Mit Anstand geht die Welt zu Grunde
Der Sonntagsheld muss moralisch nicht integer sein, nicht reinkarnistisch einwandfrei „Die Welt ist eine Tulpe“ rufen, um in dieser Reihe einer der Sonntagshelden zu werden. Vielmehr muss ihn etwas ganz besonderes auszeichnen und von anderen Charakteren abheben.
Frauen in Führungspositionen können genau solche Schweine sein wie ihre männlichen Kollegen. Ach, das wussten Sie noch gar nicht? Deshalb ist heute unser Sonntags-Held eine -in: Der New Yorker Sekretärin Tess McGill wird die Geschäftsidee geklaut, und das von ihrer Vorgesetzten. Dabei sind Frauen in Führungspositionen doch fair und motivieren; lesen wir das nicht immer? Es ist ein Film, der den Film im Kopfkino zum Spielen bringt und die Zukunft mit Bildern von gestern vorweg nimmt.
Kann man mit Testikeln so groß wie LKW-Reifen endlich legal Marihuana…
Darf man Politiker nicht mehr kritisieren, wenn es um -in geht?
Wenn es bei dieser Frau um Angela Merkel geht - dann ja, und zwar unbedingt. Wenn es sich dagegen um Ursula von der Leyen handelt, lautet die Antwort nein. „Da kann doch die arme Frau nichts dafür!“, „Das haben doch alle ihre männlichen Vorgänger verbockt, das liegt doch nicht in ihrer Verantwortung!“, „Jetzt lasst doch mal die Ursel in Ruhe! Soll sie mal Krippen bauen. Ist auch nicht so teuer wie Eurohawks verhauen.“ Die Schutzreflexe der Quotenfrauen funktionieren zuverlässig. Kritik wird dadurch weichgespült und umgeleitet, die Ministerin in Teflon gebadet. Und die Türe geschlossen und verriegelt, indem Kritikern entgegengeworfen wird: „Sie sind doch sowieso ein Frauenfeind,“ gerne auch mit dem Brandverstärker: pathologisch.
