Frau Reiche stellt den Jahreswirtschaftsbericht der SPD vor

Nach der Lektüre des Jahreswirtschaftsberichts kommt man zu dem Schluss: Schafft das Wirtschaftsministerium ab. Niemand weiß, wozu es gut ist. Die wirtschaftspolitischen Leitlinien bestimmen ohnehin Grüne und Rote.

picture alliance / Geisler-Fotopress | Dave Bedrosian

Ginge es nach Daniel Günther und Karin Prien, dürfte dieser Artikel gar nicht erst erscheinen – und wir wissen nicht, wie lange Artikel, die über die Realität berichten und Wirklichkeit analysieren, noch in Deutschland publiziert werden können, denn in Berlin und in Brüssel sucht man nach anderen Wegen, das Erscheinen freier Medien zu be-, vielleicht auch zu verhindern. Warum auch in der CDU die Sehnsucht nach Zensur und Verbot freier Medien steigt, erklärt sich mit einem Blick auf die Fakten, die in Günthers erwünschter und ersehnter Hofberichterstattung fehlen.

Heute um 14.30 Uhr stellt die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, den Jahreswirtschaftsbericht 2026 vor. Am Freitag will sie eine 15-minütige Regierungserklärung im Parlament halten. Um über die Regierungserklärung zu debattieren, hat sich der Bundestag sehr, sehr viel Zeit genommen, eine ganze, volle, 60 Minuten umfassende Stunde nämlich. Darüber, dass bereits im Vorfeld in der Abstimmung zwischen dem BMWE einerseits und dem Finanzministerium, Umweltministerium und dem Ministerium für Arbeit und Soziales andererseits über den Jahreswirtschaftsbericht Scharmützel um diesen Bericht stattgefunden haben, hat TE berichtet.

Das Handelsblatt wollte im Jahreswirtschaftsbericht ein Kampffeld zwischen der CDU und der SPD, der Wirtschaftsministerin Reiche auf der einen und den Ministern Klingbeil, Bas und Schneider auf der anderen Seite ausgemacht haben. Doch das erschien schon damals als Ablenkungsmanöver, um die Abhängigkeit der Union von der SPD in der Wirtschafts- und Sozialpolitik zu vertuschen. Dass Reiche die einzig richtige wirtschaftspolitische Linie gegen die SPD nicht wird durchsetzen können, war von Anfang an klar. So wurden die circa 155 Seiten des Berichts zum Dokument, das Deutschlands weiteren wirtschaftlichen Abstieg besiegelt.

Von der Bundesregierung heißt es deshalb kleinlaut: „Im Jahresverlauf 2026 wird eine konjunkturelle Erholung erwartet, die von einer zunehmenden Binnennachfrage getragen wird. Insgesamt rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2026 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,0%.“

In der Herbstprognose rechnete die Bundesregierung noch mit auch schon mageren 1,3 Prozent. Da bisher so gut wie alle Prognosen nach unten korrigiert werden mussten, dürften auch die 1,0 Prozent nicht zu halten sein. Und auch das eine Prozent, auf das die Bundesregierung hofft, ist im Grunde kein echtes Wirtschaftswachstum, denn es wurde erpumpt, wird, wenn überhaupt, durch eine Megaverschuldung erkauft, wie die Regierung selbst zugibt: „Maßgebliche Wachstumsimpulse dürften von den wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen der Bundesregierung ausgehen.“

Das Wirtschaftswachstum beruht auf Pump. Die Bundesregierung möchte von „allmählicher Verbesserung der Arbeitsmarktperspektiven im Jahresverlauf“ ausgehen, doch die Outplacement-Beraterin Sophia von Rundstedt, die Unternehmen berät, wie sie Beschäftigte, ohne Aufsehen zu verursachen, entlassen können, schätzt ein: „Strukturell bedeutet, dass eine Deindustrialisierung stattfindet, bei der Industrieproduktion verlagert wird … Das heißt, es werden anderswo Werke gebaut. Dort wird investiert, hier deinvestiert.“ Vor allem: „Es werden im Vergleich zu früheren Krisen deutlich mehr Führungskräfte-Positionen abgebaut.“ Und zwar im mittleren Management.

