Der deutsche Arbeitsmarkt 2017 – bereit für zwei Millionen orientalische Muslime?

Michael Wolski, Autor des Buches Gebetspausen am Arbeitsplatz informiert über aktuelle Zahlen vom Arbeitsmarkt, von denen wir in den Meinungsführer-Medien nichts erfahren.

© Justin Sullivan/Getty Images

Migranten aus Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Syrien, Eritrea, Somalia und Nigeria waren Ende Juni 2016 erstmals Gegenstand detaillierter statistischer Berichte der Arbeitsagentur. So war es möglich, die Entwicklung des Bestandes der o.g. erwerbsfähig gemeldeten Personen im Jobcenter (Sozialamt) und der SV-pflichtig Beschäftigten von 12/2012 bis 04/2016 zu analysieren (siehe Diagramm) und eine erste Prognose für 2016/17 zu wagen. Sie soll dann 2017 in eine überarbeitete Auflage meines Buches „Gebetspausen am Arbeitsplatz – Erwartungen geflüchteter Muslime“ einfließen. Die Auswertung der Statistik und eine Prognose fanden bisher den Weg in die deutschen Meinungsführer-Medien nicht.

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In fast allen o.g. Staaten ist der Islam Staatsreligion, Abweichungen vom Glauben werden hart bestraft, in einigen Fällen mit dem Tod. Die Menschen sind überwiegend streng religiös erzogen und erwarten eine wörtliche Auslegung des Korans. Dazu gehören auch am Arbeitsplatz: Gebetspausen, die Teilnahme am Freitagsgebet in der Moschee, das Tragen der Vollverschleierung, der Verzicht auf gegengeschlechtlichen Kontakt (Geschlechtertrennung) sowie die Ächtung von Schweinefleisch und Alkohol (betrifft auch Kontakt, Weiterverarbeitung, Transport und Handel).

Wir schaffen das?

Seit Sommer 2015 trommelten fast alle Medien für eine Willkommenkultur, Integration und Schaffung von Arbeitsplätzen für Flüchtlinge. Funktionäre der Wirtschaftsverbände und Lenker von DAX-Konzernen waren voll Hoffnung auf Behebung der Facharbeiterlücke sowie Sicherung des Rentenniveaus und versprachen bei Arbeitsplätzen Wunder. Die Kanzlerin sagte in der Pressekonferenz vom 31.8.2015: „Wir schaffen das“.

EU-Musterknabe Deutschland
Streng religiöse Muslime am Arbeitsplatz in Deutschland
Ende Juni 2016 zeigt sich: Es wurde nur ein bescheidenes Ergebnis von zusätzlich 17.208 Arbeitsplätzen für die o.g. Gruppe geschafft (9/2015 bis 4/2016). Vergleicht man 2014 zu 2013 waren es – damals ohne staatliche und mediale Hilfen – 4.138 Arbeitsplätze in 8 Monaten. Das relativiert das Ergebnis von 2015. 13.000 Flüchtlinge fanden in acht Monaten zusätzlich einen SV-pflichtigen Arbeitsplatz. Das waren, dank staatlichem Marketing, pro Monat nur etwa 1.625 zusätzliche Arbeitnehmer – bei etwa 31,5 Mio. SV- pflichtig Beschäftigten in Deutschland. Der Bedarf der Wirtschaft tendiert gegen Null, warum?

85% der etwa 2 Mio. erwerbsfähigen Migranten dieser Länder sind ohne berufliche Qualifikation! Deutsche Medien ignorieren offenbar die neuen Statistiken vom Juni 2016 – um die Wahlen in zwei Bundesländern im September nicht mit unerwünschten Fakten zu beeinflussen? Handelsblatt und WiWo kannten Anfang August das Suchwort „Asylzugangsländer“ nicht. Die FAZ wertete am 5. August eine neue (!) Umfrage vom Januar 2016 (!) aus. Sie erwärmt das Herz und verzichtet deshalb auf störende Zahlen der Arbeitsagentur?

Der sachunkundige Leser der Qualitätsmedien wird mit Durchhalte-Parolen ruhiggestellt, z.B.: https://www.deutschland-kann-das.de. Liest er jedoch aufmerksam, erfährt er, dass die Einwanderer mehr kosten, als ihm bisher gesagt wurde. Was das für ihn bedeutet, wird er erst nach den Wahlen 2017 beim Blick auf seinen Lohnzettel erfahren.

