Und schon wieder verabschiedet sich jemand mit Getöse von Elon Musiks Plattform. Nicht ohne Hintertür. Wenn man wiederkommt, möchte man Spöttern entgegenhalten können, dass man doch von vornherein nur "vorerst" geflohen sei.
IMAGO, Screenprint via X - Collage: TE
Als Avantgarde kann man die Süddeutsche Zeitung wahrlich nicht bezeichnen: Seit Jahr und Tag verkünden Medien, Organisationen und Institutionen ihren Rückzug von X.
In einer markanten Mischung aus divenhafter Caprice und Larmoyanz wird mit einem ganzen Arsenal an Phrasen und Wortbausteinen bejammert, wie verroht, intolerant und vor allem natürlich rechts der Umgang auf Elon Musks Social-Media-Plattform doch sei, um rauschend abzudampfen und ein paar Monate später klammheimlich zurückzukehren. Oder auch bereits nach einem Tag.
Nun hinkt die SZ dem Trend hinterher und verkündet ihren Abgang. Natürlich – ganz wichtig – nicht, ohne sich die Hintertür offenzuhalten:
„Dies ist vorerst unser letzter Post auf X und wir stellen den Betrieb dieses Kanals ab sofort ein. Aus unserer Sicht macht die zunehmende Verrohung der Plattform einen konstruktiven öffentlichen Dialog nicht mehr möglich. (…) Wir beobachten die Entwicklung weiterhin und behalten uns vor, diese Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken“, heißt es auf dem Account der Süddeutschen Zeitung.
Der „vorerst“ letzte Beitrag auf X. Natürlich. Denn auch die SZ weiß, dass ein journalistisches Leben abseits von Twitter möglich aber wenig sinnvoll ist. Hier findet Information statt, hier werden mittlerweile Debatten geprägt, die in die analoge Realität hineingetragen werden und Entscheidungen und Entwicklungen konkret beeinflussen.
Wenn man sich nach einiger Zeit der Überreaktion schämt, möchte man gern zurückkommen, ohne sich hämischen Kommentaren aussetzen zu müssen, man habe doch groß den Abschied angekündigt, warum sei man denn schon wieder da?
Da baut die SZ schonmal vor: „Wir beobachten die Entwicklung weiterhin und behalten uns vor, diese Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken.“
Wenn diese veränderten Umstände, zum Beispiel das Bedürfnis, wieder sichtbarer zu sein, eingetreten sein werden, wird sich der Spott natürlich dennoch über die Süddeutsche Zeitung ergießen.
Selbst Teil der Verrohungsmaschinerie
Ein „konstruktiver öffentlicher Dialog“ sei auf X nicht mehr möglich beklagt die SZ, während sie es ist, die sich dem kritischen Dialog entzieht.
Typisch für linke Diskursverweigerung ist, dass Selbstkritik hier nicht einmal in homöopathischen Dosen aufzufinden ist. Die Verantwortlichen könnten sich fragen, ob sie nicht vielleicht allzu offensichtlich ihre eigenen Standards verletzt haben und ob die ideologische Schlagseite und der Belehrungsmodus der Süddeutschen nicht vielleicht verständlicherweise als nervtötend und impertinent wahrgenommen werden. Womöglich wird auf Beiträge der SZ nicht deshalb eher reserviert bis ablehnend reagiert, weil X-Nutzer rechtsextreme Menschenfeinde sind, sondern weil die Beiträge der SZ dem Spitznamen „Alpen-Prawda“ entsprechen? Wer weiß.
Die Süddeutsche sieht das natürlich anders und reiht sich ein in die lange Liste von Unternehmen, die den X-odus angetreten sind. Als Alternativen bietet sie Instagram und TikTok an – genau die richtigen Orte für kontroverse Diskussion und differenzierte Auseinandersetzung. Und natürlich LinkedIn: Das Medium der gegenseitigen Beweihräucherung, wo man nicht Gefahr läuft, für irgendetwas kritisiert zu werden, da man ohnehin nur mainstreamkompatible Inhalte veröffentlicht.
— Bea Lena (@lena292475) March 10, 2026
Dabei war die Süddeutsche selbst gern vorn mit dabei, wenn es darum ging, wenig zimperlich mit Andersdenkenden umzuspringen. „Mehr Diktatur wagen“, titelte sie 2021. Man solle eine „Corona-Diktatur“ schon allein deshalb wollen, weil „Corona-Leugner“ sie befürchten, befand damals Thomas Brussig in atemberaubender Dialektik. Und den Ruf nach Aufarbeitung empfand man hier als „vergiftet“.
X bezeichnete die SZ als „rechtsradikale Jauchegrube“. Dabei scheint man unterschätzt zu haben, dass derartige Beschimpfung tatsächlicher und potenzieller digitaler Leser vielleicht nicht die klügste Art und Weise ist, sich in der sozialmedialen Medienwelt zu positionieren.
Für abwegige Ansichten in Sachen Klima, Migration oder US-Politik, für Mitgefühl mit mordlustigen Linksextremisten und Sympathien mit Ideologien, die die Familie zerstören, kann man niemanden haftbar machen: All das ist erlaubt. Und das ist gut so. Aber wer sich so äußert, sollte zumindest mit Widerspruch leben können – und sollte sich im Sinne einer pluralen, toleranten, diversen und freiheitlichen Gesellschaft sogar über lebhaften Widerspruch freuen.
