Egon Flaig: Über die Toleranz

Der Philosoph Egon Flaig sorgt sich um das Erbe der Aufklärung: Emanzipation wird rückgängig gemacht, Bildung und Bildungseinrichtungen zerstört. Frankreich sieht er heute an der Schwelle zum Bürgerkrieg.

 

Wegen seines Buchs „Die Niederlage der politischen Vernunft“ hält ihn die Linke für rechts. Die Rechte irritiert er gleichwohl mit seinem Plädoyer für eine europäische Nation. Er ist ein Aufklärer im klassischen Sinn.

Ein Gespräch mit dem Philosophen und Althistoriker Egon Flaig.

Dieses Beitrag ist in der Ausgabe 06/2017 von ‚Tichys Einblick‘ Print erschienen:

 

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Wieder ein wunderbares Interview, Herr Herles! Flaig bringt viele Gedanken auf den Punkt, die das Forum von TE durchschwirren und gibt ihnen philosphischen und politischen Hintergrund. Die absolut Setzung des Universalismus der Menschenrechte über die Vernunft durch die moderne Linke ist wohl das Grundübel an dem westliche Gesellschaften heutzutage leiden. Genau daraus folgt in der praktischen Politik die EU Linie der Durchmischung der europäischen Völker, weil nur so der „moralisch illegitime“ Westen geheilt werden kann von seinem inhärenten Imperialismus, indem seine Volksidentitäten beseitigt werden. Nachzulesen in den Reden linker und linksliberaler EU- Politiker. Und auf Plakaten, hinter denen eine Claudia… Mehr
„Frankreich sieht er heute an der Schwelle zum Bürgerkrieg.“ Frankreich hat wie Schweden längst diese Schwelle überschritten. Man hält lediglich noch irgendwie den Deckel über dem Kochtopf. Es pfeift aber bereits Allerorts. In Deutschland fängt es auch längst an. Die Polizei wird zwischenzeitlich täglich irgendwo von den selbsternannten neuen Herren „herausgefordert“, Polizisten kriegen in aller Öffentlichkeit von mafiösen ausländischen „Großfamilien“ mal so eben mit Radkreuzen ein Scheitel gezogen und werden im Anschluss auch noch von deutschen Richtern durch Bewährungsfloskeln für die Täter verhöhnt. Ideologisierte Richter sind in diesem Land natürlich nicht neu. Es gab sie schon einmal. Unfall-Zeuginnen werden bereits… Mehr
Nein, keine EU-Nation – um Gottes Willen! Auch wenn die globale ‚Elite‘ und ihre EU-Handlanger das mit allen menschenverachtenden und kriminellen Mitteln herbeiführen will, ich will keine EU-Nation. Ein Europa der Vaterländer, so wie es Charles de Gaulle vorschwebte, das ja. Aber nicht noch eine weitere Vertiefung des Monstrums EU, das schon jetzt wie der Oberste Sowjet agiert. Ich will eone Dezentralisierung der EU, und die EU soll sich auf einige Kernaufgaben beschränken: Einheitlicher Wirtschaftsraum, Grenzen, Verteidigung, Energie. Alles andere – speziell die Migrationspolitik! – bleibt bitte in den Nationalstaaten. Und noch etwas: Die EU sieht ab sofort davon ab,… Mehr

Ausgezeichnet auch dieser Vortrag Flaigs zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=7xcQsGkZ8Cs

30:45: Die Erklärung des Starez Sosima ist rein spirituell gemeint und keineswegs als politisches Programm. Wer Dostojewski kennt, kann hier eben gerade nicht von einem „der stärksten politischen Texte“ sprechen. Ebenso ist die „Divinisierung des Anderen“ bei Levinas als geistige Grundlage gemeint, wie ja auch selbstverständlich die Menschenrechte Allen zugeignet sind, unabhängig von ihrer moralischen Disposition. Daher kommt dann die Ablehnung der Todesstrafe für was auch immer. Und das ist richtig.

