Jeden dritten Tag kommt eine Milliarde Euro dazu

Von Januar bis September hat sich der Staat um weitere 85,8 Milliarden Euro verschuldet. Haupttreiber ist die Politik der Bundesregierung. Die Schulden reichen mittlerweile in den Billionen-Bereich.

IMAGO / STPP
Schuldenuhr vom Bund der Steuerzahler in Berlin am 6. Dezember 2023

Eitle Männer kennen das: Sie wähnen sich mit 49 Jahren noch im Bereich „Mitte Anfang 40“. Die Politik mag die Staatsverschuldung noch im „niedrigen Billionen-Bereich“ verorten. Doch selbst das stimmt mittlerweile kaum noch: Bis Ende September sind die deutschen Staatsschulden auf 2,454 Billionen Euro gestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. Alle drei Tage erhöht sich demnach die Schuldenlast im Schnitt um mehr als eine Milliarde Euro.

Um 85,8 Milliarden Euro sind die Schulden demnach im Vergleich zum Jahreswechsel gestiegen. Um 36,3 Milliarden Euro von Ende Juni auf Ende September. In diese Rechnung fließen sowohl die Schulden des Bundes als auch der Länder, Städte und Gemeinden sowie der Sozialversicherungen ein. Das Hin- und Herschieben von Bund zu Ländern zu Kommunen und zurück berücksichtigt das Amt in der Schlussrechnung nicht, was diese Abrechnung besonders aussagekräftig macht.

Wer sich dann die einzelnen Bereiche innerhalb dieser Gesamtrechnung ansieht, der registriert schnell: Es ist die Politik der Ampel, die als Schuldentreiber wirkt. Von Ende Dezember bis Ende September sind die Schulden des Bundes um 83,5 Milliarden Euro gestiegen. Sie sind damit auf rund 1,6 Billionen Euro angewachsen. Die Wumms-Politik unter dem einstigen Finanzminister und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wirkt sich also aus.

Die Länder sind zusammen mit rund 600 Milliarden Euro verschuldet. Sie konnten aber von Dezember auf September ihre Schuldenlast um 8,4 Milliarden Euro senken. Das ist unter anderem eine indirekte Folge der Corona-Politik unter Angela Merkel (CDU). Während der Pandemie war die damalige Kanzlerin auf die Ministerpräsidenten angewiesen. Seitdem tendiert der Bund dazu, die Länder in heiklen politischen Themen finanziell großzügig auszustatten – um sich Gefolgschaft zu sichern. Etwa in der Corona-Politik oder in der Einwanderungspolitik.

Die Länder können auch deshalb ihre eigenen Haushalte sanieren, weil sie genau dieses Geld nicht ausreichend an die Kommunen weitergeben. Entsprechend sind die Schulden von Städten und Gemeinden zusammen von Dezember auf September um 10,7 Milliarden Euro gestiegen. Die Kommunen sind laut Statistischem Bundesamt nun mit rund 150 Milliarden Euro verschuldet. Im grün regierten Baden-Württemberg sind die Schulden laut Amt am stärksten gestiegen.

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Kommentare ( 47 )

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Siggi
2 Monate her

Und in der Ukraine versickern Milliarden. Keiner weiß,, was mit den Geldern, die uns aus den Rippen gesaugt werden, dort passiert. Eine Abrechnung dazu gibt es nicht. Unsere Regierung pumpt unsere Steuergelder in eins der korruptesten Länder der Welt.

Klaus D
2 Monate her

Staatsschulden steigen – reichtum oberschicht steigt – armut steigt – wirtschaftkraft immer sinkt. Gibt es da vieleicht zusammenhänge? Selbst jetzt wo wir scheinbar überall nur noch krisen haben werden die reicher im mehr und reicher. Oder gerade deswegen?

Klaus D
2 Monate her
Antworten an  Klaus D

Staatsschulden steigen – reichtum oberschicht steigt – armut steigt – wirtschaftkraft sinkt. Gibt es da vieleicht zusammenhänge? Selbst jetzt wo wir scheinbar überall nur noch krisen haben werden die reichen immer mehr und reicher. Oder gerade deswegen?