Reiches Niederlage und Deutschlands freier Fall drücken sich in den Worten aus: „Die binnenwirtschaftliche Dynamik nimmt vor diesem Hintergrund angesichts steigender Konsumausgaben und Investitionen zu.“ Nicht steigende Produktivität. Rüstung ist Konsumtion. „Neben den öffentlichen Investitionen werden private Investitionen durch umfangreiche staatliche Programme sowie durch verbesserte steuerliche Rahmenbedingungen stimuliert.“

An dieser Stelle wird der Jahreswirtschaftsbericht 2026 zum Kabarett-Text, denn der Staat verschuldet die Bundesbürger um fast 1.000 Milliarden Euro, auch um den Kauf von E-Autos, die weiterhin teuer bleiben, für Bezieher von kleinen und mittleren Einkommen zu subventionieren, womit eher die chinesische als die deutsche Automobilindustrie gefördert wird.

Doch der Offenbarungseid für den früheren Exportweltmeister Deutschland steckt in dem kleinen Satz: „Dagegen bleibt der Außenhandel ein struktureller Schwachpunkt.“ Struktureller Schwachpunkt bedeutet, dass deutsche Produkte auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig sind, vor allem, weil die Herstellungskosten zu hoch sind, was als Folge von jahrzehntelanger rotgrüner Bildungszerstörung auch von einer immer mehr der Vergangenheit angehörenden Technologieführerschaft nicht mehr ausgeglichen werden kann.

Reiche verändert nichts an der vollkommen falschen Ausrichtung der Energie- und Wirtschaftspolitik. Solange als Alpha und Omega das große K steht, das für Klima oder Kommunismus oder Klima-Kartell steht, was nur drei verschiedene Namen für die gleiche Planwirtschaftskonzeption sind, ist alles andere nur Vertuschung unter Geldverschwendung. Der Klimastaatsozialismus der Regierung Klingbeil-Merz schlägt sich in dem Grundsatz nieder: „Im Zuge einer zukunftsorientierten Finanzpolitik modernisiert sie den Kapitalstock insbesondere durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.“

Der Klimaplanwirtschaftler Klingbeil glaubt sozialistisch orthodox, dass immer mehr Schulden, immer mehr Wachstum generieren – und liegt insofern damit nicht falsch, dass immer mehr Schulden das enorme Wachstum des Schuldendienstes bewirkt. Zwar wird – allerdings euphemistisch abgefedert – eingestanden, dass „Energiekosten im internationalen Vergleich relativ hoch ausfallen“, aber Schuld daran ist natürlich Putin, und Putin und nochmals Putin. Und natürlich Trump. Nicht etwa die sabotagegleiche Zerstörung der deutschen Kernkraftwerke durch die Brandmauereinheitsparteien, nicht etwa durch Embargos die sich suizidal gegen die deutsche Wirtschaft richten, nicht etwa der Kindergarten, den man in Deutschland Außenpolitik nennt.

Zwar ist auch in der Regierung irgendwie die nicht allzu komplizierte Erkenntnis angekommen, dass „eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung und damit verbundene technologische Fortschritte … eine zentrale Grundlage für eine wettbewerbsfähige und zukunftsgerichtete Volkswirtschaft“ seien, doch resultiert daraus nur die falsche Schlussfolgerung, die „Dekarbonisierung“ – ein anderes Wort für Deindustrialisierung – voranzutreiben, denn: „Um die Kosten zu begrenzen, hält die Bundesregierung an der Bepreisung von CO2 als zentralem Baustein in e i n e m I n s t r u m e n t e n m i x fest“, obwohl „gesamtwirtschaftlich im Zuge einer beschleunigten Dekarbonisierung mit erheblichen Kosten zu rechnen“ ist.

In kognitiver Dissonanz sind die deutschen Regierungen seit Merkel Weltmarktführer. Reiche preist sich für ihre Gaskraftwerksstrategie, die sie auf das Ammenmärchen des Wasserstoffs stellt: „Sämtliche Gaskraftwerke werden ‚H2-ready‘ sein, ein vorzeitiger Umstieg auf Wasserstoff von 4 GW Gaskraftwerke soll durch ein zusätzliches Ausschreibungssegment angereizt werden“, dessen Produktion finanziell gefördert und gesetzlich gestärkt werden soll. Welcome in Nirvana.

Zum Thema Kernkraft oder Kernkraftwerke findet sich nicht eine Stelle im Jahreswirtschaftsbericht, dafür vergeht kaum eine Seite, auf der nicht die erneuerbaren Energien besungen werden. Um sich irgendwie herausreden zu können, träumt man ein bisschen von Fusionskraftwerken.

