Elektroautos, die Kosten – und die Kälte

Eine größere Ohrfeige kann es kaum geben: Da erklären zwei bedeutende Autovermieter, dass sie Elektroautos abstoßen und dafür benzin- oder dieselbewegte Fahrzeuge kaufen. Der Grund: Reparaturen zu teuer, Wiederverkaufswert zu gering.

Elektroautos, die Kosten – und die Kälte
Der Autovermieter Hertz trennt sich von seinen Elektroautos und kauft stattdessen Verbrenner-Fahrzeuge. Vor allem die Ausgaben für Reparaturen nach Unfällen seien bei Elektroautos besonders hoch gewesen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. 20.000 Elektroautos werden jetzt verkauft und dafür Benziner und Diesel gekauft.

Hatten noch vor zwei Jahren die grünen PR-Abteilungen getönt, insgesamt 165.000 Elektroautos zu kaufen, ist von dieser Begeisterung nicht mehr viel übrig. Die Realität hält Einzug. 245 Millionen Dollar muss der Vermieter abschreiben.

Ebenso hatte bereits Autovermieter Sixt angekündigt, keine Elektroautos mehr von Tesla zu vermieten. Grund: Reparaturen zu teuer und Wiederverkaufswert zu gering. Wenn das knallhart kalkulierende Autovermieter schon laut nach außen sagen, ist das ein deutliches Alarmzeichen.

Auch sonst ist absehbar: Die Verkäufe schwächeln, Elektroautos entwickeln sich zu Ladenhütern und wenig überraschend ist, dass damit nicht das große Geschäft zu machen ist.

Da ist es erstaunlich, dass BMW jetzt mitgeteilt hat, im Stammwerk in München ab 2027 nur noch Elektroautos produzieren zu wollen. Bisher hatte BMW sich differenziert geäußert und betont, sowohl Elektro- als auch Verbrennerantrieb zu bauen. 75 Jahre nach Einführung des BMW 501 gehe damit eine Ära von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu Ende und es beginne eine neue Zeitrechnung, heißt es bei BMW.

Das sind ganz neue Töne aus München. Das mit der neuen Zeitrechnung glauben die gestandenen Ingenieure wohl selber nicht. Aber es ist eine ideale Gelegenheit, teure Arbeitsplätze in Deutschland außer Landes zu schaffen. Wenn später zu wenig E-Autos verkauft werden, nun gut, dann müssen Arbeitsplätze abgebaut und Mitarbeiter entlassen werden. Das wollte »die Gesellschaft« ja so … besser kann es für Hersteller nicht gehen. Früher wären die Gewerkschaften auf der Barrikade gewesen.

Darüber hatte TE schon des Öfteren geschrieben, wie unter gesellschaftlichem Beifall Firmen Arbeitsplätze abbauen. In München eröffnet sich zudem noch die reizvolle Perspektive, dass dabei mitten in bester Lage irrsinnig teure Grundstücke frei werden.

Von der neuen Zeitrechnung künden jetzt bei der Kältewelle gravierende Mängel der Batterien: Sie verlieren drastisch an Ladung. Jahreszeiten-Probleme wie im Sozialismus: Kälte und Hitze. Sommerliche Hitze zermürbt Akkus, Kälte kostet Kapazität.

Fast ein Drittel verliert ein E-Auto von seiner Reichweite. Das zeigte vor kurzem wieder eine Analyse von Batteriedaten, die das auf den Handel mit gebrauchten E-Autos spezialisierte US-Startup Recurrent veröffentlichte. Ergebnis: Bei Kälte kommen E-Auto-Batterien durchschnittlich nur noch auf 70,3 Prozent der normalen Kapazität.

Mit allen möglichen Tricks versuchen Entwickler, die Batterie auch in der Kälte etwas warm zu halten, und zwacken dafür etwas Strom ab. Audi macht es bei seinem neueren E-Tron etwas besser und verliert nur 16 Prozent Reichweite, VW macht es schlechter und verliert mit seinem ID 4 in der US-Version sogar 46 Prozent.

Neue Zeitrechnung auch auf Autobahnen: Im Windschatten von LKWs fahrende Elektro-Porsches, Audis und Teslas zeugen davon. Im Inneren frieren Fahrer in Wintermantel, Fellmütze, Handschuhe und Schal, denn auch die Heizung kostet Energie. Der Verbrenner liefert sie als Abwärme des Motors kostenlos mit. Tipp des US-Startups: Lassen Sie ihr Elektroauto über Nacht an der Steckdose. Dann ist es zumindest warm.

Trost kommt vom grünen ADAC: Reichweiten zwischen 30 und 40 Kilometer mit dem E-Auto am Tag seien kein Problem.

