Bei Illner: Trumps Verlangen nach dem Ewigen Eis erschüttert Europa

Der US-amerikanische Präsident macht Ernst in seinem Werben um Grönland. In Europa schrillen die Alarmglocken. Auch bei Maybrit Illner ist Trumps Griff nach der dänischen Insel das beherrschende Thema – samt ausführlicher Trump-Exegese. Und wie viel Einfluss haben eigentlich die Vereinten Nationen? Von Fabian Kramer

Screenprint: ZDF / Maybrit Illner

Grönland hat etwa so viele Einwohner wie eine mittlere deutsche Stadt. Die gigantische dänische Insel im Nordatlantik ist zu weiten Teilen von einem meterdicken Eispanzer bedeckt. Größere Industrieanlagen oder Fabriken sucht man vergebens. Die kleine Bevölkerung lebt hauptsächlich von Fischfang und Touristen, die kommen, um die Nordlichter zu sehen. Auf den ersten Blick ist es also ziemlich verwunderlich, dass der mächtigste Mann der Welt ein Faible für Grönland hat. Doch unter dem Ewigen Eis liegt der wohl größte Schatz des Globus. Grönlands Böden sind voller Ressourcen.

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Schmilzt der mächtige Eisschild irgendwann, könnte man mit dem Abbau beginnen. Durch das schmelzende Eis könnte sich auch die internationale Schifffahrt verändern. Wäre das Nordpolarmeer ganzjährig schiffbar, könnte der internationale Schiffsverkehr viel schneller als heute einmal um den Globus schippern. In Europa schrillen wegen des heftigen Interesse Trumps an Grönland die Alarmglocken. Auch in der Talkrunde von Maybrit Illner ist Trumps Griff nach Grönland das beherrschende Thema. Die deutsche Öffentlichkeit und Politik ist wieder einmal wegen Trump auf der Zinne.

Eine mediale Trump-Exegese wird an diesem Abend in aller Ausführlichkeit zelebriert. Weil Trump ein pathologisch sprunghafter und impulsiver Charakter sei, wird gemutmaßt und spekuliert, als gäbe es kein Morgen. Wirklich klüger als vorher dürfte der geneigte Zuseher eher nicht sein. Die einzig verwertbare Erkenntnis ist, dass die deutsche und europäische Politik eine ziemlich schwache Figur abgibt, was Trump nicht anders verstehen kann, als eine Einladung zum Zugriff auf Grönland.

Grönland kaufen oder erobern?

Noch steht in den Sternen am Polarhimmel, ob Trump Grönland kauft, erobert oder sich am Ende alles als großes Getöse ohne konkrete Veränderung herausstellt. Der grüne Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Omid Nouripour, steht in jedem Fall an der Seite der Dänen. „Die Dänen haben Recht, dass sie Grönland nicht einfach abgeben“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Für den ehemaligen Parteichef der Grünen steht außer Frage, dass sich die Grönländer nicht freiwillig den USA anschließen. „Die Grönländer wollen zu Dänemark gehören“, mutmaßt er.

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Die Zugehörigkeit zum Königreich Dänemark ist für Grönland nicht immer mit positiven Erinnerungen verbunden. Frauen wurden zwangssterilisiert und Kinder aus Familien gerissen, um angeblich die Integration in die dänische Gesellschaft voranzutreiben. Die dänische Politik hat viel Leid und Schmerz in der Seele der Insulaner hinterlassen. Auf der anderen Seite schätzen die Grönländer die Vorzüge des dänischen Wohlfahrtsstaates. Die Sozialleistungen aus Kopenhagen machen einen Großteil des Einkommens der Grönländer aus. Um die Grönländer von den Dänen wegzulocken, hat Trump eine Menge Geld geboten. Das dänische Königreich sollte mit unfassbaren 700 Milliarden Dollar entschädigt werden und jeder Grönländer sollte knapp 100.000 Dollar erhalten.

CDU-Mann und Dauergast bei Illner, Norbert Röttgen, meint: „Wenn die Dänen das Kaufangebot annehmen, wäre es rechtlich ein klarer Fall.“ Aber wie wahrscheinlich ist ein Kauf? „Ich halte es für ausgeschlossen“, sagt Röttgen. In der Tat ist es nicht zu erwarten, dass Dänemark oder Grönland einen Verkauf erwägen. Der Bundestagsabgeordnete aus dem Rheinland mahnt zur Zurückhaltung. „Wir sollten Trump nicht auf den Leim gehen“, bekräftigt Röttgen.

