Von der Leyens Atom-Wende: Der deutsche Ausstieg als strategischer Fehler

Sorry, jetzt sind die Atomkraftwerke halt weg! War’n Fehler! So könnte man Ursula von der Leyens Aussage in Paris überspitzt verkürzen. Das ist nicht mehr und nicht weniger als ein absoluter Skandal. Die sichere, bezahlbare Energieversorgung Deutschlands wurde mutwillig durch schwarzgrüne Politik zerstört - und nun wird dies lapidar als "strategischer Fehler" deklariert.

picture alliance / SIPA | Christian Liewig-Pool

Unfassbar, was Kommissionspräsidentin von der Leyen während der Eröffnungsplenarsitzung des IAEO-Kernenergiegipfels in Paris zum Besten gab. „Wir verfügen über eine halbe Million hochqualifizierte Arbeitskräfte im Nuklearbereich – weit mehr als die USA und China“, sprach sie. „Wir sind führend in der globalen Innovation bei modularen Reaktoren. Und jetzt haben wir den Ehrgeiz, uns schnell und in großem Maßstab zu bewegen. Europa soll ein globales Zentrum der Kernenergie der nächsten Generation werden.“ Deutlicher geht es nicht.

Damit wird eine Dynamik weitergetrieben, die beim ersten IAEO-Kernenergiegipfel im März 2024 in Brüssel von Deutschland weitgehend unbemerkt angestoßen wurde. Das war eine kleine „historische“ Premiere, auf der Ursula von der Leyen schon einmal eine kleine Kehrtwende vollzog.

Offenbar wurde jetzt der Druck der Mitgliedsstaaten zu groß, um die sehr angeschlagene Ursula von der Leyen zu solchen Sätzen zu bewegen. Die sind nämlich keineswegs so auf „Atomkraft – Nein, Danke!“ gepolt wie das vergrünte Deutschland, sondern recht angefressen über das deutsche Energieabenteuer. In Frankreich etwa ist der französische Strompreis aufgrund der Merit Order höher als er sein müßte. Das sorgt nicht für Freundschaft.

Macron betonte jetzt in Paris, wie wichtig die Kernkraft ist und wies auf sein Land hin, das die gesamte Lieferkette beherrscht. Er forderte in Paris neue Finanzierungsmöglichkeiten auf EU-Ebene für den Ausbau der Atomenergie. Von jenseits des Atlantiks drohen die USA, diesen riesigen Markt zu übernehmen.

Vorsicht heißt es beim Wort „Small modular Reaktors“. Das nehmen hier in Deutschland diejenigen in den Mund, die glauben, auf den Energienotstand beruhigend einwirken zu müssen. Der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein ist so einer. „Einsteigen statt Aussteigen heißt das Gebot der Stunde“, meinte er gegenüber Bild. „Das Abschalten der verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland auf dem Höhepunkt der Energiekrise war ein Fehler.“

Vor seiner Haustür liegen noch die Trümmer der Kernkraftwerke von Biblis. Meinte er es Ernst, könnte er sofort den Startschuß zum Wiederaufbau geben und Fehler wieder gut machen. Stattdessen spricht er sich für den Bau sogenannter „kleiner Atomkraftwerke“ aus. Das klingt so nett und umweltfreundlich; ein kleiner niedlicher Reaktor kann doch nicht so schlimm sein wie ein Großer. So falsch das ist, so schnell ist damit vom Thema abgelenkt: Die Realisierung liegt noch in weiter Ferne, zu viele Fragen sind noch offen, als daß sie in den kommenden 20 Jahren zur Energieproduktion beitragen könnten. Er verpaßt sich aber einen aktuellen Anstrich, ohne auf die enervierende Diskussion mit grünen Atomkraftgegnern eingehen zu müssen.

Wer es ganz gut meint, betont, „wir“ müßten die Fusionsforschung intensivieren. Das ist noch stärkere Zukunftsmusik, liegt in noch weiterer Ferne und erspart lästige Diskussionen um Radioaktivität. Dabei werden selbstverständlich auch durch die Neutronenstrahlung Materialien radioaktiv.

Aktuell muss nach diesen Sätzen von der Leyens gelten: Dieser dramatische energiepolitischer Fehler kann nur eine Konsequenz haben: Holt sie zurück, die Kernkraftwerke. Gleich, in welchem Zustand. Stoppt sofort den weiteren Abriß und beginnt, sie wieder aufzubauen und erleichtert die notwendigen Genehmigungen.

Der sogenannte „Green Deal“ muß schnellstmöglich gestrichen, der CO2-Wahnsinn eingemottet und die Verbrennerverbote ersatzlos aus dem Weg geräumt werden.

Wie man Verrücktheiten einfach radikal streicht, hat US-Präsident Donald Trump mehrfach vorgemacht.

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Kommentare ( 35 )

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Siggi
8 Minuten her

Die AfD hatte auch in dieser Angelegenheit recht. Schade, dass man das durch Habeck manipulierte Gutachten nicht veröffentlicht hat. Fakt ist aber, dass er da kr9minell seine Wünsche durchgesetzt hat. Der Mann gehört endlich vor einen Untersuchungsausschuss und dann vor Gericht.

