Türkische Schulen in Deutschland würden weitere Abschottung befördern

Die „klare Ansage" von Heiko Maas ist eine Seifenblase. Denn eine deutsche Schulaufsicht wird nicht verhindern, dass Ankara entscheidet, welche Werte in türkischen Schulen in Deutschland vertreten werden. DITIB und die König-Fahd-Akademie sind warnende Beispiele.

Sylvia Pantel

„Erdogan will türkische Schulen in Deutschland – Maas macht klare Ansage“, titelte FOCUS-Online am Freitag. Hintergrund sind Verhandlungen zwischen der Bundesregierung und der Türkei über ein Abkommen, das der Türkei die Gründung von Schulen in Deutschland ermöglichen soll. Als Standorte sind Berlin, Köln und Frankfurt im Gespräch. Ausgelöst wurden die Verhandlungen durch die vorübergehende Schließung einer deutschen Schule in Izmir, hieß es. Mit dem geplanten Abkommen über drei türkische Schulen in Deutschland will das Auswärtige Amt erreichen, dass die drei deutschen Schulen in Ankara, Istanbul und Izmir weiterbetrieben werden können.

„Wenn die Schulaufsicht Zugriff hat, dann kann man darüber konstruktiv mit der Türkei sprechen“, beruhigte Bundesaußenminister Heike Maas (SPD) sofort. „Es würde nie ein Raum werden, in dem Dinge unterrichtet werden können, die nicht mit unseren Werten übereinstimmen.“

Keine klare, sondern eine naive Ansage

Wirklich nicht? Und das soll die „klare Ansage“ gewesen sein? Wie naiv es ist, zu glauben, bei nach deutschem Recht betriebenen türkischen Einrichtungen in Deutschland hätte unser Staat allzu viel zu sagen, sehen wir bereits seit Jahren am Beispiel des Moschee-Dachverbandes DITIB. Dieser ist in Deutschland als Verein eingetragen. Über seine Satzung ist er jedoch eng mit der türkischen Religionsbehörde Diyanet verknüpft. Konkret bedeutet das unter anderem, dass die Personalentscheidungen der DITIB nicht am Vereinssitz Köln getroffen werden – sondern in Ankara.

Schulen sind nicht Schulen
Erdogan plant türkische Schulen in Deutschland
Das Beispiel der DITIB zeigt deutlich, dass bei solchen Konstrukten im Ergebnis in den entsprechenden Einrichtungen kaum die Werte unseres Staates propagiert werden. Sondern die Werte des Staates, der diese Einrichtungen kontrolliert. Und das wäre auch bei den geplanten Schulen nicht anders: In Deutschland würden diese Schulen als private Ersatzschulen betrachtet. Das heißt zwar, dass die Inhalte im Lehrplan grob den Vorgaben der jeweiligen Kultusministerien folgen müssen. Wie die Inhalte jedoch präsentiert werden, läge im Ermessen der Schule – und damit im türkischen Ermessen, Schulaufsicht hin, Schulaufsicht her. Hier hat Heiko Maas offenbar nichts aus den Vorgängen in der König-Fahd-Akademie gelernt: In der Bonner Schule wurden problematische Inhalte gelehrt, die von Saudi-Arabien vorgegeben waren. Jedes Mal, wenn das nordrhein-westfälische Schulministerium Einwände hatte, wurde daraus eine diplomatische Affäre. Im Ergebnis blieb dann zumeist alles, wie es war.

Was ebenfalls gegen solche Pläne spricht ist, dass diese auch nicht zu einer besseren Integration führen. Ganz im Gegenteil: Türkische Schulen in Deutschland werden die Abschottung vieler Türkischstämmiger gegenüber dem Rest der Gesellschaft weiter befördern. Für drei deutsche Schulen in der Türkei dürfte das ein sehr hoher Preis sein.


Sylvia Pantel ist direkt gewählte Bundestagsabgeordnete der CDU für den Wahlkreis Düsseldorf II. 

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Kommentare ( 43 )

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43 Kommentare auf "Türkische Schulen in Deutschland würden weitere Abschottung befördern"

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In dem Beitrag kommt doch zum Ausdruck, dass unsere Politiker null ** haben, wobei die Islamfreundlichkeit der linken Politikrichtung (einschl. Frau Merkel) sehr seltsam ist. Kultur aus diesen Ländern brauchen wir nicht. Wobei die Frage ist, was die an Kultur zu bieten haben, mMn sehr wenig! Dem DITIB, den Koranschulen und der König-Fahd-Akademie hätte man schon längst die Flügel stutzen müssen. Wenn da Panzergeschäfte wichtiger sind, dann sollten wir lieber mit etwas weniger Wohlstand leben! Zur Not verzichten wir auch auf die Schulen in der Türkei. Eine Schliessung der Schulen in der Türkei würden dem Erdogan weitere Minuspunkte in der… Mehr

Da die osmanische Expansion maßgeblich unterstützt von den Quislingen der „Altparteien“ vor ungebremster Vitalität strotzt ist jegliche Art von Segregation unbedingt zu befördern. Wenn wir schon keine Volk und keine Nation mehr sein wollen, dann zumindest eine Minderheit, Dank der Dhimmisteuer werden zum Glück nur die Zuverlässigen Patrioten übrig bleiben.