Militärexperte und ebenfalls omnipräsenter Talkshow-Gast Carlo Masala sieht das Vorgehen von Trump kritisch. „Die Amerikaner verhalten sich so, als seien sie kein Teil der NATO mehr“, kritisiert Masala. Der aus den USA zugeschaltete republikanernahe Politikexperte, Peter Rough, sieht keine kommende Spaltung der NATO. „Donald Trump möchte Grönland nicht gegen die NATO ausspielen“, versucht er zu beruhigen. „Europa ist wichtig für die Amerikaner“, erklärt Rough. Aus Sicht von Rough werden die USA sich nicht aus Europa zurückziehen.

Die Vereinten Nationen als Randnotiz der Außenpolitik

Bei all den Krisen und Konflikten auf dem Globus könnte man glatt vergessen, dass es in New York eine Institution gibt, die diese über das Völkerrecht zu lösen versucht. Die Vereinten Nationen sollen als Hüter des Völkerrechts dafür sorgen, dass Konflikte über diplomatische Bemühungen gelöst werden, so lautet der theoretische Ansatz. Doch die Vereinten Nationen sind eine Randnotiz in der internationalen Diplomatie. Bei Illner ist an diesem Abend Annalena Baerbock zugeschaltet, die auf Kosten der deutschen Steuerzahler bei der UN die Sitzungen der Vollversammlung leiten darf.

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Baerbocks Blick auf die Vereinten Nationen ist aufgrund ihrer Funktion natürlich ein anderer. „Die Staaten in der Vollversammlung stehen für das Völkerrecht ein“, berichtet sie, ohne rot im Gesicht zu werden. In der Vollversammlung der UN sitzen so viele Staaten, die sich nicht an das Völkerrecht halten, dass man sie nicht an zwei Händen abzählen könnte. Genau dieser Umstand ist eine der vielen Schwächen der UN. Jedem kleptokratischen Schurkenstaat wird in New York ein seriöser diplomatischer Anstrich verpasst.

Trotzdem beharrt Baerbock: „Die Charta der Vereinten Nationen ist kein Wunschkonzert.“ Ist die Charta auch nicht, aber manche Länder spielen trotzdem die erste Geige auf Kosten anderer und die UN steht tatenlos daneben. Was nützt das Recht, wenn es nicht umgesetzt wird? „Die UN können nicht alles“, rechtfertigt sich die ehemalige Außenministerin. Es gebe durchaus militärische Optionen im Völkerrecht, erklärt Baerbock.

Allerdings braucht es für militärisches Eingreifen die Zustimmung des Sicherheitsrats. In diesem sitzen als ständige Mitglieder die Russen, Amerikaner und Chinesen. Genau diese Staaten kochen in der Außenpolitik ihr eigenes Süppchen. Deshalb werden militärische Optionen eigentlich immer blockiert. „Die Mehrheit der Staaten möchte eine Konfliktlösung am Verhandlungstisch“, analysiert Baerbock. Diese Aussage stimmt auch. Doch es reichen wenige uneinsichtige Länder aus und es herrscht Krieg. Über kurz oder lang dürfte der zahnlose Papiertiger namens UN obsolet werden.

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Kommentare ( 62 )

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bkkopp
1 Monat her

Das Grönlandeis ist im südlichen Teil “ meterdick“, im Durchschnitt aber ca. 2000 Meter und teilweise auch noch deutlich mehr. Eine wirtschaftliche Prospektierung und Erschließung von Bodenschätzen ist dort nicht möglich. Die Klimawissenschaftler hinter Agora und Habeck glauben, dass aus Grönland in wenigen Jahrzehnten wieder “ Grünland“ wird, weil die Erderwärmung das Eis wegschmilzt. Implizit will dies auch Trump seinen Anhängern einreden. Sie sollen schließlich glauben, dass sein Erwerb von Grönland die heutigen Generationen von Amerikanern reicher macht, und dass ihn die Vergrößerung der amerikanischen Landmasse um ca. 1/3 zum größten Präsidenten aller Zeiten macht.

Dr. Rehmstack
1 Monat her

Also Illner ist für mich wie eine fremde Sprache, ich verstehe beim besten willen nicht, was in dieser Runde eigentlich besprochen wird, ich verliere immer den Faden. Dazu kommt, dass man immer wieder denkt: Dieses alles ist hier alles schon mal und alles von den selben Leuten gesagt worden. Das Murmeltier! Nur das ist mir klar geworden: wie schnell der Trump die Hasen zum Laufen bringen kann.

prague
1 Monat her

Langsam sehe ich eine Ähnlichkeit von ÖRR und Haltungsmedien zu den Hamas. Sie haben einen, oder mehrere Feinde und die werden bis zu erbrechen diffamiert, beschimpft, gelogen und man macht vor denen Angst.

