Die Mauer ist weg. Die „Tagesschau“ scheint das etwas zu bedauern. Jeden Abend zeichnet sie ein Bild, in dem der Westen nur fleißig ist und der Osten nur rechts. Eine neue Studie dokumentiert diese Bewirtschaftung der Spaltung.
IMAGO / Joko
Die „Tagesschau“ kommt aus Hamburg. Das Nachrichten-Flaggschiff der ARD wird dort vom Norddeutschen Rundfunk produziert. Und, man kann es kaum anders sagen: Die NDR-Redakteure halten offensichtlich nicht gerade viel von den Brüdern und Schwestern in den neuen Bundesländern.
Kurz: Für die „Tagesschau“ ist der Osten ein Generalverdacht.
Studie für Stiftung
Das zeigt eine neue Studie. Dafür wurden 1.000 aufeinanderfolgende Sendungen der 20.00-Uhr-„Tagesschau“ von Januar 2023 bis September 2025 untersucht.
In Auftrag gegeben hat die Studie die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; das ist immerhin eine öffentlich-rechtliche Einrichtung. Durchgeführt und ausgewertet wurde die Untersuchung von der renommierten Leipziger Medienfirma „Hoferichter & Jacobs. Es handelt sich also nicht um irgendeine Verschwörungstheorie. Die Zahlen halten.
Und sie sind eindeutig.
In der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Berichterstattung werden ostdeutsche Bundesländer rund zweieinhalbmal so häufig genannt wie westdeutsche (bezogen auf ihre Einwohnerzahl).
In 24 Prozent der untersuchten Nachrichtenpassagen mit Nennung eines ostdeutschen Bundeslandes steht „rechte Ideologie“ im Mittelpunkt. Bei westdeutschen Ländern sind es gerade mal fünf Prozent. Der Anteil ist also fast fünfmal so hoch. Die Kategorie „rechte Ideologie“ bezeichnet nicht ausschließlich rechtsextreme Straftaten; sie umfasst auch rechte Parteien und Bewegungen.
Wirtschaft, Infrastruktur und Arbeitsmarkt erhalten im Westen 19 Prozent, im Osten neun Prozent. Gezählt wurden Themen und Nennungen.
Das heißt: Die „Tagesschau“ zeichnet ein Zerrbild.
Der Osten erscheint überproportional häufig auf dem Bildschirm und dabei auffällig häufig als politisches Problem. Dass dort Handwerker leben, Ingenieure und Unternehmer – ganz normale Familien eben – verschwindet hinter der dominanten rechten Fratze.
Der Zuschauer erhält einen Ausschnitt, der sich als Ganzes ausgibt. Die verengte Linse macht aus einer vielfältigen Gesellschaft einen Verdachtsfall.
Öffentlich-rechtliche Spaltung
Das ist das Perfide an einer solchen „Berichterstattung“: Jede einzelne Nachricht kann stimmen. Doch die einseitige Auswahl erzeugt trotzdem ein komplett falsches Bild.
Man muss gar keine Meldungen erfinden, um Wahrnehmung zu verbiegen. Es genügt, ständig denselben kleinen Ausschnitt auszuleuchten und den großen Rest dauernd im Dunkeln zu lassen. Wenn irgendein dahergelaufener TikTok-Scherge das tut, ist es egal. Wenn Deutschlands immer noch reichweitenstärkste Fernsehnachrichtensendung das tut, ist es gesellschaftlicher Sprengstoff.
Wenn die „Tagesschau“ den Osten zum politischen Problemfall verdichtet, fördert sie die Selbstentfremdung des Landes. Kürzer: die Spaltung. Der Westen bekommt Anlass zur Überheblichkeit, der Osten Anlass zum Misstrauen.
Der Rundfunk für alle wird zum Richter über einige.