Last edited 2 Monate her by Klaus D
Kuno.2
2 Monate her
Antworten an  Klaus D

Sie verwechseln leider Ursache und Wirkung! Die Staatsverschuldung steigt wegen zu hoher Ausgaben des uns regierenden Personals. Bis 2022 waren dafür ursächlich die Gelder an die mehr oder weniger Armen und dort eingeschlossen die Einwanderer. Solange die Zinsen niedrig sind, ist auch der Zinsdienst den die Regierung leisten muss niedrig. Die Unternehmer zahlen sowieso die höchsten Steuern und auch die Umsatzsteuer wird von Allen bezahlt. Die „Oberschicht“ sind in der Regel keine Unternehmer sondern Leute die in Jahrzehnten infolge beständiger Beschäftigung mit dem Geldwesen zu Vermögen gekommen sind. Achja, übrigens: Larry Fink (Blackrock) hat kein Geld, sondern verwaltet das Geld… Mehr

Klaus D
2 Monate her
Antworten an  Kuno.2

Das hat aber doch nix damit zu tun wohin das geld am ende fließt….warum dinge gemacht werden wie sie gemacht werden damit das geld nach oben fließt…das kann man sehr gut bei der zuwanderung sehen da fließt das meiste geld nach oben….

Chrisamar
2 Monate her
Antworten an  Kuno.2

Es sind Beamte im Ruhestand welche sich selbst zur reichsten Bevölkerungsschicht gemacht haben. Keine Unternehmer. Unternehmer die es sich leisten konnten, haben Deutschland bereits verlassen. Denn Kapital ist immer international und geht dahin, wo es sicher ist. Das Bürgergeld steigt und damit steigen erneut auch die lebenslangen Versorgungen der Beamten und Staatsdiener. Natürlich auch deren Versorgungen im Ruhestand. Die Versorgungen ( konsumptive Ausgaben ) werden in Deutschland aus der Tageskasse / aus den laufenden Einnahmen bezahlt. So lange es Einnahme gibt, wird am Wasserkopf der Verwaltungen ( Beamtenstand ) nicht gespart und Deutschland ist nicht pleite. Was nicht mehr bezahlt… Mehr

Alf
2 Monate her

Wo ist das Problem?
Die Aussage von Roland Berger, Olaf Scholz sei ein schlechter Krisenmanager, er könne kein Land regieren, ist zwei Tage alt.
Wenn der focus schreibt: Schwere Kritik an Kanzler Politik-Expertin rechnet mit Scholz ab: „Es fehlt ihm im Prinzip an allem, dann ist dies für alle Politdarsteller in Schland eine besondere Auszeichnung.

Sie können weder Regierung, noch Opposition.
Und wenn ein grüner Finanzminister in BW die AfD als Standortrisiko bezeichnet, dann gibt es unter der Ampel auch keine Staatsverschuldung. Alles nur Einbildung.

R.Baehr
2 Monate her

Dazu sage ich nur eines: na und? ist doch egal, 2,5 Billionen oder 25 Billionen oder gar 250 Billionen, so handelt die Verbr…..regierung in Berlin, und wenn denen das scheinbar völlig egal ist, warum soll ich mir darüber Gedanken machen? Gestern wieder irgendwo eine Diskussion das die Rentner immer mehr werden und die Arbeitnehmer deswegen länger arbeiten müssen, sonst wäre kein Geld mehr da dafür. Verbrecher allesamt die das fordern, wieviel wird alleine jedes Jahr für Flüchtlinge, Ukraine und völlig sinnlose Klimarettung verpulvert? Davon hört man kein Wort also dann ist doch alles bestens oder etwa nicht? Geld ist genug… Mehr

palimpalim2020
2 Monate her

Wie hoch sind die Zuschüsse allein für Rentner, für Zahlungen ohne vorherige Einzahlungen? Mittlerweile weit über 100 Milliarden pro Jahr. Dieser Sozialstaat müsste dringend reformiert werden. Aber leider sind die Empfänger in der Mehrheit. Die Renten/Pensionistenlobby zu kritisieren ist verpönt. Gleich bekomme ich zig Daumen nach unten. LOL und Q.E.D. !

Last edited 2 Monate her by palimpalim2020
Michael Theren
2 Monate her
Antworten an  palimpalim2020

An den Rentnern ist drastisch zu kritisieren, daß sie uns mit ihrem Wahlverhalten maßgeblich die Merkelsuppe eingebrockt haben…ihre Arbeitslebensleistung allerdings zu bezweifeln ist schäbig….das Geld floß schon seit Jahrzehnten in andere Kanäle…ohne Auslandtransfers (auch über Inländer…) würden wir in einem funktionierenden Staat rundum sorglos leben können….oder wie es Mitterrand einmal formulierte „Versailles ohne Krieg“ – heute erst recht…

Kampfkater1969
2 Monate her
Antworten an  palimpalim2020

Man hat seinerzeit die die Ökosteuer eingeführt, um die Renten zu bezuschussen! Alles schon vergessen! Wenn man die fremden Leistungen aus der Rentenkasse einstellen würde, wären die Beiträge ganz handsam. Auch die Krenkenkassenbeiträge wären ganz akzeptabel, wenn nur die Zahlenden Anspruch auf Leistung hätten!

