Liegt in Grün die Hoffnung auf eine bessere Welt?

Von der Utopie der klassenlosen Gesellschaft, dem feudalen Versprechen vom Platz an der Sonne oder dem Griff nach der Weltherrschaft - an und für sich hat dieses Volk genug Verirrte für die Geschichtsschreibung hervorgebracht. Das sozioökonomische Experiment der moralisch motivierten Verarmung eines Wohlfahrtstaates durch Deindustrialisierung wäre nicht nötig gewesen.

IMAGO / Norbert Neetz
Grün sollte sie sein, unser aller Hoffnung auf eine bessere, nachhaltigere und gerechtere Welt. Es wäre das Grün einer modernen, nachhaltig intensivierten Landwirtschaft, die die Ernährung der wachsenden Bevölkerung sicherstellen kann und gleichzeitig Energieträger und technische Rohstoffe in bedeutendem Umfang zu liefern vermag. Eine Landwirtschaft, die die Grundlagen für mehr Biodiversität genauso schaffen kann wie die Minderung von Emissionen, die Tierwohl nach wissenschaftlich begründbaren und praktikablen Standards genauso umsetzt wie den Aufbau von regionalen Wertschöpfungsketten. Und tatsächlich wären die Voraussetzungen dafür jetzt so günstig wie nie zuvor. Nicht nur weil der technische Fortschritt faszinierende Lösungen parat hält und das Bewusstsein um die Notwendigkeit ressourcen- und umweltschonender Wirtschaftsweisen überall, und somit selbstverständlich auch in der Landwirtschaft angekommen ist.

Es sind die jungen Landwirte, also jene Generation, die in Kürze die Nachfolge in der Betriebsleitung antreten wird oder das bereits getan hat, auf der durchaus begründete Hoffnungen ruhen. Die besondere Technikaffinität der Generation Smartphon- Nutzer kann sicher jeder nachvollziehen, der schon einmal sein Mobiltelefon von seinem halbwüchsigen Nachwuchs einrichten ließ. Angewandt auf die Landwirtschaft bedeutet solche Technikbegeisterung jedoch die selbstverständliche Praxis der Sensor-gestützten und satellitengesteuerten Präzisionslandwirtschaft ebenso wie die Begeisterung für bodenschonende bzw. bodenfruchtbarkeitsfördernde Anbaumethoden Aber auch das Etablieren raffinierter Fruchtfolgen sind typische Betätigungsfelder der Jungen Bauern. Sie wollen sich ausprobieren, sind unverbraucht und risikobereit.

In der Tierhaltung sind komfortable Ställe für die Hofnachfolger selbstverständlich – ob Wasserbetten für Kühe oder tierwohlgemäß eingerichtete Aktionsbereiche in Mastställen. Wir haben es sehr wahrscheinlich mit der bislang am besten ausgebildeten, intensiv vernetzten und innovationsfreudigsten Landwirtsgeneration zu tun, die es jemals gab. Ihnen, den hoch motivierten Jungen, ist alles zuzutrauen, was sich eine moderne, verantwortungsbewusste Gesellschaft wünschen sollte. Nur eines können die „jungen Wilden“ vom Lande nachweislich nicht: aus 400-seitigen phrasenreichen und eher sinnleeren Fachrechtsverordnungen Inspirationen herausholen.

Mal ehrlich, welchen Sinn kann eine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur verbindlichen Nährstoffbedarfsplanung zu Vegetationsbeginn, die die gesamte Wachstumsperiode zu umfassen hat, in einer so hoch technisierten Präzisionslandwirtschaft haben? Und auch das Verständnis für vage Aussagen, die aus wenig belastbaren Datenbasen hergeleitet werden, hält sich in Grenzen. Jeder Jobrechner einer beliebigen Landmaschine wertet stündlich deutlich mehr Datensätze aus, als im Testnetzsystem eines ganzen Bundeslandes zur Überwachung der Grundwasserqualität für einen 5-Jahreszeitraum ausgewiesen werden. Kann unter derartigen fachrechtlichen Rahmenbedingungen eine vertrauensvolle, fortschrittsorientierte Kooperation funktionieren?

