Linke unter sich bei Anne Will

Anne Will betreibt kräftig Wahlkampfhilfe für die Linke und lädt gleich zwei tiefrote Genossinnen ein, die die „grausame Realität“ in unserem Land geißeln.

Snapshot ARD

Eine volle Sendung reservierte Anne Will für ein Thema, das gerade einmal 13 Prozent der Deutschen wichtig finden: „Soziale Gerechtigkeit“. Das ergab die Umfrage des ZDF-Politbarometers vom 25. August. An der Spitze der brennenden Probleme stand laut der gleichen Umfrage für 51 Prozent der Befragten das Thema „Einwanderung/Flüchtlinge“. Ich bin neugierig, ob es dazu auch noch eine ganze Sendung bei Will geben wird, bei der die Hälfte der Diskutanten dann AfD-Vertreter sind.

Deutschlands grausame Realität

Zeitweise war die Hälfte der Talkshowgäste bei Anne Will diesmal von der Linken. Neben Olaf Scholz von der SPD und Armin Laschet von der CDU diskutierten mit Sarah Wagenknecht und Maurike Maaßen gleich zwei Genossinnen der Linken über das Lieblingsthema dieser Partei: „Soziale Gerechtigkeit“. Und es geht schlimm zu in Deutschland, wie die ver.di-Gewerkschaftsfunktionärin und Linken-Vertreterin – hauptberuflich im Supermarkt an der Kasse tätig -, berichtet. Sie prangerte die „grausame Realität“ in Deutschland an, die sie an der Ladenkasse täglich erfährt: Leute, die einkaufen, müssen ihre Ware wieder vom Band nehmen, weil sie die nicht bezahlen können. Überall im Supermarkt findet man aufgebrochene/angebrochene Verpackungen, weil „die Leute Hunger haben“. Da wundert es einen, warum Millionen Menschen aus der ganzen Welt ausgerechnet ins grausame Hungerland Deutschland kommen wollen. Wenn Maaßens Beschreibung der „grausamen Realität“ (mehrfach wiederholt) der Hungerleidenden in Deutschland stimmt, ist es schwer erklärlich, warum Deutschland das Wunschland Nr. 1 für Millionen Zuwanderer ist.

Wagenknechts verzücktes Lächeln

Für jeden Linken-Anhänger wurde eine Vertreterin eingeladen: Sarah Wagenknecht im schneeweißen Kostüm und mit teurem Kettchen für die bürgerlichen Anhänger und die Kassiererin aus dem Supermarkt mit vier Piercings und grün tätowierten Armen und grün tätowiertem Hals für die Gewerkschafts-Fraktion.

Die Leistungsfiktion im modernen Wohlfahrtsstaat
Die Definition einer neuen Klassengesellschaft
Nachdem Maaßen ihre Werbebotschaften abgesetzt hat („Von der Linken bin ich noch nie enttäuscht worden“) und Wagenknecht angesichts der geballten Agitprop-Wahlhilfe im öffentlichen Fernsehen aus dem verzückten Lächeln gar nicht mehr herauskommt, hat Will eine schwere Aufgabe für Olaf Scholz: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz sei es in einer vorangegangenen Talkshow leider trotz aller Mühen noch nicht gelungen, Frau Maaßen wieder für die SPD zu gewinnen. Jetzt, so Will, solle mal der Hamburger Bürgermeister ran und das Kunststück fertig bringen. Die Frage, ob der eher hanseatisch-bürgerliche Sozialdemokrat Scholz die eifernde Agenda 2010-Hasserin überhaupt wieder in seiner Partei haben will, kommt Will nicht in den Sinn.

Laschet: Mietpreisbremse wird nicht abgeschafft

Und dann stieß noch eine alleinerziehende Mutter aus Berlin-Köpenick zu der Runde hinzu, die derzeit für ihre 100 qm-Wohnung 930 Euro warm (!) bezahlt und nun wegen einer anstehenden Mieterhöhung von 50 Euro, die sie sich nicht leisten kann, eine neue Wohnung sucht. Wieder ein Beispiel für die grausame Realität in Deutschland und die schreiende soziale Ungerechtigkeit. Will fordert die Zuschauer auf, wer eine günstigere Wohnung im Angebot habe, der solle sich melden. Vorwurfsvoll konfrontiert Will den armen Armin Laschet mit der Anklage, er wolle den Mietern das Leben in Nordrhein-Westfalen jetzt noch viel schwerer machen. Begründung für diese abenteuerliche These: Im Koalitionsvertrag stehe, dass die Mietpreisbremse dort abgeschafft werden solle. Laschet bestreitet das jedoch eigenartigerweise – die Mietpreisbremse solle bleiben. Da sehe ich schon Zoff mit der FDP, denn Will hat Recht: Eben wurde in der Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, dass die Mietpreisbremse in NRW abgeschafft werden soll.

