Volksabstimmung: Schweiz beschließt landesweites Vollverschleierungsverbot

In der Schweiz wird ein Vollverschleierungsverbot in die Verfassung aufgenommen. Auch in Deutschland wird man sich in Zukunft mit dem Problem das aufkommenden Islamismus beschäftigen müssen - doch die meisten Medien wollen die Schweizer Initiative einfach als islamfeindlich beiseite legen.

IMAGO / Andreas Haas

Eine Volksabstimmung in der Schweiz verbietet das Tragen einer Burka und eines Nikabs im gesamten Land. Nach aktuellen Zahlen haben 52% der Schweizer dafür gestimmt. Das betrifft zwar jegliche Form der Gesichtsverhüllung und würde damit wohl auch beispielsweise Demonstranten betreffen, allerdings spricht das Egerheimer Komitee, der Verein, der diese Abstimmung hervorgebracht hat, explizit von einem Verhüllungsverbot in Bezug auf Burka und Nikab und hat seine Initiative auch dementsprechend beworben. Zur Erklärung: Der Nikab verhüllt die Frau bis auf einen Schlitz im Augenbereich vollständig. Die Burka geht noch einen Schritt weiter und setzt vor die Augen ein Gitter, sodass selbst diese nicht mehr nach außen hin sichtbar sind.

Heft 03-2021
Tichys Einblick 03-2021: Es reicht.
Verbote, die diese Art der religiösen Bekleidung betreffen, gibt es bereits in Frankreich, den Niederlanden und Österreich und nun will die Schweiz nachziehen. Befürworter dieses Verbotes sehen es als einen wichtigen Schritt im Kampf gegen den Islamismus, Kritiker hingegen als antiislamischen Rassismus (wie auch immer diese beiden Begriffe zusammenpassen sollen) und zweifeln die Notwendigkeit dieses Gesetzes an.

Diese Volksabstimmung ist nicht die erste dieser Art in der Schweiz. In den Kantonen St. Gallen und Tessin wurden bereits vor einigen Jahren per Volksabstimmung ein Burkaverbot eingeführt. 2009 wurde der Bau von Minaretten im gesamten Land verboten.

Die Anzahl der Burkaträgerinnen in der Schweiz wird auf etwa 30 geschätzt. Allerdings sehen die Befürworter der Initiative hinter der Burka nicht nur ein Kleidungsstück, sondern eine politische Botschaft – die des extremistischen Islam. Sie wird als Zeichen der Frauenunterdrückung wahrgenommen und sollte ihrer Meinung nach auch wie ein solches behandelt werden. Die Burka steht zudem als Symbol für konservative bis extremistische islamische Werte, welche mit den Werten des Westens schwer bis überhaupt nicht vereinbar sind. Das Burkaverbot wird in der Schweiz nur wenige explizit betreffen, somit hätte es eher einen symbolischen Charakter. Es würde aber den radikalen Muslimen die klare Nachricht übermitteln, dass man in der Schweiz nicht viel von ihren Werten hält und sie gar nicht erst versuchen sollten, sie gesellschaftsfähig zu machen.

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 Auf der anderen Seite muss bedacht werden, was zum Beispiel mit den Frauen passiert, welche nun keine Burka mehr tragen dürfen. Es wird wahrscheinlich die ein oder andere Frau geben, die von nun an das Haus nicht mehr verlassen darf.

Es ist eine der zentralen Fragen der nächsten Jahre: Wie geht man mit dem Aufkommen islamistischer Bestrebungen im Land und solchen Problemen um? Eine Frage, mit der sich auch Deutschland beschäftigen muss. Das Medienecho in Deutschland – wenn denn überhaupt berichtet wird – will die Initiative einfach als Islamfeindlichkeit abtun. Der Deutschlandfunk twittert: „Ungeachtet der Warnungen vor Islamfeindlichkeit und Tourismuseinbußen haben die Schweizerinnen und Schweizer für ein Verhüllungsverbot gestimmt“, beim Spiegel kommentiert man: „Ein Sieg der Ignoranz“. Ignorant ist allerdings vor allem die deutsche Augenbinde, die verhindert, sich mit diesem ernsthaften Problem auseinanderzusetzen.

