Wenn Kardinal Marx geht, weint ihm kaum jemand eine Träne nach

Ob Marx aus den von ihm genannte Gründen abtreten will, oder einfach nur genug hat von den Mühen des Amtes, werden die der Römischen Kirche Verbliebenen nicht erfahren.

IMAGO / Sven Simon

Schon im Mai habe der Münchner Kardinal und ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Reinhard Marx Papst Franziskus gebeten, seinen Amtsverzicht anzunehmen. Meldet die Tagespost: »Marx gehe es darum, Mitverantwortung für die „Katastrophe des sexuellen Missbrauchs zu tragen“.«

Nun habe Franziskus Marx erlaubt, das an ihn gerichtete Schreiben zu veröffentlichtlichen, und ihn beschieden, dass er bis zu einer Entscheidung seinen bischöflichen Dienst weiter ausüben solle. Protokollarisches ist ja in Kreisen wie der Katholischen Kirche oft wichtiger als Religiöses.

Ob Marx aus dem von ihm genannte Gründen abtreten will oder einfach nur genug hat von den Mühen des Amtes, werden die der Römischen Kirche verbliebenen Gläubigen nicht erfahren. Dass ihm viele Katholiken innerhalb und außerhalb der Amtskirche keine Träne nachweinen, seit er zusammen mit einem evangelischen Bischof in Jerusalem das Kreuz abgelegt hat, um Anhänger des Islam nicht zu inkommodieren, ist eine Zeitnotiz.

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