Ausgerechnet Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn, dessen dubiose Corona-Masken-Deals uns zweistellige Milliardenbeträge kosteten, will uns jetzt alle finanziell entlasten. Wie, sagt er aber nicht. Die grüne Berufsweise Monika Schnitzer kontert derweil, dass wir noch gar nicht genug blechen. Willkommen im Zirkus Miosgamus. Von Brunhilde Plog
Screenprint: ARD / Caren Miosga
Das hämische Grinsen und das ständige, um Bestätigung buhlende Hinüberschielen der Moderatorin zu ihrer Sitznachbarin sagt eigentlich alles. Caren Miosga will es heute wissen. Sie will Jens Spahn in die Zange nehmen, und dafür hat sie sich Unterstützung geholt. Ihr zur Seite sitzt die Ökonomin Monika Schnitzer, die eine Lanze bricht für immer höhere Abgaben, immer höhere Steuern und immer weniger im Geldbeutel.
Explodierende Preise an der Tankstelle und im Supermarkt – alles kein Problem, sagt Schnitzer. Wir seien momentan ja noch in einer Situation, „wo es wirklich noch nicht so schlimm ist. Die wirklich schlimmen Zeiten kommen erst noch“.
Schnitzer verdient bereits als W3-Professorin sechsstellig und bekommt zusätzlich als Vorsitzende der „Wirtschaftsweisen” mehr Aufwandsentschädigung als mancher im Jahr verdient. Sie erklärt den Deutschen ohne rot zu werden, warum eigentlich fast jeder im Land gutsituiert ist.
Was nach Hohn und Spott klingt, formuliert sie völlig schambefreit: „Es muss doch mal gesagt werden: Wer Auto fährt, kann sich schon mal zumindest ein Auto leisten. Das heißt, wir reden hier nicht unbedingt über die Allerärmsten. Natürlich sind jetzt alle die, die Auto fahren, von diesen gestiegenen Spritpreisen betroffen. Aber die Allermeisten werden das ganz gut wegstecken können.“ Es gehe ja nur um etwa 30 Euro Mehrbelastung pro Monat, und das sei doch wirklich zu vernachlässigen.
Spahn will sich als Retter des kleinen Mannes und des Mittelstands inszenieren, als Robin Hood der Handwerksbetriebe, Spediteure und Pendler. Das tut er gewohnt kaltschnäuzig, die Empathie-Maske kann er so schnell aufsetzen wie er sie zu Coronazeiten fallen ließ. Er spricht bei Miosga so selbstsicher, als sei nie etwas gewesen.
Als habe es keine fragwürdigen Corona-Geschäfte gegeben, an denen sich seine Parteikollegen mit Millionen bereicherten. So, als hätten die Menschen längst vergessen, dass er bis heute nicht erklärt hat, wieso er nach den seltsam überteuerten Masken-Deals auch sich selbst ganz plötzlich eine 4,5-Millionen-Villa in Berlin-Dahlem leisten konnte. Die Sache mit der angeblichen Erbschaft erwies sich ja zumindest schnell als glatte Lüge. Den angeblichen Onkel gab es gar nicht.
Dieser Ex-Minister und Milliarden-Verbrenner steht also noch immer nicht vor Gericht, sondern sitzt mal wieder bei Miosga. Und droht sogar schon den nächsten Besuch für Juni an, um zu berichten, was man als Regierung bis dahin alles geschafft haben wird. Schon heute seien die Erfolge ja erstaunlich, beachtlich, geradezu famos, wenn man seinen Ausführungen glaubt.
Im Zirkus Miosgamus jagt heute ein Clowns-Auftritt den nächsten. Applaus, Applaus, Applaus! Nur das Lachen, das bleibt dem Zuschauer im Halse stecken.
Es dauert eine knappe Viertelstunde, bis es überhaupt halbwegs konkret wird an diesem Abend. Um 21:59 Uhr fällt erstmals das Wort „Tankrabatt“. Zuvor ist es einschläfernde 14 Minuten lang darum gegangen, ob Wirtschaftsministerin Reiche den Kanzler der zweiten Wahl düpiert habe oder nicht. Ob sie Recht habe oder Klingbeil oder keiner. Ob Spahn die Arbeit der Regierung gut finde oder nicht. Die Antworten sind so erwartbar wie langweilig.
Doch so richtig inhaltsschwer und informativ wird es auch danach nicht. Spahn kritisiert all das, was er und seine Mannen verbockt haben, ohne klar zu sagen, dass er und seine Mannen es verbockt haben: den Ausstieg aus der Kernenergie etwa: „Wir schalten ja permanent ab. War das eigentlich klug?“ Oder die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie, die die Arbeitgeber und nicht der Staat den Beschäftigten zahlen sollen.
Dies mit „Wir entlasten“ zu betiteln, sei ein Fehler gewesen, sagt Spahn – ein klarer Affront gegen den SPD-Finanzminister, der genau dies auf X getan hatte: Lars Klingbeil verkaufte die Prämie als Leistung der Regierung, weil er von finanziellen Dingen bekanntermaßen wenig Ahnung hat.
Doch ob nun etwas getan werden muss und was denn eigentlich, damit die Preise an den Zapfsäulen und Supermarktkassen nicht weiter explodieren, dazu liefert der Abend keine Ideen. Dass der Staat am allermeisten an den Kraftstoffpreisen verdient – kein Thema. Dass er vielleicht die CO2-Luftsteuer aussetzen oder streichen könnte – kein Thema.
