Bei Illner: Hetz‘ as hetz‘ can

Das öffentlich-rechtliche Talkmuster Alle gegen einen ging diesmal gegen Ralf Schuler von BILD, der sich der Einheitsfront der Kämpfer gegen Rechts nicht unterordnet.

Screenshot ZDF

Endlich wieder linke klare Kante bei Maybrit Illner. Wir haben in dem Moment eingeschaltet, als Sawsan Chebli sich, hübsch in Pose gesetzt, als Hassopfer präsentieren durfte, und ab da war längst klar: Das wird ja was werden!

Denn natürlich ging es bei „Worte, Wut, Widerspruch – Hass verbieten, Meinung aushalten?“ nicht um linke Hetzer oder Wut und Hass der Antifanten etwa gegen Immobilienfirmen (eine leitende Mitarbeiterin wurde vor Tagen von einem linken Rollkommando in Leipzig zusammengeschlagen), sondern eigentlich nur und ausschließlich um die AfD. Da sorgte schon der „Spiegel“-Aktivist mit der amerikanischen Ureinwohner-Frisur, Sascha Lobo, für. Für den gibt es „Hass nur in rechtsextremen Zirkeln“. Seine Lösung: Jeder, der nicht auf Saschas „Insel der liberalen Demokratie“ zuhause ist, muss raus aus dem öffentlichen Diskurs. Grenze ziehen, Mauer drum. Fertig. Lobos Meinungsblase hat anscheinend im Augenblick ordentlich Oberwasser, da scheinen die Förderungsquellen zu sprudeln, denn er packte auch gleich noch die „Hassmaschine BILD“ in seine Hassobjekte-Sammlung.

Gnadenakte der Regierenden
Wenn Politiker die Menschen zu sehr lieben
Als wäre ein Lobo noch nicht genug, hatte Illner den Pianisten Igor Levit eingeladen, der zwar angab, er sei eigentlich nonverbal unterwegs, aber heute wohl eine Ausnahme machte. „Sprache macht Klima“ sinnierte der in Russland Geborene, „das ist die Saat“, und dann vergriff er sich in den Tasten mit den feinen Tönen wohl um mindestens eine Oktave, als er aussprach: AfDler hätten „ihr Menschsein verwirkt“. Hat er solche Wortwahl aus Russland mitgebracht? Da soll es ja immer schon recht roh zugegangen sein.

Da erhob Ralf Schuler, Leiter vom „Bild“-Parlamentsbüro, denn doch energisch Einspruch, Schuler, der sich überhaupt um Ausgleich gegen die Radikalinskis bemühte. Er zeigte, dass der Geist, der da mit Igor und Sascha durch die Diskurssäle rauscht, ein Gefährlicher ist, etwa wenn im Deutschlandfunk zu hören sei, „Hassen ja, aber die Richtigen.“ „Zwei Leute haben jetzt geklatscht“, verhöhnte Lobo den „Bild“-Mann. Lobo wusste viele Jubelperser, unter denen eine aufmerksame Zuschauerin den SPD-Aktivisten Christopher Lauer erkannt haben will, schließlich hinter sich. Ja, Organisation ist alles.

So auf die Schnelle fällt uns kein politisch-korrektes Synonym für den Begriff „naives Fräulein“ ein, aber anders können wir Dorothee Bär von der Söderpartei wirklich nicht beschreiben an diesem Abend, jedenfalls war die Rolle perfekt gespielt: Der klassische Versuch, bei Konflikten wegzutauchen und keine Position zeigen zu müssen. Erst plauderte  sie von ihrer Schulzeit, wo die Mama immer gewarnt hatte: „Pass auf, wem du Zettelchen schreibst, dann hängen die noch am Schwarzen Brett“. Hate-Speech Anno Dunnemals. Dann beklagte sie wieder die Kommentare zu Peter Altmaiers Treppensturz, was ihr schon mal eine riesige Aufmerksamkeit beschert hatte, und schließlich freute sie sich in der Runde, dass die Regierung jetzt verboten hat, Frauen unter den Rock oder in die Bluse zu fotografieren. Ja, war die Dorothee schon immer so? Nebenbei soll nun auch das Fotografieren und Dokumentieren von Opfern der täglich zunehmenden Kriminalität verfolgt werden können. Interessantes Kleingedrucktes quasi. Es passiert, auch wenn man es nicht sehe will.

