Verhandlungen über Pandemievertrag vorerst gescheitert – WHO-Chef will weitermachen

Die Mitgliedsländer der WHO konnten sich nicht einigen auf einen neuen Pandemievertrag, der nächste Woche in Genf bei der Jahrestagung verabschiedet werden sollte. WHO-Generalsekretär Tedros will weiterverhandeln und lässt nicht locker. TE auch nicht: gegen alle Weltherrschaftspläne.

picture alliance/dpa | Carsten Koall

Die Verhandlungen über einen internationalen Pandemievertrag sind im zuständigen Zwischenstaatlichen Verhandlungsgremium (INB) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag ohne Einigung zu Ende gegangen. Das Mandat des Gremiums endet damit. Die Verhandlungen sollen nun in der Weltgesundheitsversammlung fortgesetzt werden.

Das höchste beschlussfassende Organ der WHO hatte das Verhandlungsgremium 2021 eingerichtet, um ein Übereinkommen oder ein anderes Instrument auszuarbeiten, mit dem die Vorsorge vor und Bekämpfung von Pandemien gestärkt werden sollen. Dabei ging es insbesondere darum, Frühwarnsysteme auszubauen, deren Finanzierung zu sichern und einen gleichberechtigten Zugang der Länder zu Schutzinstrumenten sicherzustellen. Das Abkommen sollte nächste Woche in Genf bei der Jahrestagung der WHO verabschiedet werden.

Doch die 194 Mitgliedsländer der WHO konnten sich nicht einigen. Hilfsorganisationen und ärmere Länder fürchten laut Tagesschau, dass der Vertrag die Versorgung der Schwächsten nicht gewährleistet. Als weitere Schwierigkeit in den Verhandlungen kam laut dts weit verbreitete Desinformation über das geplante Dokument dazu. Tagesschau schreibtin reicheren Ländern gebe es Widerstand von Pharmaindustrie und Kritikern, „die fälschlich verbreiteten“, die WHO wolle im Pandemiefall über Lockdowns oder Impfzwang entscheiden.

TE berichtete ausführlich über die Inhalte des neuen Pandemievertrags. Daneben sollen auch die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) geändert werden. Die Vorschläge dafür wurden von einem weiteren Verhandlungsgremium erarbeitet und sollen anlässlich der Weltgesundheitsversammlung, die vom 27. Mai bis 1. Juni in Genf stattfindet, verabschiedet werden.

Der zwielichtige WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus sieht darin kein Scheitern. Er behauptet, man habe einen großen Fortschritt erreicht. Mehr als sieben Millionen seien offiziellen Zahlen zufolge und bei einer hohen Dunkelziffer durch die Corona-Pandemie gestorben, die ganze Welt sei von Covid als Geisel genommen worden. Er sei optimistisch, dass die Arbeit an dem Abkommen fortgesetzt werden kann, berichtet Tagesschau. Der Co-Vorsitzende des Verhandlungsgremiums, der Niederländer Roland Driece hoffe, dass es „in den kommenden Jahren“ gelingen werde, eine Einigung zu feiern.

Tedros will Lehren aus den Verhandlungen ziehen und weitermachen, um eine Einigung zu erzielen. Die Welt sei immer noch nicht gegen die nächste Pandemie gerüstet. „Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass wir als Menschen dazu neigen, den Schmerz zu vergessen und darüber hinwegzugehen, wenn er wirklich nicht mehr so groß ist“, so Tedros. „Natürlich sollten wir weitermachen, aber wir sollten uns auch immer an das Problem erinnern, das passiert ist, und nicht ruhen, bis die Lösung kommt.“

Tedros lässt also nicht locker – TE auch nicht: gegen alle Weltherrschaftspläne.

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Kommentare ( 6 )

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Maja Schneider
23 Tage her

Natürlich gibt der Herr seine Weltherrschaftsgesundheitspläne nicht auf, massiv unterstützt von der Pharmaindustrie, die das große Geschäft wittert, und Herrn Gates, der ohnehin die Weltbevölkerung dezimieren und mindestens durchimpfen will. Er ist schließlich Philantrop, zumindest sieht er sich so. Durch- oder aufatmen können wir sicher nicht

Teiresias
24 Tage her

An Deutschland ist es nicht gescheitert.
Die Mehrheit der Wähler wird nie erfahren, wie tiefgreifend die deutsche Regierung bereit war und ist, deutsche Souveränität zu verschenken und deutsche Interessen zu verraten.

Georg J
24 Tage her

Ich stelle den Wert der WHO als „operative“ Organisation komplett in Frage. Sie mag einen Wert als Informationsgremium haben, um sich über potenzielle weltweite Gesundheitsrisiken auszutauschen, aber konkrete Maßnahmen liegen in einer Demokratie in der Hand des Parlaments.
Für die nationale Pandemiebekämpfung bevorzuge ich daher die Verantwortung des RKI, das unter der Aufsicht des Gesundheitsministers steht, welcher wiederum dem Parlament gegenüber auskunftspflichtig ist.
Ein „Weltgesundheitsamt“ dient im Ergebnis nur denen, die dieses „Weltgesundheitsamt“ als „Philantrophen“ finanzieren.

D. Harry
24 Tage her
Antworten an  Georg J

Diese Maßnahmen sollten vom Parlament abgesegnet werden, aber ich halte das RKI unter Aufsicht des Gesundheitsminister für nicht geeignet. Das zeigte die letzte „Pandemie“.

Manfred_Hbg
24 Tage her

Zitat: „Tagesschau schreibt, in reicheren Ländern gebe es Widerstand von Pharmaindustrie und Kritikern, „die fälschlich verbreiteten“, die WHO wolle im Pandemiefall über Lockdowns oder Impfzwang entscheiden.“

> Aha! Danke, tagesschau. – Und, werte tagessvhau, was hat die WHO nun stattdessen vor -mhh???

Haba Orwell
24 Tage her

Müssen jetzt alle widerspenstigen Länder angerufen und derer Ministerpräsidenten an Fico erinnert werden, wie der Wertige Westen seinen Willen durchzusetzen pflegt?