Stattdessen versucht Spahn die gescheiterten Maßnahmen als dreistufige Strategie zu verkaufen. Den Benzinpreis künftig nur einmal täglich erhöhen zu dürfen, habe nur der Transparenz dienen, aber keine Preise senken sollen, behauptet er. Jetzt käme die Verschärfung des Kartellrechts hinzu und danach als Raketenstufe drei die 17 Cent Senkung bei der Energiesteuer. Hurra. Applaus, Applaus, Applaus!
Miosga will ihm die Androhung von Steuererhöhungen entlocken und das Bekenntnis zur Kernenergie. Dabei schaut sie immer wieder zu Schnitzer hinüber, die grün durchgefärbte Wirtschaftswaffe an ihrer Seite. Doch Spahn ist Profi genug, darauf nicht klar anzubeißen. Er wolle ihr keine Schlagzeilen liefern, sagt er, und seien wir ehrlich, wenn er etwas sehr gut kann, dann: nicht liefern.
Er lamentiert herum, sagt Sätze wie „Die perfekte Lösung gibt’s ja nicht“, oder „Mit Sonne und Wind allein werden Sie ein Industrieland nicht betreiben können.“ Man könne nur tun, was „mehrheitsfähig in der Koalition“ sei. Problem: Wenn eine Koalition eben überhaupt nicht zusammenpasst. Sagt er nicht. Merkt der Zuschauer trotzdem. Applaus, Applaus, Applaus!
Schnitzer scheint es zu gefallen, dass das Thema Kernkraft so schnell nicht wieder auf den Tisch kommt. „Es fehlen die Fachkräfte. Wir haben ja sogar die Studiengänge abgeschafft“, sagt sie, und spürt man da etwa eine gewisse Genugtuung in ihrer Stimme? „Für die nächsten zehn Jahre kann man das Thema wirklich vergessen.“ Bis dahin gelte es, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, und das sei auch gar nicht schlimm. Selbst wenn bei einer dauerhaften Blockade der Öl-Lieferkette am Ende alle Verbraucherpreise explodieren, stehen für Schnitzer die Zeichen auf Grün: „Das wird keinen so schnell ans Existenzminimum bringen“, sagt sie, denn „die allermeisten von uns können das tragen.“
Viele Grüße aus dem Elfenbeinturm.
Eine zerfahrene Sendung ohne Erkenntnisgewinn, fernab der Realität. Ein Masken-Mann spielt „Rambo Zambo“ für intellektuell Unbewaffnete, eine grüne Wirtschafts-Dompteuse lässt die Inflationspeitsche knallen, und die Moderatorin tanzt dazu unbeholfen durch die Manege. Wäre Miosga wirklich ein Zirkus, könnte sie nach dieser Vorstellung keine weiteren Karten mehr verkaufen. Aber rund 3.430 Euro pro Sendeminute sind ihr ja sicher. Dank GEZ-Zwangsgeldern kann die Show bis auf weiteres munter weitergehen.
Am Ende mahnt Journalistin Karina Mößbauer (The Pioneer) beim Masken-Zampano an, dass es doch ganz schön wäre, wenn jetzt endlich mal die so lange versprochenen Reformen kämen. 2025 sei insgesamt ein verlorenes Jahr, sagt sie.
Es ist der vielleicht ehrlichste Satz der ganzen Sendung.







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Die Redaktionen haben offenbar eingesehen, dass man Ulrike Herrmann inzwischen keinem mehr zumuten kann. Aber zu deren Glück wurde eine Schwester im Geiste schnell gefunden und diese darf nun regelmäßig ihre Brillenkollektion und das breite Publikum vorführen.
Wir erleben die deutsche Variante der Truman Show live und in Farbe mit, mehr noch, viele von uns sind Protagonisten dieser absurden Inszenierung. Im Propagandafunk sitzen Maskendealer und Wohlstandsherbeierklärerin beisammen und verar……. die sich hinter der Fichte an mageren Flechten labenden Wahlschafen, dass es eine wahre Pracht ist. Und das Wahlschaf denkt doch glatt, dass die zähe Flechte ein schmackhaftes Biokräuter-Potpourri aus dem grünwoken Schlaraffenland ist.
Merz, Klingbeil, Spahn, Bas …. Die größten Blindgänger wollen retten, was nicht mehr zu retten ist. Dank Merkel oder Erichs Rache. Der Witz ist leider bitterer Ernst.
Solche Typen wie Spahn, die sich jetzt trotz nachgewiesener Schandtaten noch immer haftungsfrei als Problemlöser profilieren wollen, obwohl sie selbst Teil des Problems sind, bekommen noch immer eine Bühne geboten. Was für ein abscheuliches Schmierentheater.
Wieso sitzt JENS Spahn nicht in U-Haft ? Warum hat eine Miosga überhaupt eine Sendung – sie kann doch nix … ? Wieso zahlen wir unsere eigene Abschaffung / Feinde ? Warum wird überall nur noch gelogen ?
Spahn ist kein Geldverbrenner, für jeden halbwegs normal intelligenten Bundesbürger hat das Betrugscharakter❗