Nach der Lektüre des Jahreswirtschaftsberichtes kommt man unweigerlich zu dem Schluss: Schafft das Wirtschaftsministerium ab. Niemand weiß, wozu es gut ist. Die wirtschaftspolitischen Leitlinien bestimmen ohnehin Grüne und Rote. Derjenige allerdings, der für jede Phrase im Jahreswirtschaftsbericht einen Euro bekäme, wäre stante pede Millionär, denn man will kräftig reformieren: 1. „Unnötige Bürokratie abbauen“, 2. Durch Sondervermögen eine „Moderne und verlässliche Infrastruktur“ schaffen, 3. Bessere Rahmenbedingungen und Kapazitäten für Innovationen“ schaffen, 4. über Subventionen (Steuergelder) „Energiekosten senken“, 5. „Arbeitsangebot ausweiten, Sozialsysteme reformieren“ und 6. Diversifizierung der Handelsbeziehungen vorantreiben. Lustig ist, dass Bürokratieaufbau jetzt Bürokratieabbau heißt, den ein eigens geschaffenes Ministerium hochlaufen lassen soll.

Angesichts dieses Jahreswirtschaftsberichtes würde man eine geharnischte Kritik des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erwarten, der ausgehend von ordnungspolitischen Grundsätzen auf Marktwirtschaft bestehen müsste, doch die Wirtschaftsweisen sind verwaist. Als Propagandisten roter oder grüner oder planwirtschaftlicher Ideen sind sie so überflüssig, wie die Wirtschaftsnachrichten der Aktuellen Kamera waren.

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Kommentare ( 35 )

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35 Comments
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NurEinPhilosoph
1 Monat her

Die wirtschaftspolitischen Leitlinien bestimmen vermutlich Denkfabriken, die seit Jahren stets Pech beim Denken haben. Aber immerhin gibt es Wachstum bei den Beamtenstellen, bei den Flüchtlingskosten, bei den Stromkosten und bei den Beraterkosten. Die Luft-Mehrwertsteuer (CO2-Abgabe), die jährlich steigt, verteuert Heizen, Autofahren und sämtliche Produkte, die hier hergestellt werden. Sie ist ein Luftzoll, den der inländische Konsument zu zahlen hat. Und damit schließt sich der Kreis, warum man gerade Frau Reiche, eine eigentlich kompetente Managerin, für die Regierung eingekauft hat. Sie soll, als Alibi-Expertin, die zerstörerische Deindustrialisierung Deutschlands schönfärben und gutheißen, damit niemand auf die Idee kommt, den Kurs zu ändern.… Mehr

U.S.
1 Monat her
Antworten an  NurEinPhilosoph

LGBTQ 🌈 Khalifat Absurdisthan braucht dringendst so viele Ministerien wie möglich, je mehr desto besser für Germanisthan: Jedes Ministerium bietet viele krisensicheren Beamtenstellen: Minister, Stellvertreter, Sekretariate, Assistenten, Bereichsleiter, Abteilungsleiter Gruppenleiter, alle mit Assistenten , Chauffeure, Dienstwagen, Hausmeister, Security, Wach- und Schliessdienste, Pförtner, Telefonzentrale, und Vertretungskräfte, Kinder Betreuung, Coaching, ….Personalabteilung , Buchführung, Controlling, Rechnungsprüfung ,.. Die Ministerien habe keine sinnvollen Aufgaben, nur den Sinn und Zweck, dass möglichst viele Menschen aus den Altparteien SPD, Grüne, CDU, dort einen Job bekommen, …. Ministerium für Immigration aus Afrika, Ministerium für Immigration aus islamischen Ländern, Ministerium für Wirtschafts down sizing, Ministerium für de- Industrialisierung,… Mehr

BKF
1 Monat her

Nach der Lektüre des Jahreswirtschaftsberichts kommt man zu dem Schluss: Schafft das Wirtschaftsministerium ab.“ Wie wäre es mit einer Umbenennung in Beauftragter für den Vierjahresplan?

Unglaeubiger
1 Monat her

Unfähig, unfähiger, am Unfähigsten – diese Steigerungsform drückt den Zustand dieser Politclowns bei Weitem nicht mehr aus. Es fehlen in dieser so schönen Sprache leider schon die entsprechenden Worte, um derartige Zustände auf den Punkt zu bringen.

Juergen P. Schneider
1 Monat her

Frau Reiche kann man nur zurufen: „Wer mit Schwachköpfen gemeinsame Sache macht, muss sich nicht wundern, wenn man ihn selbst für einen Schwachkopf hält!“ Wie kann man sich als qualifizierte Person mit naturwissenschaftlichem Abschluss und Managementerfahrung vor die Karre von sozialistischen Wirrköpfen und unqualifizierten Ideologen spannen lassen? Man kann der guten Frau nur raten, dieses Kabinett der organisierten Verantwortungslosigkeit so schnell es geht zu verlassen. Wer diesen Wahnsinn mitmacht und damit unterstützt, macht sich genauso schuldig am Ruin unseres Landes, wie der gesamte Rest der Nietenmannschaft des Lügenbarons aus dem Sauerland.