Was kann man von einer Kultur halten, die sich zum Ziel gemacht hat, den wichtigsten Berufsstand nach Kräften und durchaus außerhalb geschmackswahrender Grenzen zu verhöhnen und medial und politisch durch gezielte Falschaussagen zu diffamieren? Das zu Ende gehende Jahr erreichte vorläufige Höhepunkte hinsichtlich Verleumdung, paradoxem Verhalten und Selbsttäuschung einer zunehmend schizophren wirkenden Gesellschaft.

Eigentlich sollte im ersten Jahr nach der Machtergreifung der laubfroschfarbenden Partei und ihrer Erfüllungsgehilfen die große Transformation an Fahrt aufnehmen. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ließ dann jedoch die Ideologien mit der Realität kollidieren und Illusionen zerplatzen an der Lebenswirklichkeit. Die nicht ganz abwegige Annahme, dass eine pazifistische Politik nur dann Aussicht auf beständigen Erfolg haben kann und auch nur dann sinnvoll ist, wenn sich alle Staaten konsequent, verbindlich und auf Dauer an diesen Vorsatz halten, fand auf grausame Art ihre Bestätigung – war das wirklich nicht vorhersehbar? Dann erwies sich die in typisch deutscher Überheblichkeit propagierte Energiewende, als das, was sie in Wahrheit ist: die Ablösung von nuklearen und heimischen fossilen Energieträgern durch importiertes Russengas, das immer dann einspringen muss, wenn die „Erneuerbaren“ nicht liefern können – aus ebenso trivialen wie in Politik und Medien mehrheitlich unverstandenen Gründen.

Schließlich wurde durch den Ukrainekrieg deutlich, wie sehr die globale Versorgung mit Nahrungsmitteln auf Kante genäht ist und wie schnell durch einzelne Lieferausfälle Nahrungsmittelkrisen und Hungersnöte drohen. Das wiederum ließe Zweifel am Sinn der angestrebten Politik einer großflächigen Extensivierung der Landwirtschaft zu – aus sozialen und ökologischen, vor allem aber aus humanitären Gründen. Möglicherweise ist dieses Dilemma sogar der Besatzung im Bundesministerium für Landwirtschaft aufgefallen. Denn außer ein paar Worthülsen war erstaunlich lange nichts aus dieser Richtung zu vernehmen. Vielleicht fand sogar der jetzige Agrarminister heraus, dass seine Textbausteine, mit denen er bislang auf alle möglichen Fragen geantwortet hat, nun wirklich nicht mehr ganz zur Situation passen wollten?

Wer, in etwas unreinen Gedanken, sich je an der Vorstellung gequält haben mag, wie sich ehemalige Spitzenpolitiker dieses Landes, beispielsweise aus dem Gesundheitsministerium, in bestimmten Lebenssituationen, ihren Neigungen entsprechend, zu bücken pflegen, der wird durch die formvollendete Verbeugung des aktuellen Ministers für Wirtschaft und Klimaschutz vor dem Emir von Katar, womöglich entschädigt worden sein. In der Hoffnung, dass sein Gastgeben zum Gasgeber wird, erwies er dem ansonsten in Deutschland medial schonungslos als Blutscheich gescholtenen Despoten einen bemerkenswerten Respekt. Anschließend ging der für seine Eitelkeit berühmt gewordene Insolvenzrechtserklärer gemeinsam mit Kanzler Olaf, den Vergesslichen, auf Tournee – nicht wirklich erfolgreich beim Auffinden von neuen Lieferanten fossiler Übergangsenergieträger, aber seit den legendären Kaffeefahrten von Erich Honecker Ende der 70-iger Jahre haben sich deutsche Regierungsmitglieder wohl nicht mehr so flehentlich bettelnd in der Welt umgetrieben.

Nachdem während der Pandemie die allgemeine Scheu vor der Gentechnik aufgegeben worden ist, nachdem die typisch linksgrünen pazifistischen Standpunkte einer regelrechten grüne Kriegseuphorie gewichen sind und nachdem sich grüne Politiker tatsächlich öffentlich die eigentlich als Klimaanomalie eingeschätzte warme Winterwitterung wünschten, schien der Weg in eine akzeptable Realpolitik geebnet zu sein. Das scheiterte aber letztlich dann doch an den charakterlichen und intellektuellen Defiziten unserer aktuellen politischen „Elite”. Angesichts der Konzentration an Bildungsverweigerern in Parlament und Regierung nicht wirklich überraschend. Merkwürdig war dann aber doch die Unverfrorenheit mit der in der Berliner Blase über die zu Untertanen degradierten Bürger geherrscht wird, stets um den Vorteil der eigenen Klientel mehr bedacht als zum Wohle des Volkes.