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Kommentare ( 92 )

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Der Ingenieur
1 Monat her

Der Energieverbrauch ist im realen Leben bei E-Autos noch viel, viel größer als im Artikel beschrieben: Während beim Auto mit Verbrennungsmotor die Innenraumheizung durch das Kühlwasser kostenlos erfolgt, benötigt ein E-Auto eine elektrische Innenraumheizung die 6 kW + 25% Ladeverluste = 7,5 kW pro Stunde verbraucht. Das macht an der Ladesäule 0,70 € x 7,5 kWh = 5,25 € pro Stunde Fahrzeit. Wenn man in einer Großstadt morgens zur Arbeit fährt, benötigt man für eine 6 km lange Strecke etwa 30 Minuten. Für 100 km ist man also 8 h und 20 Min. unterwegs. Das bedeutet 62,5 kWh/100km Mehrverbrauch im… Mehr

Peterson82
1 Monat her

Niedlich wie versucht wird hier etwas herbeizuschreiben was eher eine Mücke denn ein Elephant ist. Zum Thema Reichweite: Beim E-Auto wird jetzt das große Fass aufgemacht, weil die Reichweite um ein Drittel heruntergeht. Das mein vorheriger Benziner und eigentlich alle Autos auch davor mindestens ein Drittel mehr Treibstoff brauchten als im Werbeprospekt unter Laborbedingungen gemessen wurde…geschenkt. Bei meinem vorherigen BMW fuhr ich damals im Sommer auf 8Litern Super+. Im Winter, insbesondere Kurzsstrecke, waren es zum Teil 12Liter im Schnitt. Merkwürdig…ist das etwa eine gleiche Zunahme wie bei E-Auto? Der letzte Abschnitt….geschenkt. Jetzt mal die Erfahrung eines E-Auto Fahrers der auch… Mehr

Autour
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Ah ein fanatischer E-Mobilist… Der mit Unwissen und Falschbehauptungen um sich wirft weil er absolut keine Argumente hat… Zum Thema Mehrverbrauch.. Wenn ich in 5min voll tanke, dann ist mir der Mehrverbrauch relativ egal. Wenn ich aber 30min warten muss und erst mal eine FREIE Steckdose suchen muss, stellt sich das ganze schon ganz anders dar und nein man wird NIEMALS so schnell einen Akku laden können wie eine Batterie NIEMALS (fragen sie die Physik). Was sie zur Wärme sagen zeugt eindeutig von absolutem Unwissen messen sie mal die Temperatur eines Autos im Hochsommer, dass für Stunden in der Prallen… Mehr

Don Didi
1 Monat her
Antworten an  Autour

Ich würd’s lassen. Wer mit Wissen gegen Glauben antritt, verliert.
Ignorieren, abwarten, die Physik, die Realität holt solche Figuren von selbst ein.

TschuessDeutschland
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Ihre „schöne PV“ produziert in D-Land acht Monate im Jahr gerade mal genug Strom für den Toaster oder die Kaffee-Maschine. Außer Sie haben ein Dach von der Größe mehrerer Fußballfelder.

Zebra
1 Monat her
Antworten an  Peterson82

Es freut mich, daß Sie so gute Erfahrungen mit Ihrem Batterieauto machen. Ich verzichte lieber auf diese Vorteile.

Guzzi_Cali_2
1 Monat her

Es gibt einen hervorragenden Kanal auf YT, der sich MGUY Australia nennt. Der Herr ist Ingenieur (die Grünen wissen nicht mal, wie man das korrekt schreibt) und nimmt regelmäßig diverse Nachteile der EVs auseinander – auch Lastwagen und Busse. Weiterhin die Probleme beim Parken, Kompatibilität und neuerdings auch beim Versichern. Zu den Autovermietern: Wenn diese Unternehmen sich auf einen Schlag von Tausenden EVs trenen, dann muß ich mir als potentieller Käufer doch scharf überlegen, wieso die das tun und WENN die das tun, ob ich nicht auch besser die Finger davon lassen sollte. Vermutlich verkaufen die Autovermieter die Dinger zu… Mehr

AM
1 Monat her

Bei Europcar gibt es den Cupra Born mit der großen Batterie günstiger als einen Polo zu mieten. Zudem bekommt man die erste Batterieladunge geschenkt, d.h. voll wegfahren, leer abgeben ohne Zusatzkosten. Das sagt eigentlich alles über E-Autos, was man wissen muß.

TschuessDeutschland
1 Monat her

Interessant wäre, wohin die Vermieter die E-Autos „Abstoßen“. Einen Gebrauchtmarkt gibt es nicht. Für den Export (dritte Welt oder Zentralasien) eignen sie sich nicht, da es nirgends so eine irre „Lade-Infrastruktur“ wie in D-Land gibt. Verschrotten geht auch nicht, da die Hoch-Toxische Batterie entsorgt werden müßte. wahrscheinlich werden sie nach China verschiift, wo sie dann neben den zehntausenden anderen zugelassenen (um die Statistik hochzujubeln) E-Autos verrotten, die sowieso schon irgendwo auf einem E-Auto-Friedhof rumstehen. Die Kommunisten lassen sich das dann wohl auch noch bezahlen.