HansKarl70
1 Monat her

Es geht nur um Geld in dieser Welt. Alles andere sind nur Worte die den Geist vernebeln sollen.

Peter Gramm
1 Monat her
Antworten an  HansKarl70

So sehe ich das auch. Wenn man sich die vita dieser Leute ansieht die da herumtalken. Nouripour im Leben wenig bis nichts zuwege gebracht nur im Politikbetrieb bei den grünen Lebensversagern zu rasantem ökonomiscen Wohlstand gekommen. Bärbock mit multiplen Lebensläufen. Röttgen von der Altkanzlerin abgewatscht und als Minister entsorgt, Dr. Amann beim Spiegel gescheitert und jetzt bei Funke als Chefjournalöse ein Pöstchen gekrallt. Irgendwie haben die alle mit harter Arbeit nichts zu tun, die reden halt gerne darüber. Die einen auf Steuerzahlerkosten, die anderen auf Zwangsgebühren. Solche Leute reden sich das System schön von dem sie wunderbar versorgt werden. Kann… Mehr

Dieter
1 Monat her

Am Ende bekommt Trump seine 2-3 Nato Militärbasen auf Grönland.
Natürlich von der EU bezahlt,und auf EU- Kosten von den USA ausgestattet.
Dazu dann die Schürfrechte für US amerikanische Firmen.

und alle sind glücklich…
Wie war das mit den Nato Verträgen und den jährlichen Militärausgaben?
Trump hat Druck gemacht, die EU geheult und nun gehen, wie vertraglich vereinbart, 3-5% des BIP ins Militär..

yeager
1 Monat her

Die Geschichte Grönlands ist ja recht deutlich von der Kolonisierung durch die Dänen geprägt. Schon witzig, wie das für diejenigen die sonst immer gegen die Kolonialherren vom Leder ziehen unter den Teppich gekehrt wird.
Klar, das Thema ist halt gerade nicht zweckdienlich.

humerd
1 Monat her

Pistorius: „Die Arktis habe sich zu einem Raum entwickelt, „in dem vor allem Russland und zunehmend auch China mit seiner wachsenden Marine eine wichtige Rolle spielen“. https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/groenland-nato-donald-trump-armin-laschet-boris-pistorius-gxe
diese Aussage zeigt die ganze Scheinheiligkeit von UvdLs EU, unserer sogenannten Journalisten, selbsternannten Experten.

Zimmerlinde
1 Monat her

Habe mir die Sendung gestern tatsächlich angetan und war relativ überrascht, dass doch eine gewisser Realitätssinn in Sachen Bedeutungslosigkeit Deutschlands und der EU zum Ausdruck kam. Dabei natürlich völlige Ratlosigkeit über dieser Situation. Faktisch ist nun die Lage doch so: Europa gegen Russland in der Ukraine und gegen die USA in Grönland. Gegen wen will Europa Grönland eigentlich verteidigen und warum? Deutschland/Europa will/wollen zeigen, dass Grenzen unverletzlich sind und „Grönland seinem Volk gehört“. ABER, jetzt kommt mein aber, die EU und insbesondere Deutschland kann oder will seine eigenen Grenzen nicht schützen und hat seit 2015 die Grenzen für Einwanderung und… Mehr

Pieter Ries
1 Monat her

„Wenn die Dänen das Kaufangebot annehmen, wäre es rechtlich ein klarer Fall“ – so können nur Kolonialisten sprechen.
Wenn Europa nicht fähig ist wirtschaftlich zu denken und zu handeln – das wäre die Sicherung und Erschließung der Bodenschätze unter Beteiligung und Berücksichtigung der Interessen der autochthonen Bevölkerung – dann zeigt dies nur erneut, wie überflüssig diese „Union“ der Räuberbanden ist.
Welche feindliche Macht dann von dort die Völker Europas malträtiert ist zweitrangig.

jugend_attacke
1 Monat her

Es ist Fakt, dass ALLES was die EU und Verteter der Kartellparteien, sowie des Juste Milieu ablehnen, gut und richtig ist.
In diesem Sinne hoffe ich, dass Grönland bald Teil der Vereinigten Staaten sein wird.