Nun sind Beutegreifer in der deutschen Politik kein neues Phänomen. Resterampen und Gnadenbrotkoppeln für abgehalfterte Politiker in Gestalt dubioser Stiftungen gab es ja vorher schon. Etliche Parteisoldaten ehemaliger Volksparteien schafften es während der Corona- Pandemie irgendwie auch nicht, amtlich vorgeschriebene aber dennoch eher sinnlose Mundnasenbedeckungen von einem Ort zum anderen bringen zu lassen, ohne sich dabei schamlos die Taschen zu füllen. Der jedoch durch die Ampelmännchen praktizierte Umtrieb von bereits hochdotierten bzw. hoch subventionierten NGO-Eliten direkt an die fetten Tröge der Macht ist schon besonders. Dort werden sie sehr wahrscheinlich auf längere Sicht durch ein eigenwilliges Politik- und Staatsverständnis, vor allem aber durch ihre erwiesene Ahnungslosigkeit und Ideologiebesessenheit die Prozesse der Entscheidungsbildung kontaminieren.

Eigentlich sollte eine demokratisch verfasste, marktwirtschaftlich organisierte Gesellschaft mit einer Netzreserveverordnung genauso fremdeln, wie deutsche Fußballfans mit dem Begriff Vorrundenaus. Der Regierung fielen zur Bewältigung der aktuellen Energiekrise aber eben nicht etwa die bewährten Instrumente der Marktwirtschaft ein, wie dem Zulassen eines nachhaltigen Angebotsausbaus. Sie tat das, was auch schon in der Finanzkrise, der Flüchtlingskrise und der Corona-Politik-Krise gemacht worden ist: sie brachte Geld aus der Notenpresse in Umlauf und nannte das niedlich „Doppel-Wumms“, gespeist aus einem „Sondervermögen“. Eine etwaige Freude darüber wird vergleichbar sein mit der wohlig wärmenden Wirkung, die von einer eingenässten Unterhose an einem frischen Wintertag ausgeht. Der Segen solcher Aktionen geht schnell vorüber, die Lasten aber werden bleiben. Und sie kommen nach Expertenmeinung noch stärker als bereits präsent in Gestalt von Inflation in Kombination mit wirtschaftlicher Rezession.

Im Sommer steckten tausende Urlauber auf deutschen Flughäfen im Reisechaos fest. Den vernunftbegabten, neutralen Beobachter wird das fragend zurückgelassen haben. Zum einen überrascht doch die Tatsache, dass eine Gesellschaft, die überaus komplexe Projekte für einen Klacks hält, wie dem Markthochlauf der Wasserstofftechnologien, der rein pflanzenbasierten ernährungsphysiologisch vollwertigen Ernährung aus regionalem Bioanbau oder der vollständigen Integration von Flüchtlingen nach unbegrenzter Migration, an einer alltäglichen und eher schlichten Aufgabe, wie der Gepäckabfertigung, scheitern kann. Vor allem aber ist es erstaunlich, dass in einem Land, dessen Bevölkerung sich durch Aussagen zur Klimawirkung rülpsender Kühe in Wallung bringen lässt, das ökologische Gewissen und die Sorge um den geschundenen Planeten immer pünktlich zur Ferienzeit kollektiv eine Pause einlegt. Aber nicht nur die sonnenhungrigen Urlauber aus dem Land der Klimakleber zeugen vom grünen Paradoxon. Unabhängig von der Wählergunst und dem grünen Zeitgeist endete auch in diesem Jahr am Regal die Moral. Der Umsatz an Biolebensmitteln ist stark rückläufig und von den politischen Tagträumereien weit entfernt. Stattdessen haben Discounter und mehr noch die Tafeln Konjunktur.