Beim Spiegel hat sie keine zu befürchten
Sensation: Merkels heimliche Liebe zu gepfefferten Argumenten
Dann zeigte Maybrit Illner, die Musterschülerin vom Roten Kloster in Leipzig, dass sie das mit der Hegelschen Dialektik recht gut verstanden hat. „Welche Partei hätte man denn wählen können, wenn man mit Merkels Flüchtlingspolitik nicht einverstanden war?“ Brillant! Exquisit, fürwahr! Und raffiniert fragt sie mit Cem Özdemir genau den Richtigen. „Die CDU oder die CSU“, sagte der schlichte Geist der Grünen, dessen innerparteiliche Karriere ein wenig ins Stocken geraten zu sein scheint. Hahaha. Wer mit Merkels Flüchtlingspolitik nicht einverstanden ist, solle die CDU wählen? Da kann der Cem schwäbeln, bis der Arzt kommt, ein Cleverle wird er nicht mehr. Auf die zweite schlaue Frage, wen man hätte wählen sollen, wenn man die Energiewende ablehne, schlug Cem dann die FDP vor. Ansonsten lobte er staatstragend „unsere großartige Demokratie“, zitierte Martin Luther King und Professor Gadamer, („Die andere Seite könne auch recht haben“), grundsätzlich aber setzt er bei Hate Speech auf Hausbesuche der Polizei und Gefährderansprachen. Wie bei der RAF, „die etwas übers Ziel hinausgeschossen“ sei, damals „hätten doch auch alle gesagt: Diesen Spuk beenden wir. Das brauchen wir gegen Rechtsradikalismus und Faschismus.“ Vielleicht lässt ihm ja einer ein Buch über die RAF zukommen, wo er lernt, ob da wirklich alle gesagt haben … .

Ulf Buermeyer, Strafrichter am Landgericht Berlin, wollte jetzt zum Fall Künast nichts sagen, überhaupt sei das ein wenig schwierig mit der Hassrede und der freien Meinungsäußerung. Als er dann aus der angeblichen Praxis plauderte –
„Wenn Sie ein Pfund Kaffee mitnehmen (er meinte klauen), können Sie sicher sein, dass Sie verfolgt werden.“ – da haben wir dann nicht weiter hingehört. Als würde klauen in Berlin strafrechtlich ernsthaft verfolgt! In Berlin, wo die Behörden inzwischen den Drogenhandel regeln wie auf einer Kreuzung den Verkehr. Wir hörten nur noch, es brauche mehr Personal.

Dass Lucke, Lindner und de Maizière bei Vorlesung, Rede oder Buchvorstellung von Linken behindert wurden, das sei großes Thema gewesen, aber dass ein Auftritt von Feine Sahne Fischfilet verschoben werden musste, das nicht, jammerte Lobo über das Missverhältnis links rechts. „Zerschmetterte Bullenhelme“ – fast schon verzweifelt warf Schuler dann diesen Feine Sahne-Textauszug ein, weil er wohl nicht geahnt hat, wie tief der Hass der linken „Diskutanten“ am Tisch sitzt.

Unwirksam bis kontraproduktiv
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Dem Zuschauer dürfte da schon klarer sein, warum 82% der Deutschen lieber öffentlich den Mund halten, nur Dorothee wunderte sich, dass „wir“ (die CSU) uns nicht für Frauen einsetzen dürfen, und die CDU sich nicht für Homosexuelle“. Aber sie hatte eigentlich nichts verstanden, was sie belegte mit der Behauptung, allein die AfD vergifte das Klima, obwohl sie es wenigstens am Ende der Sendung hätte besser wissen müssen. Heilige Einfalt? Oder handelt es sich bei der Aussage um einen Söderbefehl?

Jedenfalls hatte Doro kein Problem mit Lobos „Meinungsregulierung“, nur Schuler kämpfte weiter auf verlorenem Posten. Wer eine geregelte Migration fordere, sei mitnichten Rassist, Frau Schöneberger dürfe ruhig geschminkte Männer verschmähen und Herr Nuhr dürfe Greta-Witze reißen, forderte der tapfere Mann. Warte nur ein Weilchen, wollten wir ihm ahnungsvoll zurufen.

Ach, übrigens, es sei eine Schwelle überschritten, wenn jemandem das Lebensrecht abgesprochen werde, fiel dem Berliner Richter noch ein. Er bekomme jede Menge Morddrohungen, entgegnete Schuler, da werde aber nichts unternommen. Immer weiter anzeigen, tröstete der Jurist, vielleicht macht‘s irgendwann die Masse“. Berliner Humor.

Vielleicht hat der Richter aber auch die künstlich aufgeblasene Brisanz des Themas nicht verstanden, schließlich wird Heikos Netzwerk-Durchsetzungsgesetz doch von Diktaturen in aller Welt übernommen.