Dazu ist die Süddeutsche Zeitung offensichtlich nicht in der Lage. Den Kanal löschen will man jedoch nicht – schließlich möchte man weiterhin über X Informationen beziehen.
Vielleicht ist die Maßnahme aber auch der Versuch, gesichtswahrend zu verschwinden, bevor man aufgrund mangelnder Reichweite und Relevanz ohnehin aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet.



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Ach guck, die SD will(vorerst) weg von X und sich mehr bei TikTok engagieren. Finde ich richtig denn das Intelligenzniveau dort liegt eher auf deren Höhe als wie bei X. Jetzt will die SD dieses Niveau weiter nach unten ziehen was ihr ohne Zweifel gelingen wird. Sollte sie irgendwann, ich denke in naher Zukunft, mit eingeklemmten Schwanz wieder bei X auftauchen wird das mit wohlverdienter Häme begleitet werden. Kann das weg? Kann weg!!!
Zitat: „Wir beobachten die Entwicklung weiterhin und behalten uns vor, diese Entscheidung bei veränderten Umständen zu überdenken“, heißt es auf dem Account der Süddeutschen Zeitung.“ > Hahaha…. -Jau, sich noch mehr zu entblöden wie es hier die Alpen-Prawda (@SD) tut, geht wohl kaum noch. Man kann nicht mal mehr den Kopf schütteln. Natürlich haben auch die lupenreinen Demokraten und Hofberichterstatter bei der #SD das gute Recht (auch) die Socialen Medien zu wechseln wie und wohin sie wollen. Doch der Punkt ist hier doch wieder, dass man zwar -auch- bei der #SD wieder mal die Klappe groß mit Begründungen und Erklärungen… Mehr
Wegen der „Verrohung der Plattform“? Wann hat die SZ je ein Wörtchen über die grenzenlose Roheit der linksextremen Twitter-Platzhirsche wie Mario Sixtus verloren?
Ich meine ziemlich klar, dass die Kurzinformationsdienste aka Soziale Medien einer gesunden Kommunikationskultur in hohem Maße abträglich sind.
Wieso war auf X, wo bekanntlich die Rechtsradikalen gefördert und die Linken zensiert werden, denn überhaupt ein SZ Account erlaubt? Nach deren Logik müsste der doch längst von Musk persönlich gesperrt sein. Naja, Linke und Logik.
Es ist logisch! Die rechten müssen ja wähler (bürger) gewinne und das könne sie nur im „linken“ lager ego bringt es nichts wenn nur rechte bei X wären.
Hier die wahre Begründung der SZ für den Ausstieg:
Es gefällt uns nicht, wenn an unseren haltungsstarken, tief ideologischen Thesen Kritik geübt wird.
Wenn diese sogar lächerlich gemacht werden, wenn jeder Schnösel seinen Senf dazugeben kann, wenn also unsere Meinung in Frage gestellt wird.
Wir werden deshalb auf Tictoc und Co. ausweichen, dort können wir unsere Thesen sogar in tänzerischer Form darbieten, wie es bereits viele ernstzunehmende Politiker aus dem nichtrechten Spektrum bewiesen haben, sozusagen gehüpfte Politik.
Also Servus X, willkommen Mastdarm, äh Mastodon.
Tschüssi.
SZ: « Es gefällt uns nicht, wenn an unseren haltungsstarken, tief ideologischen Thesen Kritik geübt wird. »
Wer hoch steigt, der tief fällt. Als ob die Geistesgrößen der SZ den Stein der Weisen gefunden hätten, wie Mensch und die ganze Menschheit glücklich werden.
Nach einem kontinuierlichen Auflageschwund über fast 20 Jahre und nun dem Abschied von 𝕏 befindet sich die SZ auf dem Weg in die Einsamkeit. Die normative Kraft der Fakten wird es richten.
Im Grunde hoffen die alle auf den großen Bruder USA. Wenn dort die Woken wieder das sagen haben, dann können sie mit dieser geballten Macht im Hintergrund wieder groß auftrumpfen.
Unter anderem die sogenannte „SZ“ (https://www.sueddeutsche.de/kolumne/roman-deininger-sz-chefredaktion-li.3443000) verdeutlicht das schädliche Wirken der Feminisierung unserer Heimat (https://www.sueddeutsche.de/kolumne/roman-deininger-sz-chefredaktion-li.3443000): Argumente werden nicht länger gewechselt, sondern wirr moralinsauer Andersdenkende angebrüllt, das keineswegs verwundert, da die originäre Aufgabe der Frauen eben keineswegs ist, eine Gesellschaft politisch sowie wirtschaftlich zu gestalten, sondern sich um Familien, gesellschaftliches Fundament, zu kümmern, das bedeutet, dass das Gesellschaftsgift „Feminismus“ (https://www.youtube.com/watch?v=iuvyivgRa1I ab Minute 23:00) mit einem Antidot Eliminierung erfahren muss, um dadurch Grundlage für Debatte zu legen!
Schön wäre es, wenn den linksradikalen Journos der Alpenprawda dann nicht nur das Posten, sondern auch das LESEN der X-Posts verlustig ginge, sodaß sie ganz abgeschnitten wären. Da sich diese Kapeiken ohnehin in einer eigenen Blase bewegen, würde ihnen das vermutlich noch nicht mal groß auffallen.
Je weniger Leute durch die SZ verblödet werden, umso besser. Daher ist der Rückzug von X eine gute Idee.