Hörgeräte: Hightech im Ohr

Sie sind schneller als ein Verkehrsflugzeug, ja sogar schneller als ein Kampfjet. Sie sind so klein, dass sie in ein Ohr passen: Hörgeräte. Winzige Hightech-Apparate, in deren Inneren schnelle Prozessorenchips Signale im Millisekundenbereich verarbeiten.

 

Hörgeräte – sie sollen denjenigen helfen, besser zu hören, deren Gehör beschädigt ist. Davon betroffen sind nicht nur ältere Menschen, sondern auch viele junge.

Über die Ursachen wissen die Experten noch nicht allzuviel: Zu laute Musik, Krach und Lärm – das kann das Gehör beschädigen. Im Inneren des Ohres nehmen rund 15 000 sehr feine Haarzellen Geräusche, Töne und Sprache auf und wandeln diese Schallwellen in elektrische Nervensignale um, schicken sie zum Gehirn.

Aber warum bei fast jedem Menschen im Laufe seines Lebens viele dieser feinen Haarzellen verloren gehen, weiß niemand. Auch nicht, warum in jedem Lebensjahrzehnt rund 2100 der 35 000 Hörnerven verschwinden, mit denen der Mensch auf die Welt kommt. Gesichert ist allein, daß auch genetische Komponenten einen Einfluß haben können.

Für die Betroffenen unangenehm: Zum Beispiel in der Abflughalle eines Flughafens oder einer Bahnhofshalle ist es in der Regel sehr laut. Stimmengewirr, Lautsprecherdurchsagen – für Hörgeschädigte ein Alptraum. Normalerweise erkennt das Gehör mit erstaunlicher Präzision die Richtung, aus der ein Schall kommt. Er trifft zum Beispiel zuerst auf das linke Ohr, dann – einen Hauch später – auf das rechte Ohr. Diese geringe Zeit reicht dem Gehör, die Richtung zu erkennen.

Zudem kommt Schall von vorn mit einer anderen Frequenz als einer, der von hinten an das Gehör dringt. Schwierig für Menschen, die nicht richtig hören können, in solch einer Situation alle Redenden richtig zu verstehen. „Intelligentes Hören“ nennen das die Wissenschaftler, also die Fähigkeit, Klangbilder räumlich zu trennen.
Mit High Technology versucht die Industrie, wettzumachen, was Sinnesorgane wie das Ohr nicht mehr liefern können.

Aber das Gehör ist erstaunlich anspruchsvoll. Wenn das Gerät nicht schnell genug ist, kann der Mensch nichts verstehen. So muss ein Hörgerät innerhalb von 3-5 Millisekunden die Signale verarbeiten. Innerhalb fünf Millisekunden legt unser Kampfjet etwa 1,5 Meter zurück. Das Gehör stellt also besonders hohe Ansprüche an die Technik. Das schafft ein übliches Handy bei weitem nicht.

Neue Hörgeräte haben eine Netzwerk-Funktechnik eingebaut. Dazu gehören die Hörgeräte für beide Ohren. Zusätzlich gibt es eine Technik, die die Verbindung zur Außenwelt liefert, zum Handy oder zum Fernseher zum Beispiel. In Zukunft könnte es eine direkte Anbindung ans Internet oder an andere Kommunikationssysteme geben.

Völlig neue Technologien haben die Wissenschaftler entwickelt, damit die Geräte an die individuellen Verhältnisse bei jedem einzelnen angepaßt werden. Mit Computerhilfe können die individuellen Einstellungen gewählt werden.
Und künftig soll man von seinem iPhone das Hörgerät fernsteuern können, wo man sich befindet: im Konzertsaal, Bahnhofshalle, in einer lauten Maschinenhalle. Das soll dann die Einstellungen sofort verändern.

Das, was das Gehirn normalerweile vollautomatisch erledigt, übernimmt moderne High Technology.

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Kommentare

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  • Fritz Goergen

    Deshalb steht er unter Unternehmensportraits.

  • Reinhard Aschenbrenner

    Nein, weil dazu verstanden werden müsste, was bestimmte Nervensignale genau bedeuten. Das würde aber dazu führen, dass noch ganz andere Dinge möglich wären, zum Beispiel Internetanschluss für menschliche Gehirne, umprogarmmierte Hirne etc.

  • Till

    Liebe Redaktion, was schreibt ihr da? Falls Ihr Euren Lesern Informationen vermitteln wollt, dann würde ich jetzt eher von Desinformation sprechen. Die iPhone-Steuerung samt Wahl der Hörsituation gibt es übrigens schon seit zwei Jahren.

  • Petra Miller

    Nun, zumindesst für die die das bezahlen können.