Auflösung des SEK: Hessens Innenminister Beuth (CDU) rudert zurück

Offensichtlich ist die Schwere der Vorwürfe bescheiden und die Zahl der Beschuldigten schrumpft. Da stellt sich die Frage, warum der Innenminister das SEK aufgelöst hat. Eine bloß persönliche Profilierungsaktion?

IMAGO / Michael Schick
Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU)

Da hat TE wohl ein paar aufgeschreckt. Nach der kraftprotzenden Aktion des hessischen Innenministers meldet nun die Rhein-Main-Zeitung: »Im Fall der Vorwürfe gegen SEK-Beamte wegen mutmaßlich rechtsextremer Chats zeichnet sich ab, dass ein Teil der Beamten offenbar strafrechtlich nicht belangt werden kann. Wie das hessische Innenministerium am Dienstag mitteilte, wird derzeit das „Fehlverhalten aller beteiligten Beamten umfassend und gründlich aufgearbeitet“.«

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Offensichtlich ist die Schwere der Vorwürfe bescheiden und die Zahl der Beschuldigten schrumpft. Da stellt sich die Frage, warum Innenminister Beuth das SEK aufgelöst hat. Zum einen, den Beamten ist kaum etwas vorzuwerfen. Sie riskieren bei jedem Einsatz ihr Leben. Da hätten sie Loyalität ihres Dienstherren verdient. Zum anderen: Frankfurt verfügt damit nicht mehr über die notwendigen Sicherheitskräfte. Das Sicherheitsniveau der Metropole sinkt.

Dass eine Gruppe von gut einem Dutzend Beamten aus Kassel abgezogen und nach Wiesbaden verlegt wurde, zeigt: Hier wird mit der öffentlichen Sicherheit fahrlässig gespielt. Und der Ausfall von 65 Beamten ist mit einem Dutzend ortsfremder Kräfte nicht ersetzbar, das Problem der Personalknappheit wird so nur über ganz Hessen verteilt.

Nicht zuletzt: Die Ausbildung eines SEK-Mitarbeiters verschlingt große Summen und dauert lange. Nach Schätzungen von TE hat Innenminister Beuth mit seinem umprofessionellen Vorgehen gerade einen zweistelligen Millionenbetrag vernichtet.
Denn nach diesem Akt der Illoyalität ist die Truppe nicht mehr reaktivierber.

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Kommentare ( 100 )

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alter weisser Mann
1 Monat her

Warum hier die angebliche Kameradschaft nicht wirkt und viele Beamte z.B. die aus Kassel einen Drang nach ärztlichen Attesten fühlen? Für solche Innenminister im Zweifel sein Leben einsetzen ….

Last edited 1 Monat her by alter weisser Mann
Diogenes
1 Monat her

Kurt Tucholsky schrieb einst: „Er war ein Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand„. Welchen Zeitgenossen er in literarischer Form wohl meinte?

Hemai
1 Monat her

Die linksgrüne Ideologie ist, wenn es keine „Bullenschw…..“ mehr gibt, gibt es auch keine Verbrecher mehr, denn letztere entstehen nur durch die Provokation der Staatsmacht. Die Losung der 68er, „keine Macht für Niemand“ und „macht kaputt, was euch kaputt macht“, lebt wieder auf. Welche harte Hand wäre in der Lage hier aufzuräumen? Ansonsten bewegen wir uns Hand in Hand mit den Franzosen dem Abgrund zu. Schade das Söder kein Hesse ist.

CIVIS
1 Monat her

Ich sehe was, was Du nicht siehst !

Ich persönlich sehe kein Zurückrudern des IM Beuth. Worin soll dies bitteschön zum Ausdruck kommen ?

Ich sehe nur eine nachträgliche Relativierungs- und Schönredetendenz durch Medien und Politik !
Ein Fall für´s schnelle Vergessen und für die Schublade! Der nächste bitte !!!

