Orwells Farm der Tiere. Eine Parabel über das Drama der Sowjetunion

Es ist faszinierend zu beobachten, wie es Orwell gelingt, die komplizierten Verästelungen der sowjetischen Politik durch das Agieren seiner Charaktere darzustellen. Nichts ist gekünstelt, sondern läuft mit der Folgerichtigkeit eines griechischen Dramas ab – dieses Buch ist große Literatur.

Die meisten Absolventen des deutschen Schulwesens werden sicherlich denken, sie hätten in ihrem Schülerleben schon zu viel Zeit damit verbracht, George Orwells Farm der Tiere in aller Breite und Tiefe zu analysieren und werden deshalb heute kaum einen Drang verspüren, sich das Werk noch einmal vorzunehmen. Sie werden genug haben vom ewigen Lamentieren über das Schlechte im Menschen, über sein Machtstreben und seine materielle Gier, wodurch die wunderschöne Idee vom Sozialismus immer wieder zerstört werde. Denn angeblich soll George Orwells Fabel Farm der Tiere davon handeln.

Warum lege ich Ihnen jetzt trotzdem nahe, dieses Buch zu lesen? Vor allem deshalb, weil man Ihnen darüber nicht die Wahrheit gesagt hat.

Der Autor, George Orwell, mit bürgerlichem Namen Eric Arthur Blair, war tatsächlich sein Leben lang Sozialist, aber einer von der besonderen Art. Er war Anhänger der Independent Labour Party, schrieb für das sozialistische Tribune Magazin und war davon überzeugt, dass Gleichheit und Freiheit keine Widersprüche sein müssen. Von Utopien hielt er jedoch nichts, über sich selbst schrieb er: „Zum Sozialisten entwickelte ich mich dann eher, weil es mich anwiderte, wie die ärmeren Industriearbeiter unterdrückt und benachteiligt wurden, als dass ich die Vorstellung einer Gesellschaft nach Plan bewundert hätte.“

»Ein unverbrüchlich menschliches Buch«
George Orwell: Auf der Suche nach Wahrheit in einer Welt voller Lügen
Er blieb trotz seiner sozialistischen Überzeugungen immer ein Mann der traditionellen Werte, die er beim englischen Volk, den einfachen Arbeitern und Farmern am besten aufgehoben sah. Über sie schrieb er immer voller Wärme und Zuneigung. Er bewunderte ihren gesunden Menschenverstand (common sense), ihre Liebe zum Land, ihren ursprünglichen Patriotismus und ihre selbstverständliche Art, die englische Kultur zu bewahren und weiterzutragen. Er prägte den wunderbaren, kaum übersetzbaren Begriff der „little platoons“, der kleinen Einheiten, für all die vielfältigen Formen von natürlichen menschlichen Gemeinschaften, die letztlich den Klebstoff des Zusammenhalts einer Nation bilden. Man könnte Orwell einen konservativen Sozialisten nennen.

1936 zog er – wie so viele andere linke Intellektuelle seiner Zeit – in den spanischen Bürgerkrieg und schloss sich dort einer eher unbedeutenden anarchistischen Gruppierung an. Was dazu führte, dass er die gnadenlose Vorgehensweise der sowjettreuen Truppen gegen all jene erleben durfte, deren Ideen nicht zur damals geltenden sowjetischen Dogmatik passten. Umso entsetzter musste er in den folgenden Jahren feststellen, dass die britischen Eliten und Intellektuellen einem Kult der Sowjetunion und Stalins verfallen waren, während sie zugleich ihr Land verleugneten und seine Kultur verachteten. In seinem berühmten Essay The Lion and the Unicorn schrieb er: „England ist vielleicht das einzige Land, dessen Intellektuelle sich ihrer Nationalität schämen (…) All die kritischen Jahre hindurch haben viele Linke die englische Moral unterminiert, sie haben versucht, eine Haltung zu verbreiten, die manchmal breiig pazifistisch, manchmal heftig prorussisch aber immer antibritisch war.“