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Kommentare ( 79 )

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Anton Mohr
4 Monate her

Unsere Politiker haben sich mit dem Islam nicht beschäftigt. Deswegen unsinnig sind ihre Aktionen, das gilt auch für den Herrn Seehofer. Verfassungswidrig ist die Scharia und die Aufrufe zur Gewalt gegen Andersdenkende, u.a. in der 9.Sure, die als letzte der Offenbarungen die Oberhand hat im oft widersprüchlichen Koran.

Schweigender Gast
4 Monate her

Glückwunsch an die Schweiz mit einem lachenden Auge (Vollverschleierungsverbot wird in die Verfassung aufgenommen) und einem weinenden Auge (nur 52% waren dafür). Man kann sich vorstellen, wie diese Abstimmung in ein paar Jahren, nach zunehmender politischer Einflussnahme linker Kräfte, ausgehen würde.

Last edited 4 Monate her by Schweigender Gast
Anton Mohr
4 Monate her

Die Giftzähne des Islam sind die Scharia und die Aufrufe zur Gewalt gegen Andersdenkende im Koran. Wer die ablehnt, ist okay. Unsere Politiker sollten deswegen aufhöhren mit den konservativen Moslemverbänden wie Ditib und Zentralrat der Muslime zusammenzuarbeiten. Ausbildung von Imamen im Ausland und Spendengelder aus dem Ausland, darunter Petrodollars in Milliardenhöhe müssen verboten werden.

Die Politik muss hier eingreifen! Das Verbot des Niqab den ohnehin kaum eine trägt ist ein Symbol, nicht mehr. Weitaus mehr ist nötig!

Last edited 4 Monate her by Anton Mohr
Anton Mohr
4 Monate her

Die Unterdrückung der islamischen Frau in Europa ist ein ernstes Problem. Man lese die progressive Anwältin und Imamin Seyran Ates! In „Der Multikultiirrtum“ beklagt sie die familieninterne Scharia in Deutschland, gegen die sie als Anwältin ein Berufsleben angekämpft hat und beklagt sich über die mangelnde Unterstützung durch deutsche Gerichte.

So wurde vom Gericht einer ihrer Mandantinnen gesagt: „Sie haben doch einen Moslem geheiratet! Sie wussten doch, dass Sie nicht gleichberechtigt sein würden!“

Es gibt sie, die Minderheit von Reformmuslimen. Unterstützen wir sie!

Anti-Merkel
4 Monate her

Da muss noch nachgebessert werden — das Gesetz ist leider nicht so gefasst, dass es auch die Verschleierung durch FFP2-Masken verbieten würde.

Albert Pflueger
4 Monate her

Das mit dem „antiislamischen Rassismus“ kann ich erklären. Zwar ist der Islam kein Rassemerkmal, selbst wenn man die Existenz von Rassen nicht leugnet, also kein Rassenleugner ist. Da jeder Mohammedaner aber seit der Geburt Mohammedaner ist, und der Abfall vom Glauben mit dem Tode bestraft wird, ist diese Religionszugehörigkeit einem körperlichen Rassemerkmal gleichgestellt, da gleichermaßen unveränderlich, genau wie die Hautfarbe oder die Form der Augen, oder was auch immer eine Rassenzugehörigkeit markieren mag. Es handelt sich somit um eine Rasse, die durch die religiös motivierten Mordtaten ihrer Mitglieder entstanden ist. Schon schräg, sich dann über rassistische Diskriminierung zu beklagen!

Anton Mohr
4 Monate her
Antworten an  Albert Pflueger

Mit einer Asiatin verheiratet höre ich das Wort „Rasse“ nicht gerne. Erinnert es doch an „Hunderassen“. Unbestritten sehen die Leute anders aus, wobei ich das Äußere meiner Frau sehr anziehend finde. Aber „Rasse“ erweckt den Eindruck, dass die anders ticken,von Natur aus anders wären. Das ist nicht so. Im Zusammenleben gibt es keinen Unterschied, zumal meine Frau christlich geprägt ist. Durch die Kultur könnte es Unterschiede geben, gibt es in unserem Fall auch nicht. Die äußerlichen Unterschiede sind rein äußerlich. Ich finde das Äußere meiner Frau sehr anziehend und habe sie geheiratet, weil sie so aussieht. Bei mir gibt es… Mehr

Last edited 4 Monate her by Anton Mohr
Anton Mohr
4 Monate her
Antworten an  Albert Pflueger

