Saskia Esken: Islamismus keine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“

Die SPD-Chefin findet eine wirre Erklärung, warum der Kampf gegen Islamismus im Wahlprogramm keine Rolle spielt – und erntet viel Widerspruch

Screenprint: ZDF/Für & Wider
Saskia Esken, SPD-Bundesvorsitzende

Nach eigener Erklärung kämpft die SPD „seit 158 Jahren“ gegen den Faschismus. Dafür, warum der Kampf gegen den Islamismus im Parteiprogramm und auch in der Praxis keine Rolle spielt, fand die SPD-Vorsitzende Saskia Esken in einer ZDF-Talksendung eine bemerkenswerte Erklärung: Der Islamismus sei eine „radikalisierte Form des Islam“, der aber „per se keine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ausdrückt“. Offenbar spielt es für Esken nicht nur eine entscheidende Rolle, ob sich eine Ideologie gegen bestimmte Menschengruppen richtet – sie kann eine solche Ausrichtung bei islamistischen Tätern auch nicht erkennen.

Der Anschlag eines syrischen Islamisten auf Thomas Lips und seinen Lebensgefährten am 4. Oktober 2020 muss der Aufmerksamkeit Eskens offenbar völlig entgangen sein. Bei diesem Messerangriff auf das schwule Paar ermordete der nach eigenem Bekenntnis vom „Islamischen Staat“ inspirierte Täter Lips, und verletzte dessen Lebensgefährten schwer. Auch der Islamist, der im Juni 2020 drei schwule Männer im britischen Reading ermordete, befand sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in einem „religiösen Jihad“. 

Nicht nur Schwule stellen eindeutig eine Menschengruppe dar, die nach der Ideologie des Islamismus den Tod verdienen. Auch westliche Frauen gehören zu dem klaren Feindbild: Der Messer-Mörder von Würzburg etwa suchte sich ganz gezielt weibliche Opfer. 

Bei dem islamistischen Terroranschlag in Wien vom November 2020 mit vier Toten und 23 Verletzten und bei vielen weiteren Massakern in Nizza, Paris und London bildete jeweils die größte Gruppe des islamistischen Terrors das Ziel der Morde: „Ungläubige“, also alle Nicht-Muslime. 

In Frankreich gab es eine ganze Serie blutiger islamistischer Attentate, die sich gegen Juden und jüdische Einrichtungen richtete. 

Eine weitere von islamistischem Hass verfolgte Gruppe stellen alle aus Sicht von Islamisten vom Glauben „abgefallene“ Personen  dar, etwa die unter Dauer-Polizeischutz stehende Berliner Imamin Seyran Ates, außerdem Kritiker des islamischen Machtanspruchs wie der ebenfalls unter Polizeischutz stehende Autor Ahmad Mansour. 

Er gehörte auch zu den ersten, die Esken für ihre wirre und ignorante Aussage scharf kritisierte: 

Auch Seyran Ates äußerte sich ähnlich:

Twitterer aus dem SPD-Umfeld behaupteten sofort, Eskens Aussage habe sich auf den Islam und nicht den Islamismus bezogen. Allerdings: von dem Moderator wurde sie ausdrücklich gefragt, warum Islamismus im Wahlprogramm nicht vorkommt. Außerdem finden sich die Feindbilder Schwule, „Ungläubige“ und Apostaten auch im Alltagsislam. Die Aussage, gruppenbezogene Feindlichkeit gäbe es dort nicht, wäre also ebenso falsch.  Esken schob in der Sendung auch den Satz nach: „Und Islamismus ist keine Diskriminierung, das ist eine Terrororganisation, wenn Sie so wollen.“

Aus Eskens Aussage ergibt sich eine eigentlich logische Konsequenz: Niemand aus den oben aufgezählten Zielgruppen des islamistischen Hasses sollte Eskens Partei wählen, solange sie die SPD führt. 

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Kommentare ( 195 )

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friedrich - wilhelm
1 Monat her

…….wenn die frau lesen könnte und schlau wäre, hätte sie schon längst den koran und die maßgebenden hadithen gelesen und festgestellt, daß der islam a priori menschenfeindlich ist, und zwar bezogen auf gruppen und personen außerhalb der umma!!!! aber eine parteivorsitzende gewordene … kann so etwas nicht wissen! doch kein erbarmen mit iht!

Nibelung
1 Monat her

Das ist die Reaktion einer Parteiführerin, die hochgradig von den beschriebenen Typen bereits abhängig sind und im Widerspruch zu allem steht was konservativ ist, denn beide, sowohl der Islam als auch die Werte der Kirchen sind vom Ursprung her konservativer Natur und sie unterscheiden sich nur noch durch die Umformung hin zum Sozialismus, während der Islam immer noch der gleiche geblieben ist und das paßt nicht zueinander und ist nur eine Notlösung für die Muslime. Sobald sie Majoritäten besitzen werden sie dann festlegen wo es lang geht, was die Sozis nicht begreifen und immer noch daran glauben, sie würden ihrer… Mehr

Reiner07
1 Monat her

Wie gut eine Partei real ist zeigt sich an den Köpfen in der erste Reihe!
Mit dieser Besetzung kann man die SPD bereits als Partei abschreiben.