Es lohnt sich hier einige der führenden britischen Intellektuellen der Zeit zu zitieren, um das Ausmaß der Stalinverehrung unter ihnen zu illustrieren: „Es gibt unter dem Sowjetregime mehr Verwirklichung der Persönlichkeit als in jeder vergleichbaren Epoche der Geschichte.“ (Harold Laski, namhafter Wirtschafts- und Politologieprofessor). „Ich habe niemals einen offeneren, gerechteren und ehrlicheren Mann getroffen, und diesen Eigenschaften, nicht aber irgendetwas Geheimnisvollem und Sinistrem, verdankt er seine ungeheure und unangefochtene Vorrangstellung in Russland.“ (H. G. Wells über Stalin.) Der Verleger Victor Gollancz, der später das Manuskript Orwells ablehnen sollte, lobte die „echte Klassenlosigkeit“ der sowjetischen Gesellschaft und schlug Stalin als „Mann des Jahres“ für das Time Magazin vor. All diese führenden britischen Intellektuellen hatten während der großen Säuberungen und der bewusst herbeigeführten ukrainischen Hungersnot die UdSSR besucht, und die Schauprozesse entweder begrüßt wie das Ehepaar Webb (Gründer der Fabian Society) oder verschwiegen.

Manche Tiere sind gleicher als andere
Mit Orwell im Schweinsgalopp zurück in die Sowjetunion
Die Bewunderung und Beweihräucherung der Sowjetunion und Stalins steigerten sich noch, als die Sowjetunion und Großbritannien Verbündete im Krieg gegen Deutschland wurden. Insbesondere Angehörige der Elite und selbst viele Konservative Politiker und Intellektuelle neigten dazu, sich selbst und die eigene Kultur zu verachten und die Sowjetunion zu ihrem Idol zu machen. Das russische Regime sei überwiegend böse, widersprach ihnen Orwell, und angewidert von der geradezu religiösen Verehrung, die der Sowjetunion trotzdem entgegengebracht wurde, begann er um 1943 herum über eine Fabel über den Sowjetkommunismus nachzudenken. Dass die Protagonisten Tiere sein sollten kam ihm in den Sinn, weil, wie er einmal sagte, Nutztiere in einer absoluten Abhängigkeit vom Menschen lebten und „Menschen die Tiere so ziemlich auf dieselbe Weise ausbeuten wie die Reichen das Proletariat“.

Farm der Tiere ist eine Parabel über die Geschichte der Sowjetunion. In der Erzählung marschieren sie alle auf: Lenin, Trotzki, Stalin und ihre blutrünstigen Gehilfen, daneben die Tiere, die ihnen aufrichtig glauben, der gewaltige Ackergaul Boxer, der Stachanow unter den Tieren, oder die weiße Stute Molly, die ins Ausland flüchtende Aristokratin. Die Schweine, als die Klügsten unter den Tieren, sind die Intellektuellen, die Führungsgruppe der Revolution. Und sie greifen vom ersten Tag an nach der absoluten Macht: „Wir Schweine sind Kopfarbeiter. Uns obliegt die gesamte Verwaltung und Organisation dieser Farm. Tag und Nacht wachen wir über euer Wohlergehen.“ Was auch begründet, dass sie nicht arbeiten und Privilegien genießen. Es ist faszinierend zu beobachten, wie es Orwell gelingt, selbst die komplizierten Verästelungen der sowjetischen Politik, die Folgen der Planwirtschaft oder die Elektrifizierung durch das Agieren seiner Charaktere darzustellen. Nichts ist gekünstelt, sondern läuft, angestoßen von diesen Charakteren, mit der Folgerichtigkeit eines griechischen Dramas ab – dieses Buch ist große Literatur.

Das Drama des revolutionären Bauernhofes ist besonders erschütternd, weil es Orwell versteht, das tiefe Mitgefühl des Lesers für die unterdrückten, ausgebeuteten und schließlich ermordeten Tiere zu wecken. Diese sind gutgläubig und selbstlos, und gerade das macht sie zu leichten Opfern der intelligenten und bösartigen Schweine. Hierin zeigt sich wieder der Kern von Orwells sozialistischer Überzeugung: das Mitgefühl mit dem Einzelnen, mit der geschundenen Kreatur und die Ablehnung der großen Utopien, für deren Verwirklichung die einfachen Menschen, in diesem Falle die Tiere, nur Verfügungsmasse der intellektuellen Vorhut sind. Durch die Form der Fabel erfährt die Darstellung sowjetischer Verbrechen eine erschütternde Klarheit und Eindeutigkeit, an der nichts herumzudeuteln gibt.

