Mit einer „Ausbildungsplatzabgabe“ werden in Berlin künftig Unternehmen für fehlende Ausbildungsplätze bestraft. Die Botschaft der Politik ist klar: Unternehmer gelten als Schuldige an der heraufziehenden Beschäftigungskrise, ihr vermeintlicher Egoismus wird als Ursache sozialer Verwerfungen ausgemacht.
picture alliance/dpa | Britta Pedersen
Deutschland ist wahrlich kein gutes Pflaster für Unternehmer und Gründer. Und Berlin schon mal gar nicht. Ambitionierte Individuen, die den Anspruch an sich stellen, außerhalb der staatlichen Subventionswelt Karriere zu machen und sich eine eigene Existenz aufzubauen, stoßen in dieser seltsamsten der europäischen Hauptstädte auf ein Klima der Verachtung und puren Feindseligkeit.
Berliner Politik, und da spielt es wahrlich keine Rolle, wer gerade am Ruder sitzt, pflegt eine Kultur gesellschaftlicher Spaltung. Die Parteien scheuen keine Mühe, um die gemeinsam verursachten ökonomischen und sozialen Verwerfungen in der Stadt mit einer nie endenden Medienkomödie zu kaschieren.
Um noch einmal zu unterstreichen, dass man in Berlin angesichts der heraufziehenden Krise keineswegs bereit ist, Verantwortung für das sichtbare Desaster zu übernehmen und stattdessen lieber die Unternehmer an den Pranger stellt, beschloss der Berliner Senat ein entsprechendes Gesetz. Unternehmen, die nicht ausreichend Ausbildungsplätze bereitstellen, werden in der Zukunft finanziell zur Ader gelassen.
Unter dem aparten Titel „Ausbildungsförderungsfondsgesetz“ (AusbFFG) regelt künftig die allwissende Berliner Bürokratie – Sie wissen schon, das sind jene, die ein halbes Jahr Zeit benötigen, um Ihnen einen neuen Pass auszustellen – wie hoch die Zahl der Ausbildungsplätze in den jeweiligen Unternehmen auszufallen hat.
Das Gesetz wurde am 26. März beschlossen und soll am ersten Januar 2028 in Kraft treten. Bis dahin wollen die Berliner Top-Ökonomen und Sozialstaatsingenieure des Roten Rathauses die Detailarbeit abgeschlossen haben, die zur exakten Berechnung des Azubi-Schlüssels noch offen geblieben ist. Als Maß zur Berechnung dient die jeweilige Bruttolohnsumme der Betriebe.
Da es sich bei der Wirtschaft in den Augen der typischen Berliner Sozialisten, und damit sind die Vertreter sämtlicher Parteien angesprochen, abgesehen von der AfD, um einen monokausalen, lediglich von Gier und Abzocke beseelten Monolithen handelt, lässt sich die Regel auch undifferenziert auf sämtliche Unternehmen branchenübergreifend anwenden.
Das ist schäbig, gesellschaftlich destabilisierend, aber kaum überraschend: sozialistischer Moder eben. Dieser unreflektierte Hass, die Hetze gegen Mittelschicht und Leistungsträger, bildet die typische Kraftquelle des Sozialismus – Ressentiment, billiger Neid auf die Leistung anderer. Wenn dieses Verhalten institutionell in der Politik auftritt, ist es ein sicherer Indikator für weit fortgeschrittenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verfall.
Sicherlich: Man braucht die Unternehmerschaft, die Selbstständigen, die Investoren, um ihnen die finanziellen Mittel abzupressen und das sozialistische Experiment in die Zukunft fortzuschreiben. Dass ausgerechnet Auszubildende als Vehikel dieses Raubzugs und medienpolitischer Hebel auserkoren werden, war zu erwarten.
Der Angriff der Politik auf die Unternehmer wird nun auf sämtlichen möglichen Ebenen vorgetragen. Je enger es fiskalisch wird, desto aggressiver schlägt die Politik um sich. Und die Logik ist simpel: Wer nicht nach den vorgeschriebenen Rezepten und Regeln der Politik produziert, sei es im Bereich der Ausbildung oder der Emissionen, wird sanktioniert. Die Komplexität der Ökonomie, die Unterschiede der Wirtschaftssektoren, des Standorts oder der einzelnen Betriebe werden ignoriert.