Es ist richtig, dass nach der Scharia auf Abfall vom Islam die Todesstrafe steht. Dementsprechend schwer haben es junge Türken und Araber,die von der westlichen Gesellschaft angezogen sind. Ihnen droht die Ausgrenzung in der eigenen Familie. Generell wirkt die Sozialisation in der Familie de facto fast wie eine Vererbung, im Fall der starken Zwänge der Scharia ganz besonders. Es ist eine Quasi-Vererbung, aber nicht im strikt biologischen Sinne. Ein Moslem-Gen gibt es nicht. Die Progressiven unter ihnen machen dann einen Kompromiss, nennen sich zwar Muslime, lehnen aber die Scharia und Gewaltaufrufe gegen Andersdenkende etwa in der 9. Sure ab. Die… Mehr

Last edited 4 Monate her by Anton Mohr
Stuttgarterin
4 Monate her

Welch erfreuliche Nachricht just zum Weltfrauentag! Die ca. 30 Burka-Trägerinnen haben die zwischenzeitlich erprobte Alternative von Masken plus Sonnenbrillen und können das Haus trotzdem verlassen.
So leid es mir tut für die Frauen, der nicht sofort eine Lösung für sich finden: Dies ist ein Beitrag für Millionen anderer Burka-Trägerinnen, die mit der Burka ein Gefängnis verbinden. Nur so können Muslimas etwas mehr Freiheit haben.

olympos
4 Monate her

Die sogenannten Femnistinnen, lassen millionen Frauen die sich gegen den Zwangsschleier auflehnen, unter schwierigen und gefaehrlichen Bedingungen, im Stich. Es sind laecherliche Witzfiguren. Vom Gehirn einschalten, kann keine rede sein.

Ralf Poehling
4 Monate her

Da zeigen sich die Vorzüge einer echten Basisdemokratie. Da wird nämlich nicht im Interesse einer kleinen fundamental denkenden Clique entschieden, die ihre Frauen unter die Verhüllung zwingt, sondern im Interesse der schweizerischen Mehrheitsgesellschaft, die solche Praktiken ablehnt. Und somit wird auch im Interesse der Frauen selbst entschieden, die zweifelsfrei nur dann auf die Idee kommen sich zu verhüllen, wenn ihnen das vorher irgendein Kerl eingeredet hat, weil er seine Frau für sein ganz persönliches Eigentum hält, das andere nicht einmal anschauen dürfen. Ich gehe jede Wette ein: Würden wir in Deutschland einen gleich gelagerten Volksentscheid organisieren, hätten wir auch in… Mehr

Skadi
4 Monate her
Antworten an  Ralf Poehling

Würden wir in Deutschland einen gleich gelagerten Volksentscheid organisieren, hätten wir auch in Deutschland in nullkommanix ein Schleierverbot.“
Die Wette gehe ich ein. Ich denke nicht, dass der Volksentscheid hier in D. so ausgehen würde. Hier hat das Verblödungszentrum bereits großartige Arbeit geleistet. Wer noch nicht links denkt, wird sich zumindest nicht wehren. Die Masse würde aus Angst, doch als Burka-Gegner entlarvt zu werden, gar nicht mit abstimmen. Hier haben zu wenige Menschen den Mut. Sollten sich doch genügend Mutige finden, würde der Entscheid annuliert.

Ralf Poehling
4 Monate her
Antworten an  Skadi

Das Durchschnittsalter in Deutschland liegt bei etwa 45 Jahren.
Der Großteil der Deutschen tickt also nicht grün-links verstrahlt, denn das gilt nur für junge Menschen ohne Lebenserfahrung.
Noch hat die Vernunft in Deutschland eine Mehrheit. Man muss sie nur mal direkt heranlassen an die Probleme und nicht permanent dazwischen funken. Bei der Einführung des Euro hat man die Bevölkerung auch direkt übergangen. Aus genau dem genannten Grund.

spindoctor
4 Monate her

Deutschland, das wohl einzige Land der Welt, in dem es als „links“ und „progressiv“ gilt, Burka oder Niqab zu tragen.
Soweit ist die Verblödung durch die SED und ihre Medien bereits fortgeschritten.

bhayes
4 Monate her
Antworten an  spindoctor

Das Problem ist bei Weitem nicht auf Deutschland beschränkt, sondern betrifft den ganzen Westen.
Selbst in der Schweiz finden ja 48% offenbar die Clanideologien, zu denen die Burka gehört, richtig gut, obwohl sie allen Grundsätzen und Grundwerten der Bürgergesellschaften fundamental und unauflösbar widersprechen.