Von der Utopie einer klassenlosen Gesellschaft, dem feudalen Versprechen vom Platz an der Sonne oder dem Griff nach der Weltherrschaft – an und für sich hat dieses Volk genug Verirrte für die Geschichtsschreibung hervorgebracht. Das sozioökonomische Experiment der moralisch motivierten Verarmung eines Wohlfahrtstaates durch Deindustrialisierung hätte man, zumindest vom Standpunkt der bürgerlichen Vernunft aus betrachtet, besser auslassen können. Es scheint aber der deutschen Volksseele zu entsprechen, sich immer wohl an der Spitze einer eingebildet fortschrittlichen Bewegung zu fühlen. Und auch die Beharrlichkeit, mit der Irrwege begangen werden, notfalls auch einsam und gerne konsequent bis zum Untergang, ist typisch deutsch. Den Wiederaufbau beherrscht dieses Volk aber nachweislich auch recht gut. Und darauf sollten sich alle freuen, die einer staatlichen Planwirtschaft, aus geschichtlicher Erfahrung heraus, kritisch gegenüberstehen, denen Freiheit mehr bedeutet, als bei Freakshows im Trash-TV abstimmen zu können oder über sein Geschlecht selbst bestimmen zu dürfen und die unter Gerechtigkeit mehr verstehen als eine durch Gendern verhunzte Muttersprache. Denn auch wenn die grünen Kobolde zusammen mit ihren Gesinnungsgenossen nur das liefern, was vom Volk bestellt worden ist, dass die Begeisterung am Niedergang, die Lust am Verarmen und das Verständnis für ein Dunkeldeutschland der Teelichtöfchen-Ratgeber, der Empfehlungen Waschlappen oder Kaltduschpinkeln und der Lastenfahrradvorfahrt ewig anhält, ist nicht ausgemacht. Es sind eindeutige Zeichen einer Phase der Hochdekadenz dieser Gesellschaft, die vorübergehen wird.

Rein technisch gesehen werden die eher laut als klug propagierten Ziele der aktuellen grünen Politik jedenfalls nicht mit einer Museumslandwirtschaft zu realisieren sein. So wie die Effekte einer vegetarischen Ernährung auf die Ressourceninanspruchnahme deutlich überschätzt werden, so entschieden wird die Leistungsfähigkeit der so genannten ökologischen Landwirtschaft überschätzt. Vor allem aber werden die Möglichkeiten, die in der modernen Landwirtschaft liegen, fatal unterschätzt.

Es bleibt die Hoffnung auf die Bereitschaft zum gründlichen Faktencheck und daraus folgender Einsicht bei den politischen Entscheidungsträgern. Leider konnten zahlreiche Landwirte in diesem Jahr diese Hoffnung nicht mehr aufbringen und gaben ihre Höfe auf.


Holger Kersten ist Landwirt und Unternehmensberater


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Kommentare ( 17 )

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horrex
28 Tage her

Was wir erleben ist im Grunde doch das uralte Rattenfänger-Spiel der „Kirche“ samt a l l e r Ideologien: Mit dem Fegefeuer (jetzt Klima etc.) d r o h e n und auf der anderen Seite mit dem Himmel (jetzt „ich bin Einer der das RICHTIGE „denkt und GLAUBT“) locken. –
Siehe das uralte Märchen vom Rattenfänger von Hameln: Er kam tanzend in seinem buntem Gewand, spielte gar fürtrefflich auf der Schalmei und die „Kindlein“ folgten ihm in die dunkle Höhle und wurdenfprtan nichtmehr gesehen.-
DAS funktioniert – zeitgemäß verpackt – bis heute!!!

abel
29 Tage her

Ich kann die verlogene mediale Klimapolitik nicht mehr ertragen. Ja, das Klima verändert sich: In Europa wird es wärmer, woanders dafür kälter. Am Ende pegelt sich das Klima ein. Es sollte ja extrem trocken werden in Deutschland und es regnet schon den ganzen Januar. Kein Wort davon in den Medien, könnte ja den Hype ums Klima ins Wanken bringen.

Renz
29 Tage her

Ein fantastischer Artikel. Wunderbar alles auf den Punkt gebracht. Wenigstens fast alles. Das Thema BW und innere wie äußere Sicherheit wären es wert gewesen ähnlich aufpoliert zu werden. Also hoffe ich auf ihren nächsten wunderbaren Verriss pardon Artikel. Sie waren doch als Landwirt beim Bund? Na dann mal los.