Jerry
35 Minuten her

Ich bin mir nicht sicher, ob Deutschland tatsächlich wieder mit der Kernkraft anfangen soll. Nicht weil ich gegen Kernkraft wäre, nein! Mein Vater hat in den 70er und 80er Jahren in div. Kernkraftwerken in Deutschland gearbeitet. Sondern weil ich bedenken habe, dass dieses Land, in dem die wirklich einfachsten Dinge schon nicht mehr funktionieren, es verkackt und uns die Dinger tatsächlich um die Ohren fliegen. Ein Land in dem kein Zug mehr pünktlich fährt, wo Flugzeugpassagiere über Nacht vergessen werden und selbst die Müllabfuhr nicht mehr klappt, sämtliche Brücken und Straßen Schrott sind etc., will in Atomkraft machen? Da kriege… Mehr

Last edited 32 Minuten her by Jerry
Manfred_Hbg
35 Minuten her

Zitat: „Er [Macron] forderte in Paris neue Finanzierungsmöglichkeiten auf EU-Ebene für den Ausbau der Atomenergie.“ > Welch Irr- und Wahnsinn: Der grün-EUropäische Irrsinn treibt doch gerade bei uns in Deutschland immer weitere Blüten hervor. DENN nachdem erst die Abrisbirne Merkel mit ihrer vergrünten CDU die AKW’s stillgelegt hatte und diese dann nun vor allem auch dank unseren „Prima-Klima-Super-Kanzler“ Merz und seiner vergrünten und brandmauergeschädigten CDU in die Luft gesprengt und zerkloppt wurden und werden, ist nun nicht nur wegen der deshalb immer unsicherer gewordenen und weltteuersten Stromerzeugung unsere Wirtschaft am pleite gehen und auch die Bevölkerung immer lauter am klagen,… Mehr

Last edited 31 Minuten her by Manfred_Hbg
man without opinion
35 Minuten her

Moin, im Grunde ist der Artikel Schwachsinn. Uschi eiert durch die Büros und sucht eine Exitstrategie für sich selbst. Die KKW sind da nur Ausdruck hilfloser Verzweiflung. Nachdem Philanthrop Gates mit Modularen KKWs bereits rechnerunabhängig Afrika energieautark gemacht hat, ist jetzt halt Europa dran. Blöd nur, daß die Chinesen an der Umsetzung am Weitesten sind. Selbst wenn die Chinesen so ein Ding als Komplettpaket vermarkten, gehen Minimum 10 Jahre ins Land, bis in D ein TÜV-Stempel drauf ist. Vermutlich beginnt dann die Standortsuche… Der nächste Tag ist aber Morgen. Bei 20% Gasspeicher, ist jeder Tag mit laufender Industrie ein Gewinn.… Mehr

Ich bin RECHTS
40 Minuten her

Und es gibt immer noch 25% welche die Union wählen

Ich bin RECHTS
41 Minuten her

Tja, mittlerweile hat Deutschland:

220 Lehrstühle für Genderforschung
9 Lehrstühle fpr Kernkraft

Michael Palusch
44 Minuten her

Diejenigen, die in Deutschland den Atomausstieg Fehler nennen (nannten), werden für gewöhnlich als ‚Nazi‘ bezeichnet.

Maja Schneider
1 Stunde her

Donnerwetter, eine starke Leistung! EU nur noch ein Schatten, Deutschland am Ende, aber sorry, ein bisschen Schwund ist eben immer. Diese Frau ist wirklich unerreicht, sie schlägt ja sogar Merkel! Aber sie ist es eben nicht allein, um der Karriere, der Macht oder auch der Bequemlichkeit willen sind ihr fast Alle gefolgt, auch die Wirtschaft, allen voran die Industrie, die immer den Löffel herausgehalten, wenn es Brei (Subventionen) regnete. Auch die Bürger haben mehrheitlich satt und desinteressiert alles mitgemacht, Wohlstandseinbußen, Grundrechtsbeschneidungen, Bevormundung und Erziehungsmaßnahmen nahezu klaglos über sich ergehen lassen, die „Qualitätsmedien“ haben alles nach Kräften befeuert. Und nu? Bei… Mehr

Klaus D
1 Stunde her

Sorry, jetzt sind die Atomkraftwerke halt weg! War’n Fehler!….ihr wolltet es ja nicht anders. Wo waren und sind denn die demos pro atomkraft? Was ist nur los mit uns deutschen. Irgendwie lassen wir alles mit uns machen nein wir lassen uns auch noch vollullen und machen dann dabei sogar noch mit.

Or
45 Minuten her
Antworten an  Klaus D

Die „Demos pro Atomkraft“ ?

Die gab’s beim Sommergespräch des Staatsfunk, ich glaube mit dem CSU-Fähnlein im Wind.
Nur ist unsere tapfer Exekutive gegen die, dann sehr schnell vorgegangen. Etwas, zu dem sie bei den Krawallmachern beim vorherigen Sommergespräch damals mit Fr. Weidel nicht in der Lage waren.