Nibelung
1 Monat her

Auf einen Nenner gebracht, unsere vereinigten Sozialisten, leben nur vom Prinzip Hoffnung, nachdem sie in trauter Zusammenarbeit der letzten zwanzig Jahre das deutsche Porzellan zertrümmert haben und nun vor einem Scherbenhaufen ungeahntem Ausmaßes stehen und das alles noch unter Leitung einer Kommunistin aus dem Osten, wo die ganze Fehleinschätzung der Schwarzen zu Tage getreten ist, die man im Prinzip als die Hauptverursacher der gesamten Übels betrachten kann. So wurden sie zusammen mit dem inneren Sozialistenvolk mit den anderen Sozialisten außerhalb kompatibel gemacht und seither ist ihnen der Kompaß verloren gegangen und mäandern von einer Ecke in die andere, weil sie… Mehr

Martin Mueller
1 Monat her

Man stelle sich vor, dergleichen politische Gestalten hätten 1949 Deutschland regiert. Ein Wirtschaftswunder hätte es nie gegeben…

Last edited 1 Monat her by Martin Mueller
Donostia
1 Monat her
Antworten an  Martin Mueller

Das wäre 1949 gar nicht möglich gewesen. Wem hätte die Regierung Geld wegnehmen können um es zu verteilen?

Joerg Gerhard
1 Monat her

Reiche soll ja jetzt die unbeliebteste Ministerin sein- ein weiteres Mosaiksteinchen fuer die Verdummung und Manipulierbarkeit der Deutschen. Die Ursuende der VWL/VGR, die uns dieses Schlamassel eingebrockt hat, ist die Berechnung des BIP nach der Ausgabenmethode und der gleichwertige Ansatz dieser Ausgaben, zusaetzlich verschlimmert durch die Nichtberuecksichtihung deren Finanzierung. Ohne eine Korrektur dessen wird es, auch nach dem wohl kommenden Neuanfang nach den Staatsbankrottten durch Hyperinflation, nur wieder die gleiche Entwicklung geben. Aber Dank der kommenden Ueberflutung des Arbeitsmarkts mit Indern werden wenigstens die Unternehmer noch eine zeitlang ueber Wasser gehalten- Kinder statt Inder, wie Dushan Wegner heute so treffend… Mehr

Last edited 1 Monat her by Joerg Gerhard
BellaCiao
1 Monat her

Die Bundeswirtschaftsministerin stellt also den Jahreswirtschaftsbericht der SPD vor. Ich musste beim Lesen laut lachen.
Aber genau so absurd ist mittlerweile die politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland.

alter weisser Mann
1 Monat her

Es gibt keine richtige Politik in der falschen!

Da der Kanzler den rot-grünen Ideen folgt, kann auch Reiche nicht anders.
Zumal die mit reichlich Vorschusslobeeren Bedachte ohnehin lieferschwach erscheint. Vielleicht sind 4 Jahre Verbandstätigkeit und 5 Jahre Vorstand doch ein bisschen dünn für ein echtes Profil außerhalb des deutlich längeren Daseins in der politischen Blase.

OJ
1 Monat her
Antworten an  alter weisser Mann

Entschuldigung, hat der Kanzler das Sagen oder der, der aus der Verliererpartei (Klingbeil) kommt ❓

Donostia
1 Monat her
Antworten an  OJ

Theoretisch der Kanzler. Praktisch sieht es so aus, dass aufgrund der Brandmauer Merz nur Kanzler bleiben kann, wenn er macht was die SPD will. Da macht man dann, um Kanzler zu bleiben, lieber das was die SPD fordert. Im übrigen bin ich der Meinung, dass die CDU genau das macht von dem sie überzeugt ist. Es soll ja noch Leute geben, und davon sehr viele, die tatsächlich meinen die CDU mache konservative Politik. Wo die die letzten 21 Jahre, seit Machtübernahme von Merkel, gelebt haben, ist mir ein Rätsel.

OJ
1 Monat her

Schauen Sie auf das Bild, so sehen nicht verurteilte Kriminelle aus ❗

HansKarl70
1 Monat her

Irgendwann wird auch der Letzte begreifen, das gutes Zureden und Geldgeschenke kein Wirtschaftswachstum bringen.

Last edited 1 Monat her by HansKarl70