Wenn Radwege in Peru wichtiger als Landwirtschaft werden … – TE-Wecker am 4. Februar 2024

Der TE-Wecker erscheint montags bis freitags – und bietet Ihnen einen gut informierten Start in den Tag. Ideal für den Frühstückstisch – wir freuen uns, wenn Sie regelmäßig einschalten. An Wochenenden und Feiertagen erscheint der Wecker mit einer Schwerpunktsendung.

 

Radwege in Peru sind wichtiger als Agrardiesel: Der Bundestag hat zugestimmt, dass Agrardiesel teurer werden soll. Die Steuerrückerstattung von knapp 22 Cent pro Liter Diesel entfällt demnächst.
Ganz im Gegensatz zu Frankreich: Dort verkündete gerade der neue Premier Attal unter dem Eindruck der massiven Proteste, dass die Erhöhung der Steuer für Diesel für Landwirtschaftsfahrzeuge rückgängig gemacht wird. Außerdem – fast wichtiger – werden die Grenzen für die Steuerbefreiung bei der Vererbung von Bauernhöfen erhöht. Das erleichtert den Generationenwechsel auf den landwirtschaftlichen Betrieben; Nachfolger müssen sich nicht für Erbschaftsteuern ruinieren. Attal: »Den Generationswechsel zu gewährleisten, ist das sicherste Mittel, um unsere Landwirtschaft und damit unsere französische Identität dauerhaft zu erhalten«. Er will im Gesetz verankern, dass die Landwirtschaft ein »grundlegendes Interesse der Nation« darstellt.

Ganz anders in Deutschland: Dort geben zehn landwirtschaftliche Betriebe auf – pro Tag. Landwirte denken in Generationen. Ein Beispiel ist Hans-Caspar Graf Rantzau. Er schafft es, ein traditionsreiches Landgut in Schleswig-Holstein aufrechtzuerhalten und zu betreiben. Und er ist sauer, sehr sauer sogar. Ein Gespräch mit Landwirt Hans-Caspar Graf Rantzau über die Gründe und Landwirtschaft heute.


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Kommentare ( 15 )

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15 Comments
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Endlich Frei
20 Tage her

Ganz im Gegensatz zu Frankreich: Dort verkündete gerade der neue Premier Attal unter dem Eindruck der massiven Proteste, dass die Erhöhung der Steuer für Diesel für Landwirtschaftsfahrzeuge rückgängig gemacht wird. …und da die Franzosen vehementer protestieren, geht es Ihnen heute auch wesentlich besser als ihren deutschen Kommilitonen. Das gilt für nahezu alle Berufsgruppen, Rentner als auch Sozialbezieher. Daher protestierten französische Grenzgänger auch vehement gegen Überlegungen der EU, sie in die deutsche Sozialversicherung ein- und aus der französischen Sozialversicherung auszugliedern. Immerhin: In Deutschland hat man durch die Kürzung nun mehr Gelder für peruanische Radfahrwege, die Hamas und Förderung positiver Maskulinität in… Mehr

Ulrich
20 Tage her

Ich kann Graf Rantzau beruhigen. Auch wenn ein Bauernhof heute nach vielen Generationen aufgegeben wird, das Land gehört dann einem anderen. Im Zweifel Bill Gates bzw. seiner Investmentfirma. Er ist heute mit 110.000 ha der größte Landbesitzer der USA. Und ob bei Kapitalgesellschaften Rendite dem Nachhaltigkeitsgedanken nachgestellt ist, darf bezweifelt werden. Für den Rest gelten die tröstenden Worte von Klaus Schwab: „Ihr werdet nichts besitzen. und ihr werdet glücklich sein.“

Nachhaltiger Energie und Klimawandler
20 Tage her

Die in Peru sollen sich mal nicht zu freuen. Die Ampel denkt über Deutschland und Europa hinaus. Sie haben mit ihrer Politik die Welt vor Augen. Die Bärbock macht es nicht mehr unter 100.000 km. Sobald die Radwege in Peru fertig sind wird die nächste Stufe gezündet. Jeder Peruaner bekommt ein Elektroauto, wenn er seinen Diesel verschrottet. Peru ist für die Ampel ein Pilotprojekt. Dieses Experiment nimmt dann seinen Weg in die ganze Welt. Dumm nur, dass es in Peru wie bei uns nicht genug Strom geben wird. Dann wird der Spuk dort bald vorbei sein. In Deutschland dauern solche… Mehr

Endlich Frei
20 Tage her

„Wenn Radwege in Peru wichtiger als Landwirtschaft werden“

….und wichtiger als die heimische Bahn…
https://www.welt.de/wirtschaft/article249893480/Deutsche-Bahn-streicht-Streckenneubau-nach-Haushaltskuerzungen-zusammen.html

Das Lustige ist ja die Begründung für die Radwege in Peru: Die Andengletscher würden dort schrumpfen (Klima als Lokal-Ereignis).

Das aber die Spediteure, die über den Gotthardtunnel nach Italien wollen, lieber auf einen schon seit langem in Aussicht gestellten Streckenabschnitt Karlsruhe-Basel auf die Gotthard-Trasse verladen würden, scheint bei den Grünen keinen Effekt auf die Alpengletscher zu haben 🙂

Diese Partei ist einfach nur noch Chaos gepaart mit Inkompetenz, Idealismus und Lobbyismus-Finanzierung.