„Grenzenlose Verantwortungslosigkeit“ – „Moral über Machbarkeit“ – „In extremer Weise das Gute über das Machbare setzen“ – „Alles verlogen, Lügen durften nicht mehr als Lügen bezeichnet werden“ – „Politische Gemeinschaften müssen sich gegenüber feindlichen Gesellschaften verteidigen“ – „Werte zu verteidigen, heisst für sie einstehen. Deshalb müssen Werte abgelehnt werden, die den eigenen Werten entgegenstehen.“ Das Interview habe ich schon in der Print-Ausgabe verschlungen. Welch klaren Worte! Er beschreibt die Gefahr, dass europäische Staaten in „kleine Libanons“ verwandelt werden und sich verteidigen müssen. In Frankreich (und meiner Meinung nach auch in Schweden) finden seiner Meinung nach bereits Vor- Bürgerkriege statt. Wie… Mehr

Also nochmal: ich sprach von Fortschritt und nicht von subjektiven oder kollektiven Befindlichkeiten.
Fortschritt kann man einigermaßen objektiv messen mittels solcher Indikatoren wie Lebenserwartung, Rechtssicherheit, Ernährungssituation, Freiheit von Kriegen, Lese- und Schreibfähigkeit, kulturelle und technologische Leistung etc.

Schauen Sie sich die neueren Daten an, da fällt Deutschland zurück und China und Korea führen.

Leider kann ich Ihnen ansonsten nicht weiterhelfen.

Und ich spach davon, dass das, was man als Fortschritt bezeichnet, eine subjektive, von der Kultur abhängige Befindlichkeit ist, spätestens bei der Wichtung der Bestandteile. Ich würde Fortschritt z.B. am Ergebnis, einem erfüllten Glücksgefühl festmachen und dabei die weitere Entwicklungsfähigkeit einbeziehen. Ihre ganze Liste ist kein Selbstzweck. Leute können einiges oder alles aus der Liste ausreichend erfüllt bekommen haben, uns sind bzw. werden trotzdem nicht glücklich. Ich sehe, was z.B. insbesondere vielen Deutschen fehlt, obwohl man hierzulande gemäß IQ-Weltkarte besonders intelligent sein soll – ich bin hingegen der Meinung, hier wird es immer dekadenter – während ich es in anderen… Mehr
Ach der Flaig, schön ihn mal wieder zu sehen. Kenne ihn noch von der Mediathek von Spiegel Online aus den Interview-Videos von Christoph… eh… irgendwas. (Name leider entfallen :/). Diese Videos waren neben Fleischhauer das einzige gute an SPON. Hab mir damals auch Flaig’s Büchlein über die Sklaverei gekauft, weil ich den Mann gut fand und mehr über das Thema wissen wollte. Mit diesem schönen Interview von Herrn Herles hat sich das auch wieder bestätigt. Ich vermute mal Herrn Flaig wird man inzwischen nicht mehr so sehr beim Spiegel finden. Passt nicht mehr in die Augstein-Welt von heute (ohne jetzt… Mehr

Herr Flaig, zu Ihren Ausführungen fällt mir nur ein: Hervorragend! Vielen Dank dafür. Man hat jetzt nicht mehr so sehr das Gefühl , der Mob, das Pack, ein Verbrecher, ein Nazi, dumm, ungebildet, Ausländerhasser, ein Hetzer zu sein, Wie es die unwählbaren deutschen Politiker und Medien es uns unentwegt ein bläuen.

Weltrepublik … bitte denken Sie darüber noch einmal nach was das in allen Konsequenzen bedeutet, Herr Flaig.

Ja, Herr Wiese, mit der Weltrepublik habe ich auch so meine Vorbehalte: Ich stelle mir dabei immer so etwas ähnliches wie eine Pax Americana vor – wie schrecklich! Dann hätte ein Snowden beispielsweise nirgendwo mehr einen Schlupfwinkel auf diesem Planeten, wo er sich verstecken könnte – Putin sei Dank! Nein, alles nur das nicht.
Aber ansonsten finde ich die Gedanken von Herrn Flaig sehr schlüssig und phantasievoll mit Vernunft vorausgedacht. Danke für Ihren Mut, sie so offen zu äußern, Herr Flaig.

Es gibt Momente, wo ich mir auf intellektueller Ebene vorkomme wie ein Verdurstender. All die multimediale Verbreitung von Unsinn, Zeitvertreib (!) und Desinformation führen langfristig zu einer vernunftzersetzenden Wirkung, der man sich nur mit Entschlossenheit widersetzen kann.
Danke Herr Flaig für die klaren und erfrischenden Einsichten!
„Sagen, was ist“, nüchterne Analyse statt moralinbesessener Vernebelung ist die Voraussetzung der dringend erforderlichen, grundlegenden politischen Kurskorrekturen.
Die „Aufklärung“ ist zu elementar, um sie den Etikettenschwindlern zu überlassen.

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