Mit mehr Geld für die Bundeswehr allein wird es nicht getan sein. Ein neues Buch zeigt das Versagen von Ursula von der Leyen - die jetzt zur EU-Kommissionspräsidentin befördert werden soll.
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Deutsche Tüchtigkeit und Präzision sind passé. Darf man eigentlich noch Witze machen über eine Bahn, die meist nur verspätet fährt, den Flughafen Berlin, dessen Eröffnung seit 10 Jahren verschoben wird, oder die Bundeswehr, die „den Steuerzahler ca. 43 Milliarden Euro im Jahr kostet, aber für ihre primäre Aufgabe, die Verteidigung Deutschlands, kaum einsetzbar“ ist, fragen die beiden Autoren eines neuen Schwarzbuchs, Josef Kraus und Richard Drexl.
Es geht um mehr als eine Aufzählung der Panzer, die nicht fahren, der Tornados, die nicht in die Luft und der U-Boote, die nicht unter Wasser können. Es bietet eine tiefgreifende Analyse, die damit beginnt: Wozu taugt eigentlich noch eine Armee in einer „post-patriotischen Gesellschaft“? Will sich Deutschland eigentlich noch wehrhaft zeigen – oder vertraut es darauf, dass im für sowieso unwahrscheinlich gehaltenen Verteidigungsfall die Bündnispartner einspringen werden? Ist Verteidigung überhaupt noch notwendig auf dem pazifistischen Sonderweg durch Raum und Zeit? Oder ist das alles nicht vielmehr Selbsttäuschung einer infantil gewordenen Politik?
Das höchst kompetente Autoren-Duo zeigt das alles auf, bis hin zu den korrupten Zuständen in der Beschaffung und Verwaltung. Josef Kraus gehörte 20 Jahre dem Beirat für Fragen der inneren Führung der Bundeswehr an. Richard Drexl war zuletzt Oberst, Kommandeur verschiedener Einheiten und im Verteidigungsministerium verantwortlich für Rüstungsvorhaben der Luftwaffe und des „fliegenden Geräts“.
„Abschaffen, wegtreten!“ taugt als Titel für eine Buchbesprechung, aber nicht als gesellschaftspolitische Option.
Josef Kraus/Richard Drexl, Nicht einmal bedingt abwehrbereit. Die Bundeswehr zwischen Elitetruppe und Reformruine. 240 Seiten, FinanzBuch Verlag, 22,99 €.




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