie gehabt zu verbrennen…..

Fritz Mueller
30 Tage her
Antworten an  Peterson82

Ein Tesla 3 braucht lt. ADAC tatsächlich ca. 20 kWh/100 km dazu kommen ca. 25 % Ladeverluste in der Summe also ca. 25 kWh/100km (im Winter mehr). Ein Braunkohlekraftwerk emitiert 1,36 kg CO2/kWh. Der Tesla mit Braunkohlestrom geladen, würde 34 kg CO2, also mehr als das Doppelte des Diesel verursachen. Durchschnittlich werden im deutschen Strommix 0,55 kg CO2/kWh Strom emitiert, also 14 kg für 100 km mit dem Tesla. Das entspricht 5,4 Liter Diesel, also etwa gleich viel. Nun kommt aber noch eine ca. 80 kWh Batterie beim Tesla dazu. Die Herstellung der Batteriezellen erfordern ca. 150 kg/CO2 pro kWh… Mehr

dherr
1 Monat her

Die Förderung der E-Autos aus Steuergeldern ist ein Verbrechen gegenüber denjenigen Steuerzahlern, die sich nie eines der überteuerten E-Autos leisten werden können. Die Reichen und Superreichen Angeber-Käufer werden damit subventioniert. Schämt euch, Merkel-Regime!

Bubba
1 Monat her

Das Lustige an den Hybriden ist wohl der Umstand, daß die meisten ihn sich nur aufgrund der auch steuerlichen Vorteile kaufen, dann aber praktisch nie den Elektroantrieb benutzen. Wir lügen uns selbst in die Tasche.
PS: das Wort „vorprogrammiert“ existiert nicht, da „pro“ schon „vor“ bedeutet.