Muss ZDF-Politaktivist Böhmermann endgültig gehen?

Zehn Termine mit seinem Tanzorchester hat Böhmermann nun abgesagt. Beim ZDF lässt man indes verlauten, man befinde sich in "guten Gesprächen" zu einem möglichen neuen Showkonzept. Bedenkt man die zahllosen Skandale, die der Pseudo-Satiriker verschuldet hat, dürfte es für ihn eigentlich nur abseits des ÖRR eine Zukunft geben.

picture alliance / Jens Niering | Jens Niering

Wenn das ZDF in eigener Sache an die Presse geht, dann zumeist unterlegt mit viel Gähnfaktor. Nun allerdings vermeldete das ZDF an 18. September unter der Überschrift „ZDF bestätigt Gespräche mit Jan Böhmermann über neues Show-Konzept“ schier Revolutionäres: „Das ZDF kann bestätigen, dass es sich aktuell in guten Gesprächen mit Jan Böhmermann zu einem möglichen neuen Show-Konzept befindet. Das bisherige ‚ZDF Magazin Royale‘ wird zum Jahresende nach mehr als sechs Jahren, 187 Sendungen und zahlreichen Auszeichnungen … in der bisherigen Form auslaufen.“

Dann zitiert das ZDF Böhmermann höchstpersönlich: „Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen.“ Schließlich wieder das ZDF: „Mit seiner Mischung aus Satire und Investigation stößt das ZDF Magazin Royale regelmäßig wichtige Diskurse in der Öffentlichkeit an – und ist zu Recht preisgekrönt. Umso mehr würden wir uns freuen, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Jan Böhmermann im ZDF fortzusetzen und gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen“, sagt ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke.

Flugs keimte daraus bei allen, für die Böhmermann schier zum Brechreiz oder zumindest zum Nullum geworden war, die Hoffnung, das ZDF könnte nun endlich die Reißleine für den längst zum Linksaktivisten und Daueranschwärzer verkommenen „Satiriker“ gezogen haben.

Als der Lerchenberg nervös wurde
ZDF und Jan Böhmermann: Niemals geht man so ganz
Was ist dran an den „guten Gesprächen“, die das ZDF reichlich kurzfristig nun drei Monate vor Jahresschluss und vor Ende des Böhmermann-Magazins führen will? Ist es ein nett verbrämtes „Auf-Nimmer-Wiedersehen“? Ist es ein Geraune, das die Böhmermann-Kritiker einlullen soll? Oder ist es ein „Weiter so!“ in neuem Gewande?

Irgendetwas aber stimmt nicht mehr in der Beziehungskiste ZDF/Böhmermann. Das „ZDF Magazin Royale“ hatte erst Ende 2025 für 2026 ein Jahr Verlängerung bekommen. Also müsste Zeit, zuletzt ein Dreivierteljahr, gewesen sein, um etwas Neues zu konstruieren und Anfang 2027 neu zu starten. Das Jahr 2026 scheint aber ohne jede neue Idee und ohne jedes neue Konzept verstrichen zu sein.

Sind die mittlerweile in den Printmedien von Welt über FAZ bis Tagesspiegel fabrizierten Böhmermann-Nachrufe voller – jetzt erst reichlich spät – hingehauchter Böhmermann-Kritik also Beleg für das Böhmermann-Aus?

Es fällt jedenfalls auf: Der mit jährlich 700.000 Euro vom ZDF fürstlich alimentierte Studienabbrecher Böhmermann sagte nun am 21. September die zehn Tour-Termine ab, die er vom 19. Januar 2027 bis zum 2. Februar 2027 mit dem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld abwickeln wollte.

Causa Schönbohm
Gewaltige gerichtliche Klatsche für das ZDF und Böhmermann
Über diese Musikgruppe sollte man wissen: Sie wurde 2016/2017 für das Böhmermann-Magazin als Begleitband gegründet. Es handelt sich nicht um ein ÖRR-Rundfunkorchester, sondern um eine Art „Fusion“-Gruppe. Die Gruppe ist benannt nach Köln-Ehrenfeld, dem Kölner Statteil, in dem die Sendung aufgezeichnet wird. Finanziert wird die Gruppe vom ZDF, also vom Zwangsgebührenzahler. Laut offiziellen Programmkosten des ZDF kostet eine Folge in der Kategorie Comedy/Late-Night bis zu 465.000 Euro. Bei rund 25 bis 30 Folgen pro Jahr beläuft sich das Gesamtbudget des „Magazin Royale“ somit schätzungsweise auf zehn bis 14 Millionen Euro jährlich – inkl. Orchester und vermutlich inkl. Böhmermann-Apanage. Kosten für Anwälte, die Böhmermann und/oder das ZDF bei Gerichtsverhandlungen in vermutlich sechsstelliger Höhe zu schultern haben, nicht mitgerechnet.

Wie weiter?

Wenn es im ZDF, namentlich in der Intendanz, im Verwaltungsrat und im 60-köpfigen Fernsehrat, noch ein paar Leute mit einem Rest Verantwortungsgefühl für anspruchsvolles Fernsehen und vor allem für Millionenausgaben gibt, kann der Ausgang nur heißen: Ab Januar 2027 muss der öffentlich-rechtliche Böhmermann Geschichte sein. Zum Problemfall für SPD-Sozialministerin Bärbel Bas wird er dadurch nicht, außer er wird ihr Pressereferent. Da „Krawallschachtel“ Böhmermann 2027 zudem erst 46 Jahre alt wird, kann er ja noch vieles neu anpacken und zum Beispiel als privater Entertainer durch die üppig ausdifferenzierte, oft genug staatlich geförderte woke NGO-Szene tingeln.

Der Zwangsgebührenzahler indes sollte zukünftig verschont bleiben von zig Skandalen, über die TE regelmäßig berichtete. Und die kompakt im „Schwarzbuch Staatsfunk“ dargestellt sind.




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