Wachstum schafft Wohlstand

Der Club of Rome hat mit Prognosen immer schief gelegen. Deutschland braucht Wachstum, Innovation und einen hohen Grad an Beschäftigung. Die Rezepte des Club of Rome sind hierfür untauglich.

© Christopher Furlong/Getty Images

Der Wohlstand der Menschen in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Das verfügbare Einkommen je Arbeitnehmer hat sich laut Statistischem Bundesamt seit 1970 gut vervierfacht. Die Sozialleistungen je Einwohner haben sich seit 1960 vervierfacht. Dies alles wurde erst möglich durch die hohe Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen, durch Innovationen, durch wirtschaftliches Wachstum und durch unsere intensive Einbindung in den internationalen Handel von Gütern und Dienstleistungen. Auch der Wohlstand anderer Industrie- und Schwellenländer, nicht zuletzt in Ost- und Südostasien, ist eng mit wirtschaftlichem Wachstum, technischem Fortschritt, Innovation und Außenhandel verbunden.

Der Club of Rome liegt seit Jahrzehnten schief mit seinen Prognosen und Empfehlungen. Er blendet Innovationen aus, z. B. mit Blick auf Energie- und Umwelttechnologien, und kommt damit leider auch verlässlich zu falschen Schlussfolgerungen und Empfehlungen. Beispiel: Der Club of Rome sagte in den 70er Jahren voraus, dass viele Rohstoffe in sehr naher Zukunft erschöpft seien. Dies ist nachweislich nicht der Fall. Neue Rohstoffvorkommen und neue Technologien zur Rohstoff- und Energiegewinnung sowie im Bereich der Energieeffizienz wurden ignoriert. Aus falschen Grundlagen lassen sich aber auch nur fehlerhafte Prognosen und Politikempfehlungen ableiten.

Die jetzt vom Club of Rome vorgelegten Politikempfehlungen reihen sich in die Qualität seiner bisherigen Analysen und Empfehlungen ein. So wird ernsthaft empfohlen, in Industrieländern, die ohnehin in mehr oder weniger starkem Maße mit dem demographischen Wandel und relativer Kinderarmut zu kämpfen haben, weniger Kinder zu bekommen. Und dies soll allen Ernstes mit einer Prämie in Höhe von 80.000 (sic!) Dollar an alle Frauen erreicht werden, die bis zum 50. Geburtstag höchstens ein Kind großgezogen haben. Damit würden massive Fehlanreize gesetzt. Die Gesellschaft würde weiter überaltern. Von den unvorstellbaren und unbezahlbaren Kosten sowie massiven Mitnahmeeffekten einer solchen Maßnahme ganz zu schweigen – je eine Million Frauen würde das 80 Milliarden Dollar Kosten bedeuten, d. h. gut 25 Prozent des kompletten Bundeshaushalts, das ist unrealistisch.

Nicht nur Industrieländer, sondern auch Schwellen- und Entwicklungsländer haben sich stets dann am besten entwickelt, wenn sie gute Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum und für eine erfolgreiche Integration in den Außenhandel geschaffen haben. Gute Staatsführung gehört dazu. Große Herausforderungen in dieser Hinsicht gibt es aktuell etwa in vielen afrikanischen Staaten.

Von Anfang an übersehen wurden vom Club of Rome der zunehmende Ersatz von fossilen durch regenerative Energien in immer neuen Bereichen, ebenso erhebliche Fortschritte in der Energie- und Rohstoffeffizienz sowie neue Technologien zum Klimaschutz. Hier erleben wir weltweit eine neue gewaltige Dynamik, in nächster Zeit etwa auch im Bereich der Automobilantriebe.

Auch die weiteren aktuellen Vorschläge des Club of Rome gehen in die falsche Richtung. Etwa aktuelle Verhandlungen zu modernen Freihandelsabkommen abzulehnen und das wirtschaftliche Wachstum auf ein Prozent jährlich zu begrenzen. Oder den Faktor Arbeit durch zusätzliche gesetzliche Urlaubstage zu belasten und teurer zu machen sowie Unternehmens- und Erbschaftsteuern massiv zu erhöhen. Wachstum würde damit schlicht in andere Regionen der Welt abwandern. Dorthin, wo oft wesentlich schlechtere Sozial- und Umweltstandards gelten. Die Vorschläge des Club of Rome gingen direkt zu Lasten des erarbeiteten Wohlstandes und unserer vergleichsweise hohen und umweltgerechten Lebensqualität in Europa.

Um es klar zu sagen: Deutschland braucht Wachstum, Innovation und einen hohen Grad an Beschäftigung. Die Rezepte des Club of Rome sind hierfür untauglich. Sie führen uns nicht in das anstehende nächste Industrie- und Informationszeitalter, sondern zurück in die Steinzeit.

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