Beschimpft und bedroht: Mann protestiert mit Israel-Flagge vor Hagener Rathaus

Ein Mann hat mit einer Israelflagge friedlich vor dem Hagener Rathaus demonstriert und wurde beleidigt und angegriffen. Die Stadt versuchte, ihn loszuwerden, die Polizei hat ihm gar einen Platzverweis erteilt.

IMAGO / imagebroker

Wieder einmal sorgt Hagen für überregionale Schlagzeilen. Nachdem es in den letzten Wochen zu antisemitischen Ausschreitungen auch auf Straßen deutscher Städte und vor Synagogen gekommen war, nahm die Stadt Hagen die zuvor gehisste israelische Flagge wieder ab – wohl auf Anraten der Polizei, die Darstellung von Kommune und dem Innenministerium NRW widersprechen sich in diesem Punkt. „In der Verwaltung und bei der Polizei seien am Mittwoch viele Beschwerden eingegangen. „Gegen Mittag erreichte die Stadt Hagen die dringende Aufforderung der Polizei, durch ein sofortiges Abhängen der Flagge eine sich abzeichnende Eskalation zu verhindern. Die Verwaltung hat darauf unmittelbar reagiert“, hieß es in der Mitteilung.“, berichtete die Westdeutsche Zeitung.

Ein 44-jähriger Mann aus Hagen hatte sich dann nun mit einer Israel-Fahne vor dem Hagener Rathaus positioniert, um seine Solidarität mit dem israelischen Staat zu bekunden. „Aufgrund der schäbigen Aktion der Stadt habe ich mich veranlasst gesehen, Mut zu zeigen“, sagte der Mann, welcher aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, gegenüber der Westfalenpost.

Viele blieben stehen und brüllten den Mann an, beleidigten ihn auf übelste Weise („Kindermörder“, „Judenwichser“) und bedrohten ihn. Der Polizei gelang es nicht, die Situation zu beruhigen. Die Polizei sprach gar dem friedlichen Demonstranten einen Platzverweis aus, da er nicht vor dem Rathaus stehen dürfe. Später wurde der Platzverweis wieder zurückgenommen. Der Platz, auf dem der Fahnenschwenker sich befand, war nämlich ein öffentlicher Bürgersteig, doch er musste seine Aktion aufgrund der Bedrohungssituation abbrechen.

Schon am Mittwoch zuvor protestierte der Mann auf diese Weise vor dem Rathaus. Wer nun denkt, die Stadt habe alles unternommen, um das Recht auf freie Meinungsäußerung dieses Mannes zu schützen, sieht sich eines schlechteren belehrt. Bei seinem ersten Auftritt am Mittwoch kam ein Rathausmitarbeiter auf ihn zu und sagte, dass er „den Oberbürgermeister nicht provozieren“ dürfe und dass er verschwinden solle. Die Polizei nahm seine Personalien auf und forderte ihn ebenfalls dazu auf, zu gehen. Es wurde laut Westfalenpost ebenfalls danach gefragt, ob er jüdischen Glaubens sei.

Die Polizei und die Stadt gaben an, der Mann habe „den Dienstbetrieb gestört“. Dabei stand er doch lediglich mit einer Flagge vor dem Rathaus auf einem öffentlichen Bürgersteig.

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Kommentare ( 72 )

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Weiss
27 Tage her

Hier im aktuellen Video aus der BRD sehe ich Personen mit türkischen Flaggen, wie sie „Sch…J..“ schreien. Die Fahne der Palästinenser sehe ich im Video ebenfalls. Die BRD-Polizei steht nur passiv daneben und macht rein gar nix. Hier ist das Beweisvideo. Es ist das 6.Video von oben im Link: Wokal Distance auf Twitter: „8/ Back to Germany where they surround a synagogue and breah the windows with rocks while chanting „shitty Jews“ in German https://t.co/M77UnaIZKX“ / Twitter In meinen Augen ist das der Beleg dafür, dass der Mann mit der Israelfahne in Hagen schlechter von der BRD-Obrigkeit behandelt wird als… Mehr

Last edited 27 Tage her by Weiss
U.M.
27 Tage her

Eine Israel-Flagge stört also den Dienstbetrieb im Rathaus! Ich gehe mal davon aus, dass türkische Fahnen oder Fahnen aus dem arabischen Raum sich nicht störend auf den Dienstbetrieb auswirken. Haben doch alle von unseren führenden Führern gehört, >Der Islam gehört zu Deutschland<.

josefine
27 Tage her

Ich würde gerne einen Leserbrief zu diesen Vorfällen schreiben; aber ich bin fassungslos, es gelingt mir nicht, meine Gedanken zu diesen ungeheuerlichen Vorfällen (und zum Versagen der Stadt Hagen, seiner Mitarbeiter und Repräsentanten) auszudrücken.