Aber es ist ja um den Planeten vor dem Hitzetod zu retten. Gelle.

thinkSelf
1 Monat her
Antworten an  TschuessDeutschland

Deswegen hat Hertz ja auch gleich mal fast 300 Mio. abgeschrieben, was für die paar Karren schon ordentlich ist. Schließlich kriegen die auf Grund ihrer enormen Mengen die die abnehmen gigantische Rabatte. Bei E-Karren hing wahrscheinlich sogar noch ein Geldpaket an jedem ausgelieferten Fahrzeug.

Michael M.
1 Monat her

Genau meine Rede, der Einsatzzweck und die persönlichen Rahmenbedingungen sind zu betrachten und sonst gar nichts.
Gerade die Kurzstrecke ist prädestiniert, insbesondere für kleinere E-Karren, aber leider wird seitens der Politik und den (grünen) Medien so getan, als wären batterieelektrische Fahrzeuge die Lösung für alles und jeden. Genau das sind diese Fahrzeuge aber nicht und E-Lastwagen schon gleich 5x nicht.
Im Grund geht es sowieso um etwas ganz anderes, nämlich darum, dass der Otto Normalbürger (und auch alle Nicht-Linientreuen, Stichwort „Social Credit System“) gar nicht mehr fährt und der Individualverkehr für alle diese Bürger gänzlich abgeschafft wird.

Last edited 1 Monat her by Michael M.
Atheist46
1 Monat her

Eine Viertelmillion Dollar muss also das Vermietungsunternehmen abschreiben. Die interessieren mich eher nur sehr peripher. Was aber ist mit der von mir zwangsweise mitfinanzierten „Umweltprämie“? Und dem aus den Autoherstellern herausgepressten, aber natürlich auf die verkauften Verbrennerautos umgelegten Nachlass in etwa gleicher Höhe? Wieviel echtes „Bürgergeld“ hat damit die grüne Sekte insgesamt nach oben umverteilt?

Atheist46
1 Monat her

Dem vergrünten ADAC habe ich schon vor elf Jahren nach 40jähriger Mitgliedschaft die Brocken samt Kündigung der Kfz-Versicherungen für zwei PKW hingeworfen und fahre seitdem auch noch wesentlich billiger ohne jeglichen Nachteil mit dem Schutz eines bekannten Online-Versicherers. Kann ich nur jedermann wärmstens empfehlen.

Querdenker73
1 Monat her
Antworten an  Atheist46

Habe ich vor einigen Jahren auch so gemacht, nachdem in der ADAC-Zeitung Bilder vom einem „Gau-Treffen Hessen/Thüringen“ zu sehen waren: Eine Unzahl von Funktionären (Allesamt mit Titeln, wie „Tourismusdirektor“ Technikdirektor, Abteilungsleiter Straßenverkehr, Gauleiter stv. Gauleiter und und und) und mitlaufenden Schranzen in Robe, lange Tische mit Sektkübeln… Alles vom Feinsten! In den östlichen Bundesländern wurden die zur Wendezeit massenweise eröffneten ADAC-Büros wieder geschlossen, nachdem eine „Sättigung“ des Aufkommen an Verträgen erreicht war. Wer etwas vom Verein wollte, musste 60 km weit (in eines der alten Bundesländer) fahren. In München wurde aber eine Superzentrale geplant.. Hochhaus, viel Glas, sich freuende junge… Mehr

Tom_P
1 Monat her

Die E Dinger haben keinen einzigen Vorteil gegenüber dem Verbrenner. Selbst die Emissionen werden nur verlagert, solange der Strom nicht aus Atomkraft kommt.

Die Bürger haben das längst erkannt und nur Firmen und Selbstständige haben den Mist geleast um den „nur“ 0 bzw. 0.5% Zu versteuernden Eigenanteil zu sparen

thinkSelf
1 Monat her
Antworten an  Tom_P

Es ist ja keiner Firma vorzuwerfen das sie betriebswirtschaftlich denkt. Und einen Teil der Subventionen selbst zu vereinnahmen die einem eh vom Staat zwangsabgepresst werden ist da immer noch ein Akt der Notwehr.

Peter Pascht
1 Monat her

„75 Jahre nach Einführung des BMW 501 gehe damit eine Ära von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu Ende und es beginne eine neue Zeitrechnung, heißt es bei BMW.“
Eine Zeitrechnung der perfiden menschlichen Dummheit, aber ohne BMW.
Da werden die Aktionäre den Managern aber mal zeigen
„wo de Bartel de Moscht holt“

joly
1 Monat her
Antworten an  Peter Pascht

Das letzte Wort hat die Eigner Familie. Und die macht was sie will. Da wird einem Jo Kaeser gerne mal Narrenfreiheit gegeben. Zumindest bei der Namensoptimierung. Also nix mit Moscht sondern her mit dem Champagner.