Nächste Woche gibt es bei Anne Will das Duell von Merkel und Schulz – und danach diskutiert „Wetten das?“-Thomas Gottschalk mit Karl-Theodor zu Guttenberg (inzwischen ohne Dr.) darüber, wie sich die Spitzenkandidaten geschlagen haben.

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Kommentare ( 18 )

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Ich hab, bedingt durch familiäre Animation, den Sonntagabend vorm TV verbracht. Hier mein Resümee: – „Lindenstraße“: im Fokus standen eine tunesische „Flüchtlings“-Familie und deren Belange, Teile der Sendung liefen in Arabisch (mit deutschen Untertiteln); – „Weltspiegel“: Belange der arabisch-afrikanischen, ebenso migrantischen (Koreanerin in den US) Welt wurden nahegebracht. Ein Beitrag beschäftigte sich mit deutschen Landminen um El-Alamein; Grundton: ‚Die Deutschen sind uns deswegen heute noch was schuldig‘; – Nachrichten: Bericht über innereuropäische Grenzkontrollen, ohne zu hinterfragen, ob die überhaupt etwas bewirken? Jedenfalls wurde das suggeriert, inklusive ‚beschwichtigenden‘ Merkel-Auftritts. Dann: Berichte über terroristische Anschläge, jedoch gefolgt von einer längeren Sequenz über… Mehr

Kommt nicht wieder vor!
Aber mancher weist auf das Aussehen hin –
das sollte auch nicht wahlentscheidend sein.

Korrektur: Fürsorgliche Belagerung muss es heissen.

Ihre Empörung in Ehren, aber
die Frau Wagenknecht wird genauso von den, wie G.Jauch es nannte,
bedrängenden Interessengruppen, in dieser Runde platziert, wie
die übrigen Teilnehmer auch. Da lässt man nichts anbrennen.

Die am besten passenden Kämpfer(innen) im Wettbewerb der Schattenboxer um soziale Gerechtigkeit sind diejenigen, die beim

Publikum als: ‚Endlich nennt mal jemand die Dinge beim Namen‘, ankommen.

Das scheint in der Tat des Rätsels Lösung bei der Frage: Warum das alles?!?!?

Weil offenbar mit „Flüchtlings“-Krise richtig Kasse gemacht werden kann. Ähnlich verachtenswert wie der Kriegs-Gewinnler ist der „Flüchtlings“-Krisen-Gewinnler…. auch wenn uns das immer exakt anders herum verkauft wird!

„Folge dem Weg des Geldes!“ Hier sollten wir lautstark Aufklärung fordern!!!!

Leistungslos zu leben, kann treffend benannt werden.

Lass ich jetzt aber.

Vermieter, der an Dyskalkulie leidet?

Die aufgebrochenen Verpackungen gab es in unserer Stadt nur solange, wie es
eine Erstaufnahme als Verteilstation gab. Auch in den Läden war die Neugier zu
beobachten, was wohl in der Verpackung stecken könnte und daher wurden sie
geöffnet. Seitdem die Erstaufnahme vor Monaten schloss, gibt es kein Problem
mehr mit diesem Thema. – Wenn ich mehr Ware auf das Band lege, als ich momentan mit dem mitgeführten Geld bezahlen kann, dann sollte ich besser mal meine Rechenkünste auffrischen, statt die Schuld bei anderen zu suchen.

Dabei wollte ich mal nur lesen und nicht selbst schreiben…. aber genau das schoss mir gestern während dieser absurden Sendung (bin nur aus Versehen reingezappt…. ehrlich!!!) auch durch den Kopf….

Unser Land hat echte und sehr bedrohliche Probleme; einiges bereits über Jahre und Jahrzehnte selbst-gezüchtet, weiteres durch „Menschen-Importe“ ohne Sinn und Verstand… aber statt die Dinge mal klar beim Namen zu benennen, macht die Redaktion rund um „Anne will und kann nicht“ eine Sondersendung zum Thema „Gesundbeten der Sozialdemokratie“.

Bizarres Theater!!!