Energiewende-Kritiker fordern: Wälder statt Windkraftanlagen

Während hierzulande Hitzerekorde vermeldet wurden, belegt die globale Betrachtung gleichleibende Temperaturen im August. Während in Deutschland der Wald der Windkraft weichen muss, wäre weltweite Wiederaufforstung die zielführende Politik zur CO2-Reduktion.

Am 3. September haben Kritiker der Energiewende von Vernunftkraft und EnergieVernunft Mitteldeutschland e.V. ein Konzept zur weltweiten CO2-Reduzierung in Berlin vorgestellt. Sie kritisierten den von der Bundesregierung durch die Novelle des EEG geplanten Zubau von weiteren 10.000 -15.000 Windkraftanlagen in den nächsten zehn Jahren. „Durch ihre jetzige Klima- und Energiepolitik richtet die Bundesregierung einen ökologisch und ökonomisch beispiellosen Schaden an. Mit den weltweit höchsten Stromkosten, absehbaren Lücken in der Stromversorgung und immer höheren CO2-Abgaben belastet die Regierung die Bürger immer stärker und vernichtet zahllose Arbeitsplätze, indem sie wesentliche Teile der Industrie ins Ausland vertreibt. Zugleich wird mit der geplanten Vervielfachung der Windkraftanlagen die Zerstörung von Natur und Landschaft hemmungslos vorangetrieben.“

In den letzten Jahren wurden 20% der Windkraftanlagen in Deutschland in Wäldern (bislang 2.000 Anlagen) gebaut. Durch die politische Vorgabe des verstärkten Ausbaus von Windkraftanlagen in den Ländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen verstärkt sich der Trend der ökologischen Zerstörung unserer Wälder, denn Windenergie rechnet sich in diesen windarmen Ländern nur auf den Höhenzügen der waldreichen Mittelgebirge. Entsprechend groß ist die Zerschneidung durch befestigte, breite Straßen zu den Anlagen.

Hinzu kommen mittlerweile gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die lokale Erwärmungswirkung von Windkraftanlagen. Im Einwirkungsbereich von Wind- kraftanlagen und Windparks erhöht sich die Temperatur um bis zu 0,5° Celsius. Normalerweise kühlt die Luft oberhalb der Erdoberfläche in der Nacht ab. Aber die rotierenden Flügel der Windkraftanlagen gleichen das starke Temperaturgefälle in der Nacht aus und schaufeln Wärme zurück auf den Erdboden. Dies führt zu einer spürbaren Austrocknung der Böden im Umkreis der Windkraftanlagen. In Wäldern ist dieser Effekt besonders schädlich.

Ein Hektar Wald speichert 10 Tonnen CO2 pro Jahr. Wissenschaftler der ETH Zürich haben ermittelt, dass weltweit ein Aufforstungspotential von 900 Millionen Hektar vorhanden ist.

Quelle: Crowther Lab/ETH Zürich

Präsident Trump hatte den Vorschlag im Januar 2020 in Davos aufgegriffen. Seine Zielvorgabe, eine Billion Bäume zu pflanzen, wurde von deutschen Medien lächerlich gemacht. Aber: eine Billion Bäume würden den weltweiten Zuwachs an CO2 in der Luft halbieren.

Ein Anteil von 75 Millionen Hektar der weltweit 900 Millionen Hektar Wald reicht, um das CO2 aus Deutschland aufzunehmen. Das ist aber gar nicht erforderlich, da ohnehin die Hälfte des CO2 heute schon von Pflanzen und Ozeanen aufgenommen wird. Das Entscheidende ist die Kostenrechnung: Ein Baum speichert 500 kg CO2 in seiner Lebenszeit. Geht man von durchschnittlichen Pflanzkosten eines Baumes von 5 € aus, so kann man mit 10 € eine Tonne CO2 binden. Die Kosten zur Vermeidung von CO2 sind also 10 €/t CO2.