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Kommentare ( 165 )

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165 Kommentare auf "Bei Illner: Hetz‘ as hetz‘ can"

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dieser Lobo steckt noch immer in den Kinderschuhen. Mit seinem merkwürdigen outfit hat er halt im ö.r. einen sicheren Paltz. Wer läuft denn sonst noch so herum. Kindisch sonst nichts.

Es ist wohl kein Zufall, dass das ehemalige SED Mitglied Illner, drei bekannte Linksextreme Hetzer in die Runde einlud.
Mehr Indoktrination und Framing geht nicht.

Lobos Ziel , auch noch öffentlich dokumentiert, ist die Abschaffung des Art. 5 GG . Müsste er und sein Arbeitgeber, der sich bisher öffentlich nicht von diesem Ziel distanziert hat, nicht ganz dringend vom Verfassungsschutz beobachtet werden?

Von einem Höcke, dessen Standpunkte und geäußerte Ziele sicherlich zweifelhaft sind, der aber niemals offen oder auch versteckt die Einschränkung der Grundrechte gefordert hat; hier wird der VS aktiv. Warum hier nicht? Ist die Politik und Justiz auf dem „linken Auge blind“?

Das wäre doch einmal eine schöne Sendung. Apropos, es gibt soooo viele TV Kanäle. Warum gibt es TE nicht im Fernsehen?

Heimspiel für Sascha! Da geht man natürlich gern hin, wenn man Moderatorin und Klatschhasen auf seiner Seite weiß. Der Lobo fühlt sich dort pudelwohl und das aus gutem Grund. Dort kann er so plump und unverschämt agitieren wie er will, Widerspruch ist garantiert klein und leise.

Der Ekel steigt einem hoch beim Zuschauen.

Dem Berufspubertierenden Lobo sollte man mal mit kultureller Appropriation konfrontieren. Von wegen im Indianeraufzug öffentlich Meinungskorridore fordern. Das finde ich echt nicht gut ;-))

Ein Schlaglicht auf den Zustand der Volkspartei CSU warf auch die Rolle, die Dorothee Bär in dieser Show spielte.
Der Grüne Özdemir hat die Diskurshoheit. Die Linken Levit und Lobo laufen Amok. Und was macht die Vertreterin der CSU? Sie schaut dem Treiben lächelnd zu. Hat sie etwa dazu nichts sagen? Getraut sie es sich nicht, etwas dazu zu sagen? Oder will sie dazu nichts sagen, weil sie es klammheimlich goutiert?
Ich glaube, die CSU als konservative Kraft hat fertig.

Menschsein verwirkt, liebe AFD, und weder der Staatsfunk (Illner) noch die Relotius Medien (Lobo) bringen ein Wort der Mäßigung über die Lippen. Da sind wir also wieder. Auch der Regimekritiker in der DDR hatte sein Menschsein verwirkt.

Oh mein Gott. Wie halten sie solche Sendungen noch aus.

Was an der Sendung absolut sehenswert war, das war der Auftritt von Sascha Lobo. Ist der Mann wirklich beim SPIEGEL beschäftigt? Da kommt man aus dem Staunen echt nicht mehr heraus. Seine wirren Aussagen sollen die eines Top-Journalisten sein? Er konnte ja nicht einmal auf die einfachsten Fragen der Moderatorin eingehen. Mehrfach musste sie diese Fragen wiederholen, woraufhin er immer mehr wirres Geschwurbel von sich gab. Der Mann ist eine Bankrotterklärung des linken Journalismus.

Zitat: „Der Mann ist eine Bankrotterklärung des linken Journalismus.“

> Mhh, ich würde sagen, der Mann ist als Mann bzw grundsätzlich eine Bankrotterklärung 😉

Ich habe mir die Sendung nicht angetan, weil ich so jemand wie S.Lobo nur schwer ertragen kann. Es ist schon bezeichnend für das ÖR, dass man sich über Hass und Hetze besorgt zeigt, aber dann in der Sendung zwei Leute hemmungslos ihren Hass zelebrieren können. Mich hat besonders geschockt, dass ein Jude von „Menschsein verwirkt“ spricht. Von so jemandem hätte ich anderes erwartet. Offenbar ist für C.Özedemir die Bundeskanzlerin eine der ihren und daher macht es Sinn, CDU/CSU zu wählen, wenn man die Flüchtlingspolitik Merkels ablehnt. Ein Interesse an CDU/CSU kann ich eh nicht mehr erkennen, außer das der Beifall… Mehr