Die Bruttolohnsumme wird so zur moralischen Maßzahl, der Unternehmer zum Gefangenen einer politischen Formel, die in einer der zahllosen Arbeitsgruppen des Parteienstaates akribisch zurechtgestutzt wurde.
Nirgendwo ist dieser Verfall der deutschen Gesellschaft so sichtbar wie in seiner parasitären Hauptstadt, die am Tropf des Umlandes hängt. Die, nennen wir sie Berliner Politelite, erhebt längst nicht mehr den Anspruch, eine gesellschaftliche Kraftzelle von Modernisierung und Inspiration zu vertreten. Besäße man die Traute, sich als Stabilisator meritokratischer Werte von Leistung und Seriosität zu verstehen, erntete man wohl nichts als bissigen Spott. Berlin bleibt Berlin, und seine fundamentale Herrschaftsregel lautet ganz cäsarisch: divida et impera – teile und herrsche, suche Feindbilder, die man politisch und medial ausschlachten kann, um vom eigenen Versagen abzulenken.




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Die Ausbildungsplatzabgabe gabs aber schon in den 1980ern mal in der BRD….so neu ist das Konzept nicht
Ist nicht die Berliner Politik dafür zuständig, die Jugendlichen ausbildungsfähig zu machen? Da sollte mal jemand darauf hinweisen, dass die nicht qua Verordnung oder Gesetz passiert. Letztlich geht es der Politik ja nur darum, jemad anderen für die gescheiterte Bildungspolitik zahlen zu lassen.
Die Phantasie der unfähigen Politdarsteller, die deutsche arbeitende Bevölkerung und nun auch noch die Unternehmer auszuquetschen, kennt keine Grenzen. Das ist so ungeheuerlich, dass zu hoffen ist, die Schliessungen von Betrieben werden rasant steigen. Die null-bock Generation, die sich obendrein durch totale Nicht-Bildung auszeichnet, will und wird nicht arbeiten. Wo bleiben die Demonstrationen, wo formiert sich endlich Widerstand ?
Gibt es das nicht bereits mit der SOKA- Bau Umlage? Natürlich branchenspezifisch.
Wie wahr, wie wahr. Hinzu kommt noch, dass die Bewerber eines Ausbildungsplatzes die denkbar schlechtesten bildungsmäßigen Voraussetzungen mitbringen. Die bringen es einfach nicht und gehen halt dann in die Politik, von der sie aus ihren sozialistischen Müll weiter missionieren können.
‚Ausbildungsplatzabgabe‘, diese „Idee“ ist nicht neu. Mit etwas anderer Bezeichnung gab es das im vorigen Jahrhundert schon einmal. Wann genau genau und wer das aufgekocht hat weiß ich nicht mehr. Ist Jahrzehnte her.
Der Hintergrund war, das bestimmte Firmen gut ausgebildete Lehrlinge abgegriffen haben, aber selbst nie ausgebildet haben. Zu viel Kosten bevor sich diese amortisieren. Und so wurde versucht ein Riegel davor zu schieben.
Da war die landesweite Situation aber ganz anders. Die Wirtschaft brummte und den Meisten ging es ziemlich gut.
gabs in den achzigern,richtig und war auch richtig gedacht
Genau, Unternehmenspolitik wird jetzt von weltfremden Politkasperln per Verordnung vorgeschrieben. In Deutschland funktioniert alles per Gesetz und Verordnung. Auch der Untergang.
Und wenn es nicht genug Bewerber gibt, zahlt die Landesregierung eine Ausgleichszahlung?
Für die Kontrolle kann man sicher wieder ein paar GenossInnen einstellen!
Ich wüsste gar nicht wen unsere Firma ausbilden soll, für die IT gab es letztes Jahr nur einen einzigen Bewerber. Der war leider ungeeignet…