Die heutigen Zertifikatspreise für CO2 aus Industrieanlagen liegen bei 25 €/t. Das Gesetz über den „nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen“ verlangt ab dem 1. Januar 2021 nun zusätzlich 25 €/t CO2 auch von jedem Bürger und jedem Gewerbebetrieb bei der Benutzung von Kraftstoffen, aber auch bei Öl und Gas für Heizungen. Ab 2022 wird die Abgabe 30 € betragen und dann jährlich bis 2025 auf 55 € ansteigen. Ab 2026 soll sie dann zwischen 55 und 65 €/t CO2 liegen. Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kwh Stromverbrauch, 20.000 kwh Erdgas und einer Kilometerleistung von 10.000 km seines PKWs bezahlt ab dem 1. Januar 2021 eine CO2-Abgabe von 277 € im Jahr. Der Betrag steigt bis 2025 auf mehr als das Doppelte.

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Kaum jemand kann sich kurzfristig dieser zusätzlichen Abgabe entziehen. Es ist eine Strafsteuer. So kommen jährlich bei 400 Millionen Tonnen aus Haushalten, Verkehr und Gewerbe 10 Milliarden Euro schon in 2021 zusammen. Mit einem Betrag in dieser Höhe wird dann aus dem Bundeshaushalt ein Teil der aus dem Ruder gelaufenen EEG-Umlage für Windkraft- und Solaranlagen finanziert. CO2-Minderungseffekt dieser Umfinanzierung: Null. Aber das Geld würde reichen, um sämtliche Emissionen Deutschlands durch Aufforstung aufzufangen. CO2-Minderungseffekt: 100%.

Das Ergebnis dieser Politik wird die Zerstörung der deutschen Automobilindustrie, der chemischen und Metallindustrie sein, ein eklatanter Wohlstandsverlust wird folgen. „Deutschland betreibt die weltweit dümmste Energiepolitik“ titelte das Wallstreet Journal schon im Januar letzten Jahres. Sie wird in einem Desaster enden. Und keiner wird unserem Beispiel nacheifern, weder China, Indien, Russland, die USA noch der Rest der Welt, die für 98 % der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich sind.

Während die CO2-Emissionen in Deutschland zurückgehen, steigen sie weltweit ungebrochen. Wälder statt Windkraft weltweit zu finanzieren, ist eine ökologisch und ökonomisch vernünftige Antwort. Mit Windkraft Wälder in Deutschland zu zerstören, ist dagegen verheerend. Genauso dumm ist es, Wälder in anderen Ländern zu roden, um das Holz in deutschen Pelletheizungen oder Biomassekraftwerken zu verbrennen und enorm wachsende Mengen an CO2 freizusetzen.

Aber beides ist das Credo deutscher Energiewendepolitik.


Mehr zum Thema:
Vahrenholt/Lüning, Unerwünschte Wahrheiten. Was Sie über den Klimawandel wissen sollten. LangenMüller Verlag, 398 Seiten, 25,00 €.


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Kommentare ( 10 )

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ossiosser
1 Monat her

Gehört in Stein gemeißelt und vor dem Bundestag aufgestellt!
„Das Ergebnis dieser Politik wird die Zerstörung der deutschen Automobilindustrie, der chemischen und Metallindustrie sein, ein eklatanter Wohlstandsverlust wird folgen. „Deutschland betreibt die weltweit dümmste Energiepolitik“ titelte das Wallstreet Journal schon im Januar letzten Jahres. Sie wird in einem Desaster enden. Und keiner wird unserem Beispiel nacheifern, weder China, Indien, Russland, die USA noch der Rest der Welt, die für 98 % der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich sind.“

friedrich - wilhelm
1 Monat her

……ich habe unsere wohnungen ohnehin in waldreichen gegenden aufgeschlagen.
und hier fliege ich mit eigener maschine statt immer mit dem auto zu fahren! in deutschland ist das schier unmöglich!

all the best aus jasper/can.