ReneKall
27 Tage her

„Eine Islamisierung Deutschlands findet nicht statt, dass behaupten nur rechte Verschwörungsideologen.“

Ich bin vor ein paar Jahren mal in Hagen gewesen und ich muss sagen, ich bin so rein gar nicht überrascht.

H. Priess
28 Tage her

Man stelle sich vor, der Mann hätte die Deutsche und die Israelische Fahne getragen um die Solidarität Deutschlands mit Israel zu betonen. Ich denke, dann wäre er zur Feststellung seiner Personalien auf die Wache mitgenommen worden, nicht wegen der Israelischen sondern der Deutschen Fahne. Das öffentliche zeigen dieser Fahne würde ihm die Nähe zu den Reichsbürgern bescheinigen und als Aufruf zur Erstürmung des Rathauses gewertet werden. Das würde zur Klage führen und mit Glück eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe plus Bewährung nach sich ziehen. Hab ich mir ausgedacht aber liege ich so falsch?

Gjergj Kastrioti
28 Tage her

Man schämt sich dafür, was in unserem Land möglich ist. Diese Stadt ist ein ganz übles Beispiel dafür, wie man es NICHT machen sollte. Zieht nicht den Schwanz ein, wenn sich Judenhasser über eine Fahne auf Eurem Rathaus beschweren! Von einem parteilosen OB hätte ich ein solch schändliches Verhalten nicht erwartet.

Old-Man
28 Tage her

Das die in Hagen den Bückling vor den Bückbetern machen ist eine altbekannte Sache bis ins tiefste Sauerland.
Aber harmlosen Bürgern drohen, das können sie halt, diese Helden in Uniform.
Das nächste mal bitte vorher hin schauen, dann sieht man wo öffentlicher Grund ist, also Bürgereigentum, aber nachdenken scheint seit einiger Zeit nicht mehr die Sache in Uniform zu sein, zumindest wenn es gegen die eigenen Bürger geht, ihre Brötchengeber!!.
Aber das kann sich auch ändern!.

eifelerjong
28 Tage her
Antworten an  Old-Man

Öffentlicher Grund?
DER ist jeder Quadratzentimeter einer Stadt außer dem, der im Kataster als Eigentum „privater“ Personen, auch juristischer, eingetragen ist.
Jeder Millimeter Straße, das Rathaus selbst.

B. Krawinkel
28 Tage her

Mal unabhängig davon, wer da wessen Flagge gezeigt hat, war diese Aktion in der aktuellen Atmosphäre eine kalkulierte Provokation mit dem gewünschten Ergebnis der Aufmerksamkeit.

Ich finde das weder zielführend noch hat der Ausführende meine Sympathie.
So was nützt Niemandem.

eifelerjong
28 Tage her
Antworten an  B. Krawinkel

MIR nützt es WAS, weiß ich doch jetzt, welch Geistes KInd der OB Hagens ist.

L3xx
28 Tage her
Antworten an  eifelerjong

Mir nützt es auch was. Nun hat man nämlich endlich gesehen, wer tatsächlich noch sowas wie „Nazi-Denke“ in sich trägt. Es sind die, die sonst an jeder Stelle „Nazi und Antisemit“ schreien. Gut, mir war das schon vorher klar aber das ist eben, zumindest für mich, der endgültige Beweis, „links = Nazi“. 🤷‍♂️

Mausi
28 Tage her
Antworten an  B. Krawinkel

Es gehört zur Meinungsfreiheit dieses Mannes. Auf eine andere Meinung zu zielführend oder das Ziel kommt es nicht an. Sie vermuten Provokation als Ziel. Dürfen Sie. Auch der Mann darf es haben. Es kommt auch nicht auf Sympathie oder nicht an. Aber vielleicht wollte er wirklich nur Solidarität bekunden. Alles Spekulation. Zudem warum soll nicht jemand das Ziel haben dürfen zu zeigen, wie unterschiedlich Propalestinenser und wie Proisrael behandelt werden. Wer (und damit sind nicht Sie gemeint) den einen Provokation als Mittel zugesteht, kann es dem anderen nicht als Mittel verwehren. Allerdings zeigt das Vorgehen in Hagen, wie unterschiedlich in… Mehr

H. Priess
28 Tage her
Antworten an  B. Krawinkel

Der Mann wollte weder namentlich genannt noch fotografiert werden also von reiner Aufmerksamkeit erregen aus persönlichen Gründen dürfte nicht das Anliegen gewesen sein.

H. Priess
28 Tage her

Ein Land, in dem der Bürger bei Demonstrationen die Fahne seines eigenen Landes nicht zeigen darf, ist verloren!

Last edited 28 Tage her by H. Priess
Schwabenwilli
29 Tage her

Tja, die Hagener Moslems brauchen gar keinen Glaubensbruder als Bürgermeister sie haben ja einen Dimmie Christen der ihre Interessen vertritt.

Old-Man
28 Tage her
Antworten an  Schwabenwilli

Nicht nur in Hagen, und das sollte alle nachdenklich machen!.