Die Kohle, der Ausstieg und die Rechnung von Frau Schulze

»Bis 2050 solle Deutschland weitestgehend klimaneutral« sein, sagte Svenja Schulze (SPD), tatsächlich. Bis dahin ist Deutschland SPD-neutral, aber eines gewiss nicht geworden: »Klimaneutral«.

JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images
»Wir werden das erste Industrieland sein, das aus Kohle aussteigt und gleichzeitig auf Atomkraft verzichtet – und zwar so, dass wir eine sichere und bezahlbare Energieversorgung haben.« Der erste Lacher ist fällig. Svenja Schulze (SPD), die zurzeit als Ministerin gerade irgendwas mit Umwelt macht, twittert ihr Glaubensbekenntnis in die Welt: »Den Weg dahin haben wir klar aufgezeichnet, und das ist ein Riesenerfolg für den Klimaschutz.«

Ja, das schreibt Schulze mit Ralf Stegner im Wettrennen um den größten Kokolores wirklich. Je törichter, desto stärker die Worte: »Klar aufgezeichnet« erinnert an das »genau ausgerechnet« einer anderen Klimakoryphäe der deutschen Politik, als Trampolinspringerin und Grünen-Vorsitzende Annalena B. den Stromspeicher »Netz« erklären wollte.

Mit Trampolinspringen hat Schulze weniger zu tun, dafür mit dem Versuch, die grünen Grün zu überholen. Einem Industrieland den Saft abdrehen, hat schon etwas. Das benötigt nun mal Energie, preiswert und zuverlässig. Mit beidem hapert’s immer mehr. Die Energie fällt nicht vom Himmel, jedenfalls nicht zu jeder Zeit in den Mengen, damit ein Land damit versorgt werden könnte.

Gut für Svenja Schulze, dass Deutschland von Nachbarländern mit Atomkraftwerken umgeben ist. Die können mit Strom aushelfen und gut verdienen, wenn der in der ehemaligen Industrie- und nunmehrigen Moralhochburg Deutschland mal wieder fehlt.

Wer sich für den Untergang der Sozialdemokratie interessiert, findet hier gute Gründe. Svenja Schulze, das ist die Dame, bei der die Frage nicht beantwortet werden kann, wie schafft so jemand es auf einen Ministerstuhl eines einstigen Industrielandes? Kernkompetenz: Wie knödelt man beim Juso-Marsch durch die Hinterzimmer der Parteipolitik einen nach dem anderen weg?

Man kann sich ihre Lage gut vorstellen: Da sitzt sie nun auf dem viel zu großen Ministersessel und muss irgendetwas tun. Da haut sie eben einen Klopper nach dem anderen heraus. Die Sprüche der Wahl sind heute »Klimaschutz«, »CO2 muss weg« und »Autos raus!«.

Der CO2-Zug passt bestens. Jeder Bürger solle, ginge es nach ihr, eine CO2-Steuer bezahlen. So will sie eine weitere Geldmaschine für den Staat anwerfen.

Im »Vorwärts« (ja, den gibt es noch, sogar mein Rechner hat sich beim Anwählen der Seite gewundert) versucht sie, ihren Politirrsinn in Worte zu fassen: »Wir setzen auch international ein wichtiges Zeichen: Deutschland ist das einzige Industrieland, das sowohl aus der Atom- und Kohleenergie aussteigt.«

Sie hört dabei nicht das laute Lachen der von den deutschen Zeichen entsetzten Länder, sondern fährt fort: »Damit zeigen wir: Man kann auch eine klimaverträgliche Volkswirtschaft entwickeln, ohne auf die Hochrisikotechnologie Atomkraft zu setzen.« Auf die Idee, selbst Geisterfahrer (»Was einer? Hunderte!«) zu sein, kann sie nicht kommen.

Bezahlbar – flunkert die Genossin Schulze vor sich hin. Die Rechnung zahlt der Verbraucher, der 1.500 Milliarden blechen muss – vermutlich noch mehr. Für Svenja Schulze bezahlbar. Im Berliner Parteibunker klingen große Zahlen ganz anders als bei denen, die löhnen müssen. Das hat schon was, der eigenen Klientel so ungeniert die Milliarden aus der Tasche zu ziehen.

Beflissen und bang fragt der »Vorwärts«-Reporter: »Manche Verbraucher fürchten künftig höhere Energiepreise. Ist die Angst berechtigt?«

»Von interessierten Kreisen wird hier ein Angstszenario aufgebaut«, winkt Schulze ab: »Das halte ich für unseriös. Ich glaube nicht, dass der Kohleausstieg zu höheren Strompreisen führen wird.«

Nein, denn bisher haben sich die Strompreise in Deutschland in horrende Spitzenregionen aufgeschwungen, die von vielen nicht mehr bezahlt werden können. Aber das hört im SPD-Hauptquartier auch niemand mehr. Stattdessen wird die sehr preisgünstige Kohle gegen immer mehr sehr teures Erdgas ausgetauscht, die Abhängigkeit von einem Energieträger, der importiert werden muss, verstärkt.

»Bis 2050 solle Deutschland weitestgehend klimaneutral« sein, sagte sie tatsächlich. Bis dahin ist Deutschland SPD-neutral, aber eines gewiss nicht geworden: »Klimaneutral«.