Hoffnungslos
1 Monat her

Sehr guter Beitrag: Wälder statt Windkraft! Vogelflug statt Vogelschredderanlagen!

grauer wolf
1 Monat her

Die UN hat festgestellt, daß Deutschland ca. 275 Millionen Einwohner verkraften kann.
Wo sollen diese dann Wohnen, wenn alles mit Bäumen zugepflanzt wird?. Agrarflächen für die Ernährung brauchen wir ja auch noch!.
Ich stelle fest, es wir flächenmäßig eng in Deutschland.
Neuer Lebensraum im Osten?

paulrabe
1 Monat her

Für Aufforstung fehlen in Deutschland die Flächen und in Zukunft wegen dem Klimawandel auch das Wasser

Hoffnungslos
1 Monat her
Antworten an  paulrabe

Zum Roden von Waldflächen wegen der „Windkraftanlagen“ fehlen aber nicht die Flächen in Deutschland? Bäume halten das Wasser im Boden. Ohne Pflanzen trocknet alles aus. Warum wird wohl die Forstwirtschaft sei Jahrhunderten in Deutschland betrieben?

fatherted
1 Monat her
Antworten an  Hoffnungslos

Forstwirtschaft wird in Deutschland vor allem aus Profit-Gründen betrieben. Waldbauern, wie alle Wirtschaftenden, wollen verdienen…das ist auch legitim. Aber bitte nicht die Forstwirtschaft mit einem Umweltschutzverein verwechseln. Das heute so viele Bäume dem Borkenkäfer und der Dürre zu Opfer fallen haben wir einer jahrzehntelangen verfehlten Forstwirtschaft zu verdanken, die auf Monokulturen und möglichst hohen Ertrag gesetzt hat. Übrigens…es ändert sich derzeit auch nicht viel….die Wiederaufforstungen in Rodungs- oder Windbruchgebieten sind auch wieder meist Monokulturen schnell wachsender (und Ertrag bringender) Bäume.

G. Blunk
1 Monat her

So sehr ich das Buch von Herrn Vahrenholt begrüße, aber: Der (angeblich menschengemachte) Klimawandel dient doch, wie auch das China-Virus, als Vorwand für den Regiemewechsel von der Demokratie zum Sozialismus. Leider hat sich das Demokratiemodell auf Dauer nicht bewährt, weil seit einiger Zeit sehr viel (Schwarz-) Geld Regierungen und Konzerne korrumpieren. Ein Zurück zur naiven Vorstellung, dass das Volk der Souverän sei, ist nicht mehr denkbar. Und das gilt auch für die EU mit Sitz in Brüssel sowie den USA, Kanada, Australien und Neuseeland. es ist wohl kein Zufall, dass derzeit in all den genannten Ländern und Staaten die Grün/Roten,… Mehr

Iso
1 Monat her

Sicherlich ein gutes Sachbuch, aber da ist eine Klima-Mafia unterwegs, und eine skrupellose Politik, die unsere Wirtschaft, und unsere Lebensweise ruiniert. Wie man dabei nicht an Verschwörungstheorien glauben kann, oder diese leugnet, gehört bereits zur gelebten Praxis der Verschwörung. Man muss erkennen, dass sich trotz aller Produktivitätszuwächse, und des technischen Fortschritts, die allgemeinen Lebensumstände kontinuierlich verschlechtern. Die Politik ist an einem Punkt angekommen, wo sie sich nur noch um ihr eigenes Wohlergehen kümmert, und für das Leben der Menschen zur Belastung geworde ist.

Micci
1 Monat her
Antworten an  Iso

Ja, und dann wählen die Betroffenen – wie jetzt in NRW – mit Begeisterung ein „weiter so“!
Ich würde das so gerne verstehen – aber es gelingt mir jeden Tag weniger.

Oder ist das so ein ähnlicher Impuls wie bei Pferden, die ja angeblich in ihren brennenden Stall rennen, weil sie den als sicher kennen?
Nach dem Motto: Deutschland brennt, also gehen wir auf Nummer sicher und wählen -wie schon immer- CDU?
Haben wir wirklich so viel geballte Dmmheit im Land?