„Who controls the past, controls the future.“
Eine Vision, die immer realer wird: »1984« von George Orwell
Es kann keinen Zweifel geben: die Schweine sind die sowjetischen Verbrecher, Mörder zum eigenen Vorteil, für die eigenen Gelüste, im Namen einer fernen, nicht verwirklichbaren Utopie. Diese Eindeutigkeit wurde dem Buch zum Verhängnis. Gleich vier Verlage, darunter Größen wie Jonathan Cape, Faber & Faber (unter Leitung von T. S. Eliot) und Victor Gollancz lehnten die Veröffentlichung des Manuskripts ab. Jonathan Cape reichte es sogar beim Informationsministerium zur Begutachtung ein. Weil seine Absage an Orwell so aufschlussreich und kennzeichnend für den Geist der Zeit ist, soll sie hier etwas ausführlicher zitiert werden:

„Würde sich die Fabel gegen Diktatoren und Diktaturen im Allgemeinen richten, spräche nichts gegen eine Publikation, aber soweit ich sehe, folgt die Handlung so vollständig der Entwicklung Sowjetrusslands und seiner beiden Diktatoren, dass es sich nur auf Russland beziehen kann und andere Diktaturen ausschließt. Und noch etwas: Das Buch wäre weniger anstößig, wenn es sich bei seiner herrschenden Klasse nicht um Schweine handelte. Meiner Meinung nach wird die Tatsache, dass es sich bei den Herrschenden um Schweine handelt, zweifellos bei vielen Menschen Anstoß erregen, zumal wenn sie wie namentlich die Russen schnell empfindlich reagieren.“

Schließlich traute sich ein kleiner anarchistischer Verlag, das Buch zu veröffentlichen. Doch selbst die selbsterklärten Anarchisten verzögerten das Erscheinen des 1944 abgegebenen Manuskripts bis in den August 1945, als die Sowjetunion kein Verbündeter mehr war. Kaum war das Werk veröffentlicht, ging die Verfälschung los. Manche Kritiker behaupteten, es gehe um den Faschismus, andere sagten, das Thema sei das ewig Menschliche.

Inspiriert durch die Feigheit der berühmten Verleger fügte Orwell der ersten Ausgabe einen Essay über die Pressefreiheit hinzu, der auch in dieser Ausgabe enthalten ist. Die heute wieder grassierende Umdeutung der Realität, Denkverbote als vorauseilender Gehorsam und die Kumpanei von Kultur und Regierung geben diesen Zeilen eine erschütternde Aktualität.

Orwell schreibt:

Die größte Gefahr für den Gedanken und Meinungsfreiheit besteht aber nicht in direkten Interventionen des Informationsministeriums oder anderer staatlicher Stellen. Wenn Verleger und Redakteure sich scheuen, bestimmte Themen zum Druck zuzulassen, dann haben sie keine Angst vor der Strafverfolgung, sondern vor der öffentlichen Meinung. Intellektuelle Feigheit ist der schlimmste Feind, mit dem ein Schriftsteller oder Journalist es in diesem Land zu tun bekommen kann…“ Und weiter: „Die Unterwürfigkeit, mit der die Mehrheit der englischen Intellektuellen seit 1941 die russische Propaganda geschluckt und wiedergekäut hat, wäre verblüffend, wenn sie nicht schon vorher des Öfteren zu beobachten gewesen wäre. (…) Stalin ist sakrosankt, und bestimmte Aspekte seiner Politik dürfen nicht ernsthaft in Frage gestellt werden. (…) Im Grunde ihrer Herzen hatten sie das Gefühl, Stalins Weisheit in Zweifel zu ziehen grenze an Blasphemie.“

Durchblick schenken 2021
Der vollkommen sichere, gesunde und glückliche Zustand der Welt
Die neue Ausgabe enthält auch noch ein zweites Nachwort. Es ist von der Schriftstellerin und PEN-Funktionärin Eva Menasse, die sich offensichtlich vorgenommen hat, die Richtigkeit der Orwellschen Kritik an der intellektuellen Unredlichkeit am eigenen Beispiel zu demonstrieren. Damit wir auch ja die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, gibt sie uns die gegenwärtig systemkonforme Interpretation des Werkes zur Hand, wie es einst im Ostblock üblich war, wenn man – selten genug – literarische Werke aus dem Westen veröffentlicht hatte. Der Publizist Michael Miersch nennt solche Bemühungen zu Recht „betreutes Lesen“.