Jonas J
1 Monat her

Warum ist es so wichtig, ob es „gruppenbezogene Menschlichkeit“, wenn Terroristen Anschläge durchführen?

Aljoschu
1 Monat her

Ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, warum überhaupt noch irgendeine Gruppe oder Zielgruppe innerhalb der deutschen Gesellschaft die SPD, der eine Dame Esken vorsteht, wählen sollte oder könnte. Die traditionellen Arbeiter und Handwerker? Das ist die eigentlich Klientel der ehemaligen SPD, die von „ihrer“ Partei am schlimmsten abgestraft wurde! Ihnen zockt man das Ersparte ab, nimmt ihnen die Jobs, marginalisiert ihre Rente und sorgt dafür, dass sie sich auch in 100 Jahren kein Eigenheim anschaffen können. Wenn sie ins Krankenhaus müssen, werden sie vernachlässigt, ihre Kinder gehen auf Schulen, in denen sie sich wie in Kalkutta fühlen. Alles hausgemacht – mit… Mehr

Schwabenwilli
1 Monat her

Die Frau hat gar nicht begriffen worum es mit dem Thema ging und hat eine Antwort gegeben wenn ich sie selber gar nicht verstanden hat. Das war einfach nur Geschwätz.

Kuno.2
1 Monat her

Die Esken („wir sind doch alle Antifa“) will einfach nicht erkennen, dass der islamische Hass auf Christen, Juden, Hindus oder andere Ungläubige sich gegen diese Gruppen wendet.
Denn Juden oder Christen gehören jeweils einer Gruppe an und genau diese wird dann angegriffen. Übrigens alles im Koran nachlesbar!

petscy
1 Monat her

Diese Frau ist einfach unerträglich. Ihre fehlenden Geschichtskenntnisse dokumentiert sie schon in Ihren Eingangsworten. Auf die Frage des Moderators:
Frau Esken, Sie haben einmal gesagt: Haben wir nicht alle irgendwie einen Migrationshintergrund,  wenn wir weit genug forschen; haben Sie da mal nachgeforscht? antwortet sie (Minute 3:00)
Ja, das ist nicht so schwierig. Meine Mutter ist aus dem Egerland hierher vertrieben worden, nach Deutschland.
Sudetendeutsche sind Migranten??? Danach habe ich abgeschaltet,

Peter Meyer
1 Monat her

Die Sozialdemokraten sind wie die Christdemokraten in der jetzigen Phase Deutschlands so nahe an dem nationalsozialistischem Faschismus angekommen, dass es nur noch reine Heuchelei ist, gegen rechts (Nazis) zu sein. Bei ehrlicher Betrachtung im Spielgel zeigen die Äusserungen und politischen Forderungen in der Coronazeit kaum Unterschiede zu den Nationalsozialisten.

Proll27
1 Monat her

Nicht vergessen: Diese Gestalt wurde gewählt und zwar von der Basis der SPD. Sie ist einfach ein weiteres Beispiel für die frappierende Unfähigkeit von Frauen aus dem linken Spektrum.

Anton Mohr
1 Monat her
Antworten an  Proll27

…. zeigt die Unwilligkeit der meisten Linken, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Ausnahme: Sarrazin, und der Ex-Berliner Bezirksbürgermeister Horst Buschkowski, beide SPD. Beide schrieben Bücher darüber.

Auch die Begeisterung, mit der grüne Frauenrechtlerinnen frauenfeindliche konservative Muslime ins Land holen läßt nur an den Kopf greifen. Die benutzen den Kopf nur, um die Krawatte dran festzubinden.

Last edited 1 Monat her by Anton Mohr
Michaelis
1 Monat her
Antworten an  Anton Mohr

Meine Vermutung ist, dass die „grünen Frauenrechtlerinnen“ mit dem Islam nicht das Geringste am Hut haben (siehe A. Schwarzer, gleich was die wählt), sondern ganz pragmatisch auf den Import von „Manneskraft“ setzen, und damit u.a. nicht nur den „Marktwert von Weiblichkeit“ (Verhältnis von Angebot zu Nachfrage) verbessern, sondern auch die vom Radikalfeminismus angewiderten (deutschen) Männer endgültig ins Bedeutungslose zu versenken. Und bei allem natürlich auch auf die „Macht der Anpassung“ setzen gemäß dem Motto: jeder Mann lässt sich bei entsprechender Behandlung angemessen „sozialisieren“.