Der gesetzliche Programmauftrag der ARD verlangt nicht nur einen umfassenden Überblick, Objektivität, Unparteilichkeit und eine ausgewogene Themen- und Meinungsvielfalt. Er verlangt auch ausdrücklich die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das steht so im Medienstaatsvertrag (§ 26 MStV).
Doch die „Tagesschau“ tut das Gegenteil: Statt den Zusammenhalt zu fördern, leuchtet sie einen Landesteil fortwährend nur als Problemzone aus. Und dafür müssen diejenigen, die so behandelt werden, auch noch selbst bezahlen: die Ostdeutschen.
Unreformierbar
Die neue Studie ist ein neues Argument gegen den „Rundfunkbeitrag“, der ja doch nichts anderes ist als eine Zwangsgebühr.
Seit Jahren beweist der öffentlich-rechtliche Betrieb, wie unerschütterlich er jede Kritik überlebt und wie wenig er aus ihr zu lernen bereit ist. Man debattiert Reformen, aber natürlich macht man keine – sondern man macht einfach nur immer weiter wie bisher.
Medien, die ihre Zuschauer informieren, finden freiwillige Zahler. Ein Milliarden-Apparat, der sie belehrt und gegeneinander aufhetzt, verdient keinen einzigen Cent.
Es gibt nur eine sinnvolle Reform für den ÖRR: abschaffen.


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Ich erinnere an das gescheiterte NPD Verbotsverfahren, das genau deswegen scheiterte, weil die NPD zur Hälfte aus vom Verfassungsschutz gesteuerten V-Leute bestand. Ein erheblicher Teil der rechten Szene in Deutschland ist überhaupt nicht rechts, sondern ein Fake. Ein durch Geheimdienstkreise absichtlich radikalisiertes Phantom, dessen einziger Zweck ist, ein 90 Jahre altes Bild aufrechtzuerhalten, das mit echter rechter Einstellung überhaupt nichts zu tun hat. Ich selbst bin echt rechts. Vermutlich der einzig echte 50% Reichsbürger, den es in Deutschland gibt und vermutlich auch der einzige echt rechte Wikinger, denn ich trage in voller Absicht lange Haare und keine kurzgeschorene Glatze. Wikinge… Mehr
„Es gibt nur eine sinnvolle Reform für den ÖRR: abschaffen.“
!
Der Beitrag im ÖR ist nur der Ausfluss dessen, was Merz, Steinmeier und Co. fast täglich von sich geben, da der ÖR keine eigenen Gedanken hat. Als es die DDR gab, waren wir die armen Brüder und Schwestern in der Zone. Niemand hätte gedacht, dass man die armen Brüder und Schwestern mal auf den Hals hat. Dazu sind die auch noch renitent. Unsere Vergangenheit ist die Zukunft der Westdeutschen. Wir kennen das schon alles. Wir sind vom Regen in die Traufe gekommen. Gestern habe ich kurz eine Rede eines SPD’lers gehört, glaube in Bremen. Da hob er hervor, dass wir… Mehr
Abschaffen und die, die nicht in den Bau wandern, in die Grundsicherung überführen.
Vermögen einziehen.
zum gleichen Thema – gestern MDR-TV-Nachrichten: die Universität Jena wurde in den Kreis der Elite-Universitäten aufgenommen. Kommentar dazu in den Nachrichten: „Die Universität Jena erhielt als zweite Universität nach der TU Dresden in Mitteldeutschland den Status einer Elite-Universität. Nur das Land Sachsen-Anhalt hat im Sendegebiet keine solche Einrichtung vorzuweisen.“ Fazit: Nicht die neue, u.U. sogar erfreuliche Nachricht ist Kern der Meldung, sondern dass das möglicherweise bald von einem AfD-MP regierte Bundesland ein Bildungs- und Forschungsdefizit aufweist. Was natürlich – so die kürzeste ÖRR-Synapsen-Verbindung bei den Zuschauern – suggeriert, dass die AfD und ein gewisser Herr Siegmund an diesem Umstand schuld… Mehr
Uni Jena Elite-Uni! Sowas aber auch, sehr erheiternd. Ich war einige Jahre da. Roter als rot geht es nicht. Daher nicht überraschend.