Max Nebel
30 Tage her

Gut geschrieben, eigentlich.
Aber ist der Absatz „Wer, in etwas unreinen Gedanken, sich je an der Vorstellung gequält haben mag, wie sich ehemalige Spitzenpolitiker dieses Landes, beispielsweise aus dem Gesundheitsministerium, in bestimmten Lebenssituationen, ihren Neigungen entsprechend, zu bücken pflegen, …“ nicht doch reichlich unter Niveau? Soll das Humor sein?
Oder ist das wirklich missverständlich und ich gehöre einfach nur zu denen, die es falsch (oder gar nicht) verstanden haben? Dann bitte ich um Erläuterung.
Außerdem natürlich Gruß an alle Schreiber und Leser!

Rosalinde
30 Tage her

Die Grünen wissen nicht was Unternehmen wirklich sind und wollen das auch nicht wissen. Die glauben doch tatsächlich, dass die Unternehmen für die grünen Politiker da ist. Aber so ist das nicht.
Wenn die grüne Politik, einschließlich deren Verharmlosung von Verstaatlichung, den Unternehmen nicht mehr nützt, dann können die Grünen weg.

bfwied
30 Tage her

Sehr gut geschrieben, aber die Hoffnung teile ich immer weniger, auch wenn einzelne zarte Lichtlein weit hinten in der Finsternis leise blinzeln! Der Grund liegt in der Verwässerung der Kultur, der kulturellen Leistungen, d. h. im Downsizing der Intelligenz, der Bildung, des Arbeitsethos bzw. der Leistungsbereitschaft. Derzeit geben viel zu viele resigniert auf. Die Zukunft der Landwirtschaft dürfte tatsächlich in der kleingekammert angepassten Arbeitsweise und Produktion liegen. So, wie in Italien die Cultura mista wiederentdeckt wird derzeit, die Äcker erstaunlich außerordentlich gepflegt werden, so müsste hierzulande die Landwirtschaft alles ausnützen, nicht nur die Technik der bedarfsgerechten Düngung/Bewässerung, sondern auch der… Mehr

horrex
30 Tage her

So sehr ich teile was sie an Kritik und besonders Charakterisierung unserer „Verhältnisse“ ausführen … ihre Hoffnung teile ich nicht!
Und verweise – zum x-ten Mal an dieser Stelle – auf das uralte Märchen vom Rattenfänger von Hameln. Sie hatten dort ein Problem. Und riefen Einen der Vieles versprach, der in buntem Gewand gar fürtrefflich auf seiner Schalmei spielte, dazu gar possierlich tanzte … und die „Kindlein“ folgten ihm in die dunkle Höhle und wurden nie mehr gesehen.
Genau DAS erleben wir.
Rette sich wer kann.
Wir werden „ganz unten durch müssen“.

GeWe
30 Tage her

Vielen Dank, Herr Kersten, für diesen kenntnisreichen und witzigen Beitrag.
Solange es solche Menschen wie Sie in Deutschland gibt, ist noch nicht alles verloren.

thinkSelf
30 Tage her

„Grün sollte sie sein, unser aller Hoffnung auf eine bessere, nachhaltigere und gerechtere Welt. „ Nein, sollte sie nicht. Und auch die sinnfreien Wieselwörter wie „Nachhaltigkeit“ und „Gerechtigkeit“ dürfen natürlich nicht fehlen. Es braucht auch kein „Bewusstsein ressourcenschonender und umweltschonender Betriebsweisen“. Es braucht lediglich knallharte betriebswirtschaftliche Kalkulation. Abgesehen davon das „umweltschonend“ auch nur eines dieser dem Bullshit Bingo Begriffe des aktuellen Zeitgeistes ist, kann und muss man „Ressourcen“ nicht „schonen“. Sondern man setzt sie effizient ein um den Wohlstand zu erhöhen. Und da ist noch viel Platz nach oben. Ich kann mir immer noch keine 100 Meter Yacht oder einen Flug… Mehr

Micci
1 Monat her

In Grün liegt die Hoffnung auf die Herrschaft der Dummen.

Sonst gar nichts!