Ganz gleich, wie viel Staatskredit der Bundeskanzler in die Sickergrube Deutschland pumpt – der Zerfall des Landes beschleunigt sich nur noch weiter. Die Monate vergehen, und noch immer findet sich kein Advokat wirtschaftlicher Vernunft, der wenigstens seine Stimme gegen den politischen Irrsinn unserer Zeit erhöbe.
picture alliance/dpa | Michael Brandt
BMW setzt ein Zeichen in der Krise. Was fiel der Konzernführung ein, um dem Niedergang des eigenen Geschäfts wirksam entgegenzutreten? Mit welchem Wellenbrecher will man in München die Flut schlechter Nachrichten und Ereignisse aufhalten? Richtig, mit einem gehörigen Schuss Virtue Signaling, der letzten deutschen Edeldisziplin.
Der neue Landtagspräsident aus Sachsen-Anhalt, der AfD-Politiker Tobias Rausch, wird keinen Dienstwagen der Marke BMW fahren. Medienwirksam zog man das Angebot für den Dienstwagen zurück, um dem Land, der ganzen Republik – nein, Europa und der Welt zu zeigen: Wir zeigen Haltung, wir wissen, was gut, was schlecht ist. Wir besitzen Rückgrat, wir sind ein deutsches Traditionsunternehmen.
BMW hat von seinem umsatzstärksten Jahr 2023 bis 2025 rund 14 Prozent seines Umsatzes eingebüßt. Man leidet unter derselben Krankheit wie alle Industriebetriebe in Deutschland: am Klimawahnsinn der Politik, an der völlig verkorksten Energiewende und an grotesken Standortkosten, die die Wettbewerbsfähigkeit zermalmen.
Doch pleite sind sie in München noch lange nicht, was immer weniger Betriebe von sich behaupten können. Auch der September sah nämlich einen extrem hohen Stand an Insolvenzen. 1.666 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registrierte das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle im September. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 85 Prozent mehr als im durchschnittlichen September der Jahre vor den Lockdowns 2016 bis 2019.
Nur um das klarzustellen: Insolvenzen sind Teil der Marktwirtschaft. Sie sind im Einzelfall tragische, aber in der Gesamtbetrachtung notwendige Bereinigungen nicht funktionierender Geschäftsmodelle. Steht die Politik nicht mit ihrem Degrowth-Wahnsinn im Weg, geht es nach der Talsohle wieder bergauf. Neue Unternehmen werden gegründet, schaffen Jobs, treten an die Stelle der alten – die wirtschaftliche Evolution schreitet voran und mit ihr der gesellschaftliche Fortschritt.
Prosperität erfordert Zeit, Geduld und vor allen Dingen freie Märkte. Sie wird nicht mit dem Fiat-Kreditdrucker herbeigedruckt. Andernfalls wäre es ein Leichtes, die Menschheit mit einem Trillionen-Schuldenprogramm in die Stratosphäre zu heben. Nur ökonomische Simple glauben an eine Wunderwirkung staatlicher Zentralplanung, finanziert mit Kunstkredit, der sich über das Land ergießt und auf wundersame Weise blühende Landschaften erzeugt.
Welchen Schaden der Staat tatsächlich anrichtet, zeigen Zahlen aus der realen Ökonomie: Die Industrie verfällt derzeit mit einer Rate von etwa 3 Prozent. Wichtige Konsumzweige wie das Gastgewerbe haben im ersten Halbjahr über 5 Prozent ihres realen Geschäfts eingebüßt – ganz zu schweigen von der darbenden Bauwirtschaft. Von einem normalen Konjunkturverlauf, in dem sich die Wirtschaft nach einer Talsohle wieder erholt, kann längst keine Rede mehr sein. Hier ist alles zerrieben, überreguliert und mit ideologischem Furor zerstört worden.
Inflation ist das Erbe dieser staatlichen Schuldenorgie und Zentralplanung, da dem wachsenden Staatskonsum, der inzwischen jährlich mit einer Rate von über 5 Prozent wächst, keine entsprechende Güterproduktion gegenübersteht. Inflation ist ein monetäres Phänomen und sie zernagt die Kaufkraft der Haushalte und erschwert wirtschaftliche Kalkulationen. Eine Armutsspirale dreht sich.
Die Antwort der Politik auf dieses selbst geschaffene Desaster ist erschreckend: Inkompetenz und ideologischer Wahn vermählen sich zu einem „Weiter so“, das wie eine Flucht nach vorn wirkt und Schäden hinterlassen wird.
Apropos Energiekosten: Der Euro dürfte zur Weichwährung werden, wenn wachsende Energieanteile vom Weltmarkt importiert werden müssen. Diplomatie mit Russland scheint ausgeschlossen, eine paneuropäische Atominitiative ist kein Thema – stattdessen bauen sie jetzt Pipelines, um abgeschiedenes CO₂ zu transportieren und im Meeresboden einzulagern. Vetternwirtschaft der Marke EU.
Verfallszeiten wie diese werden geprägt von Korruption, Vetternwirtschaft und einem ungeheuren Parasitismus, der sich auf allen Ebenen der Gesellschaft zeigt: vom Wohlfahrtsstaat, der aus einem sozialen Notfallnetz in einen Bewirtschaftungsraum von Abhängigkeiten und Stimmenkauf degenerierte, über das Klima-Extraktionsbusiness bis hin zum neuen Militär-Keynesianismus.
Jedermann greift zu, man nimmt mit, was noch möglich ist, da die Zeit der kultivierten Faulheit und Mitnahmementalität unleugbar ausklingt.
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