In Menasses Nachwort ist sie wieder da, die alte Leier vom ewig Menschlichen: „Es ist eine archaische Geschichte und eine universale, eine die sich immer wiederholt vom Beginn der Menschheit an. Jeder große Sieg, jeder revolutionäre Akt zerfasert im Klein-Klein konkurrierender Interessen. (…) Farm der Tiere ist ein ewiges Gleichnis für das Destruktive der menschlichen Gruppendynamik.“ Man muss jedem Wort dieser infamen und verlogenen Interpretation widersprechen. Nein, es ist keine „universale“ Geschichte, und nein, es geht niemals um „menschliche Gruppendynamik“. Aber auch sonst ist dieses Nachwort voller Verdrehungen: Orwell war kein „glühender“ Linker, und nein, nicht Stalin allein hielt drei Jahre lang Hitler davon ab, England anzugreifen, und nein, die Revolution in Russland ist nicht entartet, sie war von Anfang an das, was sie immer schon war, die totalitäre Machtergreifung, und so weiter, und so fort.

Frau Menasses Beitrag ist zwar ärgerlich, aber sie kann das Lesevergnügen an diesem Buch nicht verderben. Dies ist auch der wunderbaren neuen Übersetzung von Ulrich Blumenbach zu verdanken, die der zweite Grund ist, warum Sie diese Neuausgabe unbedingt lesen sollten. Die Übersetzung ist genau und frei zugleich, mit viel Gefühl für die Ironie des Originals, sie ist einfach großartig. Ein besonderer Höhepunkt ist die Nachdichtung des Liedes „Tiere Englands“, eine hinreißend witzige Parodie der Internationale, mit deren erster Strophe diese Rezension enden soll:

„Tiere Englands, Tiere Irlands,
Erdentiere weit und breit,
Horcht auf meine Freudenbotschaft
Von der gold‘nen Zukunftszeit.“

Georg Orwell, Farm der Tiere. Mit dem Essay „Die Pressefreiheit“. Neu übersetzt von Ulrich Blumenbach. Manesse Verlag, 192 Seiten, 18,00 €.


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Kommentare ( 13 )

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13 Comments
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Bea McL
1 Monat her

Ich wurde von Facebook gesperrt, weil ich Folgendes postete:

„Ich lese gerade George Orwells ‚Farm der Tiere‘. Die Mehrheit der Deutschen sind 🐑🐑🐑“

Herr Steinhöfel und sein genialer Fond MEINUNGSFREIHEIT IM NETZ haben mich rausgehauen. Nochmals Danke an dieser Stelle. Solche Menschen braucht die Welt! Und der Fond braucht unbedingt Spenden…👍❤

H. Priess
1 Monat her

Als ich vor vielen Jahren das schon stark zerlesene Buch gelesen habe, gab es für mich keinen Zweifel wer mit welcher Figur gemeint war. Das Buch muß durch viele Hände gegangen sein und muß wohl der Stasi entgangen sein es einzuziehen oder auch die Parteitreuen wußten was Wahrheit ist. Wie jedes literarisches Werk kann man es umdeuten, interpretieren, etwas hinein oder herauslesen was gar nicht da ist. Natürlich könnte man einige Szenen des Buches auf heute übertragen, das kann gar nicht ausbleiben, weil sich die Spielregeln des Sozialismus nicht geändert haben nur würde ich die heutigen Machthaber und Machthaberinnen nicht… Mehr

Luke
1 Monat her

Gibt es denn zu diesem Buch noch keine Ausgabe mit einem Vorwort von Robert Habeck (er war es doch bei 1984, oder?), Annalena oder „unserem“ Bundespräsidenten? Bücher werden ja heutzutage nicht mehr verbrannt, sondern einfach ideologisch umgedeutet.