Schlussfolgerung:

Im Jahr 2016 könnten – bei maximaler Mithilfe von staatlichen Pauken, Trompeten und Fördergeldern – etwa 30.000 Personen dieser Gruppe zusätzlich zu 12/2015 SV-pflichtig eingestellt werden.

Aber halt: Bis Sylvester 2015 gab es die „Willkommenskultur“ und die Kanzlerin machte Selfies mit Migranten. Gewalttaten durch religiöse Muslime (wie weltweit leidvoll erfahren) waren in Deutschland für die „Refugees welcome Jubler“ nicht vorstellbar. Jetzt sind sie eingetreten.

Welche Auswirkungen haben strenge Religiosität, fehlende Qualifikation und zunehmende Gewalttaten von Muslimen auf deren Beschäftigung?

12/2015 gab es 89.000 SV-pflichtig Beschäftigte dieser Gruppe. Wird es 12/2016 einen signifikanten Zuwachs geben oder fällt die Beschäftigung auf das Niveau von 12/2015 – oder darunter – zurück? Mit Spannung wird deshalb im September 2016 auf den nächsten Bericht der Arbeitsagentur gewartet.

Ein Resultat ist schon jetzt sicher: Die Erhöhung von SV-Beiträgen und Steuern nach den Bundestagswahlen 2017, um diesen Ansturm auf die Sozialkassen zu bewältigen.

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Hinzu kommen bei Sozialhilfe-Empfängern: Kinder bis 14 Jahre, Personen über 65 sowie Invalide. Es werden noch Hunderttausende Familienangehörige anerkannter Asylbewerber nachziehen. So rechnet das BAMF allein mit etwa 500.000 weiteren Syrern in den nächsten Monaten.

Januar bis Juli 2016 reisten etwa 172.000 Flüchtlinge dieser Gruppe ein. Auch bei dieser reduzierten Zahl (verglichen mit 2015) könnten es Ende 2017 damit 700.000 sein. Die Bearbeitungszeit von Asylanträgen im BAMF beträgt z. Z. fast sieben Monate. Die Zahl noch nicht entschiedener Anträge lag Ende Juni bei rund 496.000. Siehe Seite 3 zu den Asylanträgen beim BAMF 2016.

Ende 2017 wird mit etwa 2 Mio. erwerbsfähigen, muslimischen Migranten gerechnet, wovon nur etwa 8% SV-pflichtig beschäftigt sein werden.

Zum Vergleich: Ende Juni 2016 – Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in Jobcentern: 4.305.000, davon etwa 500.000 aus diesen 8 Ländern, 300.000 aus der Türkei sowie 100.000 Muslime aus anderen Ländern (21%). Ende 2017 ist dann jeder 3. Arbeitslose im Jobcenter Muslim.

Das hat diese Konsequenzen für die Arbeitsagentur:

  • Vorhalten von Gebetsräumen, Unterbrechung der Kundenbetreuung während der Gebetszeiten, keine Kundenbetreuung während der Zeit des Moschee-Besuchs am Freitag (inkl. An-und Abreise).
  • Aufgrund des im Islam vorgeschriebenen Verbots des gegengeschlechtlichen Kontakts wird sich das Geschlechter-Verhältnis zugunsten von männlichen Angestellten im Jobcenter verändern müssen.
  • Mitarbeiterinnen müssen auf aufreizende Kleidung verzichten, um religiöse Muslime nicht zu provozieren.

Michael Wolski hat das Buch Gebetspausen am Arbeitsplatz geschrieben.

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Pressespiegel – WO/ Marcel Leubecher – 24. August 2017
DEUTSCHLAND – ISLAM-STUDIE
Religiöse Muslime haben Nachteile bei Jobsuche und Gehalt
Die Integration von Muslimen in Westeuropa macht zwar Fortschritte. Doch ihre Religiosität bringt ihnen in Deutschland Nachteile bei Job und Gehalt. Islamexperten fordern bessere Vereinbarkeit von Beruf und Moscheegängen. (!)