Hansano
1 Monat her

Die Union als Erfüllungsgehilfe der Antifa und der kriminellen Clans – wer hätte das für möglich gehalten? Was den Autonomen und den Clans nie gelungen ist, wird jetzt von der Union exekutiert – die Elimination der robusten Antwort der Gesellschaft auf das Verbrechen.
Chapeau! Die 68er haben wirklich gewonnen!

Fidgety-Feet
1 Monat her
Antworten an  Hansano

Die 68er haben wirklich gewonnen!

So ein Blödsinn, Peter Beuth ist Jahrgang 1967, bis der sein politisches Bewusstsein ausgebildet hat, waren die 68er längst Geschichte. Ein bisschen Nachdenken in dieser bekloppten Zeit wäre schon hilfreich!

Hansano
1 Monat her
Antworten an  Fidgety-Feet

Es geht nicht um seinen Geburtstag, sondern um das, was als Konsequenz des Marschs durch die Institutionen heute in Form der Grünen und der sie unterstützenden Medien die nächste Generation darstellt.
Sogar die Union ist dem erlegen.

Fidgety-Feet
1 Monat her
Antworten an  Hansano

Nöö, seh‘ ich nicht so. Das wäre auch zu einfach, jede heute sich offenbarende Fehlentwicklung den 68ern in die Schuhe zu schieben. Viele Menschen aus der Generation, die man den 68ern zuschreibt, werden heute von der „Mainstream-Gesellschaft“ als Nazis bezeichnet – das alleine beweist schon, das dieser Teil der Gesellschaft nicht alle Latten am Zaun hat.

Ewald K.
1 Monat her

ich denke der rechte Popanz muss weiter aufgeblasen bleiben damit man den roten linken Riesen dahinter schwerer erkennt

Danny Sofer
1 Monat her

Beuth ist ein typischer Vertreter seiner Partei. Wer jetzt noch CDU wählt, dem ist nicht mehr zu helfen, viel zu viele werden es trotzdem tun…

Fettfried Oscher
1 Monat her

Höchste Zeit, dass der institutionalisierten Verantwortungslosigkeit ein Ende bereitet und eine angemessene Politikerhaftung eingeführt wird (wie sie Carlos A. Gebauer in seinem gerade erscheinenden Buch „Grundgesetz 2030: Modernisierungsvorschläge für eine Erhaltungssanierung“ vorschlägt).

Ostfale
1 Monat her

„Da stellt sich die Frage, warum der Innenminister das SEK aufgelöst hat. Eine bloß persönliche Profilierungsaktion?“
Das ist eine >Planerfüllungs-Aktion< gewesen. Der Einheitsparteienstaat entledigt sich der Kräfte, die ihm beim Bestreben, dieses Land zu zerstören, im Wege stehen könn(t)en. Als Komplementär-Aktion wird die Antifa – als Staatssicherheitstruppe – Zug um Zug durchschlagskräftiger gemacht. Die Grünen fordern im Buntentag frech und dreist. die Finanzierung der Antifa durch entsprechende staatliche Subvention endlich abzusichern.
Kommunistenherz, was willst du mehr. Ach, der Herr Innenminister Beuth ist ja CDU-Mann. Christlich Demokratische Union Deutschlands. Da schließt das eine doch das andere aus, oder?

Ewald K.
1 Monat her
Antworten an  Ostfale

Christlich Demokratisch paßt in mittlerweise in meine Augen genausogut mit „Demokratie“ zusammen wie Deutsche Demokratische Republik mit Demokratie

Black Cat
1 Monat her
Antworten an  Ostfale

Man sollte sie U³ nennen, Unchristliche Unsoziale Union. Das passt am besten.

Klaus H. Richardt
1 Monat her

Merkwürdig, in Hessen nehmen die schweren Straftaten mit Schusswaffen zu, man entdeckt vermeintlicheRechte im SEK-Frankfurt, schliesst es dort und versetzt die Beamten nach Wiesbaden. Welch ein Zufall: Wiesbaden ist der Sitz der hessischen Landesregierung. Jetzt kann das SEK alle wichtigen Politiker viel besser beschützen. Wie sagte Altmeier kürzlich in anderem Zusammenhang: WIN WIN Situation (für Politiker, nicht die Bürger).