Deutscher
1 Monat her

Nun, die Bezüge zur Sowjetunion liegen auf der Hand. Aber auch ich würde nicht so weit gehen, zu sagen, dass es ausschließlich darauf anwendbar ist. Die geschilderten Charaktere finden wir in jedem System, die Strukturen und Mechanismen im Grunde auch. Wir sehen es heute im eigenen Land – freilich nicht in der historischen Monstrosität des ausgereiften Sozialismus/Kommunismus. Alles ist feiner, raffinierter, weniger brachial und ist noch mitten in der Ausformung, doch schon FJS lehrte uns, dass wir sehr sensibel hinhören und hinschauen müssen. Vor- und Nachworte lese ich sowieso nie: Was interessiert mich die Privatmeinung irgendeiner Frau Menasse oder eines… Mehr

Last edited 1 Monat her by Deutscher
Evero
1 Monat her

Kein Zweifel. In unserem Land müssen viele heimliche Verehrer des Marxismus-Leninismus das Buch nicht gelesen haben oder sie gehören zu der Schweineklasse und warten auf ihre Chance.
Wie sonst könnte es sein, dass es so viele Schafe gibt?

Dill Schweiger
1 Monat her

Bei Orwells „Farm der Tiere“ denke ich eher an die GRÜNEN, allen voran an die neue „Kulturstaatsministerin“. Bei der UDSSR bzw. Russland sehe ich eher Schnittmengen in Martin Scorsese Mafiafilmen.

Hannibal Murkle
1 Monat her
Antworten an  Dill Schweiger

Die Grünen sind eine totalitäre Bewegung, die erst kurz vor der Machtergreifung steht – noch gibt es die Chance, es zu verhindern. Wieso trauen sich nicht mehr Leute, den totalitären Charakter der Bewegung überall dort anzusprechen, wo man es noch ansprechen kann?
Und selbst wenn die sofort pöbeln – will man warten, bis die auch Straflager verfügbar haben?

Last edited 1 Monat her by Hannibal Murkle
Ananda
1 Monat her

Mal abgesehen von der augenblicklichen totalitär zu nennenden Machtergreifung der „Schweine“ ist es sehr interessant zu erfahren, dass auch andere Zeitalter das-nicht-sehen-wollen, im geschilderten Fall das der britischen Inttellektuellen, ihre geistige Blindheit gesellschaftsdurchsetzend praktizierten. .
Also scheint dies kein Alleinstellungsmerkmal der Deutschen zu sein.
Wieder zeigt sich „Bildung“ schütz vor Dummheit nicht.

RMPetersen
1 Monat her

Eine ähnliche Umdeutung weg von aktuellen Sozialismus-Ideen hin zu „allgemeinen“ gesellschaftlichstrukturellen Machtverhältnissen wird andauernd mit „!984“ versucht. Orwell hat diese Geschichte aber eindeutig auf die Politik der Labour-Party angelegt, die nach Kriegsende 1945 Churchill bei den Unterhauswahlen geschlagen hatten. Churchill warnte vor der kommunistischen Gefahr und sah den Eisenen Vorhang fallen, aber das Volk hatte genug von Politik und wollte Aufbau und Konsum, beides versprach Labour. Es kam eine Welle der Verstaatlichungen, rieseige Bürokratisierung, Reklame für die ach so vorbildhafte Sowjet-Union und innerhalb kurzer Zeit Warenknappheit und Meinungsterror. Kurz: 1984 ist der Roman der Attlee-Labour-Regierung ab 1945. Labour verstaatlichte und… Mehr

EinBuerger
1 Monat her

Es kann keinen Zweifel geben: die Schweine sind die sowjetischen Verbrecher, Mörder zum eigenen Vorteil, für die eigenen Gelüste, im Namen einer fernen, nicht verwirklichbaren Utopie.“:
Die „Schweine“ in der Realität haben Schweine getötet und nahmen dann deren Platz ein. Stalin liebte es, wenn die 2. und 3. Männer innerhalb einer Organisation den 1. stürzten und töteten. Und nach einigen Jahren wurde sie dann selbst gestürzt. Niemand hat so viele Kommunisten getötet wie die Kommunisten. Aus Tätern wurden Opfer.

alter weisser Mann
1 Monat her

Natürlich hatte Orwell den stalinsche Kommunismus vor Augen, gleichwohl, wer sagt, dass man 75 Jahre später diesen nun in der Realität leerlaufenden Bezug absolut setzen muss?
Gerade sind auch hierzulande andere „Gleiche“ ins Herrenhaus gezogen, sorgen schnell für ihresgleichen, tragen Krawatten und werden ihren Vorgängern zügig immer ähnlicher und werden zumindest partiell das umdeuten, was sie gestern noch hochhielten.