Trotz Verbot? CDU-Politiker Hendrick Streeck und das Geschäft mit der Leihmutterschaft

Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck hat sich im Ausland ein Kind organisiert – mutmaßlich durch Leihmutterschaft. Bild und Bunte feiern das. „Moderner Menschenhandel“, kommentiert Anna Diouf die Praxis, bei der Kinder aus dem Katalog bestellt werden.

 

Mutmaßlich über Leihmutterschaft haben sich der Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck (CDU) und sein Ehemann in den USA ein Kind „gekauft“. Bestätigt haben sie das nicht, dementiert allerdings auch nicht. Streeck wäre nicht der erste Politiker, der diesen – in Deutschland illegalen – Weg gegangen wäre: 2023 erwarb der SPD-Politiker Johannes Arlt auf diese Weise ein Kind.

Bei der Leihmutterschaft wird die Eizelle einer Eizellspenderin befruchtet und einer Leihmutter eingesetzt. Diese verliert alle Rechte an dem Kind, das sie neun Monate lang in sich getragen hat. Für Deutsche, die auf diese Weise ein Kind erwerben wollen, sind die deutschen Gesetze offenbar nur ein geringes Hindernis.

Arbeiten CDU und Medien an einer neuen Kampagne zur Legalisierung der Leihmutterschaft?

In Bild und Bunte lässt Streeck nun die frohe Botschaft verkünden. Fast zeitgleich erfolgte in der Frauen Union, dem Frauenverband der CDU, ein Vorstoß zur Teillegalisierung der Eizellspende.

Doch obwohl Leihmutterschaft und Eizellspende gerne als altruistischer Dienst am Kind dargestellt werden, ist die Realität eine andere: Dahinter steht ein knallhartes Business, dass Menschen zur Handelsware degradiert, die nach Belieben bestellt werden kann – und wenn das „Produkt“ nicht dem Liefervertrag entspricht, wird das Neugeborene eben zurückgegeben.

Maximilian Tichy spricht über dieses Thema mit Anna Diouf. In der Redaktion von Tichys Einblick ist sie für die Themen Leihmutterschaft und Lebensrecht zuständig und erklärt: Hinter den Kulissen ist Leihmutterschaft nichts anderes als gewerblicher Kinderhandel. Die Hochglanzmagazine, in denen Kunden die Kinder nach Wunsch bestellen können, haben wenig mit der bitteren Realität der Leihmutterschaft zu tun.

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Kommentare ( 8 )

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Bambu
1 Stunde her

Wir wissen heute, dass in unseren Genen auch Erinnerungen der Vorfahren gespeichert werden. Deshalb sind wir unseren leiblichen Eltern in der Regel auch sehr nah. Vorlieben, teilweise auch Sichtweisen und Verhalten, wir sind uns ähnlich. Auch die Erkenntnisse über Erkrankungen der Vorfahren oder genetische Schwächen sind bekannt. Das hilft ungemein. Schon mit adoptieren Kindern ist es schwierig aber immerhin hat das Kind ein Recht die leiblichen Eltern kennenzulernen. Ist die Mutter und deren Familie gar nicht bekannt, fehlt ein Teil. Für die Kinder kann das grausam sein, besonders wenn genetisch der Mutter näher. Man sucht nach dem optimalen Kind, produziert… Mehr

neverhoxha
1 Stunde her

Bestimmt nicht nur Streeck. Ich würde das auch machen. Warum auch nicht? Weil ein paar Hinterbänkler im Bundestag damit ein Problem haben etwa? Die sollen mal gescheit gegen Islamisierung in allen ihren Formen vorgehen. Oder dass jede Kirche vollhängt mit Regenbogenfarben und linientreuen Sprüchen.

Raul Gutmann
1 Stunde her

Vor Jahren verbot man das kupieren, mithin die operative Amputation von Ohren, Schwänzen von Tieren. Mittlerweile sieht man in „deutschen“ Städten nur unkupierte Hunde. Was bei Tieren augenscheinlich problemlos gelangt, wird humanbiologisch verspottet. Hendrik Streeck repräsentiert nichts weniger als den gesellschaftlichen wie kulturellen Kollaps des Westens dieses Noch-Staates. Überzogen? Nun… Das als Humanmediziner promovierte und via US-Aufenthalt via „Bologna“ zum Professor ernannte CDU-Mitglied, Bundestagsabgeordneter und Drogenbeauftragter der Bundesregierung hatte keine Scheu, gemeinsam mit seinem „Ehemann“ das „deutsche“ Verbot der Leihmutterschaft durch Angebot aus dem Land des „Gott sei bei uns“-Trump zu umgehen und zwecks individueller Befriedigung sich eines neugeborenen Menschens zu… Mehr

Last edited 1 Stunde her by Raul Gutmann
Schwabenwilli
2 Stunden her

Was mich interessieren würde, welche Spermie von den beiden Herren kam den nun zum Einsatz?
Welche Frau hat dafür ihr Ei gespendet?
War die Eispenderinn und Leihmutter die selbe Person?
Warum haben die beiden nicht einfach ein Kind adoptiert?
Nicht dass mal irgendwann Ärger gibt zwischen den beiden und es heißt
Das ist doch dein Kind und nicht meines.

Peter Gramm
1 Stunde her
Antworten an  Schwabenwilli

Offenbar gab es eine multisperiogenale Absonderung. Welches Sperma sich letztlich durchsetzte war naturgegeben. Hauptsache es hat beiden Spaß gemacht.

Peter Gramm
2 Stunden her

Man darf gar nicht darüber nachdenken wie pervers dies alles ist. Man muß nur genug Geld haben, dann ist die ganze Welt käuflich. in Amerika zumindest. Meint man. Moral, Anstand………. alles käuflich.

neverhoxha
1 Stunde her
Antworten an  Peter Gramm

Ja, so ist es. Und nicht nur in dem Bereich. Politiker sein reicht auch meist.
Aber warum ist eigentlich Leihmutterschaft so ein Riesenthema während Adoption geradezu als soziales Engagement anerkannt ist?

Kassandra
1 Stunde her
Antworten an  Peter Gramm

Ja. Womit wir dann bei der Diskussion über Organspenden angelangt sind.
Es gab einen Fürsten aus Regensburg, der bekam nacheinander 2 neue Herzen.