Brinkhaus möchte den Vorwurf „Versagen“ der Merkel-Union nicht hören

Den höchsten Grad an Kritik, den der Fraktionsobere der Union Ralph Brinkhaus für "sachlich" zulässig hält, ist "etwas falsch gemacht". "Unter "Versagen" machen Sie's wohl nicht", hält er Sascha Lobo vorwurfsvoll und ja, wehleidig entgegen.

Screenprint ZDF / Lanz

Sie (die Union) haben ganz viele Strukturen in Deutschland kaputt gespart, die Substanz verkommen lassen oder eben nicht digitalisiert – und das ist für mich eine der größten Versagensgeschichten … Dieser rote Faden durch die Kritik des IT-Irokesen Sascha Lobo zieht sich durch die Kontroverse mit Ralph Brinkhaus, in der Markus Lanz Lobo assistiert. Brinkhaus antwortet hier wie bei dem Gefecht um die Vorteilsnehmer beim großen Maskengeschäft aus den Reihen der Union mit deutlichen Anzeichen von Majestätsbeleidigtsein. „Versagen“ könne man nicht sagen, sondern müsse sich sachlich mit „etwas falsch gemacht“ bescheiden.

Brinkhaus etabliert hier neben der „leichten Sprache“ in Deutschlands zur neuen Sanftheit verdonnerten Bürokratie gegenüber Zugewanderten und zurückgebliebenden Schon-länger-hier-Lebenden eine „seichte Sprache“ für gerade noch zulässige Kritik an den Herrschenden.

Dass die Abgeordneten Nüßlein und Löbe wegen korrupten Handelns gehen mussten, nennt Brinkhaus in „seichter Sprache“, die Union habe die beiden „verloren“. Es zieht sich durch die ganze Performance des Unionsoberen, abzuwiegeln, herumzueiern.

Mit dem Vorwurf, die Kleinen bestraft ihr, die Großen lasst ihr ungeschoren – Spahn und Laschet sind auch im Maskengerede – , will und kann er nicht offen umgehen. Der Vorwurf von Lobo, „Merkel fährt auf Sicht und hat überhaupt keine Vision“, trifft zugleich auf Brinkhaus zu, auch in seinem ganzen Majestätsbeleidigtsein.

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