Klaus F
2 Monate her

Die Zeiten, in denen Politiker, noch Anstand und Respekt vor dem Wähler hatten, sind längst vorbei. Die heutigen Politiker stellen das Gegenteil von dem dar, was es einmal gegeben hatte. Politiker von heute missbrauchen ihr politisches Mandat dazu, um sich für die Zukunft abzusichern. Diese Sichtweise ist gegenüber dem Wähler respektlos, zielt sie doch darauf ab, den Wähler in jeder Hinsicht rücksichtslos auszubeuten. Wer die Sozialisten wählt, weiß, wie es um die Einführung neuer Steuern und Abgaben bestellt ist. Deren Inkompetenz im Haushalten von Geld, führt zwangsläufig zum Bankrott der Bundesrepublik Deutschlands, da die Sozialisten noch nie verantwortungsvoll mit gestohlen… Mehr

thinkSelf
2 Monate her
Antworten an  Klaus F

Die Zeiten, in denen Politiker, noch Anstand und Respekt vor dem Wähler hatten, sind längst vorbei.“
Wenn ich mir den gemeinen Wähler so ansehe, gibt es dazu allerdings auch nicht den geringsten Anlass.

Klaus F
2 Monate her
Antworten an  thinkSelf

Ihre Antwort ist das beste Beispiel dafür, wie gespalten unsere Gesellschaft zwischenzeitlich ist.

IJ
2 Monate her

Es gibt aus historischer Perspektive ein ehernes Gesetz: Überschuldete Staaten vertreiben früher oder später die wirtschaftlichen Leistungsträger aus dem Land, sei es, dass sie durch Steuern und Abgaben erstickt werden oder dass sie keine günstigen Produktions- oder Absatzchancen mehr sehen. Dann entsteht eine Abwärtsspirale, die verheerend und kaum mehr aufzuhalten ist. Wir sind bereits am Beginn dieser langfristigen Abwärtsspirale.

Cimice
2 Monate her

Alle können sie mit unserem(!) Geld nicht umgehen. Ich beobachte das selbst bis in die kleinste Gemeinde. Selbst da kennt man keine Grenzen mehr. Da wird dann schon mal eine neue Grundschule für rund 18 Millionen Euro gebaut, bei etwa 5500 Einwohnern. Zwar ist eine Schule noch die sinnvollste Investition, aber wären nicht 10 Mio genug, ginge es nicht ein paar Größenordnungen kleiner auch? Jeder private Bauherr muss sich nach seiner Decke strecken, sonst geht er pleite. –
Und so wundert es nicht, dass auch in Berlin das Geld bedenkenlos mit vollen Händen hinausgeschmissen wird.

Fieselschweif
2 Monate her

Früher galt mal ein Helmut Schmidt als größer Schuldenkanzler aller Zeiten. Auch daran zerbrach damals rot-gelb. Was hat er gemacht? Er hat die Schuldenquote verdreifachte. Typisch rote Socken, möchte man sagen. Richtig und falsch: Richtig, weil Linke immer schon Schulden machten, um in die eigene Traumwelten zu „investieren“. In diesem Kreise gehören Schulden zu Lasten Dritter einfach dazu wie die Luft zum Atmen. Allerdings und zur Ehrenrettung Schmidts muss man sagen, bei Schmidt lag angfangs die Schuldenqoute im Verhältnis zum BIP bei lächerlichen 6,52%. Eine Verdreifachung bedeuten eigentlich nur eine Schuldenquote von 18,96%. Und knapp 18,96% ist selbst unter Einhaltung… Mehr

Kampfkater1969
2 Monate her
Antworten an  Fieselschweif

Das Problem von Schmidt war, dass er auf die Linken in seiner Partei Rücksicht nehmen musste. Damals eskalierte die Verschuldung, als der öffentliche Dienst eine 6% Lohnerhöhung durchsetzen konnte. Da kann man abschätzen, was die nächsten Jahre auf uns zukommt. Allerdings wird meiner Meinung nach heutzutage die Inflationsrate rechnerisch angepasst.

Kleinstaater
2 Monate her

Seit mehr als 20 Jahren werfe ich jedem Boomer (in Ba-Wü) entgegen: „Glaubt ihr etwa wirklich, dass die Migranten aus aller Welt zu uns kommen, um unseren Schuldenberg abzubezahlen und uns im Alter den Hintern zu wischen?“ Und seit mehr als 20 Jahren nicken all diese Altparteienwähler eifrig grunzend, fanatisch glaubend. Dann wird dem wohl so sein.