Kassandra
19 Tage her
Antworten an  Endlich Frei

Wenn man all die Widersprüchlichkeiten seit Merkel einmal listete, würde man staunen. Alleine Millionen von illegal Eingelassenen brauchen dort, wo sie herkommen, viel weniger Geld um über den Monat zu kommen wie auch ihr ökologischer Fußabdruck bei weitem kleiner bleibt, als wenn man ihnen hier auch noch von Steuergeld große Häuser baut, die sie umsonst verwohnen dürfen. Wahrscheinlich geht es nur um die Vernichtung von Steuergeldern – denn bislang bleibt dieser Lindner die Antwort auf die Frage, wohin allein 18.4 Milliarden an CO2-Ablass für 2023 transferiert wurden, schuldig: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/18-milliarden-euro-bund-erhaelt-2023-rekorderloes-aus-emissionshandel-19425227.html Wobei ein jeder weiß, dass ohne CO2 keine Photosynthese, also keinerlei… Mehr

Mausi
20 Tage her

Desinformation und doppelte Maßstäbe auch bei ntv: https://www.n-tv.de/politik/Bombe-explodiert-vor-Ministerium-in-Athen-article24710176.html „Demnach reklamiert eine bislang unbekannte, vermutlich linksextreme Gruppe die Tat für sich.“ „Tradition politischer Gewalt in Griechenland““Autonome und linksgerichtete Untergrundorganisationen haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder ähnliche Anschläge verübt. Sie bezeichnen sich selbst als eine Art Stadtguerilla, die sich mit ihren Anschlägen für den Sturz des Staates einsetzt und sich für die soziale Ungerechtigkeit im Land rächen will.“Auf Anhieb zu lesen, wenn man ntv aufruft? Nein,weder Gestern noch Heute. Man muss Athen aktiv suchen. Ist es nicht schön, dass ntv nicht vorverurteilt und von „vermutlich“ linksextrem schreibt? Ob sie wohl auch… Mehr

Klartexter
20 Tage her

Toller Mann, der Graf Rantzau. Alles auf den Punkt gebracht. Er sollte dringend im Bundestag auftreten und den Abgeordneten die Augen öffnen. Oder zumindest ein Gespräch mit dem zuständigen Minister führen. Man kann ja mal träumen.

Frankfurterin
20 Tage her

Dieser Wecker macht dem Namen T. EINBLICK wirklich alle Ehre! Danke, Herr Douglas, für die Auswahl dieses klugen Gesprächspartners, Fachmann und genauer Kenner der Materie, der auch noch gut erklären kann. Wie sehr muss ihn die Gängelei durch ideologiegetriebene Dilettanten aufregen, wenn ich als Laie schon wütend werde. Jeder satte Großstädter sollte dieses Interview dreimal am Tag hören müssen!

Mausi
20 Tage her
Antworten an  Frankfurterin

Im Grunde müsste das gesamte Steuer- und Sozialsystem auf den Prüfstand. Einzelne Themen sind nur ein Tropfen.

Georg J
20 Tage her

Das Gespräch mit dem Landwirt Hans-Caspar Graf Rantzau hat deutlich aufgeigt, wie komplex die Zusammenhänge in der Land- und Forstwirtschaft sind und wieviel Fachwissen erforderlich ist, um Land- und Fortswirtschaft nachhaltig zu betreiben. Vor dem obigen Hintergrund ist es geradezu bestürzend, dass bei einem Treffen der „Großen Drei“ 🙂 (Scholz, Habeck, Lindner) einfach mal eben an einem geselligen Abend tiefgreifende Einschnitte in eben diese Land- und Forstwirtschaft vorgenommen wurden. Warum haben wir eigentlich riesengroße Ministerien und nachgeordnete Behörden wenn Lindner, Habeck und Scholz das dort vorhandene Wissen scheinbar völlig ignoriren und einfach aus dem Bauch heraus die Existenz von vielen… Mehr

Paul Brusselmans
20 Tage her
Antworten an  Georg J

Es gab eine Zeit, da hiess es im grossen Grünenvorbild China: „Intellektuelle in die Reisfelder“ zur praktischen Arbeit. Eigentlich gar nicht so schlecht, um einmal die Härten des Lebens ausserhalb der weichen Sitze des Bundestags kennenzulernen. Würde allerdings daran scheitern, dass die meisten nicht unter „Intellektuelle“ fallen.

Albert Pflueger
20 Tage her

Warum wird eigentlich immer von „Landwirten“ gesprochen, ist der Ausdruck „Bauer“ irgendwie nicht mehr gut genug, so wie beim „Lehrling“, der jetzt Azubi heißt?

Mausi
20 Tage her
Antworten an  Albert Pflueger

Seitdem Bauer zum Ausbildungsberuf Landwirt geworden ist ;)? Nein.
„Für den Beruf des Landwirts existieren solche besonderen Bestimmungen zum Schutz der Berufsbezeichnung nicht. Allerdings wird die Berufsausbildung des anerkannten Ausbildungsberufes „Landwirt“ auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)4 durch eine Ausbildungsordnung, die „Verordnung über die Berufsausbildung zum Landwirt/zur Landwirtin“5 festgelegt.“

Kassandra
20 Tage her
Antworten an  Albert Pflueger

Vielleicht weil es inzwischen tatsächlich viele sind, die ihre Profession von Grund auf gelernt haben und über Erfahrungswissen seit Generationen hinaus akademische Abschlüsse vorweisen können?

Marie
20 Tage her

Der Wegscheider: „Kampf gegen rääächts!“ | Wochenkommentar vom 03.02.
https://www.youtube.com/watch?v=SiyR-89cLeM