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Kommentare ( 227 )

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Sind denn alle verrückt geworden? Da schwadroniert eine unfähige Ministerin von der Energie- Weltrettung. Da ruft eine autistische Jugendliche der Weltbevölkerung zu, wir sollten alle in Angst und Panik verfallen und die Massen jubeln, winkend mit der Goldenen Kamera, dem von grünen Aktivisten gesteuerten Kind zu. Der gesunde Menschenverstand und die Physik – sie stören beim Weltretten als Ersatzreligion nur. Die Politik tut alles, damit sich Lieschen Müller und Otto-Normalverbraucher in einigen Jahren den Haushaltsstrom und ein eigenes Auto nicht mehr leisten können. Und selbst, wenn der Verdienst für das eigene summende Elektroauto reicht, verrät uns die Politik nicht, wo… Mehr
„»Von interessierten Kreisen wird hier ein Angstszenario aufgebaut«“ Das stimmt sogar, allerdings nicht im Sinne dieses grünen Hoaxes, wie es diese unfähige Ministerin es zu verstehen geben will. Das wirklich Angstszenario ist genau das, was in den Schulschwänzerdemos zum Ausdruck kommt. Angst vor einem „Klimawandel“, obwohl es „Klimawandel“ schon in der gesamten Erdgeschichte gab und ihn auch weiterhin immer geben wird. Deutschland wird auch nicht als erstes Land „klimaneutral“ sein, weil alle Länder es sind und es immer waren. Und die „interessierten Kreise“ sind jene, die von diesem Wahn profitieren, hauptsächlich grüne Lobbys, NGO’s und div. Abmahnvereine, Vogelschredderindustrien u.ä. und… Mehr

Deutschland SPD-neutral? Eine wunderbare Vorstellung.
Der Planet A kommt auch ohne SPD-Politiker aus.
Im Gegensatz zu den Pflanzen produzieren die Grünen weder Energie, noch Sauerstoff.
Ohne Pflanzen gibt es keinen Planeten A.
Was lernen wir daraus?
Politiker der Grünen sind keine Pflanzen.

Das kann man sich doch nicht mehr antun … . Ein Alptraum.

Bleibt zu hoffen, dass zukünftige Politikergenerationen, die mit den Folgen dieses Irrsinns zu kämpfen haben werden, den Verursachern die Pensionen zusammenstreichen werden.

Hat eigentlich mal jemand auf die Rechtschreibung der Dame geachtet? Sie „stiegt“ aus der Kohle aus und will eine „sicherer“ Energieversorgung. Außerdem malt sie offensichtlich gern, denn den Weg in das Chaos hat sie nicht etwa aufgezeigt, sondern „aufgezeichnet“. Das ist Klippschulniveau, nicht nur inhaltlich…

Aber es reicht in der SPD für einen Ministerstuhl „extrabreit“.

Das kommt dann halt raus, wenn man an der Bildung spart……

Da sieht man mal wieder wie „gut“ der Sozialismus funktioniert: Hervorragender Vorschlag aus Venezuela, da wird einfach der Strom rationiert weil die bösen anders Denkenden angeblich Sabotage betreiben. Auf die Idee, das sein Müll vollkommen verrottet ist, kommt der Herr Busfahrer erst gar nicht. Typisch für Kommunisten, wird in der DDR 2.0 ganz sicher demnächst genauso gehandhabt ABER mit einer perfekte bis ins Detail über komplizierten Bürokratie, damit die Sauerei ja „pseudo-gerecht“ über die Untertanen ausgeschüttet wird…

Gibts doch bei uns auch schon längst: 2018 hat man Alu-Hütten 78mal den Strom für bis zu 3 Stunden abgestellt,weil die EE-Einspeisung ungeplant zurückging, wegen Flaute oder Wolkenfeldern vor der Sonne, und die konventionellen Kraftwerke nicht schnell genug nachregeln konnten. Lastabwurf nennt man sowas.

Böse Geister sagen allerdings, dass so ein Lastabwurf vergütet wird. Diese Nutzung ist sicher das, was Annalena als „NetzSpeicher“ versteht. Mehr Alu-Hütten und Stahlwerke braucht das Land, dann klappt’s auch mit der Energiewende!!

Aluhütten und Stahlwerke vertragen keinen Wackelstrom … .

stimmt, aber das ist ja Industrie und die macht man im Bürokraten und Migrantenstaat platt, weil man die ja wegen dem sektenhaften Co2 Wahn nicht mehr haben will. Die Aluminiumdosen für die bappsüßen Getränke kommen ohnehin billiger vom Ausland. und wenn klein Thunfisch den Gutmenschen eintrichtert, daß das gut und richtig ist (Murksel Jargon) dann wird das geglaubt und im vorauseilenden Gehorsam sogar das Licht ausgeknippst und der Hamster im Laufrad muß dann das Schmarrenphone für die Spiele der Kids aufladen. Sie sehen der grüne Sozialismus wird immer überlegen dumm sein…

„Ich glaube nicht, dass der Kohleausstieg zu höheren Strompreisen führen wird.“ Während Herr Blüm mit seiner Aussage „Die Rente ist sicher.“ ein Postulat aufgestellt hat das ihm heute auf die Füße fällt, ist Frau Schulze mit ihrem Glaubensbekenntnis etwas vorsichtiger. Bei Herrn Trittin ist es lediglich die Frage, wieviel eine Tüte Eis so kostet. Und da jeder Preis möglich ist, kann ihm keiner daraus einen Strick drehen.

Wenn man doch nur die heiße Luft, die diese Politdarsteller absondern, zur Energiegewinnung nutzen könnte…