Lustig. Eine Abgeordnete der Merkelpartei warnt vor Islamisierung. Ganz mein Humor.

„Sylvia Pantel ist direkt gewählte Bundestagsabgeordnete der CDU für den Wahlkreis Düsseldorf II. “

Genau dieser CDU besonders der Staatsrats Vorsitzenden Merkel haben wir den Löwenanteil der Probleme zu verdanken. Jeder andere Bundeskanzler hätte längst den Erdogan auf den im zustehenden Platz verwiesen. Jetzt haben wir den Salat und durch die Spiral die Merkel eingeleitet hat droht sogar noch schlimmeres, ein Grüner als Bundeskanzler. Sämtliche Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU die das widerspruchslos mitgemacht haben nehme ich nicht für voll.

Wenn Deutschland die Hoheit des Staates an den Schulen unseres Landes aufgibt wird das sich abzeichnende Ende der deutschen Schulkultur unwiderruflich zu Ende sein. Die Argumente der türkischen Schulträger wird sein: an deutschen Schulen wird erziehungsmäßig nicht durchgegriffen. Das stört die zur Zeit auf Law und Order getrimmten türkischen involvierten Kreise. Denn eines steht fest: In türkischen Schulen herrscht ein anderer Ton als an deutschen Schulen. Widerspruch gegen Lehrer gibt es da nicht, und wenn doch wird das ganz schnell geregelt. Das werden unsere Traumtänzer noch schnell genug erfahren. Das, was an deutschen Schulen durch deutsche Schüler abgeht, passiert in… Mehr

Also jetzt Mal ganz im Ernst. Glaubt hier wirklich jemand, dass diese CDU Frau glaubwürdig ist bzw. glaubwürdig sein kann? Am Besten wäre es, wenn niemand einen Kommentar zu dem plumpen Beitrag abgibt.

Wie naiv ist das denn? Man meint Frau Pantel kennt die Lebenswirklichkeit an Deutschen Schulen nicht. Nicht die türkischen Schüler passen sich dort den Deutschen an….sondern umgekehrt….und wer nicht mittut wird gnadenlos gemobbt. Eine Befreiung von dieser Klientel ist jedoch leider nicht zu erwarten…gerade mal 3 Schulen sind geplant….das ist bei der Bevölkerungsmasse ein Tropfen auf den heißen Stein. Dazu kommen noch die anderen islamischen Nationalitäten vor allem aus dem persichen Raum und Nordafrika. Ich beneide keinen Schüler der heute noch zu einer staatlichen Schule muss…ich bin schon zu meiner Schulzeit gnadenlos und fast täglich von älteren Mihigrus verprügelt worden….das… Mehr

Tja, ich achte diese Frau für ihren Mut, aber mit dieser Meinungsäußerung hat sie sich um den EDK-Orden der CDU beworben … „Ende der Karriere“ !

EdK gab es zu DDR Zeiten auch, mit dem Ventil – Westausreise. Heute fehlt das Ventil und die Anzahl derer ohne passende Haltung steigt, verstärkt durch die, die im Zuge der Welt Klima Rettung ebenfalls ihre Jobs verlieren.

Es wäre eine vergebliche Hoffnung, zu erwarten, daß deutsche Schüler dann auf dem Schulhof wieder besser klarkommen, weil die Türken auf eine eigene Schule gehen. Also haben wir nichts davon. Die Gleichsetzung von deutschen Schulen in der Türkei mit türkischen Schulen in Deutschland ist Unfug. Die Deutschen in der Türkei sind dort vermutlich nicht Einwanderer, die türkischen Schüler dort eher potentielle Auswanderer. Das dürfte in türkischen Schulen in Deutschland anders aussehen. Oder dürfen wir hoffen, daß die Schüler dort auf ihre Rückkehr vorbereitet werden sollen? Vermutlich nicht!

Das ist völlig richtig. Deutsche Schulen in der Türkei und türkische in Deutschland sind etwas völlig anderes. Dass das Auswärtige Amt das nicht merkt oder merken will, ist eigentlich unglaublich. Andererseits, bei diesem Außenminister (also, den Titel hat er jedenfalls, bei allem anderen habe ich meine Zweifel) wundert es mich dann doch nicht. Das politische Personal in Berlin ist unter jedem denkbaren Niveau.

Frau Pantel hat natürlich recht. Und genau das ist m.E. auch der Zweck des Vorhabens. Nur: was soll daran verkehrt sein? Eine klare, auch institutionell verstetigte Segregation, die es faktisch ohnehin schon gibt, erleichtert nur die später notwendigen, ja unvermeidlichen politischen Entscheidungen seitens der Titularnation dieses Landes. Integration von Mohammedanern war, ist und bleibt ein Illusion, deren Abwicklung dann nach Kassenlage erfolgen muss. Globalistische Buntheitsphantasien landen dann dort, wohin sie gehören. Deckel drauf.

Nicht zu fassen. Die Frau die Sie hier loben, ich fass es nicht, hat uns die illegale, ungeniesbare Migrantensuppe eingebrockt und Sie loben diese Frau. Ja sach a mol, wo komme Sie denn her? **