Ja, die größten Spalter sind diese Brandmauer-Verwalter. Schön daß dies immer mehr Menschen auffällt (nun, dieser Denkprozess dauert halt). Es ist ja nicht nur der Ost-West-Grand-Canyon, den diese Insassen der Geschlossenen (Anstalt) jeden Tag tiefer graben. Eine kleine Auswahl (kein Anspruch auf Vollständigkeit): Boomer Generation vs. junge Generationen (akt. ganz groß im Trend) Leute auf dem flachen Land vs. urbane Schichten (die kommende ultimative gesellschaftspolitische Trennlinie) Wirtschaftlich Wertschaffende vs. handaufhaltende Hängematten-Ingenieure (schnarch!) oder Raufundrunter-Boliden-Fahrer (röhr!) Industriell Wertschaffende vs. staatl. gepr. Nichtsnutze (im HomeOffice) Kinderlose vs. Kinderreiche Kinderarme vs. Kinderreiche Beamte vs. Arbeiter/Angestellte Rentner an der Armutsgrenze (Oma Erna mit Streuselkuchen… Mehr
Naja, das ist so: Die Zielgruppe der Tagesschau hat mittlerweile vergessen, dass die Mauer gefallen ist. Und die Zwangsabgabe fließt ja auch, ohne dass die Realität abgebildet wird. Der ÖRR braucht nicht einmal Zuschauer für seine Abzocke.
Genau, wichtig, braucht nicht den nur störenden Zuschauer, ÖRR hat seinen Hegel gut gelesen, oder?
„Es gibt nur eine sinnvolle Reform für den ÖRR: abschaffen.“ Soweit würde ich nicht gehen. Gerade in Zeiten immer besser agierender KI (gaukelt immer mehr Realität vor) benötigen wir einen ÖRR. Der muß aber zwingend unparteiisch, objektiv, schlank und demokratisch kontrolliert sein. Das ist mit den derzeitigen Strukturen nicht machbar. Also ÖRR komplett zerschlagen, alle Mitarbeiter entlassen, Rundfunkräte auflösen. Dann Bewerbungskriterien erstellen, ein demokratisch gewähltes Kontrollgremium schaffen, welches zum Teil aus dem Publikum und zum Teil aus Journalisten besteht und nach max. 8 Jahren durch neue (gewählte) Mitglieder ersetzt werden muß. Parteien, Kirchen, NGO’s und Gewerkschaften haben da nichts verloren.… Mehr
Das stimmt so nicht ganz. Seit Jahren gibt es auch Tendenzen in den ÖR-Medien, die DDR zu idealisieren und die alte BRD in eine Art Dreieinhalbstes Reich umzudichten.
DER WESTEN FLEIẞIG? Fleiß ist im Sozialismus etwas sehr Relatives, und Westdeutschland (nicht der ganze Westen, wohlgemerkt, die Trump-USA hat die Kurve aus dem Sozialismus raus gekriegt, und GB [Reform UK] berappelt sich gerade) inklusive seiner äußerst sonderbaren „Hauptstadt“ist tiefrotes Chaotengebiet. Wie will man in einer Zone mit einem durch linken Bildungspfusch zerrütteten Bildungssystem und einem durch linksgrünen Irrsinn zerrütteten Wirtschaftssystem schon fleißig sein? Worin soll der Fleiß denn bestehen, im Fluten des Landes mit illegalen Migranten? Im Dreschen dumpfer linksgrüner Phrasen? Im Anhören des Grünenparteitags in der Endlosschleife? Im Sich-daran-Überbieten, unser Land seiner gewerblichen Basis zu berauben? Fleißig ist… Mehr